Ganz im Gegenteil.
Wenn ich einen Menschen zwinge, unter allen Umständen vor sich hin zu vegetieren, kann er gar nicht anders, als zwangsläufig für sein Recht auf einen menschenwürdigen Tod zu kämpfen.
Lasse ich ihm die Wahl, hat er auch eine Wahl und kann sich jederzeit für das Leben entscheiden und da kann dann Beratung und Hilfe ansetzen.
Tuesday
Das ist aber eine Frage der Definition!
Nämlich die, des unwerten Lebens...
Das beträfe auch lebende und Behinderte.
Zudem stimmt deine Aussage nicht, niemand muss "dahinvegetieren" in Deutschland.
Woher hast du diese Rechtfertigung das zu behaupten?
Du kannst jederzeit eine Patientenverfügung bereitlegen, in der du genau bestimmst, was bei einer Unfähigkeit, dies selbst zu bestimmen, gemacht werden soll.
Du kannst zudem die Person deines Vertrauens benennen, dass kein anderer deine rechtliche Vertretung im Falle deiner Unfähigkeit, erhält.
Ich denke, hier ist viel Unwissen im Strang.
Und genau das ist es, wo du auf Unverständnis und Abwehr stößt.
Und was, wenn der Mensch nichts mehr zu geben hat? Wenn er völlig leer ist. Wenn da nur noch Leid, Schmerz und eine tiefe Urangst ist?
Keine Frage, manchmal (meist?) kann man diese Menschen zurückholen. Ich bin selbst von so einem Punkt zurückgekommen. Aber ich möchte mir nicht anmaßen, einem Anderen zu sagen, er kann noch ein bisschen mehr aushalten und da findet sich irgendwo schon ein Weg. Das kann ich nicht wissen. Ich kann keine Entscheidungen über das Leben anderer treffen. Ich kann nur Vorbild sein, die Hand reichen.
Ins Leben findet man nur dann zurück, wenn man sich eigenständig und freiwillig dafür entscheidet. Ansonsten läuft man als lebender Toter in der Welt herum und da muss es keinen wundern, wenn sich diese Menschen wünschen, den letzten Schritt auch noch zu gehen.
Um jemanden ins Leben führen zu können, muss erst einmal etwas geben, nämlich Anerkennung, Verständnis, Mitgefühl, Wärme, Demut und allem voran die Eigenverantwortung.
Keinem dieser Menschen hilft es, wenn man ihm sagt, er sei einfach nicht hart genug und er solle sich ein Beispiel an anderen nehmen. Er sei psychisch nicht zurechnungsfähig. Im Gegenteil. Genau das ist die Kälte der Gesellschaft, die Menschen überhaupt erst an diesen Punkt bringt, die überhaupt erst krank macht.
Niemand in diesem Thread hält die Flagge für Selbstmord hoch. Da verstehst du ein Vieles, das hier geschrieben wird, wirklich falsch. Du bist nicht der Einzige, der sich für das Leben einsetzt. Es ist nur immer die Frage, mit welcher Intention man es tut und da kann ich bei dir nicht nachvollziehen, ob das noch etwas mit dem Menschen zu tun hat oder mit einer Meinung, die du durchsetzen willst.
Tuesday
Ich denke nicht,
ins Leben findet man zurück, wenn es Leute gibt, die nicht passiv zuschauen und helfen. Die sich kümmern!
Was wäre mit denen, wo der Suizid gescheitert ist?
Sollte man diese nicht behandeln, weil ihr Wille ja sagte, sie wollten sterben?
Was wäre das für eine Gesellschaft!!!
Man ist nicht immer gleich Tod!!!
Sollte man Menschen mit grausamsten Verletzung und Verstümmelungen im Blut liegen lassen...?
Ich glaube ihr wisst gar nicht um die Tragweite eurer Worte.
Sorry für die Schilderung, doch das habe ich erlebt, wer von euch auch?
Tuesday,
ich danke dir trotzdem weil dieser Beitrag einmal so war, dass ich nicht glaube, dass er so aggressiv ist, wie das schon einmal gegen mich gerichtet ist.
Ich glaube auch, dass ihr hier einzelne Schicksale im Auge habt, was ein Gesetz aber nicht leisten kann.
Ein Gesetz kann nicht den Einzelfall berücksichtigen, sondern muss Vorgehen und Handlungen zu einem Thema beinhalten.
Sorry, du zitierst wieder Sätze die ich so nicht schrieb...
Manchen Äußerungen entnehme ich auch allgemein, dass es immer mehr ins Persönliche geht.
Rhenus möchte...will... Rhenus nimmt uns die Freiheit...
Ich denke, dass ich mir aufgrund meines Lebens und meiner Tätigkeiten, um mich hier nicht zu sehr outen zu müssen, eine fundierte und begründete Meinung dazu leisten kann.
Ich kann weder zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas "durchsetzen", noch würde ich mich um diese Entscheidung reißen, wie ich schon schrieb.
Wie ich ebenfalls schrieb, es ist an anderer Stelle ausdiskutiert...!
Was folgen wird, ist eine öffentliche Debatte vermutlich nach der Wahl in der folgenden Legislaturperiode, die aber letztlich nur Scheingefechte sein werden.
Man wird vordergründig argumentieren, ähnlich wie du und andere, und dennoch ist diese Entscheidung der Pflege-, Kranken- und Rentenversicherung geschuldet...
Man muss halt lieber Geld in Autos investieren, nicht in das Krankensystem bzw. in Menschen...
🙄
Ich mag mich gar nicht freuen, einmal sagen zu können, ich hatte Recht, mit allen den Folgen die ihr spüren werdet...
Doch ob du und andere sich freuen werden... wer weiß?
Mich betrifft es als [...) nicht.
Es wird einmal, wenn sich gewisse Meinungen durchsetzen, das sage ich voraus, ein „Hartz 4 des Todes“ geben...
Es ist so bizarr... Jegliche Fürsorge für einen Menschen in Ausnahmesituationen wird infrage gestellt.
Meint ihr nicht, es gäben genügend Leute, die sich genau das wünschen, die mehr oder minder sagen: "Dann lasst sie/ihn doch!" "Ein Kostenfaktor weniger."
Ich denke, dass manche vor lauter Freiheitsgelaber bereit sind, ihre eigene Existenz zu gefährden.
Worum geht es eigentlich?
Wer soll denn zu Lebzeiten einem Depressiven die Absolution zum Freitod erteilen, welche Genugtuung wäre das ihm?
Etwa das Gefühl, du bist unwert, mach dich ruhig davon?
Wäre es nicht besser ihn zu motivieren, perspektiven zu zeigen, sich kümmern?
Wer das doch unbedingt machen möchte, der kann es doch!
Dann mal zu... sage ich... doch habt ihr wirklich alles durchdacht?
Ich verstehe viel, doch das nicht...
Es wird keine Industrie mehr in Medikamente für Alte investieren...
Keine Forschung für typische Schmerzmitte und MS, Alzheimer und sonstige Mittel...
Wer möchte dann noch von "Freiwilligkeit“ reden?
Und worum geht es eigentlich?
Die Sterbehilfe, die ihr euch vorstellt, wird es nie geben!
Auch nicht die Legitimation!
Dafür gibt es keine Mehrheit! Wäre sogar nicht verfassungsgemäß!
Und ist euch klar, das geht doch selbst meilenweit über das Ansinnen des besagten Vereins hinaus.
Konkretisiert doch mal, kommt mal mit konkreten Situationen!
Und nicht mit diffusen Schilderungen, "leer, ausgebrannt" usw. wo doch lediglich der Lebenswille wieder geweckt werden muss.
Wer sollte denn Millionen in neue Antidepressiva mit weniger Nebenwirkungen oder Behandlungsformen investieren, wenn man Depressive ihrem Schicksal überlässt, ihrem Leben ein Ende zu setzen?
Nein, dafür gibt es keine Mehrheit! Auch nicht in der Schweiz.
Die Bundes-Ärztekammer hat die Bundesregierung aufgefordert, dass Sterbehilfe bzw. solche Organisationen, die es anbieten, per neuem Gesetz zu verbieten.
Weiterhin kann kein Arzt gezwungen werden daran mitzuwirken.
Es ist also noch Hoffnung in Deutschland.
Und noch einen Satz bitte.
Altersdepression ist nicht unbedingt die Folge des Alterns, es ist vielmehr die Folge von Kontaktlosigkeit, Vereinsamung, Herabwürdigung, nicht gebraucht zu werden und eben auch einer inneren Einstellung, daran nichts ändern zu können.
Was ich bezweifle.