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Burnout oder doch nur Flucht vor der Realität weil Zukunftsangst?

Hallo,

in gewisser Weise hat dear_reader recht. Ich fühle mich von der Situation überfordert und habe hier daher erstmal so ein paar Sachen aufgeschrieben. Das war nicht als Lästerei oder als "hinter dem Rücken herziehen" (denn deshalb schreibe ich es ja in dieses anonyme Forum und bespreche das nicht mit Leuten, die uns "in echt" kennen) gedacht, sondern eher so, dass ich mich hier offenbaren darf, dass ich diese Symptome nicht verstehe.

Daher finde ich es auch nicht korrekt, wenn jetzt jemand anfängt, auf mir rumzuhacken, weil ich eben diese Fragen stelle, hier, wo ich hoffe, dass mir eben genau die Leute antworten, die vielleicht selbst von solchen Symptomen betroffen sind und mir helfen könnten, das zu verstehen.

"Verrücktenlaufbahn" ist ein selbst kreiertes Wort und ich habe es tatsächlich mit einem Augenzwinkern gemeint (das Wort). Leider habe ich zwei nahe Verwandte, die ernsthaft psychisch krank sind, und die haben auch mit Esoterik angefangen...und natürlich denke ich nicht, dass jeder Mensch, der Esoterik interessant findet, auch "verrückt" ist!!! Das ist ja lächerlich. Also bitte versucht nicht, mich hier absichtlich falsch zu verstehen, ich habe nämlich gute Absichten, aber weiß eben nicht, wie ich die am Besten transportiere.

Ein Problem ist eben auch diese Aussage, die ich hier las, dass es ja nicht mein Problem sei, wenn sie scheitert. Aber irgendwie fühle ich mich auch ein bisschen verantwortlich als Freundin, kann das denn keiner verstehen? Ich hätte schon oft gerne jemanden gehabt, der mir mal mögliche Konsequenzen meines Tuns aufzeigt. Dann hätte ich jetzt vielleicht weniger Schulden oder so ;-)

Und nein, neidisch bin ich definitiv nicht. Worauf könnte ich denn neidisch sein? Auf die Krankheit? Denn dieses "ich muss mich selbst finden" schaffe ich eigentlich auch ohne Krankheit, daher bin ich natürlich nicht neidisch!

Mein Eindruck ist im Grunde, dass sie vielleicht nicht wegen des Berufs Burnout hat, sondern weil sie einfach zu hohe Ansprüche hat und daran scheitert. Kann das sein?
 
Ich war gestern zu einen BurnOut Vortrag und habe mich dort bis zur Klinikeinweisung wieder gefunden. Das kann schon sein, das sie an sich zu hohe Forderungen stellt. Ich wollte immer perfekt sein und am besten noch mehr. Es gibt zu dem Thema viel Bücher, vielleicht kannst du ihr dabei behilflich sein , damit sie sich mit dem Thema auseinander setzen kann.
Mir gehts seit Monaten nicht gut und ein Ende nicht in Sicht.
Einen Tag gut, den anderen Tag gerade das Gegenteil . Jede Überforderung haut mich zurück.
 
Und bei jedem Versuch kann man nur lernen. Ich stehe auch da und weis nicht recht was ich machen soll. Habe aber jetzt eine Richtung gefunden und darauf werde ich aufbauen . Und weist du denn genau, wie deine bekannte ihren Tagesablauf gestaltet.
Mir gehen grad die nackenhaare hoch. Ich bin so fertig , das wenn ich mal einen halben Tag unterwegs war, den nächsten tag nur noch ruhen kann , um am anderen Tag wieder etwas machen zu können.

Genau das kenne ich auch. Und das Schlimmste an dieser Situation ist, dass man mit wenig Verständnis rechnen kann bei den meisten Leuten. Dafür wird man aber leider oft genug mit wenig hilfreichen Vorschlägen bombardiert, die aber doch in der Regel nur ein großes Unverständnis signalisieren. Man geht halt oft so gar nicht mehr "konform" mit den gewohnten Dingen, das macht einen ja vielleicht auch etwas unbequem. Es ist wohl schwer für manche Menschen, sich mit einer Lebenskrise eines anderen zu arrangieren, wenn er plötzlich "anders" ist. Warum nur? Vielleicht muss man das ja auch selbst erst erlebt haben, um es zu verstehen.

Mit einem Burnout "tickt" man wohl auch ganz normal nicht mehr richtig. Aber das ist wohl auch gut so, weil das "Ticken" vorher ja erst krank gemacht hat. Es ist wohl wichtig, um überhaupt sehr wichtige Veränderungen im Leben schaffen zu können und sich allmählich lösen zu können von dem, was einen erst krank gemacht hat. Da hat jeder sicherlich seinen individuellen Weg, sich davon zu befreien. Wenn sie jetzt hektisch Ablenkung von der Vergangenheit sucht, warum nicht. Und ein Ziel zu haben, selbst wenn es vielleicht unrealistisch ist, das ist ja auch sicher nicht verkehrt.
 
"Verrücktenlaufbahn" ist ein selbst kreiertes Wort und ich habe es tatsächlich mit einem Augenzwinkern gemeint (das Wort). Leider habe ich zwei nahe Verwandte, die ernsthaft psychisch krank sind, und die haben auch mit Esoterik angefangen...und natürlich denke ich nicht, dass jeder Mensch, der Esoterik interessant findet, auch "verrückt" ist!!! Das ist ja lächerlich. Also bitte versucht nicht, mich hier absichtlich falsch zu verstehen, ich habe nämlich gute Absichten, aber weiß eben nicht, wie ich die am Besten transportiere.

Oft sind es ja gerade die "guten Absichten", die völlig daneben liegen. Das Beschäftigen mit der Esoterik kann dir für den Moment übertrieben erscheinen, für sie wird es stimmig sein. Ein Burnout läßt einen das ganze Leben nun mal hinterfragen, denn es wäre ja nie soweit gekommen, wenn man gesünder gelebt hätte. Eine solche Situation führt dazu, dass man sich neuen Lebensinhalten zuwendet. Unter "Verstehen" würde ich in erster Linie bei Freunden verstehen, dass sie mir meinen zukünftigen Weg selbst finden lassen, dass sie mich so lassen, wie ich bin, auch wenn ich durch das Burnout in meinem Leben ver-rückt bin und dem alten Leben entrückt bin! Das ist ganz natürlich, es ist eine Umbruchszeit.

Aber irgendwie fühle ich mich auch ein bisschen verantwortlich als Freundin, kann das denn keiner verstehen? Ich hätte schon oft gerne jemanden gehabt, der mir mal mögliche Konsequenzen meines Tuns aufzeigt. Dann hätte ich jetzt vielleicht weniger Schulden oder so ;-)

Ich kann das schon gut verstehen. Am besten ist es, glaube ich, in erster Linie dem anderen Verständnis zu signalisieren, auch wenn man es selbst vielleicht nicht verstehen kann. Man kann ja zu einem Gespräch bereit sein, wenn der andere es will. Ohne jedoch zu viel davon zu erwarten. Jeder muss seinen individuellen Weg finden. Ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, dafür von wirklich nahe stehenden Verständnis zu erwarten. Auch, wenn ich in so einer Lage nicht unbedingt einfach zu verstehen bin.

Mein Eindruck ist im Grunde, dass sie vielleicht nicht wegen des Berufs Burnout hat, sondern weil sie einfach zu hohe Ansprüche hat und daran scheitert. Kann das sein?

Das gehört alles zusammen, das kann man aber nicht in vorher oder nachher aufsplitten in Kausalitäten, so einfach ist es nicht. Perfektionismus spielt sicherlich eine große Rolle, aber das hat oft vielfältigere Ursachen, die nicht so einfach zu verstehen sind. Auch nicht für die Betroffenen, denn die sind ja nicht gut mit sich selbst umgegangen.
 
Hallo!

Ich habe eine Frage zum Thema Burnout.

Eine Bekannte von mir hat das nämlich. Zumindest sagt sie es selbst von sich (und angeblich auch ihr Arzt). Allerdings glaube ich persönlich, dass sie einfach nur keine Lust mehr auf ihren Job hatte und es geschafft hat, sich krank schreiben zu lassen, damit sie nicht mehr zur Arbeit muss ohne zu kündigen...

Ich stelle mir Burnout als eine Art Depression vor. Wenn man das hat, kann man vermutlich nicht nur nicht arbeiten, sondern auch sonst allgemein kaum am Leben teilnehmen, oder was denkt ihr?

Wenn ich wegen irgendwelcher Dinge niedergeschlagen bin, umfasst mich das jedenfalls ganzheitlich. Dann habe ich vorübergehend keine Lust auf Arbeit, Freunde, Kino, Bücher, sondern würde am liebsten nur weit weg sein. *Glücklicherweise habe ich solche Phasen immer nur ganz kurz und wohl noch im "normalen" Ausmaß* ;-)

Meine Bekannte jedenfalls macht jetzt alles, was cool ist. Schon direkt nach der Krankschreibung hat sie angefangen, neue Dinge auszuprobieren. Sie hat wahnsinnig viel Freizeitstress und betont auch gerne, wie glücklich sie ist, seit sie krank geschrieben ist. Und wie busy. Und dass sie sich langsam wieder findet und langsam auf dem Weg der Besserung ist (sie ist schon mehrere Monate krank geschrieben). Es war kaum ein Moment der Ruhe, habe ich das Gefühl... Und wenn man sie erlebt...kann man diese Aussagen ("so glücklich") nur anzweifeln. Nicht, dass sie das nicht ständig betonen würde - allerdings ist ja genau das das Seltsame. Wer wirklich glücklich ist, muss das doch nicht so ausdrücklich betonen, er ist es einfach und genießt es, oder? Sicher kann man es mal sagen im Moment des Glücks. Aber wer es ständig betont, dem glaubt man es doch irgendwann nicht mehr...es gibt ja auch Momente, die sind einfach schön, weil man Ruhe hat. Aber durch dieses ewige "hach wie schön" und zappel hier, zappel da macht man doch den schönen Augenblick wieder kaputt!?!

Hat jemand Erfahrung mit sowas? Ich glaube eher, dass sie Angst vor der Arbeit hat und sich jetzt davor drückt, vielleicht auch, weil sie sich vor den Kollegen schämt. Sie will ja auch einen anderen Beruf lernen. Welchen weiß sie aber nicht...jedenfalls keinen Beruf, der so anspruchslos ist wie der, in dem sie bisher gearbeitet hat. Wie auch immer sie noch ne Ausbildung finanzieren will...darüber macht sie sich keine Gedanken...und wenn man das anspricht, reagiert sie aggressiv.

Zudem habe ich den Eindruck, dass sie in letzter Zeit immer empfänglicher für Esoterisches wird. Grundsätzlich habe ich mit Esoterik in Maßen auch kein Problem; aber sie kommt mir irgendwie ja die ganze Zeit so labil vor, mit nur vagen Zukunfts"plänen" (sofern sie überhaupt einen Plan hat), und dann noch Esoterik?! Ich glaube, so beginnen auch "Verrückte" ihre Karriere auf der "Verrücktenlaufbahn"...

Könnte Deine Bekannte eine bipolare Störung haben ?
Die Schilderungen hören sich nach einer manischen Phase an...

wie lange kennst Du sie schon ?
Hatte sie schonmal Depressionen gefolgt von einer Phase gesteigerten Antriebs ?
 
Das ist wohl auch die Voraussetzung Nr. 1 für die Entstehung eines Burnouts. Und dahinter verbergen sich sehr viel tiefere Ursachen nach meiner Erfahrung. Und das ist verdammt schwer loszuwerden... 🙄

Bei mir geht es zurück bis in die Kindheit. 😱 Die Chefärtztin in der Klinik fragte mich als erstes, wo ich aufgewachsen bin und ob man dort viel gearbeitet hat. Joooooo meine Grosseltern hatten Landwirtschaft . Und meine Vater hat auch immer nur gearbeitet.
Da da ich ein kind von einer Alkoholikerin bin , wollte ich so nicht werden. Also wurde mir Perfektionimus grad mit in die Wiege gelegt.
 
Könnte Deine Bekannte eine bipolare Störung haben ?
Die Schilderungen hören sich nach einer manischen Phase an...
wie lange kennst Du sie schon ?
Hatte sie schonmal Depressionen gefolgt von einer Phase gesteigerten Antriebs ?

Die Ärztin die gestern den Vortrag gehalten hat , erklärte uns, das die Diagnose BurnOUT von den Krankenkassen nicht anerkannt wird. Somit werden andere wie zum Bsp. Depressionen bzw. chronischer Erschöffungszustand angeben. Also eigentlich fliesst es ja ineinander. So ist es bei mir.
 
Mir gehts seit Monaten nicht gut und ein Ende nicht in Sicht.
Einen Tag gut, den anderen Tag gerade das Gegenteil . Jede Überforderung haut mich zurück.

Bei mir ist es so, dass ich vor allem dringend eine wirklich fühlbare Veränderung in meinem Leben brauchte, einen richtigen Neuanfang. Bis es soweit war, dass ich das endlich gewagt habe, hat sich rein gar nichts verändert.

Mir geht es seit über drei Jahren schon so, wie du es beschreibst. Auch mit Hilfe von Therapie werde ich wohl noch so einiges zu bearbeiten haben. Denn umso mehr ich hingeschaut habe, nach den Ursachen für das Burnout, umso mehr haben sich neue Erkenntnisse ergeben. Und diese erschüttern jetzt das Leben bis ins Mark.

Aus einem Burnout wird wohl so manches Mal eine durchaus sehr komplexe Angelegenheit, daran kann man schon eine Weile zu knabbern haben.

Hast du eine Idee, wie du deine Kräfte wiederbekommen könntest? Ich musste erstmal herausfinden, in welche Richtung ich aus mir selbst heraus wieder aktiv werden konnte. Ich denke, dann kommen die Kräfte auch erst wieder und das erlebe ich immerhin jetzt schon wieder phasenweise.

Ich wünsche dir, dass du etwas für dich findest, was dir eine neue Hoffnung gibt!
 
Bei mir geht es zurück bis in die Kindheit. 😱 Die Chefärtztin in der Klinik fragte mich als erstes, wo ich aufgewachsen bin und ob man dort viel gearbeitet hat. Joooooo meine Grosseltern hatten Landwirtschaft . Und meine Vater hat auch immer nur gearbeitet.
Da da ich ein kind von einer Alkoholikerin bin , wollte ich so nicht werden. Also wurde mir Perfektionimus grad mit in die Wiege gelegt.

Da ist es dir wohl ganz ähnlich wie mir auch ergangen, das kann ich alles auch bei mir finden. Ganz erstaunlich. 🙂 Es ist immerhin schon etwas wert, wenn man die Ursachen kennt, das nimmt immerhin die Schuldgefühle etwas. Die wohl auch erst zum Perfektionismus und zur Anpassung an ein zu sehr fremdgesteuertes Leben geführt haben.
 

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