Nein, sind wir uns nicht. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion eröffnet dem Menschen nicht mehr Möglichkeiten. Er kann die Möglichkeiten im Gegensatz zum Tier benennen, aber mehr auch nicht.
Du meinst also Tiere machen sich in moralischen Angelegenheiten genauso über ihre Reaktion Gedanken wie der Mensch, können es nur nicht aussprechen? Meinst du das ernst?
Nein, sind wir uns nicht. Ich versuch das mal auf den entscheidenden Punkt herunter zu brechen.
Sich über Möglichkeiten bewusst zu sein und darüber nachdenken zu können mag vielleicht suggerieren mehr Freiheiten zu besitzen. Das Motiv sich für eine der Möglichkeiten zu entscheiden beruht auf den selben Dingen auf denen Tiere instinktiv handeln.
Ich dachte bisher immer, ein Mensch kann auch gegen den ihm innewohnenden "Instinkt" entscheiden, weil er z. B. nicht nur an sich, seine Familie, seine Bedürfnisse denkt, sondern es z. B. irgendeinem Gott recht machen will. Was du lehrst ist gewöhnungsbedürftig.
Der Antrieb deines Lebens ist ja nicht der Verstand, sondern Bedürfnisse und die daraus folgenden Notwendigkeiten. Der Verstand ist nur ein Hilfsmittel diese Dinge zu befriedigen und dem entsprechend fällst du deine Entscheidungen.
Angenommen man lässt die Bedürfnisse, Gefühle, Stimmungen außen vor, dann würdest du vor den Möglichkeiten stehen und könntest keine Wertung vornehmen um eine Entscheidung zu treffen. Das ist mir zu abstrakt. Tut mir leid, aber danke für die Mühe, falls du es nicht an praktischen Beispielen erklären willst.