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TheLonelyOne
Gast
Ich weiß meine Probleme klingen vielleicht lächerlich oder unsinnig, aber ich muss das mal irgendjemanden schreiben und hoffe, wenigstens mal ernst genommen zu werden. Keine Ahnung, wo ich anfangen soll.
Seit Jahren komme ich mir schon vor, als will niemand wirklich was mit mir zu tun haben. Und vielleicht bin ich auch selbst daran schuld. Vor 2 Jahren hat sich meine Mutter von meinem damaligen Stiefvater getrennt. Es wurde Zeit. Er war cholerisch veranlagt und hat mich eigentlich so gut wie jeden Tag runtergemacht, dass ich ja alles falsch mache und nichts richtig könne. Er war sehr streng und nur ganz selten konnte man mit ihm "normal" reden. Als es dann schließlich zur Scheidung kam hatte ich schon komplett dicht gemacht. Sein Geschreie war mir zu dem Zeitpunkt schon ziemlich egal. Mein teilweise ignorantes Verhalten hatte mir zu der Zeit auch noch einige Verbote zur Folge. Aber was solls, wenigstens ist er in den 11 Jahren Ehe nie handgreiflich geworden. (war damals 16, bin jetzt 18)
Seit der Trennung habe ich eine relativ positive Entwicklung vollzogen. Damals war ich noch sehr zurückgezogen, heute kann ich mich mit anderen ohne Probleme unterhalten. Heute bin ich zwar immer noch vergleichsweise introvertiert, aber es ist schon etwas besser geworden. Da mir im Moment so viel durch den Kopf schwirrt und ich nicht weiß, wie ich das alles formulieren kann, wundert euch nicht wenn meine Ausführungen etwas wirr sind.
Ich mache in wenigen Tagen meine Abiturprüfungen. Schulisch hatte ich eigentlich noch nie Probleme. Eine schnelle Auffassungsgabe und eine gute Portion rationales und logisches Denken bescheren mir in fast jedem Fach Erfolg. Auch wenn meine Noten nicht mein Wissen wiederspiegeln. Manchmal bin ich einfach nur zu faul zum lernen. Allerdings habe ich das Gefühl meine Leistung ist vollkommen umsonst. Sicherlich werde ich ein gutes Abitur kriegen, dann meinen Auslandsaufenthalt absolvieren und dann studieren. Wie schon gesagt, dumm bin ich auf keinen Fall. Ich weiß nicht, ob das manche Leute abschreckt?! Okay, meine Interessen sind dann eben die Naturwissenschaften und das gesellschaftlich verpöhnte Zocken. Wenn ich mich mit etwas beschäftige, dann weiß ich meistens sehr viel über das Thema. Hab deswegen schon so ein bischen den Ruf eines wandelnden Lexikons weg. Das dumme ist nur, dass ich wirklich immer alles wissen will und ich es überhaupt nicht leiden kann, wenn ich mal was nicht weiß.
Auf keinen Fall will ich mal was Falsches machen und bin dementsprechend risikoscheu. Wenn ich mich unsicher fühle, dann halte ich davon Abstand. Über falsche Entscheidungen ärgere ich mich lange.
Ich weiß, dass das Schwachsinn ist. Ich weiß es. Und trotzdem komme ich von dem Gedanken des Perfektionismus nicht los. Das führt dazu, dass ich außerdem noch sehr detailverliebt bin. Alles muss passen, sonst denke ich meine Arbeit ist nicht gut genug.
Und hier ist glaube ich ein Knackpunkt.
Ich habe ständig das Gefühl, dass jeder nur auf meine Leistung schaut. Nicht auf mich, sondern nur auf das was ich leiste.
Nie habe ich das Gefühl, dass sich jemand wirklich für mich interessiert. Wenn ich mich mit anderen unterhalte, dann ist das meistens sehr oberflächlich. Oft versuche ich mit Ironie und Humor die Leute zu erfreuen, was auch oft klappt. Aber trotzdem scheine ich allen egal zu sein. Wenn ich mit jemandem reden oder andere begrüßen will, dann bin ich immer derjenige der laufen muss. Niemand kommt jemals irgendwann zu mir. Außer jemand will was von mir, natürlich. Das passiert auch öfters. Immerhin bin ich sehr zuverlässig und würde fast alles für meine Freunde machen.
Im Gegenzug werde ich wenn, dann höchstens mal von meinem besten Freund irgendwohin eingeladen (und das auch nur selten; außerdem ist er unzuverlässig wie sau). Mir sagt ja noch nicht mal irgendwer, wenn irgendwas los ist. Das erfahre ich dann immer nur im Nachhinein. Wenn sich die anderen mal wieder über die letzte Party unterhalten, dann steh ich daneben und denk mir meinen Teil.
Ich komme mit vielen Leuten ziemlich gut aus, aber niemand schreibt mir mal oder scheint sich auch nur im Geringsten für mich interessieren.
Letztes Jahr im Winter hatte ich mich in eine Klassenkameradin verknallt. Ich musste ständig an sie denken. Habe mich aber nie getraut, was zu sagen. Ich wollte nichts falsch machen und musste mit ihr immerhin noch 2 Jahre in die Schule gehen. Ich kam immer mal auf sie zu und wollte ein bischen labern, aber wurde dann immer abgewiesen oder das Gespräch war dann schnell zu Ende. Irgendwann hatte ich mit dem Gedanken an uns beide abgeschlossen. Seit ein paar Wochen häng ich nun aber schon wieder an ihr. Ich versuche wieder mit Humor und Romantik zu begeistern, aber sie hat glaube ich absolut kein Interesse an mir. Sie geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich bin wahrscheinlich nicht am durchtrainiertesten, aber unbedingt hässlich bin ich auch nicht. Intelligenz ist vermutlich auch nicht besonders anziehend. Meine Hobbys sind für sie wahrscheinlich lächerlich.
Trotz dass ich vieles weiß, fühle ich mich in solchen Momenten so, als könnte ich nichts richtig machen. Nichts bekomme ich auf die Reihe. Zumindest nichts, an dem andere interessiert sein könnten...
Nach außen hin versuche ich immer souverän, freundlich und glücklich zu wirken.
Aber in letzter Zeit sitze ich dann doch wieder alleine zuhause.
Heftige Regengüsse schlagen gegen das gekippte Fenster. Ich mag den Geruch des frischen Regens.
Aus den Lautsprechern meines Computers dringen wieder einige melancholische Lieder.
Zum tausendsten Mal wird Nothing Else Matters, Losing My Religion, Here Without You oder Mad World gespielt.
Musik hat mir schon immer geholfen...
...Gefühle zu verarbeiten und immer tiefer runterzuschlucken.
Ein kleines *ping* ertönt und ich bilde mir tatsächlich ein, mir hätte jemand geschrieben.
Ach nein. Sie kam nur online. Das kleine Bild am Bildschirmrand zeigt ihr strahlendes Gesicht.
Ihr Profilbil lächelt mich an.
.
.
.
Eine kleine Träne fließt mir die Wange herunter.
Ich setze mich wieder ans Fenster und wende den Blick nach draußen in den Regen...
Seit Jahren komme ich mir schon vor, als will niemand wirklich was mit mir zu tun haben. Und vielleicht bin ich auch selbst daran schuld. Vor 2 Jahren hat sich meine Mutter von meinem damaligen Stiefvater getrennt. Es wurde Zeit. Er war cholerisch veranlagt und hat mich eigentlich so gut wie jeden Tag runtergemacht, dass ich ja alles falsch mache und nichts richtig könne. Er war sehr streng und nur ganz selten konnte man mit ihm "normal" reden. Als es dann schließlich zur Scheidung kam hatte ich schon komplett dicht gemacht. Sein Geschreie war mir zu dem Zeitpunkt schon ziemlich egal. Mein teilweise ignorantes Verhalten hatte mir zu der Zeit auch noch einige Verbote zur Folge. Aber was solls, wenigstens ist er in den 11 Jahren Ehe nie handgreiflich geworden. (war damals 16, bin jetzt 18)
Seit der Trennung habe ich eine relativ positive Entwicklung vollzogen. Damals war ich noch sehr zurückgezogen, heute kann ich mich mit anderen ohne Probleme unterhalten. Heute bin ich zwar immer noch vergleichsweise introvertiert, aber es ist schon etwas besser geworden. Da mir im Moment so viel durch den Kopf schwirrt und ich nicht weiß, wie ich das alles formulieren kann, wundert euch nicht wenn meine Ausführungen etwas wirr sind.
Ich mache in wenigen Tagen meine Abiturprüfungen. Schulisch hatte ich eigentlich noch nie Probleme. Eine schnelle Auffassungsgabe und eine gute Portion rationales und logisches Denken bescheren mir in fast jedem Fach Erfolg. Auch wenn meine Noten nicht mein Wissen wiederspiegeln. Manchmal bin ich einfach nur zu faul zum lernen. Allerdings habe ich das Gefühl meine Leistung ist vollkommen umsonst. Sicherlich werde ich ein gutes Abitur kriegen, dann meinen Auslandsaufenthalt absolvieren und dann studieren. Wie schon gesagt, dumm bin ich auf keinen Fall. Ich weiß nicht, ob das manche Leute abschreckt?! Okay, meine Interessen sind dann eben die Naturwissenschaften und das gesellschaftlich verpöhnte Zocken. Wenn ich mich mit etwas beschäftige, dann weiß ich meistens sehr viel über das Thema. Hab deswegen schon so ein bischen den Ruf eines wandelnden Lexikons weg. Das dumme ist nur, dass ich wirklich immer alles wissen will und ich es überhaupt nicht leiden kann, wenn ich mal was nicht weiß.
Auf keinen Fall will ich mal was Falsches machen und bin dementsprechend risikoscheu. Wenn ich mich unsicher fühle, dann halte ich davon Abstand. Über falsche Entscheidungen ärgere ich mich lange.
Ich weiß, dass das Schwachsinn ist. Ich weiß es. Und trotzdem komme ich von dem Gedanken des Perfektionismus nicht los. Das führt dazu, dass ich außerdem noch sehr detailverliebt bin. Alles muss passen, sonst denke ich meine Arbeit ist nicht gut genug.
Und hier ist glaube ich ein Knackpunkt.
Ich habe ständig das Gefühl, dass jeder nur auf meine Leistung schaut. Nicht auf mich, sondern nur auf das was ich leiste.
Nie habe ich das Gefühl, dass sich jemand wirklich für mich interessiert. Wenn ich mich mit anderen unterhalte, dann ist das meistens sehr oberflächlich. Oft versuche ich mit Ironie und Humor die Leute zu erfreuen, was auch oft klappt. Aber trotzdem scheine ich allen egal zu sein. Wenn ich mit jemandem reden oder andere begrüßen will, dann bin ich immer derjenige der laufen muss. Niemand kommt jemals irgendwann zu mir. Außer jemand will was von mir, natürlich. Das passiert auch öfters. Immerhin bin ich sehr zuverlässig und würde fast alles für meine Freunde machen.
Im Gegenzug werde ich wenn, dann höchstens mal von meinem besten Freund irgendwohin eingeladen (und das auch nur selten; außerdem ist er unzuverlässig wie sau). Mir sagt ja noch nicht mal irgendwer, wenn irgendwas los ist. Das erfahre ich dann immer nur im Nachhinein. Wenn sich die anderen mal wieder über die letzte Party unterhalten, dann steh ich daneben und denk mir meinen Teil.
Ich komme mit vielen Leuten ziemlich gut aus, aber niemand schreibt mir mal oder scheint sich auch nur im Geringsten für mich interessieren.
Letztes Jahr im Winter hatte ich mich in eine Klassenkameradin verknallt. Ich musste ständig an sie denken. Habe mich aber nie getraut, was zu sagen. Ich wollte nichts falsch machen und musste mit ihr immerhin noch 2 Jahre in die Schule gehen. Ich kam immer mal auf sie zu und wollte ein bischen labern, aber wurde dann immer abgewiesen oder das Gespräch war dann schnell zu Ende. Irgendwann hatte ich mit dem Gedanken an uns beide abgeschlossen. Seit ein paar Wochen häng ich nun aber schon wieder an ihr. Ich versuche wieder mit Humor und Romantik zu begeistern, aber sie hat glaube ich absolut kein Interesse an mir. Sie geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich bin wahrscheinlich nicht am durchtrainiertesten, aber unbedingt hässlich bin ich auch nicht. Intelligenz ist vermutlich auch nicht besonders anziehend. Meine Hobbys sind für sie wahrscheinlich lächerlich.
Trotz dass ich vieles weiß, fühle ich mich in solchen Momenten so, als könnte ich nichts richtig machen. Nichts bekomme ich auf die Reihe. Zumindest nichts, an dem andere interessiert sein könnten...
Nach außen hin versuche ich immer souverän, freundlich und glücklich zu wirken.
Aber in letzter Zeit sitze ich dann doch wieder alleine zuhause.
Heftige Regengüsse schlagen gegen das gekippte Fenster. Ich mag den Geruch des frischen Regens.
Aus den Lautsprechern meines Computers dringen wieder einige melancholische Lieder.
Zum tausendsten Mal wird Nothing Else Matters, Losing My Religion, Here Without You oder Mad World gespielt.
Musik hat mir schon immer geholfen...
...Gefühle zu verarbeiten und immer tiefer runterzuschlucken.
Ein kleines *ping* ertönt und ich bilde mir tatsächlich ein, mir hätte jemand geschrieben.
Ach nein. Sie kam nur online. Das kleine Bild am Bildschirmrand zeigt ihr strahlendes Gesicht.
Ihr Profilbil lächelt mich an.
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Eine kleine Träne fließt mir die Wange herunter.
Ich setze mich wieder ans Fenster und wende den Blick nach draußen in den Regen...