Dieser Thread entwickelt sich prächtig - nun sind wir bei der Scheidungsrate.
Nur, weil meine Ehe vielleicht irgendwann nicht mehr hält (und dann in die Scheidungsrate eingeht...), soll ich keine Ehe oder Familiengründung in Betracht ziehen, weil das dümmlich wäre?
Nö. Man kann immer nur für ein jetzt eintscheiden. Jetzt bin ich mit ihm/ihr glücklich. Jetzt möchte ich mit ihm/ihr ein Kind. Oder: Bis ich 30 bin, will ich die Familienplanung abgeschlossen haben 🙂.
Es ist Quatsch, dass Ehescheidung gleich Unglück für Kinder ist. Der "Rosenkrieg", Streit um Unterhaltszahlung oder Besuchsrecht haben mit der Ehe oder dem Umstand, dass Kinder da sind, nichts zu tun, sondern mit der Art uns Weise, wie eine Trennung vollzogen wird und auch ein bisschen damit, welche Erwartungen man in und nach der Beziehung/Ehe aneinander stellt.
Würde man nach einer Trennung die innere Größe aufweisen und einander dankbar sein für das, was man miteinander erlebt hat und sich im Guten trennen können, anstatt auf den anderen einzuhacken, weil der es wagt, einen nicht mehr zu lieben, untreu gewesen zu sein und einfach nicht mehr zu wollen, dann sind schnell die Kinder involviert und es wird auf deren Rücken ausgetragen.
Und würde das Gesetz nicht einem Partner das Sorge- und dem anderen das Besuchsrecht aufdrücken, sondern verlangen, dass dieses im Rahmen der beruflichen Möglichkeiten gerechter geteilt wird, muss der, der bei den Kindern bleibt, sich auch nicht über Überforderung ärgern und der, der gegangen ist, sich nicht ärgern, dass er die Kinder so selten sieht. Und wenn ein kind nicht immer bis zum Wochenende warten muss, bis Papa (oder Mama) mal Zeit hat und da ist, und wenn sich die Eltern trotzdem noch gegenseitig in der Erziehung unterstützen und nicht mit Vorwürfen überschütten, muss Trennung für die Kinder kein Weltuntergang sein.
Denn das ist tatsächlich so: den Ehepartner kann ich wechseln, die Kinder bleiben mir ein Leben lang und verbinden mich mit dem anderen Elternteil. Erst, wenn Wut, Aggression, und übermäßiges Verletztfühlen dazukommen, wird es schwierig.
Von daher ist es ganz richtig, was der TE macht: Er weiß, was er (noch) nicht will und steht dazu. Wenn er sich breitschlagen lässt und hinterher der Frau Vorwürfe macht á la: DU hast das doch gewollt, ICH wollte keine Kinder, jetzt kümmer Du Dich auch um den ganzen Kram, würde er die Chancen auf eine hässliche Trennung definitiv stark erhöhen.