Heute hier morgen dort
Mitglied
Hallo zusammen,
auch wenn ich eine ganze Weile hier nicht mehr aktiv war, erhoffe ich mir, von euch ein paar Denkanstöße zu bekommen. Mir ist es wichtig, Gedanken von außenstehenden zu hören...aber erst einmal von ganz vorne.
Bis vor knapp 2 Jahren war ich mit meiner Expartnerin zusammen. Wir waren vor unserer Beziehung bereits sehr gut befreundet und sie war auch meine große Liebe. Mit der Zeit hat sich jedoch ziemlich der Trott eingeschlichen...wir waren beide beruflich sehr eingespannt (und ich so gar nicht glücklich mit dem Job) und haben es irgendwann nicht mehr geschafft, den Stress auch auf der Arbeit zu lassen.
Entsprechend waren Müdigkeit, miese Laune und der Wegfall der Sexualität irgendwann die Konsequenz. Zum Ende der Beziehung haben wir beide festgestellt, dass uns beiden einiges fehlt und haben (primär auf ihren Wunsch) hin, die Beziehung geöffnet. Nicht nur sexuell, sondern natürlich auch emotional. In der Zeit haben wir emotional zumindest wieder mehr zueinander gefunden, aber sexuell spielte es sich bei beiden eher extern ab.
Sie hatte Bedürfnisse (im BDSM Bereich), die ich ihr nicht erfüllen konnte. Zum einen kann ich mich nur begrenzt damit identifizieren, zum anderen kann sie es nicht mit jemandem ausleben, zu dem sie eine starke emotionale Bindung hat. Für sie ist ist die Auslebung ihrer devoten Seite "ein kleiner Urlaub", da sie eine Führungsposition in einem Männerdominierten Unternehmen hat und dort entsprechend dominant auftreten muss, um als Frau ernstgenommen zu werden. Nach vielen Gesprächen mit ihr, verstehe ich auch ihre Sichtweise.
Verstehen heißt aber nicht, dass ich damit klargekommen bin. Die Nächte, in denen sie weg war, waren die Hölle für mich - und das obschon ich ja auch selber die Freiheit hatte andere Leute zu daten und Dinge auszuprobieren (und diese genossen habe). Nichtsdestotrotz habe ich trotz vieler schönen Erfahrungen auch die Gewissheit bekommen, dass ich diese Art der Offenheit nicht brauche. Der Umstand, dass ich nicht damit klargekommen bin, dass sie regelmäßig einen anderen Mann trifft, gepaart mit viel persönlichem Frust in der Zeit hat zur Trennung geführt. Von beiden Seiten waren noch Gefühle da, aber es gab in dem Moment keine Lösung für uns.
Lange habe ich an der Trennung gelitten. Ein Jahr später habe ich eine tolle Frau kennen gelernt - auf die ich mich aber auch noch nicht einlassen konnte, weil ich mir eingestehen musste, dass ich noch nicht über meine Ex hinweg war.
Seit gut einem Jahr haben meine Ex und ich wieder regelmäßigen, freundschaftlichen Kontakt. Das war uns beiden wichtig und ist uns auch weiterhin sehr wichtig. Wir waren auch im Oktober mit Freunden noch auf Mallorca - dort haben wir uns in Partylaune auch wieder geküsst. "Was auf Malle passiert, bleibt auf Malle" war unsere Devise.
Letztes Wochenende war ich zum Grillen bei ihr. Da das Wetter ja noch sehr schön war, haben wir es uns auf ihrer Hängematte gemütlich gemacht. Je später die Stunde, desto offener die Gespräche, desto intimer die Stimmung. Es kam zu meinem absoluten Worst-Case-Szenario: Auf die ersten Küsse folgte der Sex. Es fühlte sich an, wie damals. Als die Beziehung noch in Ordnung war. So vertraut, unbeschwert. Ich machte mich aber danach auf den Weg nach Hause und verfiel erst einmal in ein großes Gefühlschaos. Einen Tag später, war es für mich aber nur noch halb so wild. Es war eine schöne Erfahrung, ganz egal, was sich dahinter verbirgt.
Dennoch war es harter Tobak für uns beide...eine Woche später, also diesen Freitag haben wir uns wieder gesehen um darüber zu sprechen. Es stellte sich raus, dass das für uns beide nicht so ganz ohne Gefühle war, aber wir beide auch nach einer Woche noch nicht so genau sagen konnten, was es ist: War es was Einmaliges, ein großer Fehler oder vielleicht der Grundstein für einen Neuanfang. Was sie mir aber eindeutig sagen konnte: Sie kann auf ihren BDSM-Sex nicht verzichten. Sie trifft sich auch weiterhin mit dem gleichen Mann, wie damals noch. Er, "Alex", hat Familie und Kinder und für sie so weit weg von einem Leben, dass sie führen möchte, dass sie Gefühle weitestgehend ausschließen kann. Sie erzählte mir ganz offen von ihren Dates, und wie diese ablaufen. Und weil die Situation noch nicht verzwickt genug war...sie war wieder genau so vertraut und intim und endete wieder im Bett. Diesmal mit Übernachtung bei ihr.
Nun mach ich mir viele Gedanken, was das zwischen uns beiden werden soll oder kann. Ich weiß nicht, ob ich mich so weit öffnen kann, dass ich ihr diese Offenheit gewähren kann. Ich weiß aber, dass ich seitdem deutlich entspannter bin, da ich zwischenzeitlich auch den Job aufgegeben habe und wieder Spaß an dem habe, was ich gerade mache und noch machen möchte. Denn auch das war nicht so ganz selbstverständlich für mich: Ich habe proaktiv meinen Job gekündigt, obschon ich damit meinen ganz großen Angstgegner - die Arbeitslosigkeit - quasi selbst heraufbeschworen habe. Aber es geht mir mit der Entscheidung unglaublich gut und ich bereue sie keine einzige Sekunde. Vielleicht sollte ich dem anderen Angstgegner "offene Beziehung" auch eine Chance geben? Vielleicht schafft er es aber auch, mein aktuelles Stimmungshoch wieder runter zu pushen?
Welche Gedanken habt ihr dazu? Würdet ihr einen 2. Anlauf wagen? Warum (nicht)? Meine Gedanken drehen sich jedenfalls im Kreis...
Euer HHMD
auch wenn ich eine ganze Weile hier nicht mehr aktiv war, erhoffe ich mir, von euch ein paar Denkanstöße zu bekommen. Mir ist es wichtig, Gedanken von außenstehenden zu hören...aber erst einmal von ganz vorne.
Bis vor knapp 2 Jahren war ich mit meiner Expartnerin zusammen. Wir waren vor unserer Beziehung bereits sehr gut befreundet und sie war auch meine große Liebe. Mit der Zeit hat sich jedoch ziemlich der Trott eingeschlichen...wir waren beide beruflich sehr eingespannt (und ich so gar nicht glücklich mit dem Job) und haben es irgendwann nicht mehr geschafft, den Stress auch auf der Arbeit zu lassen.
Entsprechend waren Müdigkeit, miese Laune und der Wegfall der Sexualität irgendwann die Konsequenz. Zum Ende der Beziehung haben wir beide festgestellt, dass uns beiden einiges fehlt und haben (primär auf ihren Wunsch) hin, die Beziehung geöffnet. Nicht nur sexuell, sondern natürlich auch emotional. In der Zeit haben wir emotional zumindest wieder mehr zueinander gefunden, aber sexuell spielte es sich bei beiden eher extern ab.
Sie hatte Bedürfnisse (im BDSM Bereich), die ich ihr nicht erfüllen konnte. Zum einen kann ich mich nur begrenzt damit identifizieren, zum anderen kann sie es nicht mit jemandem ausleben, zu dem sie eine starke emotionale Bindung hat. Für sie ist ist die Auslebung ihrer devoten Seite "ein kleiner Urlaub", da sie eine Führungsposition in einem Männerdominierten Unternehmen hat und dort entsprechend dominant auftreten muss, um als Frau ernstgenommen zu werden. Nach vielen Gesprächen mit ihr, verstehe ich auch ihre Sichtweise.
Verstehen heißt aber nicht, dass ich damit klargekommen bin. Die Nächte, in denen sie weg war, waren die Hölle für mich - und das obschon ich ja auch selber die Freiheit hatte andere Leute zu daten und Dinge auszuprobieren (und diese genossen habe). Nichtsdestotrotz habe ich trotz vieler schönen Erfahrungen auch die Gewissheit bekommen, dass ich diese Art der Offenheit nicht brauche. Der Umstand, dass ich nicht damit klargekommen bin, dass sie regelmäßig einen anderen Mann trifft, gepaart mit viel persönlichem Frust in der Zeit hat zur Trennung geführt. Von beiden Seiten waren noch Gefühle da, aber es gab in dem Moment keine Lösung für uns.
Lange habe ich an der Trennung gelitten. Ein Jahr später habe ich eine tolle Frau kennen gelernt - auf die ich mich aber auch noch nicht einlassen konnte, weil ich mir eingestehen musste, dass ich noch nicht über meine Ex hinweg war.
Seit gut einem Jahr haben meine Ex und ich wieder regelmäßigen, freundschaftlichen Kontakt. Das war uns beiden wichtig und ist uns auch weiterhin sehr wichtig. Wir waren auch im Oktober mit Freunden noch auf Mallorca - dort haben wir uns in Partylaune auch wieder geküsst. "Was auf Malle passiert, bleibt auf Malle" war unsere Devise.
Letztes Wochenende war ich zum Grillen bei ihr. Da das Wetter ja noch sehr schön war, haben wir es uns auf ihrer Hängematte gemütlich gemacht. Je später die Stunde, desto offener die Gespräche, desto intimer die Stimmung. Es kam zu meinem absoluten Worst-Case-Szenario: Auf die ersten Küsse folgte der Sex. Es fühlte sich an, wie damals. Als die Beziehung noch in Ordnung war. So vertraut, unbeschwert. Ich machte mich aber danach auf den Weg nach Hause und verfiel erst einmal in ein großes Gefühlschaos. Einen Tag später, war es für mich aber nur noch halb so wild. Es war eine schöne Erfahrung, ganz egal, was sich dahinter verbirgt.
Dennoch war es harter Tobak für uns beide...eine Woche später, also diesen Freitag haben wir uns wieder gesehen um darüber zu sprechen. Es stellte sich raus, dass das für uns beide nicht so ganz ohne Gefühle war, aber wir beide auch nach einer Woche noch nicht so genau sagen konnten, was es ist: War es was Einmaliges, ein großer Fehler oder vielleicht der Grundstein für einen Neuanfang. Was sie mir aber eindeutig sagen konnte: Sie kann auf ihren BDSM-Sex nicht verzichten. Sie trifft sich auch weiterhin mit dem gleichen Mann, wie damals noch. Er, "Alex", hat Familie und Kinder und für sie so weit weg von einem Leben, dass sie führen möchte, dass sie Gefühle weitestgehend ausschließen kann. Sie erzählte mir ganz offen von ihren Dates, und wie diese ablaufen. Und weil die Situation noch nicht verzwickt genug war...sie war wieder genau so vertraut und intim und endete wieder im Bett. Diesmal mit Übernachtung bei ihr.
Nun mach ich mir viele Gedanken, was das zwischen uns beiden werden soll oder kann. Ich weiß nicht, ob ich mich so weit öffnen kann, dass ich ihr diese Offenheit gewähren kann. Ich weiß aber, dass ich seitdem deutlich entspannter bin, da ich zwischenzeitlich auch den Job aufgegeben habe und wieder Spaß an dem habe, was ich gerade mache und noch machen möchte. Denn auch das war nicht so ganz selbstverständlich für mich: Ich habe proaktiv meinen Job gekündigt, obschon ich damit meinen ganz großen Angstgegner - die Arbeitslosigkeit - quasi selbst heraufbeschworen habe. Aber es geht mir mit der Entscheidung unglaublich gut und ich bereue sie keine einzige Sekunde. Vielleicht sollte ich dem anderen Angstgegner "offene Beziehung" auch eine Chance geben? Vielleicht schafft er es aber auch, mein aktuelles Stimmungshoch wieder runter zu pushen?
Welche Gedanken habt ihr dazu? Würdet ihr einen 2. Anlauf wagen? Warum (nicht)? Meine Gedanken drehen sich jedenfalls im Kreis...
Euer HHMD