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Zur Pflege gezwungen

Kuromio

Neues Mitglied
Hallo ihr Lieben,

ich habe Angst, erkannt zu werden und halbe deshalb einen neuen Account erstellt. Meine Arbeitsstelle darf davon nichts wissen...Ich weiß aktuell nicht weiter und erhoffe mir, ein paar Infos und Meinungen von euch zu hören. Nun zu meiner Geschichte:

Ich arbeite im Moment in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Meine Ausbildung habe ich vor ein paar Jahren als Sozialpädagoge abgeschlossen. Ich war immer sehr zufrieden mit meiner Arbeitsstelle, im Großen und ganzen konnte ich sagen, dass ich glücklich war. Nun hat sich aber seit ein paar Monaten (ca. 4 Monate) alles grundlegend geändert. Eine räumliche Umstrukturierung wurde vorgenommen, in das 1. OG wurden Bewohner und Bewohnerinnen verlegt, die viel Pflege benötigen. In das 2. und 3 OG sind die Bewohner eingezogen, die ich immer betreut habe. Pflege hat bei diesen Menschen nie eine große Rolle gespielt (eine Anleitung zum Duschen, Morgenpflege usw. reichte und reicht auch immer noch). Ich habe mich nie in der Rolle einer Pflegekraft gesehen.

Mein Chef zwingt meine Kollegen und mich nun in die Pflege zu gehen. Jeder soll überall aushelfen können, d.h ein Sozialpädagoge MUSS auch Pflege übernehmen können, obwohl diese nicht Teil des Berufsfeldes ist. Ist das so? Muss ich das? Ich weiß es nicht mehr....
Seit Monaten zwingt mich nun der Chef in die Pflege zu gehen, Menschen zu versorgen und es überfordert mich. Ich möchte das nicht machen, ich habe mich, wie gesagt, nie in der Rolle der Pflegekraft gesehen. Statt Förderung und Begleitung zur Selbstständigkeit wechsel ich nun Stomaplatten und sauge Tracheostoma ab. Dabei könnte ich was k... (bitte nicht falsch verstehen, ich liebe euch Pflegefachkräfte. Ich kann es wirklich nicht sehen. Nach Feierabend breche ich regelmäßig in Tränen aus weil es mich überfordert, solche Dinge zu machen).
"Jeder soll überall aushelfen können" - wenn Not am Mann ist, tue ich das gerne. Es ist jedoch meine Daueraufgabe geworden. Es macht mich so unendlich traurig...

Muss ich sowas denn machen? 🙁

LG
 
Kommt darauf an , was im Arbeitsvertrag steht.

Aber an Deiner Stelle würde ich mir was anderes suchen.
 
Deine Frage sollte sein: Was springt finanziell dabei raus?

Dann müsstest du eigentlich auch 50% mehr verdienen (mind., du machst ja auch eine Ausbildung dazu, weil du es ohne nicht machen darfst). Wenn das nicht drin ist, dann kannst du damit argumentieren.

Müsstest du die Tätigkeiten ungelernt verrichten, kannst du argumentieren, dass du das nicht darfst.
 
Hallo Kuromio!

Ich kenne mich in diesem Bereich sehr gut aus und in solchen Verträgen steht meistens drinnen, dass man solche Aufgaben übernimmt. Wo ich den Tread sah dachte ich zuerst, es wäre eine FSJlerinn die zu so einer Tätigkeit gezwungen wird, weil so jemand MUSS das nicht machen ... da passiert es aber dann oft das diesen Leuten gekündigt wird (und kaum jemand interessiert es ... weil Mitarbeiter so jemanden dann als Hindernis betrachten ... einem aber vor dem FSJ immer gesagt wird du musst sagen wenn du was nicht machen willst .... haha).

Was ich gut verstehen kann ist das der Wechsel von den Personen die du betreut hast nun mit anderen Aufgaben zusammen hängt ... wenn da die Beziehungen zu den anderen Mitbewohnern noch unbekannt sind oder nicht so einfach zu gestallten oder auch die Kommunikation hinkt.
Pflege gehört zu dieser Wohnheimarbeit dazu, auch wenns nicht die hochwertigste ist wie eine richtige Pflegerin, aber die Basics sind meißtens okay und es gibt dazu auch Fortbildungen.

Das du vorher nie Pflege machen musstest und nur Anweisung ist echt eine Seltenheit.
Pflege ist zwar in so einem Studium vom Unterricht her nicht enthalten, aber man kann ja in gewissen Schwerpunkten Praktikas machen, und da gibt es auch manchmal so Punkte wie Wohnheimarbeit etc. Von daher gehört das schon dazu .... es geht ja nicht um die komplexe Pflege sondern wie du selber weißt um tägliche Pflegesituationen die selbst ein Mensch ohne Pflegeausbildung beherrscht (Zähneputzen, Haare kämen, Gesicht waschen, Duschen etc.)

Ich finde es aber total richtig das euer Chef verlangt, dass ihr ALLE die selben Tätigkeiten erledigen müsst ... ich kenn das nämlich auch so das gewisse Leute sich da auch ausklinken konnten und machen durften was sie wollen (aber nicht in Bezug auf Pflege). Ich vermute auch das ihr einen sehr fairen und guten Chef habt, denn dieser möchte das es den Bewohnern gut geht und jeder die Aufgaben im Notfall übernehmen kann. Ich kannte auch schon Chefs denen das scheiß egal war, was mit den Bewohnern passiert! Wenn sich Mitarbeiter verweigern solche Aufgaben zu übernehmen wäre das der fairste Kündigungsgrund den er euch oder dir geben kann!

Behinderte Menschen sind auf Hilfe angewiesen ... wenn man sich vor Pflege ekelt (und es gehört finde ich irgendwie zum Leben dazu sich um Mitmenschen zu kümmern), dann wirst du in Behindertenwohnheimen keine Chance haben.
Ich fand gerade die Abwechslung mit etwas Pflege im Alltag eigentlich ganz angenehm, es kommt auch immer darauf an wie man so eine Pflege Situation mit einem Bewohner gestaltet sowohl für Bewohner als auch einen selber. Man kann zB das Radio anmachen oder nebenbei mit den Leuten reden was sie beschäftigt oder kleine Späßchen machen etc.

Ich hatte aber auch mal eine Situation wo ich "unzufrieden" war und dachte "auf was hab ich mich eingelassen" als ich zum ersten mal eine Person mit Polsterkissen etc. lagern musste. Doch nach paar Wochen hatte ich es raus und hab dies besser gemacht als manch andere ~ Unangenehm war mir eben, dass ich nicht wusste ob ich das angemessen genug mache da ich sowas vorher nie machen musste.

Such dir wirklich etwas anderes wenn du das mit deinem Gewissen nicht vereinbaren kannst einen Menschen zu Pflegen ~ .... denn das ist weder für dich noch den Bewohner angenehm.
Bitte nicht persönlich nehmen aber Pflege gehört auch in solchen Einrichtungen dazu. Such dir ansonsten etwas ohne Pflege und denk trotzdem über alles noch einmal nach!
 
Ich kenne mich in dem Bereich nicht aus, aber ich weiß das ein Sozialpädagoge so gar nichts mit Pflege am Hut hat. Und ich finde es auch nicht richtig, dass jemand der keine Ahnung von Pflege hat, diese übernehmen soll.
Ob du das musst und ob du das überhaupt rechtens ist, kann ich mir nicht vorstellen. Aber schau mal was in deinem Vertrag steht. Oft steht da, das man andere zumutbare Aufgaben übernehmen muss. Wobei ich Pflegerische Tätigkeiten da wohl ausschließen würde. Dann müsstest du doch eigentlich erst nochmal eine Ausbildung in der Pflege machen oder?
 
Nein, pflegerische Tätigkeiten gehören nicht zum Aufgabenbereich eines Sozialpädagogen und Du solltest Dich da auch nicht reinzwingen lassen. Zumal die Tätigkeiten, die Du beschreibst, Fachkraftarbeiten sind, die Kompetenzen erfordern, die Du nicht hast. Das darf die Einrichtung gar nicht.
 
Du solltest den Chef einfach mal fragen, ob das vom Arbeitsrecht her abgedeckt ist. Zumal wenn es Fachkraftarbeiten sind, nicht nur Hilfsarbeiten, und deshalb die notwendige Kompetenz fehlt.
 
Nein, pflegerische Tätigkeiten gehören nicht zum Aufgabenbereich eines Sozialpädagogen und Du solltest Dich da auch nicht reinzwingen lassen. Zumal die Tätigkeiten, die Du beschreibst, Fachkraftarbeiten sind, die Kompetenzen erfordern, die Du nicht hast. Das darf die Einrichtung gar nicht.

Und vor genau diesem Hintergrund sollte der TE sich an die Heimaufsicht wenden und nachfragen, ob die Vorgehensweise der Heimleitung so korrekt ist.
 
Behindertenwohnheime stellen alles mögliche ein .... an erster Stelle Heilerziehungspfleger, Altenpfleger, sonstige Pflegeausbildungen .... aber auch Erzieher, Sozpäds, Sozialarbeiter, Pädagogen, Quereinsteiger, Leute ohne Ausbildung ... gut muss mir ja niemand glauben ich weiß es ja wohl am besten hier 😀 !

Kannst gerne bei Leuten nachfragen bei deinem Träger aber du wirst definitiv nicht lange dort bleiben~ ... das würde in Richtung Arbeitsverweigerung gehen!

Das einzige was ich mir vorstellen kann was du versuchen solltest ... frag ob du in die Gruppe wechseln kannst bzw zu den Bewohnern mit denen du gearbeitet hast! Aber denk dran ... auch diese Leute werden älter und benötigen irgendwann Grundpflege!

Für spezielle Fälle werden sogar auch externe Kräfte also ambulante Dienste beauftragt zB bei der Versorgung von einem Dekubitus. Und wie gesagt Träger bieten auch extra Fortbildungen für alle Mitarbeiter an wo man gewisse Pflege-Basics lernen tut.
 
Tracheal absaugen ist kein pflegerisches „Basicwissen“.

Nur, weil das Träger so machen, ist es noch lange nicht richtig. In Pflege und Medizin darf man gar keine Tätigkeiten ausführen, die man nicht gelernt hat und die man sich nicht zutraut. Das gehört zur Durchführungsverantwortung eines jeden Mitarbeiters dort. Im Schadensfalle kann man sogar haftbar gemacht werden, wenn man nachweislich und wider besseren Wissens Dinge ausführt, die man nicht beherrscht.

Das ist keine Arbeitsverweigerung. Der Träger hat im Rahmen seiner Organisationsverantwortung dafür Sorge zu tragen, dass nur dafür qualifizierte Personen entsprechende Tätigkeiten ausführen.
 

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