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Wie unsozial ist unsere Gesellschaft? Alles am Geld gemessen?

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Ein bisschen hat das aber meiner Meinung nach schon mit dem Staat selbst zu tun. Wurde ja schon gesagt, dass in manch anderem europäischen Land die Menschen doch noch ein wenig offener und hilfsbereiter sind. Und das Wirtschaftssystem ist ja bekanntlich das gleiche kapitalistische.

Deutschland mischt sich allerdings überpropertional in die Bürgerverantwortung ein. Alles ist reguliert und die Eigenverantwortung ist in Deutschland geringer als in den meisten anderen Ländern. Ok, das ansich ist nicht schlimm. Aber es verleitet mich zu einer vereinfachten These: Wenn der Staat sich um die Belange und die vollständige Absicherung des einzelnen Bürgers kümmert (oder zumindest so tut als ob), dann fühlen sich andere auch nicht mehr in der Verantwortung selber zu helfen. Stammtischmäßig heisst es dann "soll halt der Staat machen, der macht schon genug, von meinem Steuergeld, da brauch ich nicht noch selber helfen". Weniger Eigenverantwortung, fördert vielleicht auch ein Gefühl von weniger Verantwortung für andere.

Kann ein Sozialstaat die Menschen untereinander kälter machen? Es kommt mir so vor... der Staat kann soziale Wärme nicht ersetzen.

Jetzt könnte man sagen, in der DDR war das nicht so und das war ja in einer Weise auch ein Sozialstaat. Nunja da spielten andere Faktoren rein. Einerseits waren die Menschen "gleicher" und schon deshalb gemeinschaftlicher, andererseits hatten sie einen gemeinsamen Feind, sowas stärkt immer die Gemeinschaft. Feind war für viele der Staatsapparat, auch wenn die wenigsten das offen äußerten.
 
Da werden Mütter als geldgierig hingestellt, weil sie sich beklagen, dass der leibliche Vater nicht für sein Kind zahlen möchte,
Unterhalt für die Frau - egal aus welchen Gründen - wird sowieso als unmoralisch abgetan.
Naja, vielleicht hat sie ihm versichert, "brauchst dir um die Verhütung keine Gedanken machen, Liebling" und ist dann mit einem anderen durchgebrannt. Ist ja schon ein bisschen blöd sowas 😉 .
 
Also dann gebe ich mal meine Gedanken zum Thema zum besten🙂
im näheren Umfeld kann ich das jetzt nicht sagen. Unter Freunden und Nachbarn wird m.E nach noch sehr viel und uneigennützig ausgeholfen. Problematischer wird es wenn man es auf die Gesellschaft bezieht. Da hat der Staat sicher eine nicht zu verachtende Mitschuld. Er stigmatisiert die Menschen indem er sie in die Reichen und die Armen unterteilt. Und leider, leider, leider dafür sorgt daß die Kluft zwischen beiden immer größer wird. Den Reichen wird Zucker in den A**** geblasen, noch mehr Nachlässe gewährt und sie werden in Führungspositionen gesetzt wo sie, egal was sie tun, mit Ruhm und Ehre überschüttet werden.

Derweil werden die Armen mit Hartz vier abgespeist, sozial ausgegrenzt und es wird ihnen Geld aus der Tasche gezogen welches sie noch nicht mal haben. Dank RTL 2 und Co halten wir jeden Hartz vier Empfänger für einen Schmarotzer und jede mehrfache Mutter für eine rücksichtslose Gebährmaschine, der es nur ums Geld geht. Manchmal frage ich mich ob diese Sender von der Regierung gesponsert werden damit sie diesen Mist bringen. Denn scheinbar ist es ja so gewollt.

Der Neid und die Missgunst wachsen durch die Spaltung der Gesellschaft. Viele versuchen natürlich auf die Seite der Reichen und Einflussreichen zukommen und erfharungsgemäß erreicht man das nicht indem man sozial ist. Beispiele großer Firmen zeigen uns eher das Gegenteil.

Im Grunde führen wir, die zivilisierte Gesellschaft, inzwischen einen primitiven Dschungelkampf nachdem Motto: "Töten um zu überleben!" Und ja, ich denke das liegt zu 90 % am Geld. Denn Geld bedeutet Sicherheit. Irgendwer muß arm werden damit ICH reich sein kann.

Ich glaube die meißten Menschen sind nicht schlecht. Sie sind nur mit einem ekelhaften Virus infiziert der besagt: Ich muß ein Schwein sein auf dieser Welt damit es mir gut geht. Ansonsten wird es ein anderer und ich bin der arme Depp.
 
Ich denke das Problem ist vielschichtiger als du es siehst Gazelle.

Es sind nicht die meisten Menschen infiziert, sondern nur die die am lautesten schreien können. Denen wird auch immer eine Plattform im Trash-TV gegeben. Die Hälfte der Fälle ist zudem gefaked.

Ich erlebe die meisten Menschen immer noch als hilfsbereit und bescheiden. Insbesondere die, die Arbeit haben und für eine Familie sorgen und auch die, die sich bemühen, dass es ihre Kinder besser haben, auch wenn sie aufgrund welcher Tatsachen auch immer derzeit keiner Arbeit nachgehen.

Dass es daneben auch Sozialschmarotzer gibt, ist unbestritten. Da wird staatliche Hilfe kassiert und nebenbei schwarz gearbeitet. Den Schaden haben die Normalverdiener, deren Abgabenlast immer weiter steigt. Trotzdem sind diese Schmarotzer nicht die Mehrheit. Sie sind bedauerliche Ausnahmen.

Solange Menschen in einem Staat Unterstützung bekommen und eine Wohnung nebst den Nebenkosten, solange ist die Gesellschaft, die das Ganze finanziert, nicht unsozial. Zudem bin ich der Auffassung, dass Eigenverantwortung aller Menschen - auch der finanziell Benachteiligten - gefragt ist. Daran hapert es, wenn man immer nach dem Staat ruft, der nämlich ausschließlich aus den Menschen hier besteht und sich aus den Menschen finanziert, die eine Schulausbildung abgeschlossen haben, eine Berufsausbildung oder ein Studium begonnen und erfolgreich beendet haben und einer geregelten Arbeit nachgehen, Familien ernähren und Abgaben bezahlen. DAS ist die Mehrheit der Bevölkerung.

Wer sich um seine Bildung und seinen Beruf nicht bemüht hat, sondern stets nur seinen Spaß, seine Faulheit oder seine eigenen Interessen im Blick hatte, hat meines Erachtens wenig Grund zu klagen, außer über sich selbst. Da hält sich mein Mitleid in Grenzen.

Es gibt viele Menschen, die ganz unten waren und sich trotzdem wieder aufgerappelt haben. DAS sind die Menschen, die ich bewundere.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Gazelle, dass du noch zwei Punkte mit reingebracht hast.
Das sind auch zwei Dinge, die vor über zwanzig Jahren ein Unding gewesen wären:

Zum einen Firmen, die Gewinne einfahren und Mitarbeiter entlassen, weil die Gewinne nicht reichen. Oder einfach ins Ausland abziehen, sich in mehrere Firmen aufspalten um so Gesetze umgehen und Entlassungen sowie Schließungen vornehmen zu können, wie es ihnen passt.

Zum nächsten die Hetze auf Hartz-IV in den Medien - alles Schmarotzer. Egal, ob sie zuvor 30 Jahre lang hart geschuftet haben und wegen ihres Alters keine Stelle mehr bekommen, ob sie vier Kinder haben und vom Partner im Stich gelassen wurden, ob sie krank und somit berufsunfähig sind. Es wird nicht mehr differenziert und selbst Euro 10,-- sind ein Betrag der ihnen geneidet wird, "weil sie sollen ja froh sein überhaupt überleben zu können und dass sie nicht arbeiten müssen".

Sicher, man kann nun sagen, früher ging es allen besser, es war mehr Geld da. Dennoch, ich finde nicht, dass weniger Geld diese (geduldete) Skrupellosigkeit erlaubt und gleichzeitig ein Grund ist anderen den Dreck unter dem Nagel nicht zu gönnen und jedes soziale Mitgefühl zu verlieren.

Unter diesem Hintergrund frage ich mich jedoch, ob wirklich die Übernahme der sozialen Verantwortung durch den Staat ein Grund für die (nennen wir sie mal so -->) soziale Kälte ist. Kommt er doch mittlerweile wirklich nur noch für das Nötigste auf und toleriert er doch mit seiner Gesetzgebung Vorgänge (siehe große Konzerne), die alles andere als sozial sind.
 
liegt das nicht an der Eigenverantwortung?

Also ich persönlich habe viel Hilfe (emotionale und auch real) hier im Forum erfahren dürfen.


Hier treffen sich Menschen, die geplagt, sensibel und problematisch sind.

Im realen Leben trifft man die auch.

Ich selbst war schon extrem unten und wenn nicht doch ein paar Menschen dagewesen wären, die an mich geglaubt hätten, wäre ich sicher nicht mehr da.


Es geht nicht nur um das materielle.

Die Menschlichkeit ist das Allerwichtigste.

Ich urteile mittlerweile nicht mehr, weil ich weiss wie es ist, auch weil ich mich selbst in den Abgrund gebracht habe, was ich gar nicht wollte. Aber es war so, es war meine Schuld!

Wenn ich helfen kann tue ich es und gerne und das habe ich, z.B. hier schon oft beobachten dürfen.

Viele Menschen helfen.

Hier gibt es eben auch viele Menschen mit Problemen, Extremsituationen. Es ist ein Hilfeforum.

Und es ist auch legitim hier abzukotzen.

Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass viele Menschen helfen und wenn es in meiner Macht steht tue ich es auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß es einfach nicht warum das jetzt so ist. Oder ob es je anders war😕
Früher ging es tatsächlich allen besser. Die Menschen von früher waren in einer anderen Situation als wir jetzt. Natürlich stimmt es auch was Mo44 sagt. Es gibt einpaar wenige Schmarotzer. Und diese tragen sicher auch zur allgemeinen Meinung bei. Aber die sind ja im Großen nun wirklich in der Minderheit. Mir kommt es aber so vor als würde es dem Staat ganz gelegen kommen daß diese paar wenigen ein so schlechtes Licht auf Hartzvier-Bezieher werfen.

In unserem Staat wird gewirtschaftet wie leider auch in großen Firmen. Man versucht die einzelnen Parteien und Abteilungen gegen einandern aufzubringen. Denn solange sie sich gegenseitig bekriegen sind sie im einzelnen schwach. Wenn die Leute, arm wie reich, zusammenhalten würden wären sie stark und eine Gefahr. Der reiche würde ja nicht ärmer werden (wenn dann nur unwesentlich) wenn er in einem Boot mit dem armen sitzen würde.

Ich finde es so schade. Man könnte wirklich voneinander profitieren anstatt sich zu bekriegen. Reiche müßen ja nicht zwangsläufig Geld an Arme zahlen. Aber warum können sie sie nicht unterstützen indem sie ihnen Arbeitsplätze beschaffen, sie ausbilden und fördern.
Das wäre doch mal eine Möglichkeit die "allen" zugute käme, oder?

Aber es ist nunmal so. Wenn man mal Blut geleckt hat kriegt man den Hals nicht voll genug. Wenn ich mir anschaue was die Firmen abziehen, wie du auch sagst Diabolo, dann krieg ich echt meine Wut:mad:

Gesetze umgehen, Leute entlassen die eh schon nichts kosten, abnormale Arbeitsbedingungen und wenn das ganze schief geht kriegen die Krawattenträger zur Belohnung noch ne saftige Abfindung. Bluten muß nur der arme der sich den Hintern abgeschuftet hat für einpaar Almosen und den Erfolg der Firma. Zum Dank wird er noch Schmarotzer genannt und verachtet..

entschuldigt den Gefühlsausbruch😱🙁
 
liegt das nicht an der Eigenverantwortung?

Dieses Schlagwort "Eigenverantwortung" höre und lese ich mittlerweile immer, wenn es darum geht, dass jemanden nicht finanziell geholfen werden soll. "Soll er/sie doch Eigenverantwortung übernehmen." Ein netter Satz. Für viele ein netter Euphemismus.

Eigenverantwortung möchten sicher viele übernehmen, die unterstützt werden müssen. Um auf die Beine zu kommen, muss man manchmal jedoch auch die Möglichkeit haben diese Eigenverantwortung anwenden zu können. Ein Kranker ist nun mal krank. Ein älterer Mensch ist älter. Und ein Mensch, der den ganzen Tag damit verbringt jemand anderen zu versorgen, der hat nun mal keine Zeit und Energie mehr frei.

Schmarotzer gibt es immer. Ich denke jedoch, dass es bei den Bedürftigen nur ein kleiner Prozentsatz ist.

Ich vermisse die Aufforderung nach der Verantwortung gegenüber dem Nächsten.
 
Ich glaube da hast du mich falsch verstanden.

Ich meinte mit Eigenverantwortung das Helfen!

Du kannst helfen, wenn du einen Menschen in Not triffst und es in deinen Möglichkeiten liegt.
Finanziell oder auch persönlich.
Wenn nicht, verurteilt dich doch keiner dafür.

Dieses Schlagwort "Eigenverantwortung" höre und lese ich mittlerweile immer, wenn es darum geht, dass jemanden nicht finanziell geholfen werden soll. "Soll er/sie doch Eigenverantwortung übernehmen." Ein netter Satz. Für viele ein netter Euphemismus.

Eigenverantwortung möchten sicher viele übernehmen, die unterstützt werden müssen. Um auf die Beine zu kommen, muss man manchmal jedoch auch die Möglichkeit haben diese Eigenverantwortung anwenden zu können. Ein Kranker ist nun mal krank. Ein älterer Mensch ist älter. Und ein Mensch, der den ganzen Tag damit verbringt jemand anderen zu versorgen, der hat nun mal keine Zeit und Energie mehr frei.

Schmarotzer gibt es immer. Ich denke jedoch, dass es bei den Bedürftigen nur ein kleiner Prozentsatz ist.

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