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Würde hin oder her !? –„Die Alten“ oder die „SeniorInnen“ etc. !?

  • Starter*in Starter*in DiezweiHerzen
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Hm...Senior ist ein etwas gestelztes, bürokratisches Wort. Die "Alten" klingt schnell tatsächlich abwertend, muss es aber nicht. Ist tatsächliche eine Frage von Kontext, Tonfall ect. "Die Jungen" klingt ja auch nicht abwertend...

Ich neige dazu, Rentner zu sagen. Stimmt immer - denn Rente bekommt bisher ja noch jeder, der über 65 ist, ist nicht despektierlich und schließt "Junge Alte" in den 60ern und Greise in den 90ern gleichsam ein.

Und zu der "Respekt"-Frage: grundsätzlich respektiere ich jeden Menschen. Jeder Mensch kann meinen Respekt durch seinerseits würdeloses Verhalten auch verlieren. Das ist für mich unabhängig vom Alter. Alt zu werden ist ja genauso wenig eine "Leistung" wie jung zu sein. Man ist eben so alt wie man ist. Nur weil jemand 80 ist, muss er nicht viel oder besondes gutes getan oder geleistet haben. Vielleicht war er ja eher ein Schmarotzer?

Kurzum: Ich respektiere niemanden, weil er alt ist. Ich respektiere ihn erstmal grundsätzlich als Mensch. Unmöglich finde ich nebenbei, wenn alte Menschen sich unhöflich und unwirrsch gegenüber Anderen/Jüngeren verhalten, weil sie meinen, sie dürften das, sie haben ja schon so viel erlebt. Das ist für mich nicht anders, als wenn junge Leute unhöflich sind und andere anmosern. Auch ein alter Mensch sollte respektvoll mit seinen Mitmenschen umgehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es unglaublich frech, ältere Menschen als "Oma" oder "Opa" zu bezeichnen. Oma oder Opa ist nur jemand, der Enkel hat. Da ich keine Kinder und somit auch keine Enkel habe, würde ich mich nicht als Oma bezeichnen lassen wollen.

Ich würde mich auch dagegen verwahren, als "Mütterchen" bezeichnet zu werden.

Am besten ist, Leute aller Altersgruppen mit "Herr XY" oder "Frau XY" anzusprechen und auch so über sie zu sprechen.

"Ältere Menschen" ist ja auch schwierig. Wie ich kürzlich feststellen musste, bin ich für 20-jährige mit meinen 47 Jahren auch schon ein älterer Mensch (jammer!).

Xirtsch
 
hm, naja natürlich klingt "alte" erstmal abfällig. aber wenn man jetzt zum beispiel sagt: die alten und die jungen....dann klingt das doch schon wieder ganz normal.

da mach ich jetzt eigentlich keinen unterschied.
was den respekt angeht, ja. ich respektiere die weisheit des alters😉
wenn eine junge person zu mir sagt: "die zeit heilt alle wunden!" dann denke ich mir "ja klar".
wenn es von einer alten person kommt nehme ich es schon wesentlich ernster. denn die muß es wahrscheinlich wissen.

ansonsten kommt es darauf an wie man sich mir gegenüber oder allgemein benimmt. wenn einer sich doof und unhöflich benimmt, dann habe ich keinen respekt vor ihm. egal ob er alt oder jung ist. respekt muß man sich verdienen, egal wie alt man ist.

und würde ist etwas das nur jeder für sich selbst definieren kann. für mich hat sie etwas damit zutun sich nicht vor anderen zum vollhorst zumachen und sich weitestgehend so zu verhalten dass man sich selbst noch im spiegel in die augen schauen kann.

lg, kena
 
also, ich wurde so erzogen,älteren und alten menschen mit respekt zu begegnen. egal, ob sie nun an einer "altersstarrsinnigkeit" leiden, oder nicht.
bedingt dadurch, dass eine meiner tätigkeiten altenpflegehelferin war, und ich auch eine tätigkeit auf intensivstation hatte, in welcher viele "alte" patienten waren, habe ich mir, selbst bei schwierigen menschen eine art heiterkeit angeeignet, welche ansteckend ist, ich hatte nie schwierigkeiten... im gegenteil.
ich erinnere mich gerne an eine dame, die ich daheim betreute, und die, wenn ich morgens kam, erst einmal meine (immer) kalten hände in die ihren warmen nahm, und meinte:" du bist halt meine lieblingsfrara, wenn ich dich nicht hätte, müsste ich ins altenheim"...das war immer sehr schön.
 
Oh Mann. Manche alten Leute sind cool und nett und andere sind giftige, geifernde Monster. Wie eben mit allen Menschen. Wenn ich so manche Omma (*hust*) da loskeifen höre in der Bahn, rollen sich mir die Zehennägel auf. Oder wenn so ein alter Sack rumgeifert, blablabla, die Jugend von heute...die Jugend von heute soll tolerant und respektvoll sein, aber Oppa darf sich rausnehmen, einen zu beleidigen? Ohne Anlass? Nur weil er im zweiten Weltkrieg gekämpft hat? Nee, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es gibt viele alte Leute, die ich gerne hab. Und ich bin nie respektlos zu unbekannten Leuten, egal ob alt oder jung. Finde, sich über sowas aufzuregen, ist Gutmenschengequatsche, realitätsfern und lächerlich. Damit meine ich hier jetzt niemanden. Und wenn irgendwo alte Leute im Weg stehen, sagt man: Eh, ihr Ollen, ksschhhh, weg da, das Altenheim ist da drüben!!!!

Nein, mal im Ernst, was ich mir von manchen SENIOOOOREN schon so anhören musste, geht auf keine Kuhhaut. Einmal war ich mit einer totalen Streberclique (ich hoffe, das ist jetzt keine verbale Verunglimpfung intelligenter Menschen, es waren Streber, sie strebten nach guten Noten, und ich erwähne das nur, damit man auf die Kleidung schließen kann, ich hoffe, das ist keine zusätzliche Diskriminierung) in der Stadt und ein alter Mann keift los: "ARghhh, die Jugend von heute, kein Anstand, kein Schlüpper, kein Geld, nänänänänä..."
Und ich dachte nur: Kein SCHLÜPPER?? Hallo?? Wir sehen hier vier Mädels mit Rollkragenpullovern, weiten Jacken und Cordhosen, mit Hornbrillen, Pickeln und Zahnspange, und alle so um die 14 Jahre alt, sehen wir aus wie Prostituierte oder was?

Ein anderes Mal war ich mit einer Freundin unterwegs, und wir sahen wirklich immer recht normal aus, Jeans, Pullover, fertig, als sich ein alter Mann nicht mehr einkriegt und uns nachbölkt, wir seien vom Teufel besessen 😵 Waren ein paar gute Lachanfälle damals, aber jetzt auch, in der Stadt, alte Frauen, so megabrutal, ihr glaubt es nicht!!! Gehen mit ihren Enkeln spazieren, rammen den Kinderwagen in die Bahn wie blöd, keifen gehässig rum: WECH DA WECH DA!!!! wenn man nicht SOFORT aufspringt und die Bahn räumt...also nee. Für solche Leute kann ich keinen Respekt empfinden, ganz wurscht, wie alt die sind.

Übrigens finde ich es genauso diskriminierend, wenn man um Sachen einen totalen Bohei macht und sich total auf das konzentriert, was uns voneinander unterscheidet. Eben dieses mit Samthandschühchen anfassen, ich finde genau das respektloser, weil es den Unterschied einem jedes Mal unsinnig mitten reindrückt, obwohl dieser Unterschied ja eigentlich nichts bedeuten sollte. Ihr versteht? Solang man da nen Riesenwirbel veranstaltet, fühlen sich die Betroffenen doch erst recht nicht ernstgenommen. Ich hab zwei Mal im Altenheim gearbeitet für nen gewissen Zeitraum und beide Male (waren verschiedene Heime) haben sich die Leute dort selber nicht so bierernst genommen und sich teilweise unverhohlen über manches lustig gemacht, was ja sooo respektvoll sein sollte, aber einfach nur lächerlich war.

So bekamen sie z.B. zum Essen immer so einen Lappen umgebunden, am ersten Tag hab ich das Ding, wie es ja auch eigentlich heißt, "Lätzchen" genannt. Sofort verbesserte mich eine der Pflegerinnen, das hieße "Serviette". Hat auch keiner mitgekriegt. Also hab ich peinlichst genau drauf geachtet, es nie mehr "Lätzchen" zu nennen, denn ich wollte ja nicht respektlos sein. Aber kaum bind ich das Ding der ersten Oma um (und ja, sie war wirklich Oma) und sag: "Ihre Serviette", schielt mich die Frau schräg von unten an, grinst verächtlich und murmelt: "Lätzchen!"

Genau das mein ich.

wolf-souled hats aber auch schon perfekt ausgedrückt. Brandmarken durch ausgesuchte Höflichkeit.
 
Hallo SchlafesBruder,

also wenn ich mir Deinen langen und recht aussagekräftigen Text durchlese, erweckt es bei mir den Anschein, dass Du schon bewusst etwas Zündstoff legen möchtest – korrigier mich bitte wenn ich falsch liege, darüber würde ich mich freuen.
Dafür sprechen viele Formulierungen, d. h. in eigentlich jedem Absatz bzw. fast in jeder 2-3 Zeile.
Warum ??


Es kann ja durchaus möglich sein, dass Du viele Situationen durchlebt hast, die Dich bestärken so eine Auffassung zu vertreten, auch wenn sie für mich nicht ganz nachvollziehbar ist.
Klar, ich erlebe auch öfters Situationen mit älteren Menschen, und manche Verhaltensweisen stören mich auch. Nicht immer habe ich Zeit & Lust die Gründe zu hinterfragen, geht mir so auch bei allen anderen Altersgruppen. Doch gerade bei älteren Menschen schau ich meistens etwas genauer hin, zumal mir die „Arbeit“ mit ihnen nicht fremd ist.


Ein Beispiel: Vor kurzem habe ich meinen PKW gegenüber unseres Hauses geparkt. Aus dem Fahrerfenster sah ich bereits einen älteren Herrn auf der 2. Etage, der es sich an der Fensterbank bequem gemacht hat, bzw. neugierig aus dem Fenster schaute. Ich schätzte ihn auf ca. 70-80 Jahre. Kaum hatte ich mein Fahrzeug verschlossen entgegnete er mir „Wenn Sie nochmal hier auf dem reservierten Parkplatz stehen hole ich die Polizei !“ Tja, da sollte ich mein Fett weg haben *lach* 😎 Dabei stelle ich mich NIEMALS auf einen solchen, weil ich genau weiß, dass die kostenpflichtig vermietet werden.
Darauf ich: „ Entschuldigung, aber da müssen Sie mein Fahrzeug verwechselt haben, es gibt ja ein paar hier in der Straße vom selben Fabrikat bzw. der Farbe. Aber ich finde es sehr gut, dass Sie auf die Stellplätze hier aufpassen, denn Sie haben Recht, es parken hier viele fremd, ist mir auch schon aufgefallen!" Damit war die ganze Sache vom Tisch, er hatte seine Aufgabe wahrgenommen und fühlte sich bestätigt.



Ich könnte jetzt noch mehr Beispiele aufzählen, die manche seltsamen Verhaltensweisen darstellen aber lies besser selber mal, wenn Du magst - :
Altenpflege » Gründe für abweichendes Verhalten im Alter
Nochmal zu meinem geschilderten Erlebnis:
Genau DAS ist es eben oft: Viele ältere Menschen haben zu wenig Aufgaben bzw. leben fast isoliert, sodass der Postbote oder ein Gruß vom Nachbar ein Blitzlicht sein kann für einen Tag oder vielleicht sogar eine ganze Woche !! Oder die Herausforderung bzw. Selbstbestätigung in Form selber einzukaufen, Barrieren wie Treppenstufen zu überwinden oder gar den Kaffee zu kochen.
Für uns –die wir mobil sein dürfen, soziale Kontakte verfolgen können – ist es ja eigentlich selbstverständlich, aber im Alter –jetzt spreche ich mal vom Alter 😀 – muss sich der ältere Mensch immer mehr, immer neueren Herausforderungen stellen. Und das bedeutet Einbußen im Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen –kurz gesagt – die ganze Lebensqualität leidet darunter..
Und gerade unter diesem Blickwinkel fällt es leichter sich mit manchen unliebsamen Verhaltensweisen auseinander zu setzen und einer würdevolleren Begegnung eine Chance zu lassen, auch wenn´s vielleicht mal schwer fällt.


Und während Deiner vergangenen Arbeit in zwei Pflegeheimen dürftest Du bereits einen kleinen Querschnitt erlebt haben wie Menschen ihren eigenen Alltag erleben (Schlagwort "Tunnelblick", was Du bereits sicher kennengelernt hast), ob dementiell verändert, ob Pflegestufe 0, 1,2 oder 3.
Und ich habe wirklichen Respekt vor dem Personal, die ihrer sehr anspruchsvollen Aufgaben dort kompetent gerecht werden. Unabhängig von der Grundversorgung (das ist schon echt harte Arbeit oft !), gerade im direkten, mildtätigen würdevollen Austausch mit den BewohnerInnen. Burnout ist deshalb leider gerade in diesem sensiblen Berufszweig sehr sehr stark verbreitet.🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt halt solche und solche wie überall.
Sehr viele alte Menschen sind sehr nett ich unterhalte mich oft im Bus mit denen aus dem Altenheim das sich eine Station nach meiner befindet die freuen sich immer wenn man etwas mit Ihnen redet.

Aber es gibt auch so richtig bösartige Rentner die echt wegen jedem scheiß Rummeckern sowas lasse ich mir natürlich auch nicht gefallen und ich sage dann schon was dazu ob die nun alt sind oder nicht ist mir dann völlig egal.

Wer die Klappe aufreisst muss auch mit den Folgen leben.
 
Den Impuls diesen Thread hier zu eröffnen bekam ich durch

http://www.hilferuf.de/forum/sonstiges/135052-wie-geht-ihr-mit-unhoeflichen-menschen-um-13.html




Wie sollte man Eurer Meinung nach ältere Menschen –und damit meine ich diejenigen, die beide Weltkriege miterlebt haben –bezeichnen: „Die Alten“ oder „SeniorInnen“ oder vielleicht habt ihr noch andere Titel ?
Gibt´s da für Euch einen Unterschied oder nicht bzw. was bedeutet für Euch der Begriff Würde ?

Verallgemeinerungen sind wohl der Würde tot. Dem einen macht es nichts aus "Alter" genannt zu werden, ein anderer ist dadurch persönlich verletzt. Das hat einfach was mit dem Individium zu tun und damit, dass man unterscheiden muss. Also kann es auch keine einheitliche Antwort geben. Vielleicht gibt es auch etwas angegraute Menschen die beide Begriffe "Alte" und "Senioren" verletzend finden. Muss man eben seine Sinne öffnen und vielleicht auch fragen.
Der Begriff "Senioren" ist für mich neutraler, da er auch wie "Junioren" Einzug in den Alltag genommen hat und auch durchaus positiv belegt ist. Begriffe wie Seniorenchef, Seniorenpass klingen doch besser als Altenheim etc. Aber das ist eine reine persönliche Empfindung, die ich dann ggf. auch anpassen könnte. Wäre beispielsweise der Fall, wenn derjenige einfach meint, dass er sich per Alter nicht kategorisieren lassen will und nur Mensch ist. Gibt schon 25-jährige, die sind geistige Senioren und es gibt 70-jährige, die hupfen eben mit ein paar Jahrzehnten weniger auf dem Buckel herum. Es kann natürlich auch das Gegenteil zutreffen, wobei man ja jetzt mit statistischen Häufungen anfangen könnte. Den Einzelfall zu erkennen heißt ja auch Voruteile zu mildern, nicht zu pauschalisieren und auf andere fehlerhaft zu übertragen.
 
Hallo,

nein, ich schreibe nur so, aber ich meine es nicht böse. Im Grunde meines Herzens bin ich ein guter Mensch und habe gar nichts gegen alte Leute, im Gegenteil, ich finde die oft sehr sympathisch und natürlich habe ich Respekt vor ihnen. Wenn ich irgendwo jemanden antreffe, der, egal ob alt oder jung, Hilfe braucht, bin ich die Erste, die sich anbietet. Ich nehm es aber nicht so genau mit dem ganzen Gehabe, es ist ein bisschen wie mit Christen und Kirchen, ich gehe nicht in die Kirche und ich pfeif auf Gebete, ich pfeif auf christliche Gemeinschaft und gemeinsames Gitarrespielen und "He du da, lass uns drüber reden, du", zu sagen und zu betonen, dass man Nächstenliebe praktiziert, ich machs lieber einfach. Dafür brauch ich keine Gemeinschaft und kein Getue und so. So handhabe ich eben mein ganzes Leben, ich sag zu meiner Oma freundschaftlich: Na, Olle? Sie grinst dann und ich mäh ihr auch ständig den ganzen Rasen, helf ihr beim Einkauf, streich ihre Wohnung, schneide ihr stundenlang alle Hecken usw...aber ich will dafür keinen Orden, ich will keinen Orden, dass ich alte Omis über die Straße führe und ihnen ihr Auto ausm Schnee schiebe oder für sie die Treppe mitputze... dafür bin ich halt im Umgang manchmal etwas flapsig. Wer mich kennt, weiß, wie's gemeint ist 😉


Übrigens ist es mir egal, warum alte Leute unhöflich sind oder sich aufspielen, ich finde, das gehört sich einfach nicht. Ich soll auf alte Menschen Rücksicht nehmen, weil die sich langweilen oder keine Aufgabe haben, aber ich kann es nicht. Ich kann Menschen oft nicht leiden, ich hab selber Probleme, und wenn ein alter Mann mich anraunzt, KANN ich nicht sachlich und höflich bleiben, weil ich außerhalb meiner vier Wände sowieso schon angespannt bin und Zähne knirsche, und selber keine Aufgabe im Leben hab und Tabletten nehme, damits halbwegs erträglich ist, und dazu familiäre Pflegefälle, denen gegenüber ich auch ständig Rücksicht und Hilfsbereitschaft zeigen soll, was ich auch tue. Aber ich lass meine Launen nicht an anderen raus und seh daher auch nicht ein, auf unhöfliche andere Leute Rücksicht zu nehmen, die ja sooo arm dran sind.

Mir gehen einfach diese Gutmenschen (Stichwort Christen) auf den Senkel, die anderen ein Etikett aufdrücken wollen. Gestern auch wieder, geiles Beispiel, ich beim Einkaufen, total angespannt, zähneknirschend, es regnet, eine Traube von Menschen an der Bushaltestelle, Bus verspätet, quatscht mich so ein Typ vom Zoo an, die da einen Stand aufgebaut hatten, ob ich tierlieb wär. Ich: Nö!
Am liebsten hätte ich ihm in diesem Moment schon ins Gesicht geschlagen, weil das Fass am überlaufen war, aber das macht man ja nicht, man soll ja respektvoll sein.
Er: Du sollst doch nicht lügen! Ich, lächelnd und keineswegs unfreundlich: Sorry, da hab ich jetzt grad keinen Bock drauf, und wende mich ab.
Wiederholt er laut und verächtlich: Ach so, keinen Bock drauf.
Daraufhin Blicke von allen anderen, die da noch so rumstanden.
NEIN, ich HABE KEINEN BOCK, Entschuldigung, mich von einem dahergelaufenen Zooheini anquatschen zu lassen, mir sein Gesülze anzuhören und dann ein Überweisungsformular auszufüllen, ich spende bereits regelmäßig ans Tierheim, ich hab mich bei genau diesem Zoo schon beworben als ehrenamtliche Aushilfe, wurde aber (ziemlich unfreundlich!) abgelehnt, ich hab selber zwei Katzen und weniger Geld als n Hartz 4 Empfänger, jetzt muss ich mich hier anschauen lassen wie der Oberabschaum, weil ich jetzt grade nicht von einem Typen angequatscht werden will, der sich für so toll und so charmant hält, mich einfach duzt, genausowenig wie ich Bock hab, mich mit all diesen Gutmenschen, die mich danach abschätzig taxieren, in einen überfüllten Bus zu quetschen. Ich hasse Menschen oft einfach. Und ich kann auch nur innerhalb meiner eigenen Sozialkompetenz agieren und die endet quasi bereits hinter mir. Trotzdem bin ich nicht respektlos anderen gegenüber, andere mir gegenüber aber schon, und dann soll ich noch der Antichrist sein.

Wir haben einen Demenzfall in der Familie und es ist wahnsinnig anstrengend, auch hier heißt es, immer wieder zurückstecken. Das menschliche Zusammenleben scheint einfach in vielerlei Hinsicht eine Sackgasse zu sein, weil Menschen einfach doof sind. Amen 😉

PS: Möchte hinzufügen, dass meine übertriebenen Reaktionen auf Menschen natürlich Folge meiner sozialen Inkompetenz sind, ich aber trotzdem recht gutmütig und gutherzig bin. Ich fühle mich einfach schnell in die Enge getrieben und kriege Panik unter Menschen, deswegen möchte ich ständig Leute schlagen 😉 Liegt natürlich nicht an den Leuten. Und mein letzter Satz "einfach doof sind" war sarkastisch/zynisch/ironisch (kA was hier passt) gemeint. Ich HANDELE natürlich nie nach meinen Ängsten und bin, wie gesagt, nie unfreundlich. Das trau ich mich gar nicht (bevor man mir auch diesen Satz ankreidet, manchmal möchte ich Leute, die sich an der Kasse vordrängeln, schon anschnauzen, aber ich halte die Klappe und füge mich).

Was ich eigentlich sagen will: Man gibt sein Bestes. Kann aber oft nicht aus seiner Haut. Sieht nicht ein, wieso man sich für andere dauernd verbiegen sollte, zumal man schon an seinen eigenen Grenzen agiert und sich Mühe gibt, mit allem und allen zurechtzukommen. Mir geht, wie gesagt, einfach die Tendenz auf den Sack, wahllos Leute abzustempeln und sich selber als ach so hilfsbereit hinzustellen. Man schaut ja schnell auf andere herab, ohne mal genauer hinzuschauen. Und dann kommt son Oppa daher und blafft einen an. Und dann soll man vor dem auch noch buckeln. Nein, danke. Will ich nicht.

Und wenn ich damals im Altenheim jemanden als brutal und unmenschlich und äußerst respektlos erlebt habe, dann waren es die Pflegerinnen! Sicher nicht alle, aber viele waren so unfassbar hart gegenüber den alten Menschen, bis hin zur körperlichen Gewalt. Ich hab mich da oft abgewendet und geheult, weil ich es nicht glauben konnte.

Und wegen des Zündstoff, eigentlich ist es nicht direkt als Provokation gemeint, sondern .. ich nehme das alles einfach nicht soooo ernst. Wie gesagt - flapsig. Ich finde viele Normen und Umgangsformen heute total lustig und muss oft innerlich grinsen, wie gesagt, Taten zählen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal SchlafesBruder,
ich muss schon sagen, Deine Gedanken und Zeilen haben mich sehr berührt. Erstens weil sie sehr ehrlich und authentisch rüberkommen, zweitens sehr realistisch.



In meiner letzten Antwort wollte ich Dich auch keineswegs irgendwie verletzen oder einen erhobenen Zeigefinger signalisieren. Sollte das Gefühl bei Dir aufgekommen sein, so entschuldige ich mich dafür, denn so war es nicht gemeint.


Du hast auch vollkommen Recht, wenn Du schreibst, dass es teilweise recht „brutal“ in Pflegeheimen zugeht. Auch ich habe solche Verhaltensweisen selber erlebt, deshalb schrieb ich auch, dass ich Respekt habe vor Mitarbeitern, die kompetent und würdevoll ihren Aufgaben nachgehen

Es gibt aber auch Mitarbeiter die nur um ihr Aufgabenpensum zu schaffen so mannnches im Eilverfahren umsetzen. Denke so z.B. daran wenn einem älteren schwerstpflegebedürftigen Menschen Flüssigkeit in einem „Rutsch“ verabreicht wird, nur damit man dieses entsprechend auch dokumentieren kann.
Das geht garnicht, da werde ich so richtig sauer !

Da kann man schon öfters so manche soziale Kompetenz in Frage stellen. Gott sei Dank ist es aber nicht überall und immer so…


Du hast einen Demenz-Pflegefall in Deiner Familie ? Das tut mir leid, ich weiß SEHR GUT wie anspruchsvoll die Pflege da ist, bzw. wieviel Kraft GERADE von Angehörigen da abverlangt wird. :-(
Ich hoffe, Ihr habt Euch da etwas Hilfe bzgl. der Betreuung besorgt, damit Ihr auch etwas entlastet werdet. Denn die steht Euch ja auf jeden Fall zu.

Was Deine geschilderte Situation mit dem „Zooheini“ betrifft, so musst ich schon schmunzeln. So ähnlich ging´s mir mal beim ASB mit Fördermitgliedschaften etc. –Da sollte man gerade jetzt in der Vorweihnachtzeit recht vorsichtig sein, zumal die Haustür“geschäfte“ mächtig zunehmen. Und DIE dies ehrenamtlich verfolgen, müssen sich dann leider allzuoft wirklich anraunzen lassen.


Apropos Ehrenamt: Ich persönlich mag auch Menschen sehr, die ihre Zeit selbstlos spenden und nicht plakativ an den Mann/die Frau bringen wollen, sozusagen als Aushängeschild, nach dem Motto „Schaut mal wie sozial ich mich engagiere“ –allerdings mit einer Ausnahme, nämlich wenn man sich bewirbt. Dann hat es schon einen recht positiven Nebeneffekt. ;-)
 
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