Guten Tag Benni,
erst einmal vielen Dank für die Antwort und ich muss Dir ein Kompliment machen. Du bist, im Gegensatz zu vielen Leuten, sehr geradeheraus und konsequent. Du weißt, wo Deine Stärken und Interessen liegen und was Dir Spaß macht, und Du hast sogar - wovor die meisten Typen wahrscheinlich zurückschrecken würden - versucht, einen Termin beim Psychologen zu bekommen. Das ist für meine Begriffe ziemlich reif und nötigt mir einigen Respekt ab.
Die 2 Mädchen habe ich als Extremwerte genommen, hatte aber auch einen in der Klasse der wollte bei einer Gruppenarbeit (vom Lehrer eingeteilt) überhaupt nicht mitmachen und hat mich grundlos vor der ganzen Klasse+ Lehrer beleidigt und meinte ich wäre nichts Wert (hab bis heute immer noch einen Hass auf ihn und wäre fast das erste mal gewesen das ich jemanden geschlagen hätte)
Mei, mit solchen Typen ist man halt immer irgendwie zusammen. Glücklicherweise hatte ich solche konkreten Probleme nicht, weil andere Schüler in der Schulzeit mich zwar in der Regel hassten, aber auch Angst vor mir hatten. Insofern wäre eine solche Gefühlsregung zu "mutig" gewesen.
Du sagst, Du habest heute noch Hass auf ihn - wie äußert sich der denn? Also dass Du halt dieses Empfinden hast, wenn Du daran denkst, oder aber blockiert Dich diese Situation bis heute? Wenn ja, dann solltest Du Dir vielleicht die Frage stellen, ob es verhältnismäßig ist, einem Dir unbekannten Dummkopf so viel Macht über Dich zu gewähren.
Habe als Ziel eine Ausbildung zu bekommen um später studieren zu können, nebenbei will ich mir ein soziales Netzwerk aufbauen
Das ist doch zumindest eine Perspektive, auf die es sich hinzuarbeiten lohnt. Wenn Du zwischendurch viel "Freizeit" hast, könntest Du doch z.B. auch in eine Universität in Deiner Gegend als Gasthörer gehen, und Dich ein bißchen vorbilden. Ich glaube, das ist an einigen Unis möglich. Auch so kann man evtl. schon lose Kontakte knüpfen. Aber das ist ja nicht die Hauptsache, sondern dass Du schon mal in die Disziplin, die Dich interessiert hineinschnupperst.
Hab bei mehreren Psychologen angerufen und die sind alle voll(Warteliste)
Manche sind auch so schon voll genug, aber egal... *räusper*
Ja, die Problematik ist mir bekannt. Erst einmal ist auch nicht jeder erstbeste Psychologe für jedes Problem so geeignet, das kommt noch mit dazu. Was ich Dir empfehlen könnte ist, innerhalb der Geschäftszeiten den Psychotherapie-Informationsdienst ( Internet-Adresse:
Psychotherapie-Informations-Dienst - Startseite und Überblick ) zu kontaktieren (Tel.: 030-209 16 63 30), dort kann man Dir 1.) dahingehend helfen, welche Therapieform für Dich ggf. geeignet ist und 2.) wo in Deiner Region es einen solchen Therapeuten gibt. Das umgeht sicherlich nicht das Problem der Warteliste, aber vielleicht wird Dir ja dort ein Fachmann genannt, der durch Zufall etwas weniger überlaufen ist.
Wenn das alles nicht fruchtet, kann u.a. auch der Besuch bei einer Beratungsstelle nicht schaden. Adressen dazu in Deiner Gegend bekommst Du u.a. von der Telefonseelsorge, aber auch mit einer Suchmaschine Deines Vertrauens. Sicherlich sind diese Beratungsstellen immer auch eine Glückssache - es gibt auch hier sehr fähige und weniger fähige Sozialarbeiter, aber ich kenne einige Fälle, wo eine langfristig angelegte Beratung schon den Effekt erzielt hat, dass der Klient ein besseres Empfinden für sein Problem bekommen hat und sich einiges geändert hat. Auch das wäre ins Auge zu fassen, wenn Du mutig genug bist, dort aufzulaufen und über Dein Problem zu sprechen - aber wenn Du ohnehin schon mit dem Gedanken gespielt hast, einen Psychologen aufzusuchen, habe ich da keine Bedenken.
Denn, um das auch nochmal ganz deutlich zu sagen; objektiv betrachtet, hast Du keine großen Probleme. Ich bezweifle im Übrigen auch, dass Du im psychopathologischen Sinne krank bist; sicherlich kann man dies nie zu 100% via Internet sagen, aber Deine Selbstwahrnehmung scheint hauptsächlich durch Ablehnung in der Jugendzeit aus der Bahn geraten zu sein. Das ist keine Problematik, die man nicht in den Griff kriegen könnte. Allerdings musst Du, am besten zusammen mit einem Psychologen, daran arbeiten, dass es keine psychopathologischen Züge annimmt; würdest Du Dich bsplw. nur noch daheim verkriechen und nach Fehlern an Dir suchen, so würdest Du Gefahr laufen, dass sich Dein Verhalten immer weiter extremisiert. Da musst Du gegen angehen, und verschiedene Ansätze dafür hast Du ja auch schon selbst gefunden.
Was Hobbies angeht; geh' vielleicht mal in Dich, ob es irgendetwas gibt, was Du gerne in einer Company machst. Da Du ja offensichtlich ein cleverer naturwissenschaftlich begabter Kerl bist, fiele mir bsplw. auf Anhieb ein Spiel ein, z.B. Poker oder Schach. Auch dafür gibt es Clubs, wo Leute gemeinsam lernen. Ansonsten - solltest Du eine Ausbildung antreten oder studieren, dann wird sich das m.E. sowieso im Laufe der Zeit ergeben. Ich bin da ehrlich gesagt sehr zuversichtlich - erst einmal scheinst Du ein sehr reflektierter Typ zu sein, und darüber hinaus bist Du nicht in einem Alter, das es einem dauerhaft erlaubt, den ganzen Tag zuhause herumzusitzen, sondern Du feilst an Deiner Zukunft - wärest Du 40 Jahre alt und hättest Dich daheim begraben, dann wäre es wesentlich schwieriger. So bin ich guter Dinge, dass sich Dein Problem, wenn sich positive Erfahrungen einstellen, von alleine in Luft auflöst.
Im Übrigen ist "Schule" auch nicht das Maß aller Dinge; wenn ich mich daran zurückerinnere, dann kriege ich heute noch das kalte Grauen. Ich will es mal ganz plakativ formulieren: Schüler haben i.d.R. mit Menschen nicht viel gemein
😉. In der Schule stellen sich bestimmte höchst unangenehme Gruppenritualverhaltensweisen ein, die man nur unter ganz bestimmten eingeengten Bedingungen (z.B. Bürojob) im Arbeitsleben wieder erlebt. Ich war nach der Schule so gruppengeschädigt, dass ich an eine Fernuniversität "geflüchtet" bin.
Deswegen würde ich Erlebnisse in der Schule auch nicht überbewerten.
ich versuche morgen mal in die Disco zu gehen und eine Frau fragen ,ob sie mit mir tanzt
Gut, erwarte davon aber nicht zu viel. Ich erinnere mich an einen Artikel, den ich vor Jahren gelesen habe, in dem eine Studie zitiert wurde aus der hervor ging, dass die meisten festen Beziehungen im Supermarkt beginnen. Die Diskothek war bei dieser Studie irgendwo weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Unabhängig davon, wie akkurat die Studie durchgeführt wurde, deckt sich das auch mit meiner Erfahrung und dem was ich so im Bekanntenkreis höre. Discos sind i.d.R. geeignet, One Night Stands zu erleben, aber darüber hinaus wird es schwieriger. Wenn Du Discos normalerweise nicht magst, dann geh' da auch nicht hin. Wichtig ist immer, dass Du Dich bei einer Tätigkeit wohlfühlst.
Solltest Du Spaß daran haben - why not?
Liebe Grüße,
Kendall