Vielen vielen Dank für die lieben Antworten!
Ich versuche mal so gut es geht alle Fragen zu beantworten, ich hoffe, ich vergesse niemanden
😉
Kommt darauf an , was im Arbeitsvertrag steht.
Im Arbeitsvertrag steht, dass ich als Sozialpädagoge eingestellt bin, Zuständig für den Betreuungs- und Pflegedienst. Was genau die Aufgaben in diesen Bereichen sind, sind nicht schriftlich vereinbart. Im Bewerbungsgespräch wurde aber mündlich vereinbart, dass ich nicht in die Pflege gehe und "nur" die täglich anstehende Pflegesituation begleite (Zähneputzen, Duschbegleitung mit Anleitung, Rasieren usw.). Das war für beide Seiten ok.
aber einem aber vor dem FSJ immer gesagt wird du musst sagen wenn du was nicht machen willst .... haha).
Ja, das kenn ich zu gut... Mein FSJ habe ich damals, vor der Ausbildung, auch im selben Haus gemacht. Dort wurde ich auch immer wieder in die Pflege gedrängt, ohne es zu wollen. Als FSJler konnte ich mich gegen die komplexe Pflege weigern, jetzt, mit einer Ausbildung im Rücken, geht das nicht mehr. Von allein Seiten entsteht mittlerweile der Druck, alles zu können. Dann sollen die doch direkt Pflegekräfte einstellen? Ach ne, halt. Es gibt ja kaum noch welche. Welch Ironie, dann nehmen wir halt Menschen, die für was anderes eingestellt worden sind und machen es ihnen mit Druck schmackhaft, ob sie wollen oder nicht (?!).
Was ich gut verstehen kann ist das der Wechsel von den Personen die du betreut hast nun mit anderen Aufgaben zusammen hängt ... [...]
Pflege gehört zu dieser Wohnheimarbeit dazu, auch wenns nicht die hochwertigste ist wie eine richtige Pflegerin, aber die Basics sind meißtens okay und es gibt dazu auch Fortbildungen.
Ja, ein Wechsel findet immer statt. Ich wurde jedoch einfach hinein geworfen, der Dienstplan wurde so geschrieben, dass ich in der Pflege sein muss, statt mit meinen gewohnten Menschen zu arbeiten. Ihr müsst euch das so vorstellen:
von jetzt auf gleich in eine andere Abteilung auf der Arbeit versetzt zu werden. Ihr müsst plötzlich Aufgaben erledigen, die ihr noch nie zuvor gemacht hab (Stomaplatten wechseln). Ich kam mir vor, wie ein Kind, das gerade in den Kindergarten kommt. Es weiß nicht, was zu tun ist und wie das ganze abläuft. Eine Fortbildung hab ich nie bekommen. Ich stand also vor einer ganzen Gruppe Menschen, die ich A überhaupt nicht kannte und B nicht wusste und aktuell auch immer noch nicht weiß, wie ich mit ihnen umgehen muss (pflegerisch). Das finde ich den Menschen, die dort wohnen, nicht fair. Bisher habe ich mich geweigert und andere Kollegen mussten diese Aufgaben für mich übernehmen. Ich habe zwar mit drüber geschaut, aber wie gesagt, ich traue mir das nicht zu. Meine Kollegen sind sauer auf mich (verständlich), ich fühle mich schlecht deswegen und habe Schiss, was falsch zu machen...
Dann müsstest du doch eigentlich erst nochmal eine Ausbildung in der Pflege machen oder?
In meinem Fall auf jeden Fall, ich habe wie gesagt absolut keinen Plan, wie das alles geht. Ich kann die Menschen nicht "richtig" aus dem Rollstuhl heben, weil ich nicht weiß, wie diese angefasst werden müssen mit ihrem speziellen Behinderungsbild (Glasknochen). Ich habe so einen Druck der mich echt zum Heulen bringt...
🙁
Du solltest den Chef einfach mal fragen, ob das vom Arbeitsrecht her abgedeckt ist. Zumal wenn es Fachkraftarbeiten sind, nicht nur Hilfsarbeiten, und deshalb die notwendige Kompetenz fehlt.
Das werde ich machen, vor allem weil meine Aufgaben gar nicht "richtig" im Vertrag aufgelistet worden sind (siehe erste Antwort). Falls man mit meinem Chef nicht reden kann, schalte ich die Heimaufsicht ein und frage da mal, bzw bei der Mitarbeitervertretung.
Behindertenwohnheime stellen alles mögliche ein .... an erster Stelle Heilerziehungspfleger, Altenpfleger, sonstige Pflegeausbildungen .... aber auch Erzieher, Sozpäds, Sozialarbeiter, Pädagogen, Quereinsteiger, Leute ohne Ausbildung ... gut muss mir ja niemand glauben ich weiß es ja wohl am besten hier 😀 !
Ja das ist es wirklich. Kann ich nur bestätigen, aber wir haben die Aufgaben mündlich besprochen. Ich finde es nicht gut, dass ich immer wieder dazu gedrängt werde... dann hätten die auch einen anderen einstellen können.
Ich möchte als Behinderter oder Schwerkranker nicht von einer Person gepflegt werden, die sich ekelt, oder die sich das pflegerische nicht zutraut und einfach auch nicht will. Und ich verurteile das auch nicht, dass man das nicht kann oder will.
Ich möchte es auch nicht, ich schäme mich wirklich dafür, wenn ich an einem Menschen "rumhantiere" und gar keine Ahnung habe. In der Pflege nehmen es die Leute mit "Humor" und ich bin ihnen unendlich dankbar, wir lachen viel, brauchen dann auch viel länger als eine professionelle Pflegekraft. Innerlich schäm ich mich aber, ich habe es probiert, aber es ist definitiv nicht das, was ich machen möchte.
Die Arbeit in solchen Wohnheimen besteht aus Multidisziplinären Teams also aus Fachkräften aus verschiedenen Bereichen. Deswegen gibt es meistens nicht nur Leute die eine Fachspezifische Ausbildung in Richtung Pflege habe. genauso wie behinderte Menschen nicht nur gepflegt werden müssen brauchen sie ja auch Leute die sie im Alltag begleiten und beraten können.
Genau so sollte es sein, wir haben "genug" Mitarbeiter, die in die Pflege gehen können. Genauso gut haben wir viele Sozialarbeiter /Helpädagogen/ etc. die die Betreuung übernehmen können. Jetzt wird aber alles in einem Topf getan, damit man Mitarbeiter einsparen kann, noch Weniger auf noch mehr Menschen, die versorgt werden müssen...Wir haben alle über 100 Überstunden, manche Kollegen werden dann rausgeplant um diese Überstunden abzubauen und dann passieren solche Dinge wie jetzt... jeder muss überall aufhelfen können. Aufhelfen ist aber nicht gleich aushelfen, sondern wirklich Dienste übernehmen. Dienste, die eigentlich für eine Pflegefachkraft ausgelegt sind. Und wie sieht das dann oben aus, bei den Leuten, die ich betreue? Ich bin dann unten, brauch ca. das 4 fache an Zeit in der Pflege, und oben können die Leute noch nicht mal in Begleitung Zähne putzen. Oder Duschen...oder überhaupt Essen, wenn sie hunger haben...