moin,
einige werden mich vielleicht noch kennen. 'Nach längerer Zeit auch mal wieder Senf beisteuern will'
Nur ein paar Begriffsklärungen
Evolution: kommt vom lat. evolvere = abwickeln, entwickeln.
und, dass sich das Leben auf diesem Planeten vom einfachen Einzeller aus zu all seiner Vielfalt entwickelt hat ist eine Tatsache - zumindest, wenn man nicht an Märchen glaubt wie: 'Gott hat die Dinosaurierknochen vergraben um unseren Glauben zu testen'.
Das ist so sehr eine Tatsache wie, dass ein Stein hier auf der Erde auf den Boden fällt wenn man ihn wirft. Tut mir leid, ist mir so nicht bewusst, wobei ich kein gelernter Experte bin, ich kann nur meinen Eindruck aus Gelesenem widergeben.
Zu dieser Tatsache gibt es eine wissenschaftliche Theorie - Herr Rock hat schon kurz angeschnitten, dass es einen Unterschied zwischen dem Begriff 'wissenschaftliche Theorie' und dem alltäglichen Begriff 'Theorie' gibt. Die Evolutionstheorie, die zum ersten Mal umfassend von Darwin (und Wallace zeitgleich) formuliert wurde - und durch unzählige Belege und Experimente seitdem bestätigt und verfeinert ist.
In dieser Theorie geht es nicht darum 'ob' eine Evolution statt gefunden hat, sonder was die Mechanismen sind. Also die Frage ist: Wie passiert das? Wie entwickelten sich zum Beispiel die Vögel aus den Dinos?
Darwin wusste noch nichts von den Genen. Die Entdeckung kam erst viel später, nachdem Watsen, Crick und Rosalind Franklin die DNA entdeckt haben. Aber es war schon lange bekannt, dass Eltern anscheinend 'irgendwie' ihre Merkmale an ihre Kinder weitergaben. Aber eben nicht 'genau' sondern gemixt und mit leichten Variationen. Wie das passiert war unbekannt. Allerdings erforschte schon Mendel die Regeln nach denen das passiert. Den hätte Darwin kennen können, aber leider bekam er nie eine von Mendels Schriften zu lesen.
Soweit ich informiert bin, hätte es Darwin sehr viel schwerer gehabt, wenn er das alles gewusst hätte, als er es sich machte. Aber auch hier, das sind hochwissensch. Themen, die jeder einen Thread für sich benötigten.
Das alles hat allerdings nichts mit der Frage nach einem Gott zu tun. Außer man meint einen Gott der alles, wie in der Genesis beschrieben, in 6 Tagen gebastelt hat. Ich persönlich halte den Gedanken für abwegig.
Einen Gott kann man nicht 'beweisen' oder 'widerlegen'. Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Allerdings kann man sich evt. die Frage nach einer Wahrscheinlichkeit stellen, wenn man das möchte. Oder danach, ob man einen Gott haben will der z.B. einen Teil von sich abspaltet, an ein Kreuz nageln lässt und sich dann wieder mit ihm vereinigt. Auch das halte ich für abwegig, weil es aus einer Lehre stammt, die im Urchristentum nicht vorhanden war. Es wird "lustig" wenn man solche dazugekommenen Lehren auch noch unter das Mikroskop stellt, es langt schon, wenn man bei dem bleibt, was wirklich biblisch ist, da gibt es den Gott JHWH und Geistgeschöpfe und irdische Geschöpfe, das ist alles.
Man kann logische Überlegungen anstellen, was es bedeutet 'allwissend' 'allmächtig' und 'allgütig' zu sein. Koennte dieser Gott z.B. einen Stein schaffen den er nicht heben kann?
Es ist nur allzu menschlich nun auch hinter Gott blicken zu wollen, wen man ihn annimmt. Ob das ein Gott wollte, ob wir die Chance dazu haben, kann man sich folglich auch fragen.
Man kann sich fragen, welcher Gott der vielen tausend der richtige sein könnte. Und warum so viele Götter inzwischen tot sind.
Man kann sich fragen, ob man einen Gott haben möchte, der zwei Leute die er mit einer gewissen Intelligenz geschaffen hat, aber dann in Blödheit hält und die sich ihm widersetzen mit Sippenhaft bestraft. Stimmt, aus den Fragmenten des Genesisberichtes kann man ins Grübeln kommen, man kann das Ganze neutral, wohlwollend oder kritisch vervollständigen. Christen beziehen sich da einfach auf Jesus,um das zu umgehen. Ist einfach, stimmt.
Man kann sich fragen was es so einem Gott bringt wenn sich Leute vor ihm auf die Knie werfen, (hab ich mich ehrlich schon oft gefragt, ich habe zwei Antworten darauf für mich, ihm bringt es nur was, wenn diese Leute auch seine Gebot halten, und zweitens, es ist für die Menschheit zum Vorteil, wenn sie sich um einen Gott scharen würde, als um lauter menschliche Götter, die die Welt in ihrer Unvollkommenheit bald zugrunde gerichtet haben) warum er so viel Pracht in riesen Bauwerken braucht, (seit Jesus nicht mehr sein Wille) warum er von Leuten will, dass sie ihren Körper nicht benutzen, (Meinst du Sex haben? O.k. Thema für sich) warum Männer mehr sein sollen als Frauen.... (Männer sind laut christlicher Lehre nicht mehr. Es heißt, dass Jesus seine himmlischen Mitkönige aus Frauen und Männern auswählt, was eindeutig belegt, dass es da keine Abstufung gibt. Die Abstufungen, die es gibt, sind nur eine religiöse Ordnung, genauso, wie Jesus sagt, er stehe unter Gott, sagt er stehe in religiösen Dingen, die Frau unter dem Mann, was keien Wertangabe ist und auch nicht bedeutet, dass die im täglichen Leben nicht gleichberechtigt wirken könnte)
Man kann sich fragen was ein Gott wirklich bringt. Lässt er durch beten bei Amputationen Beine wieder nachwachsen? Oder kann die Medizin, wenn man Glück hat das wieder annähen? (Leider wollen wir das allzuoft gern von einem Gott, der aber offensichtlich niht zu unserem Wohl da ist, sondern verlangt, dass wir zur Heiligung seines Namens da sind, weil nur dann all das andere Wirklichkeit würde)
Man kann sich fragen warum ein Gott erst Erdbeben macht - um dann den Leuten in ihrer Not angeblich beizustehen?...
Und wer Angst vor dem Tod hat und auf eine Leben im Himmel hofft und sich vor einer Hölle fürchtet und deswegen allerlei Dinge mit einem schlechten Gewissen macht... kann sich fragen, was ist, wenn es 'nur' dieses eine Leben gibt? Laut Bibel gibts auch nur das eine Leben, danach der Tod. Allerdings steht da drin, das eine vernachlässigbar kleine Zahl von Leuten, mit Jesus dazu beitragen würde, dass die Erde wieder zu dem wird, was sie anfänglich sein sollte und dass das was Jesus damals mehr wie einmal machte, passieren würde,eine Auferstehung der Toten.
All solche Fragen kann man sich stellen - und wer dann noch glauben kann, der muss das tun. Soll aber andere Leute die das nicht können und nicht wollen in Ruhe lassen.
Also, dein letzter Satz gilt aber dann für beide Seiten oder? 🙂 Und was ich noch sagen wollte, "der soll glauben" kommt (jetzt nciht unbed. von dir) immer so rüber wie, der soll doch dann weiter zu den fundamentalistischen Terroristen gehen.
Vielleicht will ich gar nicht glauben, wer weiß es? Vielleicht will ich einfach nur die Möglichkeit nicht in die Tonne werfen und beobachte sehr wohl, ob es wissenschaftliche Beweise gibt, die mir diesen Glauben verbieten oder ob diese Lücke immer noch offen ist.
Jedenfalls bin ich keiner, der Threads eröffnet, um seinen Glauben zu verbreiten. Würde hier nicht ständig der Gegenwind blasen, der einem einsuggerieren will, man wäre verblödet, wäre ich vielleicht der erste, der seine eigene Fürmöglichhaltung mit kritischen Fragen belegen würde, wie du sie stellst. Doch bevor ích das tue, verteidige ich das Recht, die Lücke, die ich für möglich halte, weiter für möglich zu halten, ohne als irgendwie wissenschafsthassend oder rückständig betrachtet zu werden, außer es käme eines Tages soweit, dass sich das was ich für möglich halte wissenschaftlich ausschließen lässt.
Danke.
Sigi