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wurde ich angelogen?

Unabhängig von dem Programm ist Buchhaltung ja vor allem Zahlungsverkehr und Controlling. Da kann man Rechnungen, die von den Fachabteilungen freigegeben wurden, ja nicht einfach liegen lassen und warten bis eine Mahnung nach der anderen eintrudelt. Die Dienstleister haben Anspruch auf ihr Geld gemäß Vereinbarung.

Oder wie würdest du es finden, lieber TE, wenn du dein vereinbartes Gehalt nicht fristgerecht überwiesen bekommst?

Wegen Jahresabschluss und Steuerrecht ist doch nochmals eine Revisionsstelle involviert. Irgendwas ist da seltsam bei deiner Schilderung.
es ist leider die Realität. ich hab am Ende gebucht, wie ich es für am sinnvollsten gehalten habe, auf die Gefahr hin, dass es falsch ist. damit die Rechnung wenigstens gezahlt werden konnte. Aber bestimmte Buchungen, wie wiederkehrende Buchungen oder Anlagevermögen, konnte ich nicht buchen, ohne dass mir mein Chef die Schritte im Programm zeigt. Ich habe das x-mal angesprochen. Was sollte ich denn noch machen??? Hellsehen oder Gedankenlesen kann ich leider nicht.
 
es ist leider die Realität. ich hab am Ende gebucht, wie ich es für am sinnvollsten gehalten habe, auf die Gefahr hin, dass es falsch ist. damit die Rechnung wenigstens gezahlt werden konnte. Aber bestimmte Buchungen, wie wiederkehrende Buchungen oder Anlagevermögen, konnte ich nicht buchen, ohne dass mir mein Chef die Schritte im Programm zeigt. Ich habe das x-mal angesprochen. Was sollte ich denn noch machen??? Hellsehen oder Gedankenlesen kann ich leider nicht.

Wie gesagt, der Drops ist ja eh gelutscht. Aber deine Aversion gegen einen befristeten Vertrag kann ich eben nicht nachvollziehen. Du hast ja keine tolle, unbefristete Anstellung, die du dafür kündigen würdest.

Wenn also sonst alles für dich passend scheint, sollte in deiner jetzigen Situation die Befristung doch völlig irrelevant sein.
 
nur eines noch, ich hab meinen Chef sogar drum gebeten, dass er mir wenigstens eine halbe Stunde am Tag fest für Fragen einräumt, und dass ich gesammelte Fragen dann stelle zu den Sachverhalten, bei denen ich nicht weiterkomme. Aber gehalten hat er sich nie daran. Ich habe ihn darum gebeten, mir eine Zeit zu nennen, zu der er verfügbar ist, weil ich nicht seinen Terminplan kenne und nicht weiß, wie viel er auf dem Tisch hat. Aber da hat er nicht drauf reagiert, sogar am Ende offenbar vergessen, dass wir diese Absprache haben. Zuerst hat er gefragt, worum es denn genau ginge, danach hat er meine Bitte um einen Termin nur noch ignoriert. Ich wollte ja meine Fragen klären, aber genauso hätte ich auch die Wand um Hilfe bitten können.
 
Eben! Und diese Leute arbeiten auch mit demselben Programm. Wie soll das sonst gehen? Die transitorischen Buchungen und das ganze Pipapo.
Ich kann nur sagen, dass täglich Berge von Mahnungen eingegangen sind bei dem Unternehmen, und dass ich mein Bestes getan habe, um alles abzutragen. Als ich angefangen habe, war ein riesiger Berg an ungebuchten Rechnungen und Gutschriften vorhanden, nicht nur bei einem Unternehmen, sondern auch den ausländischen Töchtern. Und Rechnungen, die schon seit Monaten dort vorlagen. Wenn die Leitung der Buchhaltung den Wirtschaftsprüfern den Abschluss gut verkaufen kann, dannfallen falsch gebuchte Steuer oder nicht gebuchte Rechnungen nicht besonders auf bzw. können gut kaschiert werden. Bei früheren Stellen wurde gesagt, dass man den Wirtschaftsprüfern den Abschluss gut verkaufen muss, wissen muss, wie man die nehmen muss. Dann fallen kleinere Sachverhalte nicht auf. Das sind nicht meine Worte, sondern die meiner früheren Chefs, und die waren selber Wirtschaftsprüfer oder internationale Buchhalter etc.
 
Jetzt fühle ich mich verarscht. Hat damit jemand auch schon Erfahrung gehabt?
Kenne vergleichbare Geschichten und kann nur raten, sich direkt im Vorstellungsgespräch den endgültigen (!) Arbeitsvertrag zeigen zu lassen, bevor man zusagt oder die bisherige Stelle kündigt.

Leider sind in vielen Unternehmen die Sitten etwas verroht und es ist nicht mehr selbstverständlich, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Ich würde dir raten, das nicht auf dich zu beziehen, sondern daraus einfach den Schluss zu ziehen, dass so ein Unternehmen nicht deinen Ansprüchen genügt.
 
Warst du in der vorherigen Firma überwiegend für die Kreditorenbuchhaltung zuständig?
Anscheinend hatte man dir dort im Vorfeld zugetraut, ohne große Einarbeitung zurecht zu kommen. Hast du dich vielleicht mit größeren Wissen verkauft als du das tatsächlich hast?
Wie sieht das jetzt bei den angebotenen Stellen aus, passen da Anspruch und Können zusammen?
 
Ich weiss ja nicht, aber vermutlich waren sie eher Gangster und Steuerhinterzieher...
kann ich nicht beurteilen, ich bin ein zu kleines Licht, ich hab weder ein BWL-Studium noch eine Weiterbildung Bilanzbuchhaltung oder eine andere Qualifikation. Bildlich gesprochen, bin nur ein Mensch, kein Gott. Kann nicht beurteilen, was die Götter miteinander besprechen.
 
Du warst als Alleinbuchhalter in einer Firma mit Tochterfirmen angestellt?

Hattest du einen Kontenplan?
einen Kontenplan gab es, aber: bei vielen Konten war aus dem Titel nicht ersichtlich, was auf diese gebucht werden soll. Konten wie Porto oder Frachtkosten ist natürlich selbsterklärend. Aber dann gab es Konten mit ähnlichen Namen, und dann wurde die gleiche Rechnung mal auf dieses, dann wieder auf ein ganz anderes, dann wieder auf ein anderes und dann noch auf ein anderes gebucht. Ich hab den Kontenplan als EXCEL exportiert und mir täglich Notizen gemacht, was auf den Konten gebucht wurde, und welche Kreditoren angesprochen wurden. Aber täglich kamen dann neue Infos hinzu, die meine Notizen ad absurdum geführt haben. Dann konnte ich am Ende nur noch raten. Und auch die Kreditor-Konten musste ich mir mit Notizen in der Liste vermerken. Denn Konten, die nicht mehr bebucht werden sollten, wurden nicht gesperrt oder als nicht mehr genutzt im System gekennzeichnet. Man konnte die immer weiter bebuchen. Und ich musste mir in der Liste reinschreiben, welches Konto das aktive ist. Falls die Kollegen bei der Vorarbeit den falschen Kreditor gewählt haben. Und es gab auch aktive Konten von Kreditoren, die nur für bestimmte Sachverhalte genutzt wurden. Der gleiche Kreditor hatte z. B. ein Konto für Forderungsausfallversicherungen, und ein eigenes für andere Sachversicherungen. Da musste ich mir auch notieren, welches der beiden für welches gedacht ist, damit ich nicht versehentlich das falsche bebuche. Und dann ist das gleiche Spiel für mehrere Länder gelaufen, nicht nur Deutschland.
 
Wer hat denn so "wild" gebucht, dein Vorgänger? Oder gab es ein Vorsystem zur Rechnungskontrolle? So ganz verstehe ich das nicht. Warum hast du die inaktiven Konten nicht gesperrt?

Als Neuzugang ist es erstmal egal, ob das bestehende System Sinn macht oder nicht, sofern es nicht gegen geltendes Recht verstößt. Du musst dich damit vertraut machen. Erst wenn du einen guten Überblick hast, kannst du ggf. Verbesserungsvorschläge machen und Änderungen vornehmen.
 

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