Wurde ADHS denn endgültig und belastbar professionell bestätigt? Und erfolgt hier eine begleitende „Therapie“ zum besseren Verständnis Deiner selbst?
Eine ADHS Diagnose wird nur gestellt, wenn diagnostisch zwingende Symptome bereits vor dem 12. Lebensjahr sichtbar waren! Ist das der Fall bei Dir? Denn ADHS ist nicht nur einfach eine psychische Störung, es ist genetisch veranlagt. ADHS kann man, ohne diese genetische Veranlagung, also nicht entwickeln, das sieht bei PTBS und anderen psychischen Erkrankungen anders aus.
Auf ADHS würde ich mich also nur dann fokussieren, wenn es diagnostisch eindeutig vorliegt (Psychologe und oder Psychiater, klinisch!) und wenn die individuellen Ausprägungen dann auf dem Tisch liegen (es bedeutet ja nicht, dass man zwingend alle zugeordneten Symptome auch wirklich selbst hat!), erst dann auch die richtige Therapie dazu beginnen.
Je mehr man selbst von den individuellen Triggern und Reaktionen weiß und diese einordnen kann, umso besser kann man Partner:in auch mit ins Boot holen und Fehler innerhalb der Partnerschaft vermeiden, also wann und wie führt man Gespräche, damit diese nicht zum Überreiz umschlagen, wann ist Nähe wichtig, wann nicht. Das muss ein/e Partner/in erkennen können und auch wissen, wie der Weg ist, damit es nicht zur Überbelastung der Partnerperson auch noch führt. Überforderung ist für beide Beteiligten kein guter Begleiter, denn jeder Mensch, ob nun mit ADHS oder nicht, stößt irgendwo an die eigenen Grenzen der Belastbarkeit und das ist der Tod für jede Beziehung über kurz oder lang.