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Wo fängt kulturelle Aneignung an?

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Meine Hauttönung ist genau so wenig Teil meiner Identität, wie meine Körpergrösse. Sie ist kein wichtiger Teil von mir. Ist dir nicht aufgefallen, dass viele Leute Produkte zur Aufhellung der Haut kaufen?
Genauso wie sich viele Menschen Fett absaugen lassen und viele Menschen Einlagen tragen.

Natürlich ist die Hautfarbe Teil der eigenen Identität, genauso wie das Geschlecht, das Alter etc. Das an sich ist doch erst einmal neutral zu sehen. Die Wertung, ob jemand stolz auf Alter, Aussehen, Hautfarbe ist oder einen Teil davon, von seiner Erscheinung ablehnt, das machen wir Menschen.
Wir sehen alle verschieden aus, wie wir das (be-)werten, das ist eine ganz andere Geschichte.
 
Weil ich es eben nicht wahrnehmen möchte!
Ich sehe doch auch nicht, dass jemand weiß ist. WARUM nehme ich wahr, dass ein Mensch dunkelhäutig ist???
Es kotzt mich sowas von krass an und ich ekele mich vor mir selbst!
Und nein, es steckt NULL Wertung darin - aber dennoch sehe ichs halt. Und das will ich nicht!

Komm mal wieder runter. Das ist ein vollkommen normales menschliches Verhalten. Warum muss man sich dafür selbst anekeln? Menschen sind unterschiedlich, das ist so. Wenn du in einer Firma mit 90% Frauen arbeitest, werden dir die wenigen Männer besonders auffallen. Wenn Männer im Schnitt 1 Meter 70 groß sind, werden Männer mit 2 Meter 10 deine Aufmerksamkeit besonders reizen. Und jetzt? Die Psyche funktioniert so und reagiert auf Dinge, die sie ungewöhnlich findet.

Mit einer solchen Haltung ist niemandem geholfen. Dir nicht, den Menschen auf der Straße nicht und irgendwem weit weg nicht. Damit redest du dir Probleme ein, die keine sind.

Man sagt, nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben. Das gilt auch im kulturellen Sinne. Wer sich selbst so ablehnt, dass er nicht einmal das Erkennen ganz normaler Unterschiede als natürlich gegeben hinnehmen kann, der akzeptiert den Fremden auch nicht wirklich, sondern benutzt den Fremden, um die eigene Leere zu füllen. Denk mal drüber nach.
 
Weil ich es eben nicht wahrnehmen möchte!
Ich sehe doch auch nicht, dass jemand weiß ist. WARUM nehme ich wahr, dass ein Mensch dunkelhäutig ist???
Es kotzt mich sowas von krass an und ich ekele mich vor mir selbst!
Und nein, es steckt NULL Wertung darin - aber dennoch sehe ichs halt. Und das will ich nicht!
Weil du in Mitteleuropa aufgewachsen bist, wo die Norm eben weiße Hautfarbe ist. Wärst du in Zentralafrika aufgewachsen, würden dir weiße als "fremd" oder "anders" auffallen.

Mach also nicht so ein Drama draus. Man muss auch nicht so tun als ob alle Menscjen gleich wären. Das sind sie nämlich nicht. Alle Menschen sind aber gleichwertig und darauf kommt es an.

Es ist nur für manche (wie die TE und ihren Freund) sehr bequem in der Opferrolle zu stecken (die dadurch das sie hier angeblich angegriffen wird und er durch die angebliche kulturelle Aneignung), ebenso wie es auch sehr bequem sein kann in der systemischen Täterrolle zu stecken. Das simplifiziert das eigene Leben und gibt auch ein Stück weit Verantwortung ab. Wenn ich mir einrede das alle mich hassen weil ich schwarz bin, muss ich mich nicht damit auseinander setzen, dass ich vielleicht einfach ein A**** bin. Ebenso ist es bequem zu sagen, dass das System mich als weißen hetero-cis-Mann automatisch bevorteilt. Dann muss ich mich nicht selber fragen, ob ich nicht persönlich meine Konkurrenz vorsätzlich behindere.

Natürlich gibt es Rassismus und kulturelle Aneignung, aber wenn man sich immer nur darauf konzentriert, macht man es sich halt in seiner Opferrolle bequem. Wenn man das will, bitte sehr. Glücklich wird man dadurch aber eher nicht. Ebensowenig wie du glücklich wirst, wenn du dich selber für etwas hasst für das du nichts kannst.

Kulturelle Aneignung, um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, sehe ich nur da, wo ich ein fremdes Kulturgut unreflektiert übernehme und es als Teil meiner eigenen Kultur ausgebe. Wenn ich also Ceviche nicht authentisch zubereite ist das keine kulturelle Aneignung.
 
Genauso wie sich viele Menschen Fett absaugen lassen und viele Menschen Einlagen tragen.

Natürlich ist die Hautfarbe Teil der eigenen Identität, genauso wie das Geschlecht, das Alter etc. Das an sich ist doch erst einmal neutral zu sehen. Die Wertung, ob jemand stolz auf Alter, Aussehen, Hautfarbe ist oder einen Teil davon, von seiner Erscheinung ablehnt, das machen wir Menschen.
Wir sehen alle verschieden aus, wie wir das (be-)werten, das ist eine ganz andere Geschichte.

Wie verstehst du „Identität“? Ich bin als Kind schon nach Deutschland gekommen. Ich hatte keinerlei Kontakt zu Libanesen, mit denen ich nicht verwandt bin. Ich habe kaum Berührungspunkte mit der libanesischen Community hier und suche auch keine Kontakte.
Teilweise gehe ich ihnen aus dem Weg, denn meine Familie hat Streit mit einer anderer libanesischen Familie hier.
 
Wie verstehst du „Identität“? Ich bin als Kind schon nach Deutschland gekommen. Ich hatte keinerlei Kontakt zu Libanesen, mit denen ich nicht verwandt bin. Ich habe kaum Berührungspunkte mit der libanesischen Community hier und suche auch keine Kontakte.
Teilweise gehe ich ihnen aus dem Weg, denn meine Familie hat Streit mit einer anderer libanesischen Familie hier.

Deine Identität ist die Gesamtheit deiner Merkmale. Zum Beispiel ob du männlichen oder weiblichen Geschlechts bist, groß oder klein, schwarz oder weiß und so weiter. Identität hat erstmal nicht per se etwas mit Identifikation zu tun, also dich und deine Persönlichkeit mit deinen Merkmalen gleichzusetzen. Das sind unterschiedliche Dinge.
 
Deine Identität ist die Gesamtheit deiner Merkmale. Zum Beispiel ob du männlichen oder weiblichen Geschlechts bist, groß oder klein, schwarz oder weiß und so weiter. Identität hat erstmal nicht per se etwas mit Identifikation zu tun, also dich und deine Persönlichkeit mit deinen Merkmalen gleichzusetzen. Das sind unterschiedliche Dinge.
Genau. Vielleicht ist das auch ein Missverständnis der Begrifflichkeiten ☺️, ich meine nicht eine kulturelle Identität, sondern tatsächlich das Ich-Sein, den Menschen in seiner Gesamtheit. Hätte ich vielleicht deutlicher machen sollen, sorry.
 
Ich hab Deine Antworten noch mal zusammen hängend überflogen.


Du bist meiner Ansicht nach ziemlich straigt, vermutlich taff ( 2x positiv).
Wenn man als Dein Gegenüber nicht wirklich wortgewandt ist, verliert man.

Es gab ein paar Mißverständnisse im thread.
Anfangs hast Du geschildert, dass Dein Freund „aus Peru kommt“ und die „leicht negative Eigenschaft hat, sich für einen Oberlatino zu halten“.
Da liegt nahe, dass man von einem Migrationshindergrund ausgeht, bei dem die Integration nicht abgeschlossen ist.
Er ist aber in Deutschland aufgewachsen.


Du bezeichnest Dich als nicht-Deutsche, hast „Deine“ Kultur.
Lebst aber seit Du 6 bist in D, umgibst Dich demnach mit D-Kultur seit Du in die Schule gekommen bist.
Dieser Einfluss kann nicht ohne Folgen geblieben sein, erfahren hat man es aber erst später.
Auch daraus ergab sich - wenn man denn nach Gründen sucht – dass ein Migratinshintergrund schuld sein könnte.
Den gibt es aber nicht.
Also steht im Ergebnis fest, dass ihr beide hier aufgewachsen seid und man Gründe solcher Art vergessen kann.

Trotzdem bleibt aber noch das Verhalten des Freundes.
Wenn sein Vater schon länger tot ist kann es sein, dass ihm die maßgebliche Identitätsfigur verloren gegangen ist. Er wendet sich dann dem anderen Elternteil zu und das ist die Mutter.
Die kam aus Peru und verkörpert nun die Werte.
Er ist aber nicht weiblich sondern männlich und möchte vermutlich doppel-männlich rüber kommen.
Also lässt er keine Kritik an sich aber auch keine eigene Schwäche zu. Daher ist er eher introvertiert und macht, was es aus zu machen gibt, mit sich selber aus.
Du bekommst davon nichts mit, wenn er es Dir nicht sagt.
Deine Beihilfe möchte er nicht: Du könntest ihn vermutlich nieder diskutieren.
Du bist ihm daher wohl auch nicht schwach genug.


Als „Oberlatino“ hätte er gerne eine Partnerin, die durchaus Deine Eigenschaften hat ( sonst wäre er schon weg) – aber der er im Zweifelsfall überlegen ist.

Also eher keine zu starke Frau, eher eine Schmusekatze, die ja sagt.


Dieses Unterlegenheitsgefühl zeigt sich dann wohl auch im Ausdruck von Gefühlen (und was dazu gehört).

Ich vermute, dass er noch ziemlich „jung“ ist. Eigentlich sollte er innerlich aufholen und Dich auf Augenhöhe schätzen. An Dir vorbei zu rauschen oder sich gar über Dich zu stellen vermag er nicht.
Das was dann ab und zu von ihm mit Wucht kommt ist eigentlich ein Ausdruck der Schwäche, denn wäre er Dir überlegen, so hätte er dies überhaupt nicht nötig.

Hau mir jetzt aber bitte nicht den Kopf ab, ich kenn keinen von Euch beiden und kann mir nur Dinge zusammen reimen und das Ergebnis beschreiben.
 
Sorry für die späte Antwort, ich hätte nicht erwartet, dass noch etwas kommt, was an mich gerichtet ist und zum thema passt.

Du bist meiner Ansicht nach ziemlich straigt, vermutlich taff ( 2x positiv).
Wenn man als Dein Gegenüber nicht wirklich wortgewandt ist, verliert man.
Ich nehme das als Kompliment, vielen Dank.
Er ist aber in Deutschland aufgewachsen.
Ich dachte das wäre klar, da ich ja auch gesagt habe dass nur die Mutter aus Peru kommt. Aber das wurde falsch verstanden und kann passieren.
Du bezeichnest Dich als nicht-Deutsche, hast „Deine“ Kultur.
Das stimmt ja auch. Anführungszeichen weg.
Lebst aber seit Du 6 bist in D, umgibst Dich demnach mit D-Kultur seit Du in die Schule gekommen bist.
Ja, das stimmt auch - und?
Dieser Einfluss kann nicht ohne Folgen geblieben sein, erfahren hat man es aber erst später.
Ich denke das ist selbstverständlich
dass ein Migratinshintergrund schuld sein könnte.
Den gibt es aber nicht.
Natürlich gibt es den
dass ihr beide hier aufgewachsen seid
Trotzdem bin ich keine deutsche und er nur halb.
möchte vermutlich doppel-männlich rüber kommen.
Nicht nur vermutlich.
Du bekommst davon nichts mit, wenn er es Dir nicht sagt.
Was er nicht tut
Du könntest ihn vermutlich nieder diskutieren.
Du bist ihm daher wohl auch nicht schwach genug.
Könnte ich, die Chance dazu bekomme ich aber nicht.
Kann gut sein.
aber der er im Zweifelsfall überlegen ist.
Was er allerdings nicht ist und ich glaube das wissen wir beide...
Hau mir jetzt aber bitte nicht den Kopf ab, ich kenn keinen von Euch beiden und kann mir nur Dinge zusammen reimen und das Ergebnis beschreiben.
Ich haue dir nicht den Kopf ab, keine Sorge xD
 
Was ist „kulturelle Aneignung“?

Eine (weiße) Musikerin mit Dreads wird von Fridays for Future ausgeladen. Was einen Shitstorm zur Folge hat. Bis vor kurzem hätte ich über das Thema lediglich gelacht: Warum sollten weiße Menschen keine Dreadlocks tragen? Wenn ich Symbole einer anderen Kultur benutze, will ich damit ja nicht irgendjemanden diskriminieren.

Doch so langsam komme ich ins Grübeln.

Ein anderes Beispiel: Das „Holi“-Festival. Weltweit bewerfen sich Menschen gegenseitig mit Farbpulver, um Fotos davon für Instagram zu machen. Kennt irgendjemand von ihnen den Hintergrund des heiligen Festes aus Indien?

Die Autorin Hengameh Yaghoobifarah beschreibt in einem Beitrag für das Missy-Magazin die BesucherInnen des Fusion Festivals: „Neben den Dreadlocks trugen weiße Menschen Kimonos, Kegelhüte, Oberteile mit random chinesischen Zeichen, Bindis, Saris, Federkopfschmuck, Tunnel, Turbane, Sharwals oder einzelne Federn im Haar. Wie Karneval der Kulturen in Berlin, nur ohne Kulturen.“ Eine Grenze werde beispielsweise auch dann überschritten, wenn etwa Weiße von Weißen lernen, wie man „indigenes Essen“ zubereitet.

Man bediene sich an allem, übernimmt, imitiert, kopiert – ohne die Bürde der Diskriminierung tragen zu müssen. Etwas einfach zu übernehmen, weil es modisch anmutet, ist vielleicht wirklich gedankenlos?
 
Was ist „kulturelle Aneignung“?

Eine (weiße) Musikerin mit Dreads wird von Fridays for Future ausgeladen. Was einen Shitstorm zur Folge hat. Bis vor kurzem hätte ich über das Thema lediglich gelacht: Warum sollten weiße Menschen keine Dreadlocks tragen? Wenn ich Symbole einer anderen Kultur benutze, will ich damit ja nicht irgendjemanden diskriminieren.

Doch so langsam komme ich ins Grübeln.

Ein anderes Beispiel: Das „Holi“-Festival. Weltweit bewerfen sich Menschen gegenseitig mit Farbpulver, um Fotos davon für Instagram zu machen. Kennt irgendjemand von ihnen den Hintergrund des heiligen Festes aus Indien?

Die Autorin Hengameh Yaghoobifarah beschreibt in einem Beitrag für das Missy-Magazin die BesucherInnen des Fusion Festivals: „Neben den Dreadlocks trugen weiße Menschen Kimonos, Kegelhüte, Oberteile mit random chinesischen Zeichen, Bindis, Saris, Federkopfschmuck, Tunnel, Turbane, Sharwals oder einzelne Federn im Haar. Wie Karneval der Kulturen in Berlin, nur ohne Kulturen.“ Eine Grenze werde beispielsweise auch dann überschritten, wenn etwa Weiße von Weißen lernen, wie man „indigenes Essen“ zubereitet.

Man bediene sich an allem, übernimmt, imitiert, kopiert – ohne die Bürde der Diskriminierung tragen zu müssen. Etwas einfach zu übernehmen, weil es modisch anmutet, ist vielleicht wirklich gedankenlos?
Also ich finde da werden Grenzen überschritten. Aber in meinem Fall?
 
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