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Wohlstand für uns alle. Wie schlagen wir die "Elite"?

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_Tsunami_

Urgestein
Aus meiner Sicht herrscht nicht nur eine ungerechte Verteilung, sondern auch der "böse Wille" dazu. Das betrifft nicht nur das Inland, sondern auch das Ausland und die ganze Welt.

Wenn uns nun daran gelegen sein sollte, Armut, Hunger, Kriege und Ungerechtigkeiten weltweit auszurotten, wie machen bzw. wie steuern wir das?

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(Ergänzend zu meinem Eingangsbeitrag eine aus meiner Sicht interessante Dokumentation: Hier oder hier.

Interessant vielleicht auch das.)

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Zitat: Si vis pacem, para bellum

Habe mir wirklich eine lange Zeit darüber den Kopf zermartert, ob dieser Ausspruch negativ ist oder positiv verstanden werden kann.

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Und last, but not least, ein "richtiger Schläger": Der Shambhala-Krieger
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt mittlerweile fast keine Lösung mehr.
Es sei denn, alle legen gleichzeitig ihre Arbeit nieder und weigern sich Sklaven zu sein.
Aber da müssen wirklich alle (inkl. Polizisten und Soldaten) mitspielen.
Wenn Drohnen und RFID-Chips kommen, dann funktioniert auch diese Lösung nicht mehr, denn dann kann man die Bevölkerung per Knopfdruck "disziplinieren".
 
Jeder versucht doch nur das meiste vom Kuchen ab zu bekommen, auch die sogenannten Unterdrückten. Dem einen gelingt es mehr, dem anderen weniger...

Ich glaube wohl kaum, dass die "Unterdrückten" ein Angebot der "Eliten" ablehnen würden, wenn es gut wäre, und sie somit ebenfalls zu "Eliten" machen würde...

Außerdem wundert es mich nicht, dass die "Eliten" versuchen die Belastungen zu minimieren, wenn ich denke was ich später als normaler AN an Steuern zahlen werde, da kommt mir die Galle hoch...
 
Der "böse Wille" untersellt eine "böse Absicht". Man könnte meinen, hätte jeder Mensch ein soziales Gewissen, hätten wir diese Probleme nicht.

Ich denke, dass die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben systemimmanent ist. Es gibt einige interessante Studien darüber, dass die sog. "Arm-Reich-Schere" dem Potenzgesetz folgt und somit eine mathematische Zwangsläufigkeit besitzt dadurch wie u.a. Investitionen funktionieren, nämlich multiplikativ und nicht kumulativ. Die Logik dahinter ist einfach. Idealtypisch nehmen wir an, dass jeder Mensch das gleiche Investitionsgeschick und das gleiche Startkapital besitzt. Nun fangen die Menschen an, mit ihrem Kapital zu handeln, es zu investieren. Einige werden ihr Kapital verlieren, andere werden ihr Kapital vervielfachen, allein durch Zufall. Menschen, die wenig Kapital besitzen, hören auf es zu investieren, da sie ihre Existenzsicherung auf's Spiel setzen. Jemand, der gerade so über die Runden kommt, hat einfach kein Kapital übrig, um es zu investieren und es zu mehren. Seine Risikobereitschaft nimmt ab. Diejenigen, die - durch Zufall - mehr Kapital generiert haben, können auch mehr Kapital wieder investieren. Einige davon werden wieder ihr Kapital verlieren, einige werden wieder ihr Kapital verfielfachen. Es entsteht ein exponentielles Wachstum, an dessen Ende einige wenige den Großteil des Kapitals besitzen. Je mehr Kapital ich besitze, desto geringer wird meine Verlustaversion und desto höher meine Risikobereitschaft. Einem Milliardär schmerzt ein Millionenverlust, aber er verliert nicht seine Existenzgrundlage oder gar sein relativen Reichtum.

Das ist eine sehr vereinfachte Betrachtungsweise von Finanzmärkten, aber ich finde sie charmant, da Märkte, insbesondere Finanzmärkte in ihrer vollen Gänze nicht erklärbar, bzw. vorhersagbar sind. Dazu gibt es zu viele Variablen. Es gibt diverse Studien, die den Schluss nahe legen, dass Aktienhandel sehr viel mehr gemein hat mit Roulette, als mit Poker. Das gleiche Problem des exponentiellen Wachstums findet sich bei Zinsen und vorallem Zinseszinsen.

Ganz gleich, ob man dem jetzt zustimmt oder nicht, stellt sich die Frage des sozialen Gewissens derer, die das Kapital besitzen.

Ich würde zwar zustimmen, dass Geld oder kapitalistische Indoktrination unsolidarisch macht, aber ich glaube, dass die Menschen "oben" keineswegs die schlechteren oder besseren Menschen sind. Ich glaube vielmehr, dass die rasante Entwicklung, die wir im Zuge der industriellen Revolution, des technischen Fortschritts und der Globalisierung unserer Wirtschaftswelt erfahren haben, unserer gesellschaftlichen Entwicklung und vorallem unserer evolutionären Entwicklung davon zieht.
Wir haben keinen emotionalen Bezug zu den Populationsgrößen, in denen wir leben. Die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte haben wir in kleinen Normadenverbänden verbacht, in denen soziale Sanktionen und das gesellschaftsmoralische Korrektiv funktionieren.

Der Obdachlose beneidet nicht den Millionär im Fernsehen, sondern den Obdachlosen neben ihm, der mehr hat als er. Wir sind Relativisten. Der Millionär vergleicht sich emotional nicht dem Bauarbeiter auf der Straße, sondern mit seinen Millionärsfreunden. Unser soziales Gewissen, dass die ganze Breite unserer Gesellschaft mit einschließen sollte, erfasst, zumindest auf gefühlter Ebene, eben nur den eigenen Erfahrungshorizont und diesen bestimmt unsere soziale Umgebung. Wir identifizieren uns nicht unbedingt mit unserem Staat und dessen gesamte gesellschaftliche Schichten, sondern mit unseren sozialen Enflussgruppen.

Deswegen würde ich "gierigen" Managern keine Absicht unterstellen. Mein Gefühl für Gerechtigkeit sagt mir, dass diese Menschen bestraft werden sollten, aber mein Verstand glaubt, dass wir das einfach als natürliches Verhaltensspektrum des Menschen akzeptieren sollten. Und da, wo der Markt nicht funktioniert, z.B. weil der Mensch seine Verantwortung an dieser Stelle nicht wahrnimmt, müssen wir ihn regulieren.

Wie genau das gehen soll? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es auch gar nicht nötig. Vielleicht müssen wir den Kollaps des Systems oder den Untergang der Menschheit einfach abwarten. Wüsste ich eine Alternative zum Kapitalismus, die nicht auf einer idealtypischen Vorstellung des Menschen basiert, dann wäre es immernoch fraglich, ob diese je umgesetzt werden würde.

so long..
 
Zuletzt bearbeitet:
@Suavi
Da ich es schon mehrfach in Foren, auch hier, geschrieben habe versuche ich mich kurz zu halten.
Das Zinseszinsproblem sehe ich genau so und halte es für das eigentliche große Problem. Allerdings laste ich diesen Systemfehler nicht dem Kapitalismus an, der für mich erst einmal aussagt dass sich Menschen bestmöglich versuchen zu positionieren, was eben auch Investition von eigenem Kapital und Nutzen einer Marktpostione, Preisbestimmung durch Angebot & Nachfrage usw. mit einschließt. Gelenkt durch den Kapitalismus soll dieses, in meinen Augen dem natürlichen menschlichen am nächsten kommendende Verhalten, in gesellschaftlich nützliche Bahnen geführt werden.
Was, wie ich finde, sogar vergleichsweise gut funktioniert. Selbst für die ärmsten der Armen ist in kapitalistischen Ländern immer noch geschenkt mehr übrig, als für 60-70% der Weltbevölkerung.
Zudem, überall wo der Kapitalismus einzug gehalten hat, also alle ehemals vollständig sozialistischen, welche sich geöffnet haben, konnten einen massiven Anstieg des Wohlstandes verzeichnen.
Schattenseiten sehe ich eher im Naturschutz, Arbeitssicherheit usw., wenn aufstrebende Niedriglohnländer sich im Kampf um die Unternehmen darin gegenseitig unterbieten. Aber das ist ein anderes Thema.

Und ja, es gibt auch als negativ zu bewertende Ausbeutung von armen Ländern, insbesondere Rohstoffe, aber darin sehe ich nicht die breite Basis für unseren Wohlstand.

Den Zinsfehler laste ich allein unserem Geldsystem an, zudem es inzwischen gleich mehrere teilweise ziemlich gut durchdachte und belegte Alternativen gibt. Von allen die ich bisher studiert habe gefällt mir übrigens Schwundgeld am besten. Lesetip: Das Wunder von Wörgl.

Geld durch Investition zu verdienen halte ich aber nicht per se für verwerflich, verstehe aber wenn es Neid erweckt, wenn man jeden Tag früh aufstehen und schaffen muss, der Nachbar aber dagegen lediglich einmal die Woche am PC ein paar Investitionen tätigt und einen deutlich höheren Lebensstandard dafür erhält.
Dennoch, Investoren entscheiden besser als jede staatliche Institution es tun könnte, wo neue Marktchancen (=Kundenwünsche) verborgen sein könnten. Das ermöglicht es nur mit einer guten Idee ausgestattet selbst bisherige Marktriesen anzugehen und Innovation zu schaffen, ohne selbst das nötige Kleingeld mitbringen zu müssen.
Und nicht zu vergessen: Investoren konkurrieren damit untereinander, indirekt über die Unternehmen, denen sie ihr Geld anvertraut haben. So unterbieten sich Investoren bei einer guten Idee gegenseitig, was ja ihren Gewinn schmälert.
Und: Jeder der eine Versicherung, verzinstes Sparguthaben etc. hat ist ein Investor.
Was übrigens beides zu den Gründen gehört, weshalb Kapitalgewinne kaum versteuert werden müssen.

Die Verwerfung entsteht wie gesagt durch Zinsenszins und Giralgeldschöpfung, also Geld aus dem nichts. Denn dadurch ist es plötzlich gewinnbringender das Geld in einem Schneeballsystem zu vermehren, ohne einen Bezug zur Realwirtschaft zu haben, also ohne Nutzen für die breite Gesellschaft. Das erhöht die Hürde für echte Investitionen, die im Gegensatz zur Vermehrungsmaschine risikoreicher und oft weniger rentabel sind.
Hier wird einer der Grundsätze vom Kapitalismus völlig ausgehebelt und in letzter Konsequenz einem menschenverachtender Wachstumswahn vorschub geleistet. Denn Schneeballsysteme haben leider gerne die Eigenschaft exponentiell zu wachsen. Die Zeche zahlen jene, die durch diesen Systemfehler hinten raus fallen, zwangsläufig rausfallen müssen.
 
Es Spielt viel weniger eine Rolle wer die Eliten sind, sondern vielmehr das System das derzeit läuft.
Wenn genug Aufklärung da wäre, könnte es sich nicht halten. Das Fiat Money.
Das versuchen ja schon einige wacker unter die Leute zu bringen.
 
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