Für mich ist die Einsamkeit im Moment ein Problem, es sind die Umstände, die mir gerade sehr wenig Möglichkeit lassen, das zu ändern. Unter "normalen" Umständen bin ich ein Mensch, der sehr gut alleine sein kann und der sogar ab und zu das "Alleinsein" sucht und braucht. Ich bin eher extrovertiert und kann auch auf andere Menschen zugehen. Früher, als ich noch am gesellschaftlichen Leben teilgenommen habe, bin ich auch oft einfach so von anderen angesprochen worden oder bin relativ schnell mit anderen ins Gespräch gekommen.
Grundsätzlich besteht für mich ein Unterschied zwischen "allein" und "einsam".
Allein zu sein ist für mich überhaupt kein Problem, kenne auch nicht so etwas wie Langeweile oder Angst, einfach für mich zu sein. Aber gezwungenermaßen einsam zu sein, weil die Umstände (Probleme, Sorgen, kaum Geld etc.) es kaum zulassen, das zu ändern, empfinde ich mehr und mehr als belastend und ich bin davon überzeugt, dass so etwas auf Dauer einen Menschen (auch mich) krank machen kann. Glaube ich doch, dass irgendwie jeder Mensch mindestens einen Freund in seinem Leben braucht, um glücklich oder zufrieden zu sein.
Ich sehe auch, dass immer mehr Menschen sich einsam fühlen und kaum noch Freunde haben und trotzdem ist es sehr schwer neue Freundschaften aufzubauen, weil man entweder zu weit voneinander weg wohnt oder doch zu feige ist, sich einfach mal auf einen Kaffee zu treffen, um zu sehen, ob man sich versteht. Dabei könnte es so einfach sein.
Oft denke ich, warum lade ich nicht einfach all diese einsamen Leute spontan zu mir ein (Platz ist ja noch vorhanden) und jeder bringt ´ne Kleinigkeit (Essen/Getränke) mit und man lernt sich kennen und im besten Fall ergeben sich daraus ein paar nette Verbindungen und wenn nicht, dann nicht, was hätte man schon zu verlieren?
Da ich aber leider in einem Kaff wohne, fällt das alleine schon wegen der vielen Kilometer weg.