Jorafina meinte:
Ich habe mit meinen Sohn öfter darüber gesprochen,wie es mir geht.Er sagt dann immer,er freut sich wenn ich komme und würde mich gerne öfter sehen. Auch umarmt er mich immer ganz fest,sodas ich das Gefühl habe er braucht das manchmal.
Ah, sehr gut. Das hatte ich schon vermutet.
Also ich bin von Zuhause mit 18 zum Studieren ausgezogen. Wir wohnen etwa 400km jetzt voneinander weg.
Und ich kann garnicht mehr zählen, wie oft meine Mutter mir schon gesagt hat: Ruf mich doch zumindest zwei mal die Woche an. Dann sage ich "ja", und wir trennen uns und ich komme hier in meinem Studienort wieder an. Mitten in ein ganz anderes Leben und vergesse sie anzurufen.
Das bedeutet nicht, dass meine Eltern mir nicht wichtig sind oder dass ich für sie nichts empfinde. Es ist nur immer ein Prozess, dass ein Kind lernt, dass sie jetzt die Erwachsenen sind und es Zeit ist sich auch einmal um die Eltern zu kümmern, dass die Eltern sie brauchen. Sie waren einfach das andere schon zu sehr gewohnt.
Meine Eltern sind die wichtigste Personen in meinem Leben. Ich weiß, dass ihre Liebe absolut selbstlos sind und egal was passiert, selbst wenn die Welt untergeht, sie bleiben meine Eltern und werden mich immer lieben und ich sie ebenso. Ich bin meiner Mama sehr dankbar, dass sie mir das Leben schenkte, aber trotzdem gebe ich ihr manchmal das Gefühl, dass ich garnicht an sie denke.
Ich glaube auch, dass du deinem Sohn sehr wichtig bist, dass du ihm sehr am Herzen liegst. Aber ihm muss erst nach und nach beigebracht werden, dass euer Verhältnis sich geändert hat, dass du nicht mehr seine Mutter bist, die alles für ihn entscheidet, sondern eine Frau bist, der ihn sein Leben lang geliebt hat und er ein wesentlicher Bestandteil deines Lebens ist. Er darf dich nicht wie ein niemand behandeln, auch wenn er die Liebe empfindet, denn letztendlich ist es das, was bei dir ankommt, das was dich glücklich oder traurig macht.
Hattest du ihm vielleicht einmal gesagt, dass es dich sehr glücklich macht, wenn er von sich aus anruft? Meine Mama hatte mir sogar schon unter Tränen gesagt, dass sie das Gefühl hat, sie sei mir egal. Ich glaube, gerade gegenüber den eigenen Kindern, darf man seine Gefühle zeigen. Wenn man sein Kind aufrichtig mit Hingabe geliebt hat, gibt es nichts, was es zum zurückhalten gibt.
Und nein, dein Sohn ist nicht gefühlskalt. Er liebt dich. Er ist es nur nicht gewohnt, sie zu zeigen.