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Wutausbrüche in der Ehe

  • Starter*in Starter*in Cora
  • Datum Start Datum Start
C

Cora

Gast
Nachdem ich schon viel Beiträge in Diesem Forum gelesen habe und festgestellt habe,daß es hier sehr viele verständnisvolle Menschen gibt,habe ich Mut geschöpft und mich entschlossen,hier mein Problem einmal zu schildern,einfach um einmal die Meinung von anderen Menschen zu hören.Meine Leidensgeschichte ist lang,ich versuche,mich kurz zu fassen.Ich bin 25 Jahre verheiratet,wir haben einen fast 18 jährigen Sohn.Bevor mein Sohn zur Welt kam,habe ich Vollzeit gearbeitet,den Haushalt alleine gemacht und meinen Mann am Wochenende bei seinen beruflichen Experimenten unterstützt.Ich muß dazu sagen,daß mein Mann keine abgeschlossene Berufsausbildung hat,bis heute nicht.Er hatte aber immer wieder zum Teil auch recht gute Ideen,ist aber mit allen Projekten früher oder später gestrandet.Schon zu dieser Zeit habe ich ihm Geld geliehen und auch gebürgt.Nachdem unser Sohn auf die Welt gekommen war,habe ich mich voller Freude und Elan der Haushaltsführung und der Erz.meines Sohnes gekümmert und zwar mit allen Konsequenzen,was auch im Sinne meines Mannes war.Der Tenor war Ich mache den Außendienst,Du den Innendienst.Schon in dieser Zeit wurde entgegen seiner Äußerungen klar,daß er überfordert ist.Es sind furchtbare Sachen passiert.Wir hatte 2 Räumungsklagen,weil mein Mann Dinge versäumt hatte ,eine Hausdurchsuchung und einmal war die Steuerfahndung da,was seiner Aussage nach damals nicht rechtens war.Im Laufe der Zeit hat er es geschafft,wie auch immer, etwas Ruhe in diese Dinge zu bringen.Es ist nichts mehr vorgefallen.Das eigentliche Problem sind seine unkontrollierten Wutausbrüche.Es ist so,geht es ihm gut,ist er ein fürsorglicher Ehemann und Vater,geht es ihm schlecht,rastet er aus,schreit,tobt und beleidigt,man weiß nie,wann es einen trifft..Mittlerweile habe ich eine lange Odyssee bei diversen Erziehungsberatungsstellen,Psychotherapeuten,Neuologen(weil ich nervl.so runter bin)unzählige Gespräche mit Freundinnen und Familie hinter mir,alles ohne Ergebnis,weil mein Partner nicht mitzieht.Er behandelt unseren fast volljährigen Sohn,wie ein Kleinkind,wenn er nicht spurt,gibts Taschengeld entzug oder Internetsperre,alles einsame Entscheidungen.Er hat immer irgendwelche Frauen,die er in Lebenskrisen berät,angebl.völlig harmlos,kann man glauben oder auch nicht,auf jeden Fall haben meine Gefühle dahingehend ihn nicht interresiert,er hat fröhlich weitergemacht,ist aber selbst krankhaft eifersüchtig. Letztes Jahr habe ich nach langer Recherche herausgefunden ,daß er im Netz auf Sexseiten geht,also Kontakte und auch Puff und er gibt auch selbst Anzeigen auf.Das für mich schockierendste daran,er sucht nach TV undTS.Ich kannte seine Affinität dahingehend und habe ihm irgendwann mal gesagt,wenn es ihm so wichtig wär,soll er das ausleben,aber bitte nur mit mir,nicht alleine.Das hat er dann später als Argument verwandt,er hätte ja nur wegen mir gesucht,völlig abwegig.Wie dem auch sei,nachdem ich mich letztes Jahr trennen wollte,hat er einen völlige Zusammenbruch erlitten,von wegen,was er seiner Familie angetan hätte und was er für Fehler gemacht hätte und er bräuchte wohl ne Therapie.Drarufhin,habe ich mich erweichen lassen.Bei der Therapie war er genau 2 x .dann hat er mir mitgeteilt,er verträgt die Medikamente nicht und außerdem brauche er das eh nicht.Die Paartherapeutin sagt zu ihm sie kommt nicht an ihn ran,er geht raus und sagt siehst Du,ich habe recht.Er hat es sogar nochmal fertiggebracht,was ich ihm nachweisen konnte ein Date zu verabreden und alles mitzunehmen,was man 👎so braucht,angeblich hätte ihn das nur mal gekickt zu sehen,ob so ein Treffen wahr werden kann,er wäre wenn jmd.da gewesen wäre,eh wieder gegangen.Nachdem nun wieder mal die Situation eskaliert ist und er gedroht hat,meinen Sohn rauszuschmeißen,bin ich jetzt dabei,mir eine Wohnung zu suchen.Gibt es hier einen Menschen,der noch glaubt,daß diese Ehe bestand haben könnte???
 
A

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Re: Wutausbrüche in der Ehe
Hallo Cora,

oh Gott, das ist ja schrecklich.
Martyrium pur.
Ich schäme mich über meine eigenen Unglücksbekundungen, wenn ich das lese.

Diese Ehe hat für mich (auch wenn es vielleicht nicht produktiv ist, derartige Pauschalurteile zu fällen- aber es geht ja um Dich, nicht um Deinen Mann) nie einen Sinn gemacht, so wie ich das lese.
Keine Ahnung, ob Dein Mann Neigungen hat, die er sich selbst vorenthält, nicht ausleben läßt- vielleicht daher seine Aggressionen. Keine Ahnung, es ist für Dich auch nicht wichtig.

Du mußt ihn nicht verstehen.
Und Du kannst ihn nicht retten. Aber Dich, Dich kannst Du retten. Und Deinen Sohn vor weiteren Eskapaden schützen.
Dein Sohn sollte, auch wenn es relativ spät ist, nicht auch noch von der destruktiven Art Deines Mannes zerrieben werden, so wie Du.
Dein Mann hat kein Recht dazu, sich aufzuspielen wie ein Despot. Mach Dir das klar. In einer Ehe sollten beide Partner gleichberechtigt sein. Du bist nicht hierarchisch untergeordnet und er darf allein bestimmen, was mit Eurem Sohn geschieht.

Du leidest darunter. Er nimmt keine Rücksicht auf Dich oder auf die Famlile.
Er geht leichtsinnig mit allem um - Geld, Vertrauen, Liebe.
Er weiß, daß Du ihm zur Seite stehst und deshalb vertröstet er Dich, holt Dich mit fadenscheinigen Ausreden zurück.
Knack das Muster, für Dich selbst.
Erkenne, daß er das alles, all die Nettigkeiten, für sich selbst macht, damit Du bei ihm bleibst, aber nicht für Dich. Auch wenn es hart ist.

Du hilfst ihm, den Schein einer bürgerlichen Familie aufrecht zu halten.
Und er lebt im Geheimen andere Bedürfnisse aus.
Was ist mit Dir? Wo kommst Du in seinen Gedanken vor? Wo nimmt er Rücksicht? Die Therapie wäre ein Ansatz gewesen, Dir etwas zurück zu geben, indem er sich den Problemen gestellt hätte, zugegeben hätte, daß eben nicht "alles in Ordnung" ist. Du gibst Dich selbst auf, wenn Du Dich derart quälst.

Solange er keine Hilfe annehmen will, kannst Du ihm auch nicht helfen.
Er muß seine Probleme zulassen und sich eingestehen. Das wäre der erste Schritt für ihn.
Dazu kannst Du ihn aber nicht bringen, das muß er allein tun.
Und ich bezweifle, daß Du daneben sitzen und warten willst, was als nächstes passiert.

Denk an Dich und überlaß ihn sich selbst.
Sei stark für Deinen Sohn und hilf auch Dir damit.
Es ist nie zu spät für Dich, glücklich zu werden.
Was meinst Du, was für schöne Dinge es zu entdecken gibt.
Nimm Dein Leben und lebe es für Dich, und nicht länger für ihn.


Ich wünsche Dir viel Kraft und daß Du auf Deinem Weg immer die Sonnenstrahlen sehen kannst,

Frida
 
Hallo,Frieda.Ich danke Dir,für Deine aufmunternden Worte.Das tut wirklich gut.Eigentlich weiß ich das schon alles selbst,was Du da schreibst und ich würde es auch jedem anderen raten.Wenn man in so einer Situation gefangen ist,spielen Herz und Verstand gegeneinander.Ich habe jetzt nach so langer Zeit erst gemerkt,daß das ein Lernprozess ist,den man nicht beschleunigen kann.Ich habe die ganze Zeit das Gefühl gehabt,vielleicht sehe ich irgendwas schräg,deshalb ist es mir so wichtig,andere Meinungen zu hören.Aber alleine die Tatsache,daß mein Mann mit niemand richtig auskommt und nicht einen einzigen Freund hat,spricht ja eigentlich schon für sich.Vielen Dank noch einmal,für die Zeit,die Du Dir für mich genommen hast...
 
Hallo Cora,

dafür muß man sich nicht bedanken.

Wenn ich daran denke, wie viel Zeit sich andere schon für mich und meine verkorkste Beziehung genommen haben. Und immer wieder mit Engelsgeduld zugehört, auch wenn ich nur das gleiche erzähle, wie einen Tag zuvor. In Geld könnte ich das nicht aufwiegen.
Aber es ist schön, wenn man auch mal einem anderen Mut machen oder einen Rat geben kann.

Ja, ich weiß selbst, daß man leider nicht alle Dinge, die einem der Verstand sagt, die ganz logisch, ja zwingend, erscheinen, sofort umsetzen kann.
Es ist wohl ein langer Prozeß - aber ich hoffe immer darauf, daß am Ende der Selbsterhaltungstrieb siegt.
Es ist schwer, wenn man wie Du (und leider auch ich) bereit ist, einem anderen Menschen alles zu geben, ohne auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Ich hoffe so, daß Du nach so langer Zeit, die Du Dich abgemüht hast, für diesen Mann, den Schlüssel in die Freiheit, den Du in Dir trägst, benutzt, um Dich loszumachen.

Sei stark, Du bist schon so weit, indem Du erkennst, was schief läuft und den Gedanken zuläßt, daß es wahrscheinlich nicht besser wird.
Du mußt nur noch den letzten Schritt tun.

Dir alles Liebe,

Frida
 
Liebe Frieda,das kenne ich auch,mit den stundenlangen Gesprächen,die sich immer nur um das eine Thema drehen und man dreht sich im Kreis.wenn ich jetzt nicht irgendwas unternehmen,werde ich auch bei meiner Familie und meinen Freunden und vor allem bei meinem Kind unglaubwürdig.Das könnte ich mir nicht verzeihen.Noch während ich Dir hier schreibe,rennt mein Mann durch die Wohnung und schlägt vor lauter Zorn ständig alle Türen zu,obwohl ich ihm schon seit Tagen aus dem Weg gehe.Ich habe oft richtig Angst vor ihm,weil ich nicht weiß,zu was er in seiner Verzweiflung und seiner Wut noch fähig ist.Bis jetzt waren es immer "nur"Schreiereien ,Türgeknalle und Bestrafungsaktionen,einschließlich Geldentzug und mir keinen Zugang zu meine Kleidern zu gewähren.Aber alleine das ist ja schon ungeheuerlich genug....
 
Hallo Cora,

das ist wirklich ungeheuerlich. Mehr als das.

Hast Du in Deiner Stadt/Nähe keine Anlaufstelle?
Kannst Du nicht zeitweise, bis Du was gefunden hast, zu Deiner Familie oder Freunden ziehen?

Wenn Du nicht mehr weißt, zu was Dein Mann fähig ist - das ist doch ein unhaltbarer Zustand.
Und Du mußt ihn, zu Deinem eigenen Schutz, so schnell wie möglich beenden.

... Zugang zu Deinen Kleidern verwehrt... tssss... was denkt der Mann? Daß Du sein Eigentum bist? Das ist echt abgedreht.

Zieh die Notbremse. Am besten, geh, wenn er nicht da ist. Wer weiß, wie er reagiert, wenn er wirklich merkt, daß es Dir ernst ist. besser, er ist dann nicht zugegen.

Ich hoffe, Du findest den Mut.
Und, nur daß Du es weißt, mir erscheinst Du keineswegs schwach. Vielleicht hat Dein Mann Dir immer das Gefühl gegeben, daß Du ihn brauchst, um Dich gut zu fühlen.
Die Cora die mir hier begegnet, braucht ihn nicht mehr.


Ich schicke Dir Gedanken der Stärkung,

Frida
 
Weißt du,Frieda.das mit dem Geld und den Klamotten,das sind so Reaktionen,wenn er gar nicht mehr weiter weiß.Er kommt mir manchmal vor,wie ein Kleinkind,so wie er sich verhält.Funktioniert alles nur über Drohungen und Druck.Aber das ist natürlich keine Entschuldigung und Du hast recht,aufpassen muß ich.Bis jetzt ist es zwar noch nie zu körperlichen Ausschreitungen gekommen,aber es war schon ot davor und so unbeherrscht,wie er oft ist traue ich es ihm im Affekt auch zu.Übrigends liegst Du nicht ganz falsch,mit deiner Vermutung,ich bin schon auch eine von der Sorte,die sich wohl fühlt,wenns ihren Lieben gutgeht und wenn er dann wieder in Depressionen versinkt,hab ich immer das Gefühl,ich muß ihm helfen,er ist ja schließlich mein Partner.Aber es ist soviel passiert,das ich mich wirklich frage,ob ich aucgh vor mir selbst all die moralischen Werte,die ich so habe noch aufrecht erhalten muß.Was mich an der ganzen Geschichte noch zusätzlich so fertig macht,ist,daß ich auch viel härter geworden bin.Vieles an meiner Einstellung hat sich geändert.So wollte ich eigentlich nie sein,langsam denke ich aber,es ist überlebenswichtig...
 
Liebe Cora,

ich kenne das Problem, dass man sich gut fühlt, wenn es den anderen auch gut geht. Daß man den Menschen, die man liebt, hier und da was abnimmt, bis man unter Umständen alles allein macht. Aber dass man selbst sich auch immer wieder in die Rolle drängt, den anderen die Dinge abzunehmen.
Es ist eine gegenseitige Abhängigkeit. Du bekommst Bestätigung, für den anderen ist es bequem, so jemanden zu haben.
Die eigenen Bedürfnis können dabei schnell auf der Strecke bleiben.

Solange man glücklich ist, alles kein Problem.
Wenn man es nicht mehr ist, muß man Strategien entwickeln, sein Muster zu durchbrechen.
Ich denke mir heute noch, wenn mein Freund im Dreck leben will, soll er es eben. Das hat mich viel Überwindung gekostet. Und ist nur ein kleiner Sieg – es gibt viel mehr Situationen, in denen ich nicht so reagiere, wie es für mich gut wäre. Aber man lernt ja gottseidank dazu. Und wird stärker.
Wie Du.
Daß was Du jetzt als Härte empfindest, ist sicher Dein Selbstschutz, der sich anders nicht äußern kann. Wie auch? Liebevoll könntest Du Deinem Mann wohl kaum begegnen und ihm erläutern, wieso es nicht mehr funktioniert. Also panzerst Du Dich.
Gut so, wenn es Dir hilft, Dich nicht erweichen zu lassen, stark zu bleiben. Wenn diese Härte nicht auf alle Lebensbereiche – zum Beispiel die Beziehung zu Deinem Sohn – übergreift.

Du schaffst das.
Ich wünsche Dir, dass Du schnell eine Bleibe findest, damit Dein neues Leben beginnen kann.

Frida
 
Ach Frieda,du tust mir echt gut...Werde Dich mal auf dem laufenden halten,was sich hier so tut.Morgen mache ich erst mal den Schrieb ans Wohnungsamt fertig und schicke ihn los.Ich denke,wenn ich jeden Tag wenigstens eine Sache erledige,auch wenns schwer fällt,dann komme ich voran.
 
Liebe Cora,

ich wünsche Dir einen guten Tag, daß Du Dein Vorhaben angehst und Dich (optimalerweise) gut dabei fühlst.

Ich bin sehr stolz auf Dich.
Es scheint mir, als besitzt Du eine Konsequenz, die mir (derzeit noch) fehlt.

Übrigens... meine Mutter hat sich auch nach fast 25 Jahren, zwei Monate vor der silbernen Hochzeit, von meinem Vater getrennt. Da waren zwar sehr diffizile Probleme im Spiel, aber der Auszug war das einzig mögliche Mittel, damit sie nicht an der Beziheung und ihrem Hadern damit zugrunde ging.

Alles Gute, halt mich auf dem Laufenden,

Frida
 

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