Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Eigene Schuld - fremde Schuld

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Gut, da stimme ich dir zu, Nordrheiner.

Was sind die drei größten Motivationskräfte des Menschen?

Lasse dir mit der Beantwortung ruhig Zeit.

Bei der Beantwortung lasse ich biologisch begründete Motivationen beiseite und konzentriere mich auf den Geist.
Bei jedem Menschen mag es etwas verschieden sein... ich denke, dass die zwei größten Antriebskräfte die Angst und die Liebe sind. Eine ebenbürtige dritte Motivation kann ich (derzeit) nicht erkennen.

Die Angst wohnt in uns, ohne dass wir ihre Ursache verstehen müssten.
Die Liebe überwindet die Angst und heilt unsere Wunden. Nur verstehen wir Menschen zu wenig davon.

Und weil viele Menschen von Liebe wenig verstehen, weichen sie auf Ersatzlösungen aus. Eine Ersatzlösung ist das Streben nach Konformität.

Diese Form der Angstüberwindung wird als die bei weitem häufigste Lösung angesehen. (Erich Fromm; Die Kunst des Liebens; S. 23) Es ist eine Vereinigung, in der das individuelle Selbst weitgehend aufgeht und bei der man sich zum Ziel setzt, zur Herde anzugehören. „Wenn ich so bin wie alle anderen, wenn ich keine Gefühle oder Gedanken habe, die mich von ihnen unterscheiden, wenn ich mich der Gruppe in meinen Gewohnheiten, meiner Kleidung und meinen Ideen (und sexuellen Ansichten) anpasse, dann bin ich gerettet – gerettet vor der anstrengenden Erfahrung des Alleinseins.“


Die meisten Menschen sind sich ihres Bedürfnisses nach Konformität nicht einmal bewusst. Sie leben in der Illusion, sie folgten nur ihren Ideen und Neigungen, sie seien Individualisten, sie seien aufgrund eigenen Denkens zu ihren Meinungen gelangt und es sei reiner Zufall, dass sie in ihren Ideen mit der Majorität übereinstimmen. Im Konsens aber sehen sie den Beweis für die Richtigkeit ihrer Ideen. (S. 24 u. 25).

Eine andere Ersatzlösung ist die Flucht in die Einsamkeit.

"Das panische Entsetzen vor einer völligen Isolation ist nur dadurch zu überwinden, in dem man sich so völlig von der Außenwelt zurückzieht, dass das Gefühl des Abgetrenntseins verschwindet, und zwar weil die Außenwelt verschwunden ist." Ebenfalls nach Erich Fromm, die Kunst des Liebens;
 
Die meisten Menschen sind sich ihres Bedürfnisses nach Konformität nicht einmal bewusst. Sie leben in der Illusion, sie folgten nur ihren Ideen und Neigungen, sie seien Individualisten, sie seien aufgrund eigenen Denkens zu ihren Meinungen gelangt und es sei reiner Zufall, dass sie in ihren Ideen mit der Majorität übereinstimmen. Im Konsens aber sehen sie den Beweis für die Richtigkeit ihrer Ideen. (S. 24 u. 25).
"Konformität" ist nur ein Wort dafür, daß die Grundbedürfnisse bei allen Menschen die gleichen sind. Jeder will was zu essen, was anzuziehen, eine Behausung, soziale Kontakte nach Wahl, eine ansprechende Aufgabe im Leben... Individualität ergibt sich aus den kleinen Unterschieden, ob jemand lieber Hausmannskost oder chinesisch ißt, ob er Rock oder Hose trägt, welche Musik, welcher Sport, welche Hobbys ihm liegen, welchen Familienstand er wählt (die Familie, aus der man kommt, kann man sich ja nicht aussuchen - wohl aber, wie man als Erwachsener damit umgeht), wo man wohnen und leben will, was man arbeiten will... längst nicht jeder individuelle Wunsch geht in Erfüllung, weil irgendwelche Umstände dagegen oder man sich selbst im Weg steht, aber das Leben ist bekanntlich kein Ponyhof. Und manche finden eben Erfüllung darin, mit der Herde mitzulaufen, während andere eher die Einzelgänger sind, die bewußt oder aus Notwendigkeit ihr eigenes Ding drehen. Einfacher ist das Leben als Mitläufer, der sich notfalls hinter anderen ducken kann, aber ggf. auch mit dem Rest der Herde in einen Abgrund springt. Der einsame Wolf muß für sich selber kämpfen, muß dafür aber auch nicht jeden Schwachsinn anderer mitmachen. Jedem nach seinem Geschmack.
 
Eine andere Ersatzlösung ist die Flucht in die Einsamkeit.

"Das panische Entsetzen vor einer völligen Isolation ist nur dadurch zu überwinden, in dem man sich so völlig von der Außenwelt zurückzieht, dass das Gefühl des Abgetrenntseins verschwindet, und zwar weil die Außenwelt verschwunden ist." Ebenfalls nach Erich Fromm, die Kunst des Liebens;
Sorry, das ist so widersinnig, daß es eine psychische Krankheit beschreibt. Nur jemand mit sehr starken Wahrnehmungsstörungen kann annehmen, daß die Außenwelt verschwinden würde, weil er sich wie ein kleines Kind die Augen zuhält bzw. total zurückzieht.
Wer sich total zurückzieht, hat vielmehr panische Angst vor der "feindseligen" Außenwelt, nicht vor der Isolation.
Wer Angst vor Isolation hat, klammert sich krampfhaft an andere Menschen, oft gegen deren Willen, oder macht sich für andere zum Affen und läßt sich in jeder Hinsicht mißbrauchen, nur aus Angst vor dem Alleinsein.
Einschlägige Beispiele gibt´s hier im Forum ("Ich", "Gewalt" etc.) genug.
 
Sorry, das ist so widersinnig, daß es eine psychische Krankheit beschreibt. Nur jemand mit sehr starken Wahrnehmungsstörungen kann annehmen, daß die Außenwelt verschwinden würde, weil er sich wie ein kleines Kind die Augen zuhält bzw. total zurückzieht.

Einerseits ist dieses Verhalten Ausdruck einer psychischen Krankheit oder zumindest Merkmal des Anfangsstadiums einer psychischen Krankheit, andererseits ist das ein Prozess, der im Unterbewusstsein abläuft.


Wer sich total zurückzieht, hat vielmehr panische Angst vor der "feindseligen" Außenwelt, nicht vor der Isolation.
Wer Angst vor Isolation hat, klammert sich krampfhaft an andere Menschen, oft gegen deren Willen, oder macht sich für andere zum Affen und läßt sich in jeder Hinsicht mißbrauchen, nur aus Angst vor dem Alleinsein.
Einschlägige Beispiele gibt´s hier im Forum ("Ich", "Gewalt" etc.) genug.

Nach meinem Verständnis vermischst Du hier verschiedene Lösungsmodelle, der Angst zu entrinnen.
 
Einerseits ist dieses Verhalten Ausdruck einer psychischen Krankheit oder zumindest Merkmal des Anfangsstadiums einer psychischen Krankheit, andererseits ist das ein Prozess, der im Unterbewusstsein abläuft.
Ein erwachsener, normal denkender Mensch ist nicht der Sklave seines Unterbewußtseins. Er muß doch selber merken, wenn er sich unnatürlich zurückzieht - oder seine Umgebung merkt es, wenn er es aufgrund beginnender Krankheit nicht mehr kann.



Nach meinem Verständnis vermischst Du hier verschiedene Lösungsmodelle, der Angst zu entrinnen.
Ganz im Gegenteil, ich entwirre sie. Oder welche Lösung würdest Du welchem Grundproblem zuordnen? Daß man der Isolation nicht durch bewußtes Isolieren entrinnen kann, sollte eigentlich logisch sein, oder? Das ist, als wolle man einen unfallbedingten Beinbruch verhindern, indem man sich bewußt das Bein bricht - widersinnig und erfüllt keinerlei Nutzen. Denn zur zwangsweisen Isolation ist kein freier Mensch verpflichtet oder verdammt.
 
Ein erwachsener, normal denkender Mensch ist nicht der Sklave seines Unterbewußtseins. Er muß doch selber merken, wenn er sich unnatürlich zurückzieht - oder seine Umgebung merkt es, wenn er es aufgrund beginnender Krankheit nicht mehr kann.

Da muss ich Dich enttäuschen. Das Unterbewusstsein ist sehr dominierend und dies ist uns in seinen Auswirkungen eben nicht bewusst - sonst hiesse es nicht Unterbewusstsein. Es gehört sehr viel Selbtreflexion und oftmals auch Hilfe Dritter dazu, zu entdecken, was in unserem Unterbewusstsein passiert.

Gerne gestehe ich Dir zu, dass Du ein normal denkender Mensch bist. Beobachte Dich mal selbst, wie leicht es Dir fällt Hintergründe des eigenen Denkens und Fühlens zu erkennen. Kleiner Tipp: bei eigenen monokausalen Antworten wäre ich vorsichtig. Und noch vorsichtiger wäre ich, wenn Gründe (Schuld) für eigenes Verhalten sowie für Einstellungen zu Menschen und zu Dir im Schwerpunkt bei anderen Menschen gesehen werden.


Ganz im Gegenteil, ich entwirre sie. Oder welche Lösung würdest Du welchem Grundproblem zuordnen? Daß man der Isolation nicht durch bewußtes Isolieren entrinnen kann, sollte eigentlich logisch sein, oder? Das ist, als wolle man einen unfallbedingten Beinbruch verhindern, indem man sich bewußt das Bein bricht - widersinnig und erfüllt keinerlei Nutzen.

So widersinnig es klingen mag, doch, da ist ein möglicher Nutzen erkennbar: Der Mensch entrinnt seiner Angst vor dem Beinbruch. Die Angst vor dem Beinbruch wird von diesem Menschen als größer empfunden als der Beinbruch selbst.


Denn zur zwangsweisen Isolation ist kein freier Mensch verpflichtet oder verdammt.

Du scheinst davon auszugehen, dass der Mensch grundsätzlich logisch handelt. Ich nicht. Der Mensch ist vorwiegend geprägt durch seine Ängste, die er als Kind eben nicht logisch und nicht immer positiv verarbeitete. Wir sollten berücksichtigen, dass die im Kindesalter gefundenen Lösungen oft nicht zukunftsfähig sind und auf emotionaler Auswertung der Situation angewiesen sind, denn der Verstand ist noch nicht voll ausgereift.

Wenn ich mich nicht irre, bist Du in einer scheinfrommen Umgebung aufgewachsen. Da ist von mir als Aussenstehender zu vermuten, dass sich Angst breit machte, die sich im Unterbewusstsein bis heute erhalten hat. Du hast Dir vermutlich ein Verdrängungskonzept erarbeitet... Aber Dein Lösungs- oder Verdrängungskonzept ist nicht gleich auch das anderer Menschen. Und natürlich bedeutet "ein Konzept zu haben" nicht auch damit die gewünschte Lösung zu erreichen. Ich würde Dir auch nicht raten, Dich Deinen Grundängsten alleine zu stellen. Dass sie im Unterbewussten unbewusst in einer Schublade liegen, hat oft seinen Grund in einer wichtigen Selbstschutzfunktion.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben