Du hast Deine eigene Auslegung Deines Glaubens erklärt, die als Dein Privatglaube unverbindlich und nicht allgemeingültig für andere Gläubige der christlichen Richtung und/oder deren Religionsgemeinschaften ist, geschweige denn für Andersgläubige oder Atheisten.
Soweit stimme ich zu. Ich bin davon überzeugt, dass Glaube, so wie ich ihn verstehe, immer etwas ganz Individuelles ist.
Du richtest die Regeln nach dem Zusammenleben der Menschen auf einen Gott aus, der (laut Altem Testament) jahrtausendelang angeblich keine Hemmungen hatte, auch unschuldige Menschen und Tiere umzubringen (Sintflutgeschichte) oder sein "auserwähltes Volk" andere Völker niedermetzeln und versklaven zu lassen, der kleingeistig, rachsüchtig, egoistisch, eifersüchtig und vieles andere an negativen Eigenschaften mehr war.
Wenn Du hier das Adjektiv "unschuldig" benutzt, müsstest Du konsequenter Weise auch die biblische Definition von Schuld verwenden. Unschuldig, im biblischen Sinne, sind Menschen nicht. Um historische Faktengenauigkeit hast Du Dich leider nicht bemüht, statt dessen lediglich Gott einen pauschalen Vorwurf gemacht. Von mir aus müssen wir das Thema "hat Gott wirklich Unschuldige umgebracht oder umbringen lassen?" nicht vertiefen. Bin aber jederzeit bereit, das zu diskutieren.
Die scheinbare Kehrtwendung ab Neues Testament hin zu dem allgemein "liebenden" Gott Deines Glaubens
Von einer Kehrtwendung ist mir nichts bekannt. AT und NT gehen in Sachen "Liebe Gottes zu den Menschen" nahtlos in einander über.
ist ein Widerspruch in sich angesichts der angeblichen Allwissenheit dieses Gottes, denn - warum dann nicht gleich von Anfang an so? Sündenfall und alles andere wäre doch von vornherein vermeidbar gewesen, wenn man dieser Mythologie folgt. Wer angeblich von vornherein allwissend ist, für den ist ein späterer plötzlicher Gesinnungswandel vollkommen unlogisch... also, in der ganzen religiösen Mythologie ist aus Sicht der Logik massiv der Wurm drin.
Und da es keinen Gesinnungswandel Gottes gibt, weil er immer schon Menschen liebte, kann ich auch keine Unlogik erkennen.
Und so ein Wurm macht das dargestellte Gottesbild nicht gerade glaubwürdig, ebensowenig was sich Menschen im Lauf der Jahrtausende im Namen dieses Gottes alles an Übeltaten geleistet haben. Du kannst gern an Dein Gottesbild glauben, das mit dem Original - siehe oben - nicht mehr gemein hat als vielleicht den Namen. Aber wenn Du alles streichst, was mit Deinem Glauben nicht vereinbar ist, all das alttestamentarische - was bleibt dann noch übrig? Nur noch eine Leerstelle, die mit viel Phantasie und nach eigenem Geschmack aufgefüllt wird, ein Friede-Freude-Eierkuchen-Rosarote-Wolke-"Beziehungs"-Gott a la Hippie Jesus, der keine Spur weniger unglaubwürdig ist wie der rachsüchtige Kleinkind-Monster-Gott des Alten Testaments. So oder so, da ist nichts, wovon Du mich überzeugen könntest. Ich halte mich lieber fürs Zusammenleben mit den Mitmenschen an die allgemeinen Regeln von Menschlichkeit, Humanismus, Ethik und gesellschaftlichen Kontext, die allgemeingültig formuliert sind (also nicht nur für "auserwählte" Völker oder Persönlichkeiten sprich besondere Lieblinge eines Gottes gelten) und niemandes Ansichten als unverrückbares Gesetz über die Ansichten aller anderen stellen. Übrigens, jemanden mit der Strafe Gottes Angst machen zu wollen (Dein Zitat: "Würde Gott das Böse bei der Wurzel packen, dann würde das wohl kaum ein Mensch überleben") ist alttestamentarisch. Also genau das, was Du angeblich abgelegt hast, oder? Und wieder eine unlogische Aussage, denn wenn ein Gott kein Böses im Menschen hätte haben wollen, hätte er sie nicht von vornherein mit diesem Bösem geschaffen, oder? Die Schlange hat das Böse ja nicht mitgebracht, sondern nur per Apfel für die Unterscheidungsfähigkeit gesorgt. -- Nö, mit Logik hatten es die Erfinder der Geschichten des Alten Testaments definitiv nicht. Unlogische Geschichten, unlogischer Gott. Und somit für mich insgesamt unglaubwürdig. --