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Zu stolz - oder nicht stolz genug?

  • Starter*in Starter*in Leah
  • Datum Start Datum Start
Hallo Hazel,

recht hast du, die Sache mit dem Stolz ist komplizierter als man denkt.

Hazel meinte:
Was tun? Sich anpassen an die Maßstäbe anderer oder seine eigenen beibehalten?
Seine eigenen beibehalten und sich nicht beim neidisch sein erwischen lassen... ;-)

Es gibt also diese eine Form von Stolz, die man besser als 'Selbstachtung' bezeichnet. Die Selbstachtung gibt sich jeder selbst und sie ist nicht von irgend einer Leistung abhängig und wer sie sich von anderen nehmen lässt, ist selber schuld. Ich weiß, das ist in der Praxis manchmal verdammt hart, aber so ist das nunmal. Ich denke auch nicht, dass es möglich ist, durch "zu viel Selbstachtung" sich über andere hinwegzusetzen; sich für etwas besseres zu halten oder nur an sich zu denken. Denn unter Selbstachtung verstehe ich, dass man seine Stärken UND Schwächen kennt und sich daraus ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt.

Nur wer ein hohes Selbstwertgefühl hat, kann sich unbeschadet Fehler eingestehen und hat es auch nicht nötig, mit anderen zu konkurrieren mit dem Ziel, sein Selbstwertgefühl aufzuwerten.

Und wie ich schon mal schrieb, bleibe ich dabei, dass man, um sich tatsächlich stolz zu fühlen, zuvor eine Leistung erbracht haben muss. Wo kämen wir da hin, wenn man jetzt schon auf's faulsein stolz sein dürfte?! Aber muss sich jemand, der grad mal nichts tut, deshalb wertlos fühlen?
Ist ein Auto wertlos, sobald man es auf dem Parkplatz abstellt?

Viele Grüße,
Jens
 
Selbstachtung würde ich nicht als eine Form von stolz bezeichnen. Nach meinem Verständnis ist Stolz eine Sache und Selbstachtung eine andere.
Selbstachtung hat meines Wissens was mit Würde zu tun. Sich selber achten können sich bewusst sein keine zu negativen Eigenschaften zu besitzen.
Selbstachtung lässt mich ein gutes Gewissen haben und sorgt dafür dass man sich nicht schämen muss.
Selbstachtung kann man nicht in verschiedene Level ausrichten wie viel/zu viel oder wenig/zu wenig. Da gebe ich Jens recht entweder man hat Selbstachtung oder man hat keine Achtung mehr vor sich selbst weil man die eigenen Fehler für zu schwerwiegend hält.
Allerdings tu ich mich schwer bei dem Gedanken den Menschen mit einem Auto zu vergleichen. Wobei....wenn man ein Auto zu lange rumstehen lässt verliert es ganz sicher an Wert.
P.S. zu den Maßstäben die legt jeder für sich selber das bedeutet aber auch dass man sich nicht mit anderen vergleichen muss denn jeder hat ein anderes Geschick und andere Umstände.
 
Hi Puma,

was mich so fasziniert hat?
Nun, Dein Begriff von Stolz ist nicht nur für die "Sieger", sondern für alle. Sich zu fein zu sein mal niedrige Arbeit zu erledigen, ist auch für mich kein Stolz, sondern reine Abgrenzung und Ausgrenzumd von auch notwandigen Dingen. Meiner Meinung nach bedeutet Stolz zu sein, zu sich zu stehen und nicht über den anderen oder versehendlich auch über sich selbst zu stehen. In letzterem Fall überschätzt man sich und das kann einen dann mal echt alles kosten, auch den gesunden Stolz, den jeder braucht um zu überleben.

Deine Interpretation von Stolz kann sich eben sehen lassen, weil sie Inhalt hat. Daher war ich so berührt.

Lieben Gruß
von Annalina
 
Du hast von Grenzen gesprochen. Davon sehe ich auch unendlich viele. Ungerechtigkeit zieht eine der härtesten Grenzen. Wenn einer Geld hat, kann er sich immer Gesundheit leisten, genug essen und einen Rechtsanwalt, wenn er angezickt wird. Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln stehen ständig vor Grenzen, kommen nicht vorwärts, haben eher das Gefühl rückwärts zu gehen.
Zu viele Grenzen machen einen Menschen klein vor sich selbst und auch vor anderen.
Zu wenig Grenzen machen einen Menschen manchmal hochmütig.

LG, Annalina
 

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