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Warum ist der "Gutmensch" etwas Negatives?

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Aber es ist ja leider so, dass dies in den meisten Fällen so nicht gemeint ist.
Es ist eigentlich gemeint: Du bist dumm, naiv und träumerisch und der realität-ent-rückt.
Ent-rückt: neben der Spur !

Richtig.

Wobei der der dies meint so arrogant ist sich so zu wähnen,
dass er Alles wüsste, und die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Das ist für mich
die eigentliche Dummheit und grenzenlose Arroganz, die dort dahinter steckt.

Wie magst du dies ohne Bezug beurteilen? Von welchem Zusammenhang sprichst du hier eigentlich wenn du annimmst, dass derjenige der einen anderen in dieser Art betitelt, Arrogant sei?
Ich habe deine seltsame Diskussionshaltung bis jetzt noch nicht verstanden. Kläre mich doch bitte mal auf.

Warf man dir das mal an den Kopf und bist seither traumatisiert oder um was genau geht es dir hier?

Das ist ihre Realität !!! Und von daher eigentlich garnicht böse gemeint.
Sie sind nur starr in ihren Vorstellungen über die Realität.

Vielleicht ist die Bezeichnung "Gutmensch" ja auch nicht böse gemeint, sondern einfach treffend!? Wer kann das hier und jetzt schon beurteilen ohne Beispielfall? 🙂
 
Der Duden, der den Begriff 2000 aufnahm, definiert Gutmensch als „[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt.“

Das sagt alles finde ich.

Genau. Deshalb wird 'Gutmensch' als Schimpfwort betrachtet, weil es ja eigentlich nichts anderes ist als ein Schimpfwort.
 
Hallo allerseits,
ich lese nach wie vor mit und möchte mich nochmal für die Antworten und eure Diskussion bedanken! Manche Beiträge finde ich sehr faszinierend und stimme mit ihnen völlig überein, und die anderen lehne ich auch nicht zwangsläufig ab, weil sie mir auf jeden Fall das Verständnis erweitert haben (was ja mein Wunsch mit der Eingangsfrage war).

Okay, also folgendes: Ich lese mehrmals, dass "Gutmenschen" sich gerne für das Maß aller Dinge halten und sich somit über die anderen (nicht konform gehenden) Menschen stellen. Dies wird natürlich von Letzteren kritisiert und für nervtötend befunden. Frage: Warum fühlen jene sich denn "über" den Gutmenschen, indem sie sie bspw. herabwürdigend mit dem Begriff betiteln, für naiv, teilweise heuchlerisch und mit einer falschen Moral ausgestattet halten? Passt das zusammen? Wer stellt sich hier über wen, und wer möchte das Maß festlegen?

Meiner Meinung nach hält der durchschnittliche (also nicht übertriebene, vielleicht wirklich naive) Gutmensch den Anderen einen Spiegel vor, was diese nicht ertragen können. Daher werden die sog. Gutmenschen diffamiert (und nicht nur anders herum).

Außerdem sind die "Gutmenschen" offensichtlich in der Minderheit, und hätten sie ein "Rückgrat wie ein Gartenschlauch" würden sie gleich gar nicht existieren, oder? Ich finde, sie stellen sich durchaus gegen die allgemeine, erwünschte (!!) Haltung.

Was könnte ein (vermeintlicher) Gutmensch tun, um sich anzupassen? Was müsste er (an sich und seiner Einstellung) ändern? Diese Frage interessiert mich im Moment am meisten (und beinhaltet keine Ironie!). Härter werden? Mehr Anti-Haltung einnehmen? Also ich bin mir sicher, dass "Gutmenschen" es nicht gerade leicht haben. Ich habe keinen Plan, wozu ich selbst eigentlich zähle, aber müsste ich mich jetzt einstufen, dann stünde ich wohl NICHT auf der Seite ihrer "Gegner". Und das fühlt sich unglaublich anstrengend an, daher auch die Frage.

Braucht die Welt Gutmenschen, oder sind diese vollkommen überflüssig?


Viele Grüße

Der Gutmensch ist nicht in der Lage den "Spiegel" zu halten. Er spiegelt nicht, er reflektiert nicht. Er absorbiert, sonst wäre er nicht der Gutmensch. Er wäre mit Spiegel der gerechte Mensch.

Sie verstehen nicht, das es den Gutmenschen gar nicht gibt. Er kann sich daher auch nicht ändern.

Der "Gutmensch" ist ein Konzept, das als Pendant zum "Schlechtmensch" existiert. Konzepte sind Modelle, um deutlich zu machen, das es ein Mittelmaß überhaupt geben kann und was das sein könnte.

Sie abstrahieren nicht
Sie denken, es gebe diese Extreme wirklich.

Das kann aber gar nicht sein, wer kann GUT sein, ohne auch BÖSE zu sein? Wer könnte als GUTER das Eine vom Anderen unterscheiden? Woher wissen SIE, was KALT ist? Weil Sie wissen was (für Sie persönlich) WARM ist. Diese Balance ermöglicht es doch überhaupt gerecht zu sein. Beide Seitren kann nur der Gerechte Kennen (auch ein Konzeptmensch, nämlich einer der dem Mittelmaß der GUTEN und BÖSEN entspricht).
Der Gerechte kann dann den Spiegel nehmen und Ihn anderen vorhalten. Die sehen dann sich selbst darin, so wie sie sind. Woher soll aber der GUTE das Wissen um die Wirklichkeit her haben? Auch dem Guten heraus wohl kaum, es doch keine Balance der Ansichten da. Daher hat er auch keine Spiegel. Deshalb gibt es ihn nicht.

LG
R
 
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SP,

warum lehnen Menschen zeit- und kulturunabhängig das Töten und Stehlen ab? Die Vernunft ist zeit- und kulturunabhängig. Sie ist unabhängig von den eigenen Trieben und sogar erfahrungsunabhängig.

Das schlechte Gewissen ist auch keine "Auslegungssache". Das schlechte Gewissen verurteilt einen ohne Wenn und Aber.

Die Vernunft geht auf Objektivität und läßt in Hinsicht auf die eigene Person keine Ausnahmen zu.

Jeder weiß ganz schnell, was gut oder schlecht ist. Auslegungen können dagegen oft ganz kompliziert sein.

Ich bezweifel, dass es auch nur irgendeinen Menschen auf der Welt gibt, der etwas objektiv sehen kann. Vernunft und auch Moral sind ohne einen Menschen, der sie nutzt nicht vorhanden und wie will ein Mensch objektiv (das würde heißen ohne Filterung durch seine bewussten und unbewussten Erfahrungen und Prägungen) etwas beurteilen?
Moral sehe ich noch als viel unobjektiver an als Vernunft. Um bei deinem Beispiel zu bleiben. Ja, ich sehe Diebstahl als etwas negatives und lebe danach, aber wenn ich dann in ein Land schaue, in dem Menschen verhungern und einigen wenigen das ganze ganze Land gehört, soll ich dann etwa Menschen, die Nahrung stehlen auch noch verurteilen dafür, dass sie "stehlen", müssen sie ein schlechtes Gewissen haben und ist es überhaupt Diebstahl? Aus der Sicht der Reichen ja, aus der Sicht der Verhungernden umgekehrt.
Wir leben hier auch danach, dass man ehrlich sein sollte und nicht lügen, was ist mit Menschen in Diktaturen, die andere verstecken um sie vor dem Tod zu bewahren? Lügen retten in dem Fall Leben.
Eine "objektive" Moral kann unter bestimmten Umständen viel grausamer sein als gar keine.
Bestimmte Verhaltensweisen, wie das "Nichttöten" sehe ich nicht als Moral. Das ist kein Produkt unserer Gesellschaft, sonden eine "Tötungshemmung" ist jedem gesunden Menschen angeboren. In bestimmten Fällen ist es sogar die Moral, die diese in dem Menschen tief verwurzelten Hemmungen versucht zu beseitigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bezweifel, dass es auch nur irgendeinen Menschen auf der Welt gibt, der etwas objektiv sehen kann. Vernunft und auch Moral sind ohne einen Menschen, der sie nutzt nicht vorhanden und wie will ein Mensch objektiv (das würde heißen ohne Filterung durch seine bewussten und unbewussten Erfahrungen und Prägungen) etwas beurteilen?
Moral sehe ich noch als viel unobjektiver an als Vernunft. Um bei deinem Beispiel zu bleiben. Ja, ich sehe Diebstahl als etwas negatives und lebe danach, aber wenn ich dann in ein Land schaue, in dem Menschen verhungern und einigen wenigen das ganze ganze Land gehört, soll ich dann etwa Menschen, die Nahrung stehlen auch noch verurteilen dafür, dass sie "stehlen", müssen sie ein schlechtes Gewissen haben und ist es überhaupt Diebstahl? Aus der Sicht der Reichen ja, aus der Sicht der Verhungernden umgekehrt.
Wir leben hier auch danach, dass man ehrlich sein sollte und nicht lügen, was ist mit Menschen in Diktaturen, die andere verstecken um sie vor dem Tod zu bewahren? Lügen retten in dem Fall Leben.
Eine "objektive" Moral kann unter bestimmten Umständen viel grausamer sein als gar keine.
Bestimme Verhaltensweisen, wie das "Nichttöten" sehe ich nicht als Moral. Das ist kein Produkt unserer Gesellschaft, sonden eine "Tötungshemmung" ist jedem gesunden Menschen angeboren. In bestimmten Fällen ist es sogar die Moral, die diese in dem Menschen tief verwurzelten Hemmungen versucht zu beseitigen.

Hallo Socrata!

Ich glaube auch nicht, dass es einen vollkommenen Menschen gibt, der immer 100 %ig nach der Vernunft lebt. Aber deshalb sollte man sich doch dennoch an diesem Ideal ausrichten. Es kommt mehr auf den Versuch als auch das Ergebnis an!

Ohne Vernunft und Moral sind wir nicht viel anders als intelligente Tiere. Amoralische Hedonisten haben wir schon genug.
 
Kasiopaja,

finden Sie es vernünftig, wenn man Menschen aufgrund eines Diebstahls die Hände abhackt?

Die "Abhacker" selbst argumentieren übrigens nicht mit der Vernunft. Sie beziehen sich in der Regel auf ein geoffenbartes Gesetz (= fremdbestimmte Heteronomie statt vernunftbasierter Autonomie).

Es geht gar nicht darum, ob ich es vernünftig finde oder nicht.

Ich finde es nicht vernünftig, weil ich andere moralische Vorstellungen habe, als diejenigen, die das tun.

Ich finde auch keine Menschenopfer oder Hinrichtungen gut, aber andere mit anderer moralischer Ausrichtung eben schon.

Aber eben darin zeigt sich , dass Moral eben von der Zeit, dem Ort und der jeweiligen Kultiur abhängig ist.

Moral

Ethik

Vernunft
 
Hallo Socrata!

Ich glaube auch nicht, dass es einen vollkommenen Menschen gibt, der immer 100 %ig nach der Vernunft lebt. Aber deshalb sollte man sich doch dennoch an diesem Ideal ausrichten. Es kommt mehr auf den Versuch als auch das Ergebnis an!

Ohne Vernunft und Moral sind wir nicht viel anders als intelligente Tiere. Amoralische Hedonisten haben wir schon genug.

Hallo Manuel,

ich will mich gar nicht pauschal gegen Ideale ausprechen, aber jedes Ideal muss, bzw. sollte Grenzen haben. Oder anders gesagt, mein höchstes Ideal ist es eher ein Ideal zu opfern, bevor Menschen für Ideale geopfert werden. Vielleicht haben wir auch einfach eine unterschiedliche Vorstellung von dem Begriff "Moral". Moral ist für mich etwas künstliches, ein Produkt einer Gesellschaft, die sich darauf verständigt hat, aber wenn diese Moral anfängt Menschen zu opfern, dann verstößt jene für mich gegen einen (ich kann es nicht besser ausdrücken) angeborenen Ethos, der nicht von Außen aufgezwungen wurde. Moral kann das Gewissen töten.
Um das Beispiel aufzugreifen, ich lüge nicht, weil ich es nicht muss, weil ich selbst nicht belogen werden möchte und das kein Vertrauen schafft. Ich/Wir leben hier aber in der privilegierten Situation, dass unsere Ehrlichkeit keine Menschenleben fordert, wie es in Diktaturen vielleicht der Fall wäre. Mit einer Lüge verstößt du dort dann zwar gegen die Moral der Gesellschaft, aber dieser Verstoß hat Menschenleben gerettet. Was wiegt nun mehr, die Moral oder das Menschenleben? Ich denke letzteres.
Oder um ein Beispiel aufzugreifen, das ich letztens erzählt bekommen habe. Es ging darum, dass eine Mutter im Supermarkt Babybrei geklaut hat und die Frage war, ob man das melden solle oder nicht. Im Sinne der Moral ganz einfach zu beantworten. Die Mutter hat gestohlen, gegen geschriebene Gesetze und einen ungeschriebenen Moralkodex verstoßen. Man kann sie melden und mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, etwas moralisches getan zu haben und mitgeholfen zu haben, dass ein Moral/Gesetzesverstoß geahndet wurde.
Tja, was nun aber wenn die Mutter arbeitslos ist, sanktioniert wurde, verzweifelt war, weil sie sich kein Essen für ihr Kind kaufen konnte? Jetzt hat sie zusätzlich noch eine Anzeige, muss vlt Strafe zahlen, obwohl sie kein Geld hat und hat immer noch kein Essen für ihr Kind.
Ist dann immer noch ein gutes Gefühl da, weil man die Moral bewahrt hat?
Abstrakte in sich selbst gefangene Moral, abgeschnitten von konketreten Situationen und Lebensumständen find ich nicht schwer, manchmal ist der Konflikt zwischen Moral und Gewissen viel schwerer.

Edit: In der Geschichte und auch heute gibt es unzählige Beispiele, in denen Moral nützlich für Kollektive war, auf Kosten unzähliger Individuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht gar nicht darum, ob ich es vernünftig finde oder nicht.

Ich finde es nicht vernünftig, weil ich andere moralische Vorstellungen habe, als diejenigen, die das tun.

Ich finde auch keine Menschenopfer oder Hinrichtungen gut, aber andere mit anderer moralischer Ausrichtung eben schon.

Aber eben darin zeigt sich , dass Moral eben von der Zeit, dem Ort und der jeweiligen Kultiur abhängig ist.

Es ist vollkommen unsinnig, die absichtliche Tötung von Menschen im Namen der Vernunft für möglich zu halten.

Wenn ich einen Menschen töte, muss ich davon ausgehen, dass ich die Vernunft in diesem Menschen dadurch mittöte. In gewissem Sinne würde sich die Vernunft also selbst vernichten. Einen deutlicheren logischen Widerspruch kann man sich kaum denken.

An diesem Beispiel sieht man gut, dass Vernunft und die aus ihr entspringende Moral durchaus nicht beliebig sind (als ob Töten auch aus Vernunft geschehen könne). Nochmal: Es wird immer in jeder Kultur zu allen Zeiten das Töten von Menschen als unvernünftig einzustufen sein.
 
Und warum gab es dann Menschenopfer, sogar als rituelle Handlungen?

Warum gibt es Hinrichtungen, sogar legale?

Kasiopaja,

das Faktum absichtlicher Tötungen beeinflußt in keinster Weise die Unvernünftigkeit derselben.

Selbstverständlich ist nicht alles vernünftig, was Menschen tun. Wenn in Freiheit und mit Absicht getötet wird, dürfte wohl meist eine Form von Egoismus dahinter stehen.
 
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