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Wo fängt kulturelle Aneignung an?

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Was ist „kulturelle Aneignung“?

Eine (weiße) Musikerin mit Dreads wird von Fridays for Future ausgeladen. Was einen Shitstorm zur Folge hat. Bis vor kurzem hätte ich über das Thema lediglich gelacht: Warum sollten weiße Menschen keine Dreadlocks tragen? Wenn ich Symbole einer anderen Kultur benutze, will ich damit ja nicht irgendjemanden diskriminieren.

Doch so langsam komme ich ins Grübeln.

Ein anderes Beispiel: Das „Holi“-Festival. Weltweit bewerfen sich Menschen gegenseitig mit Farbpulver, um Fotos davon für Instagram zu machen. Kennt irgendjemand von ihnen den Hintergrund des heiligen Festes aus Indien?

Die Autorin Hengameh Yaghoobifarah beschreibt in einem Beitrag für das Missy-Magazin die BesucherInnen des Fusion Festivals: „Neben den Dreadlocks trugen weiße Menschen Kimonos, Kegelhüte, Oberteile mit random chinesischen Zeichen, Bindis, Saris, Federkopfschmuck, Tunnel, Turbane, Sharwals oder einzelne Federn im Haar. Wie Karneval der Kulturen in Berlin, nur ohne Kulturen.“ Eine Grenze werde beispielsweise auch dann überschritten, wenn etwa Weiße von Weißen lernen, wie man „indigenes Essen“ zubereitet.

Man bediene sich an allem, übernimmt, imitiert, kopiert – ohne die Bürde der Diskriminierung tragen zu müssen. Etwas einfach zu übernehmen, weil es modisch anmutet, ist vielleicht wirklich gedankenlos?
So what. Im Karneval war schon immer alles erlaubt, völlig kulturfrei. Das ist das uralte Wesen des Karnevals, völlige Freiheit von jeder Art von Auflagen, die zu anderen Zeiten gelten, auch von "Political Correctness" als moderner Form von Beschränkung.
Und Diskriminierung wegen einer Haartracht - echt jetzt? Im Mittelalter galten ganz strenge Regeln, was Frisur und Kleidung anging, und noch in den 50ern wurden junge Männer diskriminiert, wenn sie es wagten, ihre Haare länger als Streichholz zu tragen, wollen wir echt wieder zurück in längst überwundene Zeiten?
Die Typen von FFF beweisen nur wieder mal, wie stark sie unter ihrer Maske von Toleranz und Political Correctness in Wahrheit die Intoleranz, Ausgrenzung und Grenzziehung pflegen, sich überall päpstlicher als der Papst geben, weil sie meinen, sie hätten die "Moral" für sich gepachtet. Und jeder, der ihnen nicht bedingungslos beipflichtet, gilt als Feind, der zu vernichten ist, mit allen Mitteln.
Eine neue Sekte, nichts anderes.
 
Was die Leute von FFF leider vergessen haben: Dreadlocks gab's auch schon bei den Wikingern, Azteken und anderen Völkern...
 
Was ist „kulturelle Aneignung“?

Eine (weiße) Musikerin mit Dreads wird von Fridays for Future ausgeladen. Was einen Shitstorm zur Folge hat. Bis vor kurzem hätte ich über das Thema lediglich gelacht: Warum sollten weiße Menschen keine Dreadlocks tragen? Wenn ich Symbole einer anderen Kultur benutze, will ich damit ja nicht irgendjemanden diskriminieren.

Doch so langsam komme ich ins Grübeln.

Ein anderes Beispiel: Das „Holi“-Festival. Weltweit bewerfen sich Menschen gegenseitig mit Farbpulver, um Fotos davon für Instagram zu machen. Kennt irgendjemand von ihnen den Hintergrund des heiligen Festes aus Indien?

Die Autorin Hengameh Yaghoobifarah beschreibt in einem Beitrag für das Missy-Magazin die BesucherInnen des Fusion Festivals: „Neben den Dreadlocks trugen weiße Menschen Kimonos, Kegelhüte, Oberteile mit random chinesischen Zeichen, Bindis, Saris, Federkopfschmuck, Tunnel, Turbane, Sharwals oder einzelne Federn im Haar. Wie Karneval der Kulturen in Berlin, nur ohne Kulturen.“ Eine Grenze werde beispielsweise auch dann überschritten, wenn etwa Weiße von Weißen lernen, wie man „indigenes Essen“ zubereitet.

Man bediene sich an allem, übernimmt, imitiert, kopiert – ohne die Bürde der Diskriminierung tragen zu müssen. Etwas einfach zu übernehmen, weil es modisch anmutet, ist vielleicht wirklich gedankenlos?
Ist es dann auch kulturelle Aneignung, wenn Schwarze oder Asiaten Anzüge tragen oder sich die Hasre blondieren? Wenn sie Mozart spielen und damit ihr Geld verdienen und das anderen beibringen? Wenn sie ein französisches Restaurant in Tokyo oder Kapstadt leiten? Mal ganz davon abgesehen das sich viele Dinge kulturell gar nicht eindeutig zuordnen lassen, wie Dreadlocks zum Beispiel, weil sie über die Jahrtausende überall mal aufgetaucht und wieder verschwunden sind. Nur weil man aktuell Dreadlocks als schwarze Kultur wahrnimmt, heißt das nicht dass das so bleibt. Das ganze Konzept der kulturellen Aneignung ist absurd, weil es fälschlicherweise davon ausgeht das jedes Kulturelement eindeutig einer Kultur zuzuordnen ist. Kultur bestand aber immer aus gegenseitigem Austausch, übernehmen und verändern. Nehmen wir nur unsere Sprache: arabische Zahlen, lateinische Buchstaben mit phönizischem Ursprung, germanische Basis mit romanischen Elementen, angereichert mit Anglizismen die so selbstverständlich sind, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen. Die Seife haben die Araber erfunden, ebenso das Marzipan. Sollen wir jetzt Lübeck niederbrennen?

Es wird immer gerne von kultureller Sensibilität geredet, dass man Bestandteile aus anderen Kulturen nicht übernehmen soll, aber in erster Linie bedeutet das nichts anderes als kulturelle Rassentrennung. Genau wie Safe Spaces die für weiße geschlossen sind. Im Endeffekt ist das Rassentrennung und daher schon prinzipiell abzulehnen.
 
Ist es dann auch kulturelle Aneignung, wenn Schwarze oder Asiaten Anzüge tragen oder sich die Hasre blondieren? Wenn sie Mozart spielen und damit ihr Geld verdienen und das anderen beibringen? Wenn sie ein französisches Restaurant in Tokyo oder Kapstadt leiten? Mal ganz davon abgesehen das sich viele Dinge kulturell gar nicht eindeutig zuordnen lassen, wie Dreadlocks zum Beispiel, weil sie über die Jahrtausende überall mal aufgetaucht und wieder verschwunden sind. Nur weil man aktuell Dreadlocks als schwarze Kultur wahrnimmt, heißt das nicht dass das so bleibt. Das ganze Konzept der kulturellen Aneignung ist absurd, weil es fälschlicherweise davon ausgeht das jedes Kulturelement eindeutig einer Kultur zuzuordnen ist. Kultur bestand aber immer aus gegenseitigem Austausch, übernehmen und verändern. Nehmen wir nur unsere Sprache: arabische Zahlen, lateinische Buchstaben mit phönizischem Ursprung, germanische Basis mit romanischen Elementen, angereichert mit Anglizismen die so selbstverständlich sind, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen. Die Seife haben die Araber erfunden, ebenso das Marzipan. Sollen wir jetzt Lübeck niederbrennen?

Es wird immer gerne von kultureller Sensibilität geredet, dass man Bestandteile aus anderen Kulturen nicht übernehmen soll, aber in erster Linie bedeutet das nichts anderes als kulturelle Rassentrennung. Genau wie Safe Spaces die für weiße geschlossen sind. Im Endeffekt ist das Rassentrennung und daher schon prinzipiell abzulehnen.
Wir reden tatsächlich nicht von Rassentrennung, das finde ich jetzt etwas arg polemisch.

Nehmen wir einfach einmal als Beispiel das Holi-Fest der Inder. In seiner Bedeutung sehr vielschichtig.
Inzwischen bewerfen sich weltweit Menschen mit bunter Farbe, nur als lustiger Event und für Fotos.

Was würden hiesige Christen sagen, wenn etwa nur so als Gag, irgendwo Menschen zur Belustigung Prozessionen nachstellen und Heiligenfiguren durch die Gegend tragen, um sich damit fotografieren zu lassen?

Würde man wohl als sehr seltsam bis ziemlich daneben einstufen.
Hat einfach etwas mit Respekt vor anderen Kulturen zu tun.
 
Wir reden tatsächlich nicht von Rassentrennung, das finde ich jetzt etwas arg polemisch.

Nehmen wir einfach einmal als Beispiel das Holi-Fest der Inder. In seiner Bedeutung sehr vielschichtig.
Inzwischen bewerfen sich weltweit Menschen mit bunter Farbe, nur als lustiger Event und für Fotos.

Was würden hiesige Christen sagen, wenn etwa nur so als Gag, irgendwo Menschen zur Belustigung Prozessionen nachstellen und Heiligenfiguren durch die Gegend tragen, um sich damit fotografieren zu lassen?

Würde man wohl als sehr seltsam bis ziemlich daneben einstufen.
Hat einfach etwas mit Respekt vor anderen Kulturen zu tun.

Angenommen, es gäbe in Japan Weihnachtsmärkte komplett mit Krippe... ohne deutlich religiösen Bezug.

Wärst du empört darüber?
Ehrlich gesagt: ich nicht.

Und Überraschung: es gibt sie wirklich:
 
Hm, sollte man das wirklich alles in so engen Grenzen sehen? Dann dürfte es ja auch kein Oktoberfest mehr in den USA geben oder auch in Japan ... sind ja meistens doch auch keine Bayern ...
Ich weiß natürlich nicht, inwiefern Feiernde den Hintergrund eines Holi-Festes kennen ... Ich hatte dazu gelesen ... Die Holi Festival of Colours Tour ist eine Reihe an Musikveranstaltungen, die in verschiedenen Ländern stattfindet. Die Konzerte sind inspiriert vom Holi-Frühlingsfest und basieren auf dem farbigen Pulver, welches ebendieses ausmacht.
Inwiefern solche Dinge eine kulturelle Aneignung sind, hm ... eine kulturelle Verbreitung ist doch auch nicht so verwerflich, oder? Ich kann mich doch trotzdem mit dazugehörigen Dingen oder Ritualen identifizieren?
 
Noch nie so einen Mist gehört.
Ich wäre stolz wenn Leute Gerichte ais meiner Heimat kochen. Aber Rasta und Dreads finde ich dann auch wieder grenzwertig xD Aber wie heißt es so schön: Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung.

Wenn dein Freund so drauf ist sollte er in sein Land ziehen. Denn dann hat er nicht das Recht Deutsche Produkte zu konsumieren. Immerhin ist er ja kein 100%iger Deutscher.....
 
Nehmen wir einfach einmal als Beispiel das Holi-Fest der Inder. In seiner Bedeutung sehr vielschichtig.
Inzwischen bewerfen sich weltweit Menschen mit bunter Farbe, nur als lustiger Event und für Fotos.

Was würden hiesige Christen sagen, wenn etwa nur so als Gag, irgendwo Menschen zur Belustigung Prozessionen nachstellen und Heiligenfiguren durch die Gegend tragen, um sich damit fotografieren zu lassen?

Würde man wohl als sehr seltsam bis ziemlich daneben einstufen.
Hat einfach etwas mit Respekt vor anderen Kulturen zu tun.

Ich kann die Kritik da verstehen, wo es um religiöse Symbole geht. Dass das, was Menschen heilig ist, nicht in einem anderen, völlig profanen Zusammenhang verwendet werden soll. In manchen asiatischen Ländern ist es z.B. deshalb verboten, Buddha-Figuren als Tourist mit nach Hause zu nehmen, weil man nicht will, dass diese Figuren dann in Berlin oder Paris als reine Deko oder Eso-Kitsch auf dem Kamin landen. Das kann ich ein Stück weit nachvollziehen.

Der Unterschied ist aber, denke ich, dass es bei dieser Dreadlocks-Geschichte um eine andere Argumentation geht: Du sollst keine Dreadlocks tragen, weil deine Vorfahren nicht versklavt wurden. Weil du weiß bist. Das hat verschiedene Aspekte. Zum einen weist man dir damit eine andere Identität zu, weil du eine andere Hautfarbe hast. Identitätspolitik. Die Unterschiede zwischen Menschen werden betont. Zum anderen, es kommt diese Sache mit Leid und Schuld mit rein. Die eine Gruppe wird als Opfer definiert, die andere als Tätergruppe. Wenn du weiß bist, hast du quasi eine ererbte Schuld auf dir lasten. Du darfst diese Frisur deshalb nicht tragen, ein Schwarzer schon. Hier ein Artikel, der diese politische Denkrichtung näher beschreibt:

Den Unterschied zu den religiös geprägten Bedenken siehst du noch auf eine andere Weise: Die religiösen Bedenken können viele Menschen halbwegs nachvollziehen. Ich habe nie mitbekommen, dass Menschen sich aufgeregt hätten, weil man aus Thailand keine Buddha-Figuren mit nach Hause nehmen darf. Dagegen führen die Ideen aus der Ecke "Gender Studies, Postcolonial Studies, Wokeness, Identitätspolitik" (und wie auch immer man das bezeichnen will) regelmäßig zu Kopfschütteln, wütenden Leserbriefen und Shitstorms. Das sind Dinge, deren Sinn sich, wenn überhaupt, erst erschließt, wenn man komplizierte Theorien darüber gelesen hat. Ich halte diese Ideen für sehr gefährlich, einerseits weil sie die Freiheit einschränken und andererseits weil sie die Gesellschaft spalten und die radikale Rechte stärken, weil viele den ganzen Quatsch nicht mehr einsehen. Anders gesagt, weil sie von links die Demokratie gefährden und gleichzeitig die Demokratiegefährdung von rechts mit herbeiführen.
 
Hallo ihr Lieben,
Mein Freund kommt aus Peru. Bzw : die Mutter meines Freundes. Deswegen hat mein Freund die leicht negative Eigenschaft sich für den Oberlatino von BaWü zu halten ^^


Neulich habe ich ihm gesagt, dass ich Ceviche mag (peruanisches Gericht). Daraufhin hat er mich ausgelacht und gesagt dass ich als Nicht-Peruanerin gar kein echtes Ceviche kenne. Als er dann erfahren hat dass ich mal selbst welches gemacht habe hat er angefangen rumzubrüllen dass das kulturelle Aneignung sei, dass er nicht mehr mit mir reden will und dass ich mich bloß von seiner Mutter fernhalten und ihr das nicht sagen soll.

Ich selbst bin auch keine Deutsche und wenn Menschen Dinge aus meinem Heimatland kochen oder behaupten meine Kultur zu kennen recht skeptisch. Aber ist das wirklich kulturelle Aneignung , oder übertreibt er?


Was ist denn mit Karate, Yoga, Bauchtanz, Zumba usw. usw. ?
 
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