Nun ja die Nutzer dieser Genre scheinen offenbar eine ganz eigene Interpretation zu haben, die meiner Ansicht nach an der Realität vorbeigeht.
Die Zeiten der Zuhälter sind natürlich nicht vorbei und nach wie vor ist die Mehrheit der Prostituierten abhängig von Zuhältern. Das einzige was sich geändert hat ist die Bezeichnung in "Manager" z.B. aber die generelle Ausbeutungsstruktur ist nach wie vor in den meisten Fällen gegeben.
Klar gibt es auch einige wenige Edelhuren denen es ganz gut geht, aber die Mehrheit des globalen Sexmarktes stinkt nach wie vor zum Himmel.
Man mag sich das aus einem Bedürfnis oder Bedürftigkeit noch so sehr schön reden, Prostitution also das Geschäft Sex gegen Geld ist und bleibt ein in meinen Augen zweifelhaftes Geschäft. Ich denke es sollte Grenzen geben im Handel und die Vermarktung von Menschenkörpern finde ich von meinem inneren Gewissensgefühl her unpassend.
Was die Legalisierung von Prostitution angeht heißt das ja noch lange nicht dass sie dadurch besser wird...sondern nur dass der Staat an einem Geschäft mit verdient also auch an der Vermarktung von Körpern.
Was den gewünschten Entkriminalisierungseffekt durch Legalisierung angeht und der damit erhoffte Verbesserung für die Lage der Sexarbeiter/innen, so hat sich diese Hoffnung bis dato noch nicht erfüllt. Es gibt teilweise eher beim Großteil der Sexarbeiter/innen Verschlechterungen und Lohneinschnitte da nun auch Steuern anfallen und Zusatzkosten für die Luden/Zuhälter oder Sexdienstleistungsmanager oder wie auch immer man sie nennen mag.
@Springer: an sich hat niemand Prostitution nötig, es gibt ja Alternativen. Wer dringlich Sex mit Prostituierten braucht, bzw sich einredet dass er ohne nicht kann und das ggf. dauerhaft dürfte psychisch ein Problem haben. Das meine ich jetzt allgemein und nicht auf dich gemünzt.
Allgemein hast du natürlich Recht dass Prostitution in der Geschichte der Menschheit ein Dauerphänomen war und immer noch ist....allerdings fragt sich ob dieses Phänomen allein durch sein Dasein und seine Existenz bereits dadurch ne Aufwertung oder Toleranz verdient hat.
@Tuesday: du interpretierst mal wieder stark schwarz oder weiss und machst es dir ein wenig zu einfach damit. Ich habe nirgendwo geschrieben dass alle Männer Schweine sind. Ich gehe hier eher von einer bestimmten Anzahl aus. Ich gebe zu: ich mag Männer, aber nicht alle Männer und das finde ich auch ganz in Ordnung so. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist immer ganz sinnvoll.
Und ich verbleibe der Meinung, dass die Argumentation, dass jemand sagt, dass die Partnerin Schuld daran ist bzw mitverantwortlich oder hauptverantwortlich, wenn er zu einer H*** geht sehr sehr dürftig ist. Sowas ist kinderkram und Buhmannspiel, denn Fakt ist, dass jeder Mensch voll verantwortlich ist für sein Denken und Handeln und ein Mann, der sich entschließt aus Sexfrust seine Partnerin mit einer H***, und das in der Regel auch noch klammheimlich zu hintergehen, ganz allein die Verantwortung für diese Entscheidung trägt. Ich für meinen Teil mag unreife Männer, die zu Buhmannspielchen neigen, also ihr eigenes unmoralisches Handeln (das hier eher im Hintergehen und nicht im Sex mit einer Prostituierten liegt) durch das Verhalten anderer Personen versuchen zu legitimieren nicht besonders.
Aber: eine andere Sache ist es, wenn man in einer Partnerschaft offen damit umgeht und Arrangements (z.b auch zusammen mit einer freischaffenden Prostituierten) trifft...sowas fände ich reifer und in Ordnung.
Das wiederhole ich hier noch einmal allgemein, und auch für dich, da du aus meinem Statement einiges überlesen zu haben scheinst.
Freut mich, dass du dich amüsiert hast..allerdings mal wieder eher aus einem selbst arrangierten Scherz der gar nicht vorhanden war
😉 Nuja die subjektive Wahrnehmung halt, nicht wahr....
Und erneut: ich habe generell nichts gegen Prostitution aber das WIE ist halt entscheidend und das WIE ist halt immer noch in der Regel u.a.S...also unter aller Sau. Da hilft auch die krampfhafte Schönrednerei nix.
@EuFrank: ich stimme zu, dass Prostitution mehrfach mit Drogenmissbrauch einhergeht. Viele Prostituierte sind um den Job zu ertragen drogenabhängig.
Hier allgemein noch was zu den Fakten:
Prostitution
unter dem Punkt soziokulturelle 'Aspekte und auch weiter unten steht ja einiges.
Nach wie vor ist dieser Berufsstand niedrig bewertet und auch das dürfte seinen Grund und eine gewisse Berechtigung haben...genauso wie das Phänomen dass Prostitution überhaupt immer existiert hat. Sie bleibt anrüchig und damit die Sexarbeiter/innen auch weiter gefährdet schlecht behandelt zu werden.
Prostituierte gelten wie im 'Artikel steht als Hochrisikogruppe für psychische Störungen.
Es gibt halt unterm Strich derzeit immer noch eher Contra-Gründe würde ich urteilen.
Das hier einige eher das Pro betonen, kann ich aus deren Lage heraus natürlich nachvollziehen, also aus menschlicher Sicht verstehen, habe aber als Mensch mit lebendigem Gewissen eher kein Verständnis für eine stark ichzentrierte oder auf die eigenen Sexbedürfnisse bezogene Beurteilung. Das ist dann oft eher mit dem privaten Schwanzbedürfnis gedacht und interpretiert und zu wenig auch aus der Lage der Sexarbeiterinnen allgemein und vermutlich auch speziell. Klar hat jeder Mensch Bedürfnisse aber diese um jeden Preis, auch unter Aufgabe bestimmter mitmenschlicher Aspekte stets erfüllen? Ich sehe da eher Grenzen die man sich manchmal selbst setzen sollte. Dazu nochmal der gute alte Platon mit der Seelenkutsche:
http://www.eule2003.de/gbereich/g-Ethik/Eth12-1/plato-tug.pdf
tja und was macht den Menschen zum Menschen und unterscheidet ihn vom Tier? Ich denke seine Fähigkeit seine Affekte (sprich auch Triebbedürfnisse) durch Tugenden zügeln zu können. So etwas verstehen stärker ichgeprägte und narzistisch um ihre Triebe kreisende Menschen natürlich nicht so gut. Menschen sind da halt manchmal verschieden und für mich ist es wichtig da eine Art Mitte zu finden aus der heraus ich Dinge beurteile.
Allgemein gibt es glaube ich sone Art gesellschaftliche Grundlage die aussagt: wer mit nieder bewerteten Gesellschaftsmitgliedern verkehrt und das sogar auf intime Weise, darf halt nicht erwarten dafür hohes Ansehen oder Toleranz zu erwarten. Das ist eine ganz allgemeine Regel, die ich nicht aufgestellt habe auf die ich nur hinweise auch auf die Gefahr hin dass ich als bote schlechter Nachrichten von einigen dafür geköpft werde....
Ich für meinen Teil bewerte Prostituierte nicht als minderwertig oder so...ich denke eher dass die meisten arme verwirrte Seelen sind, die diesen Job aus einer inneren und äußeren Not heraus verrichten und auch die Kunden es oft halt nicht besser wissen aus dem Rahmen ihrer Möglichkeiten heraus, was nicht heißt dass ich das Ganze gut heiße. Ich betrachte es eher möglichst nüchtern aber auch mit eigener Meinung dazu.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen (von akzeptablen Arbeitsbedingungen im Gewerbe) aber die sind halt nicht die Mehrheit sondern immer noch Ausnahmen und bestätigen eher die Regel dass Prostitution (hier und jetzt zum Zeitpunkt 28.12.10 und die gesamte Zeit vorher) immer noch kein empfehlenswerter Beruf ist. Ob sich das ändert ist offen, die Wahrscheinlichkeit dafür erachte ich jedoch als gering. Und bezogen darauf gilt es halt zu hinterfragen ob man jedes bestehende Geschäftsangebot nutzt um seine Bedürfnisse zu befriedigen.
Wenn man sich den wiki-Artikel mal durchliest können einige ggf verstehen warum ich so urteile.
Ganz intuitiv finde ich es schauderhaft und schlimm, dass diese Wundergebilde von Menschenkörpern, die an sich höchsten Respekt und fürsorgliche Behandlung verdienen auf dieser Welt so oft und so billig und auch grausam vermarktet werden und das sehr viele Sexarbeiter/innen ihren Körper gegen Geld verkaufen müssen um zu überleben. Dies dürfte eher eine Schattenseite der Menschheit sein. Sie steckt in jedem, kommt aber in jedem Menschen unterschiedlich stark zum Tragen.
Das Angebot wird natürlich stark durch die Nachfrage beeinflusst und eine starke Nachfrage nach unverbindlichem Sex gegen Geld oder auch klassischen Männerhardcorepornos die narzisstischer Punk sind stellt in meinen Augen nicht grad einen Pluspunkt der Menschheit dar bzw. in der Regel dem männlichen Teil der Menschheit dar. Das erschafft glaube ich unterm Strich der Bilanz eher mehr Leid als Freud.
Tyra
alle Gedanken ohne Anspruch auf Endgültigkeit...muss ich noch weiter durchdenken...