Ich brauche keinen Porsche um glücklich sein zu können
Ich auch nicht. Aber der Sohn einer Cousine kaufte sich, kaum dass er Arzt geworden war, gleich einen Sportwagen, der dann natürlich der Verwandtschaft vorgeführt wurde. Vielleicht sollte man doch froh sein, gewisse Leute nur von weitem zu kennen.
😉
Was mir sehr zusetzt ist, dass ich im Verlauf meiner Erkrankung überhaupt nicht unterstützt, sondern umso mehr fertig gemacht wurde.:wein:
Das ist auch so ein typischer Punkt. Leute, die es bis ganz nach oben schaffen, sind meist immun gegen mitmenschliche Gefühle, da sie ausschließlich an sich, ihr eigenes Fortkommen und ihren eigenen Vorteil denken. Sie mögen oberflächlich betrachtet sogar freundlich sein und exzellente, sichere Umgangsformen besitzen, aber das ist nur Fassade. Nichts dahinter. Warmherzigkeit, Einfühlungsvermögen, Taktgefühl, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Anteilnahme am Schicksal anderer gelten in deren Augen als Naivität, da sie nur "Connections" zum gegenseitigen Nutzen pflegen, was mit wirklicher Freundschaft nichts zu tun hat. Trotz äußerer Vornehmtuerei ist die innere Gesinnung um so primitiver. Solche Typen verdienen auch weder Vertrauen noch Freundschaft, sondern man sollte sich, wenn sich - wie etwa m Berufsleben - Kontakte zwangsläufig nicht vermeiden lassen, so weit wie möglich von ihnen distanzieren und nur höflich-unverbindliche Äußerungen von sich geben.
Ich kenne eine Kollegin, die die Konkurrenz (jedenfalls, wenn es sich um zurückhaltendere Menschen handelt) grundsätzlich von oben herab behandelt, aus Prinzip widerspricht und völlig unnötigerweise spitze Bemerkungen fallen lässt, nur um ihre scheinbare Überlegenheit zur Schau zu stellen und andere klein zu halten. Zum Glück muss ich mit dieser allzu sehr von sich überzeugten Type nicht unmittelbar zusammenarbeiten, aber die seltenen Kontakte reichen mir völlig. Sie hat zudem ein ausgesprochen hässliches, verkniffenes Gesicht, den Gesichtsausdruck einer chronisch vom Ehrgeiz zerfressenen Cholerikerin, die ihren Jähzorn nur mühsam unterdrücken kann. Richtig widerlich. Thomas Mann hätte sie irgendwo als Romanfigur einbauen und noch treffender beschreiben können als ich.
😀 Gegenüber Vorgesetzten wird natürlich auf freundlich und souverän gemacht und selbstdargestellt, was das Zeug hält.
🙄 Wüsste nur mal gern, aus was für einer Familie sie stammt...
Vielleicht ist es doch besser, gewisse Karrierenachteile in Kauf zu nehmen und bestenfalls in der 2. Reihe zu tanzen. Immerhin brauche ich mir so nicht mehr Zwang anzutun als unbedingt nötig, habe mehr Freiheiten, insbesondere meine Freizeit so zu gestalten, wie ich es will, und muss mich nicht mehr als im Berufsleben unbedingt notwendig verbiegen, nur um wegen irgendwelcher möglicher Karrierevorteile vor anderen möglichst gut dazustehen. Und wenigstens habe ich einen anspruchsvollen Beruf und ein gesichertes Auskommen, was, wie schon andere angemerkt haben, auch außerhalb der sog. Dritten Welt nicht selbstverständlich ist.