Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Eigene Schuld - fremde Schuld

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ich denke, dass nur Menschen, die sich ein Stück weit etwas Gutes im Herzen bewahrt haben, können scheitern und nicht authentisch leben und Schuldgefühle entwickeln

Verstehe einfach die "Logik" nicht.

Klingt für mich so, als würde jemand, der sich nichts Gutes im Herzen bewahrt hat, nicht scheitern, authentisch leben und keine Schuldgefühle entwickeln können..
 
Zuletzt bearbeitet:
Bleiben wir doch mal kurz bei diesem Satz:

Die meisten Menschen bedauern auch nicht wirklich Schuld, sondern eher, dass sie nicht glücklich sind.

Wenn dies bei einem Menschen zutrifft, so denke ich: Dieser Mensch hat das Potenzial zum Guten. Er lebt es aber nicht aus. Er hat wenigstens eines seiner Ideale (z.B. Ehrlichkeit, Dankbarkeit, Respekt..) mißachtet, wenn nicht gar verraten. Ich behaupte: Denkt dieser Mensch genügend nach, erkennt er, dass sein Unglück nicht hauptsächlich mit äusseren Umständen zu tun hat, sondern mit seiner Mißachtung seiner Ideale.

Nun eine Antwort von einem von dir beschriebenen Menschen: Du hast Recht.
Bevor die Frage kommt "warum nutzt du dein Potenzial nicht?": Die Umstände müssen sich ändern.

Aber bleiben wir mal bei "Schuld" und "Gefühle". Du bist Ein Religiöser Mensch. Ich nicht. Nächstenliebe ist dir und mir ein Begriff. Du triffst zwei Menschen. Du lernst beide Kennen. Sie sind erst bekannte, einer wird zum Freund. Freundschaft ist auch Liebe. Der Mensch den du zum Freund machst berührt dich in gewisserweise (sonst würdest du ihn nicht zum Freund machen). Der andere wäre gerne dein Freund und möchte an deiner Liebe teilhaben. Es hat gründe warum dieser Mensch nicht dein Freund geworden ist. Du bist glücklich mit dem anderen, deinem Freund. Der andere kommt etwas zu kurz und ist unglücklich, verletzt, durch dein handeln. Du merkst es aber nicht, du bist glücklich und dir keiner Schuld bewusst. Deswegen schrieb ich das diese ansichten sowohl richtig als auch falsch sind, je nach situation. Ob du durch dritte dann einsicht zeigst in dieser "Schuld", ich schätze ja. Ohne dritte würde es dir so nicht auffallen bzw schwer. Weil wie schon erwähnt wurde: Gefühle ändern die wahrnehmung.
 
Ja sicher. Warum fragst Du?

Mit dem Ideal Ehrlichkeit und anderen Idealen (Respekt...Dankbarkeit...Fürsorge...Liebe....) ist es wie mit einem Hürdenläufer. Nur er kann scheitern und sein Ziel nicht erreichen. Jemand, der erst gar nicht losläuft, kann nicht mehr versagen. Er hat schon versagt. Er ist schon - bezogen auf dieses Ziel - gescheitert.

Du meinst also, dass manche eine Chance haben und andere nicht? Determinismus? Chancengleichheit?

~~~

Es gibt ja auch diese Geschichte:

Alle laufen. Plötzlich bleibt einer stehen und fragt: "Wo laufen wir eigentlich hin?"
 
Ich denke nicht, dass Gefühllosigkeit die Voraussetzung für Gleichgültigkeit ist.
Wenn Gleichgültigkeit durch Krankheit bzw. durch Medikamente ausgeschlossen werden kann, dann ist Gleichgültigkeit das Verhalten, unabhängig von den Ereignissen immer gleich zu handeln bzw. verschiedene Ereignisse mit dem gleichen Wert Null zu versehen.

Oh, glaube mir, dass du ohne Gefühle sehr gleichgültig sein wirst. Und ohne Gefühle erübrigt sich auch die Frage nach etwaigen gleichgültigen oder nicht gleichgültigen Handlungen.

Nimm folgendes Beispiel: Ein Kollege kommt und fragt Dich "wie geht's Dir?" Du antwortest 10 mal "ja, alles ok" und das elfte Mal antwortest Du "mir geht es mies". Wenn in allen 11 Fällen der Kollege gleich reagiert ("ja, dann ist ja alles prima") dann ist er vermutlich gleichgültig (oder hört nicht zu was Du sagst). Hört er nicht zu, was Du sagst, dann ist auch das i.d.R. ein Zeichen von Gleichgültigkeit. Egal was Du sagst, es hat den Wert Null.

In meiner Welt kommt so eine Situation gar nicht vor. Klingt mir nach zu viel Langeweile und Breischleicherei, nicht meins. Meine Standardantwort auf die "Wie geht's dir?"-Frage ist: "Geht so." Habe aber schon festgestellt, dass manche Menschen mit der Antwort irgendwie nicht zufrieden sind. Aber hey, was soll ich sagen? Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. 😀


Für mich ist Bedauern eine Handlung, die sowohl auf Mitgefühl als auch auf Entscheidung beruht.

Joa, kann man so sehen.

Das ist völlig richtig - sofern der Verstand ausgeschaltet bleibt.
Gefühle entstehen i.d.R. bevor der Verstand als Weiterverarbeitungsmaschine hinzukommt. Der Mensch entscheidet, ob er die Gefühle als ausreichende Entscheidungsgrundlage anerkennt oder ob er sich mittels seines Verstandes ein angemessenes Verhalten überlegt und sich dafür entscheidet. Dieses vom Verstand konzipierte angemessene Verhalten kann mit den Gefühlen übereinstimmen, jedoch diesen auch widersprechen.

Das Problem ist, dass Gefühle manchmal stärker sind als alles andere, was dir zur Verfügung steht, und das hin und wieder auch zurecht.

Das ist meiner Meinung nach so nicht ganz richtig. Die Gefühle werden uns erst durch unseren Verstand bewusst.

Nicht wirklich. Um zu fühlen musst du einfach nur fühlen. Was dein Verstand kann, ist, sich faktisch dessen bewusst zu werden, was die Auslöser und die Folgen des Gefühls sind.

Gefühle haben nach meiner Meinung mit Gerechtigkeit nichts zu tun. Gefühle sind eine Produktion des Körpers. Die Produktion z.B. Gefühl der Angst oder des Verliebtseins entsteht auf Grund eines Reizes. Gefühle sagen etwas über die Situation aus. Wenn Gefühle reden könnten, dann würden sie sowas sagen wie z.B.: "Ich habe Angst und habe daher den Körper in Alarmzustand versetzt, was bedeutet, dass die Schweissproduktion angelaufen ist und das Adrenalinproduktion auf Hochtouren läuft. Ich fühle mich nicht wohl."

Okay, wenn Gefühle nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben, was hat dann etwas mit Gerechtigkeit zu tun?
 
Aber bleiben wir mal bei "Schuld" und "Gefühle". Du bist Ein Religiöser Mensch. Ich nicht. Nächstenliebe ist dir und mir ein Begriff. Du triffst zwei Menschen. Du lernst beide Kennen. Sie sind erst bekannte, einer wird zum Freund. Freundschaft ist auch Liebe. Der Mensch den du zum Freund machst berührt dich in gewisserweise (sonst würdest du ihn nicht zum Freund machen). Der andere wäre gerne dein Freund und möchte an deiner Liebe teilhaben. Es hat gründe warum dieser Mensch nicht dein Freund geworden ist. Du bist glücklich mit dem anderen, deinem Freund. Der andere kommt etwas zu kurz und ist unglücklich, verletzt, durch dein handeln. Du merkst es aber nicht, du bist glücklich und dir keiner Schuld bewusst. Deswegen schrieb ich das diese ansichten sowohl richtig als auch falsch sind, je nach situation. Ob du durch dritte dann einsicht zeigst in dieser "Schuld", ich schätze ja. Ohne dritte würde es dir so nicht auffallen bzw schwer. Weil wie schon erwähnt wurde: Gefühle ändern die wahrnehmung.

Ich denke, es wird immer wieder vorkommen, dass wir Menschen ungleich behandeln. Das sehe ich nicht als Problem. Für mich ist Gleichwürdigkeit wichtig.

In Deinem Beispiel erkenne ich einen Menschen, der weniger Zuwendung erhält als ein anderer und deshalb durch "mein" Handeln verletzt ist. Ich denke, dass der Ausdruck "verletzt" hier möglicherweise nicht wirklich zutrifft. Eher denke ich, dass es sich hier um eine Ent-Täuschung handelt. Der Andere, zu dem die freundschaftliche Bande dünner ist, hat innerlich eine Erwartungshaltung, die eben nicht erfüllt wurde.

Jedoch sehe ich schon, dass die beiden "neuen" Freunde falsch gehandelt haben können. Ich denke, dass der Dritte, mit dem mich weniger Gemeinsamkeiten verbinden, trotzdem gleichwürdig und auch liebevoll behandelt werden sollte. Jedenfalls ist das meine Einstellung. Hier stelle ich schon die Frage nach der Nächstenliebe. Den Dritten "links" liegen lassen, weil z.B. weniger Gemeinsamkeiten vorhanden sind, betrachte ich als Lieblosigkeit.

Man muß das den Kindern beibringen, damit sie es als Erwachsene kennen und können: Auch mit den Kindern spielen, die eben anders sind, weniger begabt, jünger, schwächer...Rücksichtnahme üben....
 
Du meinst also, dass manche eine Chance haben und andere nicht? Determinismus? Chancengleichheit?

Nein, das meine ich nicht.

Ich denke, es gibt Menschen, die eben nur eine Priorität im Leben haben, weil sie sich dafür entschieden haben und konsequent dabei bleiben. Und wenn diese Priorität z.B. auf "ich will gut leben" liegt, dann haben sich diese Menschen gegen andere Werte und Ziele entschieden. Da sehe ich keinen Ansatz für Determinismus.
 
Oh, glaube mir, dass du ohne Gefühle sehr gleichgültig sein wirst. Und ohne Gefühle erübrigt sich auch die Frage nach etwaigen gleichgültigen oder nicht gleichgültigen Handlungen.

Meinst Du wirklich, dass Gefühle die zwingend erforderliche Voraussetzungen dafür sind, dass der Mensch eben nicht gleichgültig handelt? Was macht Dich da so sicher?

Ich war noch nie gefühllos. Trotzdem denke ich, kann der Mensch sogar liebevoll oder gerecht handeln, wenn er nichts fühlt. Vermutlich wird sich das gefühlvolle Handeln vom gefühllosen Handeln dadurch unterscheiden, dass der gefühllose Mensch die Gefühle des anderen nicht mehr oder deutlich schwächer wahrnimmt und insofern nicht mehr so gut auf die Gefühle anderer reagieren kann.

Okay, wenn Gefühle nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben, was hat dann etwas mit Gerechtigkeit zu tun?

Gerechtigkeit hat etwas mit Angemessenheit zu tun. Darin liegt das Wort Maß. Messen. Maßstab.
 
Verstehe. Klingt aber so, als würde es für manche Menschen keine Hoffnung mehr geben. Wie würdest du den Prozentsatz einschätzen?

Ja, es sieht so aus, als ob es für sehr viele Menschen keine Hoffnung mehr gibt. Aber ich will keinen Prozentsatz angeben, denn ich arbeite lieber für das Bestehen der Hoffnung und nicht für Hoffnungslosigkeit.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben