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Wirke ich "nur" selbstunsicher oder dumm und einfältig?

A

Alena

Gast
Hallo,

mir fällt immer wieder auf, dass Menschen überhaupt keinen Respekt vor mir haben.
Das war schon in meiner Kindheit so und hat sich bis heute so fortgesetzt.
Während ich in meiner Kindheit oft körperliche Gewalt erfuhr, so demütigt man mich im Erwachsenenalter verbal.
Bekannte, Kollegen, etc. behandeln mich meistens sehr herablassend, teilweise auch feindselig. Oft werde ich auch ausgelacht, ohne zu erkennen, was jetzt so witzig war.

Das schlimme für mich ist, dass ich selbst in einer Therapie in einer Tagesklinik vor zwei Jahren dieselben Erfahrungen machte!
Wie jetzt auch war ich zu der Zeit mittelgradig depressiv und vor allem sehr verzweifelt, weil mein Freund mich gerade verlassen hatte.
Ich fühlte mich dort kein bisschen ernstgenommen. Als ich mal wieder sehr traurig über die Trennung war und das in der Gruppe sagte, fing eine Frau plötzlich an, wild auf ihrem Stuhl herumzuhibbeln. Sie sagte, sie platze gleich bei so viel Naivität von meiner Seite. Die Therapeutin pflichtete ihr bei und drohte mir, dass man die Therapie umgehend beenden würde, wenn ich in der nächsten Woche wieder meinen Ex-Freund thematisieren würde.
Auch machte man sich über harmlose Äußerungen von mir lustig.
Da ich mich sehr einsam fühlte, dachte ich an die Anschaffung eines Haustiers. Als ich einmal in der Gruppe erwähnte, dass ich mir gern ein Kaninchen kaufen würde, reagierte einer der Mitpatienten mit höhnischem Gelächter:"Ein Kaninchen? Hä, hä, hä, dann hol dir doch eines!"

Ich freute mich daher, als sich eine wesentlich jüngere Frau für einen Kontakt mit mir zu interessieren schien. Doch leider wurden bald ihre Absichten deutlich. Sie kiffte desöfteren und musste daher in der Tagesklinik ihren Urin abgeben. Da sie ihre Zusage nicht mehr zu kiffen, nicht hatte einhalten können, hatte sie jetzt Angst. Sie bat mich darum, von mir eine Urinprobe haben zu dürfen, damit es nicht auffiel. Doch ich lehnte das ab, weil ich Angst vor den Konsequenzen hatte, falls das herausgekommen wäre.
Die junge Frau erzählte auch, dass sie mit ihrem Freund öfter mal nach Holland fuhr, um Drogen zu kaufen. Sie wollte wissen, ob ich ein Auto habe.
Auch da war klar, dass sie mich wohl gern für solche Fahrten benutzt hätte.

Das ist eben auch eine Erfahrung, die ich oft gemacht habe.
Wenn Menschen mich nicht ausnutzen können, lassen sie mich wieder fallen.

Es gab auch mal eine Frau, die ich als meine Freundin betrachtete, weil wir uns viel anvertrauten.
Ich besuchte sie oft samstagabends, wir redeten und bestellten Pizza.
Sie wollte allerdings nie zu mir kommen. Irgendwann wurde mir auch klar, warum. Mit meinen Besuchen hatte ich ja die Fahrtkosten, hin nahm ich den Bus und zurück ein Taxi, weil spätabends kein Bus mehr fuhr.
Einmal spendierte sie mir eine Pizza und warf mir ein paar Wochen später vor, dass ich das ja auch hätte tun können. Ich rechnete ihr dann mal vor, wieviel Fahrtkosten ich jedes Mal hatte.
Trotzdem stellte sie mich als geizig hin, machte mich hinter meinem Rücken bei anderen schlecht. An ihren Geburtstagen lud sie ihre anderen Bekannten zusammen ein, während ich separat zu erscheinen hatte.

Ich denke auch schon mit Unbehagen an den Wahlsonntag in einigen Wochen. Ich fungiere dann nämlich zum zweiten Mal in unserem Wahlkreis als stellvertretende Wahlleiterin.
Beim letzten Mal begegnete ich dort einer ehemaligen Kollegin, die Wahlhelferin war. Zuerst unterhielten wir uns noch normal miteinander bis sie plötzlich komisch wurde. Ich erwähnte, dass ich mich gewundert hatte, dass es für dieses Ehrenamt plötzlich 20 € mehr gebe als beim letzten Mal.
Daraufhin war ihre patzige Antwort:"Freu dich doch!"
Dann fing sie an zu sticheln, was ich denn machen würde, wenn der Wahlleiter am Abend aus irgendeinem Grund verhindert sei.
Womit sie mir wohl zu verstehen geben wollte, dass ich niemals in der Lage wäre, ihn zu vertreten!
Ich gehe davon aus, dass sie bei der Bundestagswahl auch wieder dort sitzen wird, weil sie das auch schon jahrelang macht.

Aus meiner alten Wohnung musste ich ausziehen, weil ich von dem Pärchen über mir terrorisiert wurde.
Ich war so nett und schenkte ihnen zur Geburt ihres Kindes einen Strampelanzug. Ich hatte zwar nie näheren Kontakt zu ihnen, doch ich dachte, dass gehört sich so, wenn man mit nur zwei Parteien in einem Haus wohnt.
Ich sagte auch nie etwas, wenn sie am Wochenende schon um 6 Uhr in der Früh laut mit dem Baby herumhantierten (sie hatten ihr Wohnzimmer über meinem Schlafzimmer). Ein einziges Mal hatte ich am frühen Abend die Musik mal etwas lauter gedreht, und da kam der Typ gleich wütend die Treppe runter. Er machte mich ganz aggressiv an, was mir einfiele, das Baby sei gerade eingeschlafen und ich würde es wecken mit der Musik. Da beschwerte ich mich zum ersten Mal über den Lärm frühmorgens am Wochenende. Danach herrschte Feindschaft pur, so dass ich mir eine neue Wohnung suchen musste.

Praktisch in allen möglichen Alltagssituationen fällt mir auf, dass Menschen mir feindselig begegnen oder sich über mich lustig machen.

Was mache ich falsch, sofern man das überhaupt einschätzen kann, ohne mich persönlich zu kennen?

LG
Alena
 
Auch auf die Gefahr hin, dass Du Dich wiederum nicht ernst genommen fühlst: Mit solchen Problem(chen), wie Du sie schilderst, werden doch viele tagtäglich konfrontiert. Du listest alles so exact auf, dass ich es für möglich halte, dass für Dich vieles sehr viel schwerwiegender ist als es wirklich von anderen gemeint war.
Aus sowas ergibt sich dann oft ein "Kreislauf": Je pingeliger Du reagierst, desto unfreundlicher werden auch die anderen.
 
Auch auf die Gefahr hin, dass Du Dich wiederum nicht ernst genommen fühlst: Mit solchen Problem(chen), wie Du sie schilderst, werden doch viele tagtäglich konfrontiert. Du listest alles so exact auf, dass ich es für möglich halte, dass für Dich vieles sehr viel schwerwiegender ist als es wirklich von anderen gemeint war.
Aus sowas ergibt sich dann oft ein "Kreislauf": Je pingeliger Du reagierst, desto unfreundlicher werden auch die anderen.


Hallo Christine,

vielleicht sind es auch harmlose Beispiele, die ich angeführt habe.
Fakt ist leider, dass ich sehr oft ausgegrenzt werde und nie so wirklich gemocht werde.
Also ich bemerke immer wieder, dass die meisten Menschen nicht näher mit mir zu tun haben wollen und das belastet mich sehr.
Diese Anfeindungen und Gehässigkeiten tun mir sehr weh, weil ich nicht weiß, was ich falsch mache.
 
Was mache ich falsch, sofern man das überhaupt einschätzen kann, ohne mich persönlich zu kennen?
dich nicht persönlich zu kennen und zu wissen, wie du dabei wirkst, macht die Sache tatsächlich schwierig.
wenn man seine Gedanken niederschreiben kann, kommt man völlig anders rüber.
zb. kann man über alles solange nachdenken wie man will und alles noch 3x mal überprüfen.
das sieht ganz anders aus, wenn man in einem direkten Gespräch ist.

man erkennt aber sofort, dass du ein "Gutmensch" bist und anderen ungern die Meinung sagst.

da ich früher (so grob bis 20-22) auch so war und auch sehr naiv war, kann ich dir nun mit 40 Jahren sagen, dass du damit MEISTENS (nicht immer) das Gegenteil von dem erreichst, was du willst.
zb. "geigst" du jemandem nicht die Meinung, weil du ihn ja so nett findest und gern mit ihm befreundet wärst.
aber indem du immer "ja und amen" sagst, verliert derjenige (meist) unterbewußt den Respekt und damit gleichzeitig das Interesse an dir. und damit sinkt die Bereitschaft sich mit jemandem Mühe zu geben. also sich anständig und respektvoll zu verhalten.

wenn du dann obendrein noch ständig übertrieben naive Dinge von dir gibst (zb. was deinen ex angeht), wird aus "unterbewußt" irgendwann "bewußt".
ich würde zb. wetten, dass wenn du uns hier schilderst, was du den Frauen in der Klinik bezüglich deinem ex erzählt hast (weswegen sie wegen deiner Naivität gleich platzen würde) , dass auch wir wenig Verständnis dafür hätten.

aber die naiven Dinge sind i.d.R meist weniger schlimm, als dieser unterbewußte Verlust des Respekts, indem du ständig versuchst es allen Recht zu machen.
die meisten fürchten den Konflikt, weil sie denken, dadurch den anderen zu vergraulen - ohne zu wissen, dass sie durch ihn den Respekt des anderen erhalten und erst dadurch überhaupt erst eine Chance haben sich mit ihm anzufreunden.

natürlich darf der Konflikt nicht zu persönlich ausgetragen werden, aber der andere muß merken, dass man sich da grade aktiv gewehrt hat.

es ist also schon viel dran, wenn ständig gesagt wird: "sei du selbst".
überleg mal umgekehrt, was du für eine Meinung von Menschen hast, die keine eigene Meinung haben und immer nur dem beipflichten, was andere sagen.
na? 😉


Skynd
 
Ich finde nicht,dass das kleine Problemchen sind, von allen abgelehnt zu werden!
Im Gegenteil,das ist sicher etwas vom grausamsten was es gibt!
Ich finde das unendlich traurig wie oberflächlich und gefühllos Menschen sein können, einfach unfassbar! Das selbst die Therapeutin in der Klinik noch mitgemacht hat, finde ich das aller letzte. Und zu so einem Menschen soll dann jemand Vertrauen haben.
Wenn man so viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist es bestimmt unheimlich schwer, ohne negative Erwartungen auf die Menschen tzu zu gehen. Aber ich denke, genau das ist es! Du mußt versuchen es nicht mehr den Menschen recht zu machen, indem Du zu sehr darauf achtest wie sie auf Dich reagieren. Und du solltest versuchen irgendwie mehr in Dir selbst zu ruhen. Sag Dir, ich bin so wie ich bin, und das ist gut so, ich bin ein wertvoller Mensch!
Es gibt bestimmt auch hilfreiche Bücher die Dir da ein bisschen Rückenstärkung geben können. Ich kenne selber leider keines, aber vielleicht kann Dir da ja jemand hier einen Tipp geben.
Laß Dich nicht zu sehr runter ziehen von all dem,auch wenn das sicher leichter gesagt als getan ist!




Liebe Grüsse:blume:
Lena
 
Ich finde nicht,dass das kleine Problemchen sind, von allen abgelehnt zu werden!

Lena

Lena, wieder mal bitte ich Dich, korrekt zu lesen. Ich habe nicht geschrieben, dass es "kleine Problemchen sind, von allen abgelehnt zu werden".
In meinen Augen haben viele mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber nicht alle fühlen sich dadurch von allen abgelehnt. Das ist ein feiner Unterschied.
Ansonsten sehe ich das sehr ähnlich wie @Skynd
 
Hallo Alena,

auf mich wirkst du weder unsicher, noch dumm oder einfältig!

Du scheinst sehr offen, lieb und warmherzig. Etwas was man in der heutigen Gesellschaft
leider nicht mehr so oft trifft. Und was die meisten Menschen leider nicht zu schätzen wissen.
Das zeigt ja die Situation mit deinen ehemaligen Nachbarn. Die Aktion mit dem Strampler
finde ich persönlich großartig, nur zu schätzen wussten die es scheinbar nicht. . .

Wir leben schon in einer Art Ellenbogengesellschaft, in der "Frechheit manchmal siegt"
(gibt's ja tatsächlich diesen Spruch) und in der Sanftheit und Emotionalität oft belächelt wird.

In den ganzen von dir beschriebenen Situationen kann ich deine Empfindungen voll nach-
vollziehen. Ganz schlimm das Verhalten der Therapeutin. Geht gar nicht! Aber du änderst die
Menschen nicht. Du kannst nur deine Reaktion auf solche Situation ändern. Versuche dir immer
wieder zu sagen, auch wenns dich trifft, du bist froh, dass du so bist wie du bist. Und da du
dich ja auch verbal wehrst, sehe ich dich hier auch nicht als Opfer.

Vielleicht triffst du ja auch einfach oft auf die falschen Menschen. Auf die solltest du pfeifen.


Als mein Exmann mich vor knapp vier Jahren auf eine ganz üble Art verlassen hat, stürzte mich
das in eine tiefe Krise mit einer reaktiven Depression aus der ich mich immer noch nicht voll
erholt habe. Meine damalige direkte Kollegin war auch meine Freundin. Wir verkehrten auch
als Paare oft privat zusammen. Obwohl ich mir damals bereits 5 Jahre im wöchentlichen Abstand
immer wieder mit voller Geduld ihre familiären Probleme anhörte, war ihr Verständnis für meine
Situation auf ein paar Wochen begrenzt u nach 2 Monaten kam der Spruch: Naja, so langsam
solltest du dich wieder an das alleine leben gewöhnt haben. Was zur Folge hatte, dass ich mich
obendrein für unnormal hielt, was mein ganzes Gefühls- und Gedankengewitter nicht leichter machte.
Sie wurde schwanger und es kam als Ersatz eine ganz ganz liebe warmherzig Frau meines Alters mit
der ich mich sofort anfreundete u zu der ich immer nur gesagt habe: Dich hat mir der Himmel
geschickt! Nach einem Jahr, als ihr Erziehungsurlaub sich dem Ende neigte, habe ich um Versetzung
in eine andere Abteilung gebeten. Bin mit der Ersteren auch nicht mehr befreundet, dafür mit der
Zweiteren um so intensiver. . . Die Moral von der Geschichte: Lass dich auf die Menschen ein, die zu
passen, die dich verstehen und lasse die anderen ziehen 😉 .

Bleib so wie du bist (ausser viell ein etwas dickeres Fell) 😉 und GLG
Calliope
 
Ich kann mich den meisten bisherigen Antworten wirklich anschließen. Wie du auf andere tatsächlich wirkst, können wir wohl nicht beurteilen, ohne dich live zu erleben - dazu gehört ja viel mehr als nur das verbale.

Ich finde, Calliope hat es gut auf den Punkt gebracht: Dir fehlt vielleicht einfach auch ein bisschen dickes Fell, um das ärgste abzufangen. Dass es fehlt, ist verständlich. Aber die Leute, denen du im Alltag begegnest, die kennen ja nicht alles was du hier erzählst.

Beim Lesen deiner Beschreibung musste ich an eine Bekanntschaft denken, die ich mal hatte. Um dir mal die andere Perspektive zu geben, auf die ich nicht stolz bin: Ich lernte mal eine junge Frau kennen, die zwar sehr nett war, aber nach fünf Minuten Gespräch mit ihr hätt ich am liebsten in die Tischkante gebissen. (Wir waren damals in einer kleinen Gruppe im Auslandspraktikum, ich konnte mich also nicht einfach distanzieren.) Es hat mich unglaublich frustriert, wie naiv sie war! Halt nicht böse, nicht zickig, nicht hinterhältig, sondern einfach... naiv. Hat uns ihr Leid geklagt, dass sie sich zu oft auf Männer einlässt - erzählt aber im gleichen Atemzug, sie würde sich dann abends mit ein paar Typen, die sie gerade kennengelernt hat, betrinken gehen, dann kann ich nichtmal Mitgefühl heucheln. Ich bin da, denke ich, ab und an fast schon ausfallend geworden, weil es mich einfach sehr frustriert hat. Da waren keine Ecken und Kanten. Hätte ich es drauf angelegt, hätte ich sie verbal wohl sehr an die Wand spielen können, und ich denke, das war uns beiden klar. Mir war es selbst auch unangenehm, dass ich gemerkt habe, dass sie in meiner Gegenwart oft unsicher war. (Es fällt bestimmt auf, wenn ich mind. einmal die Stunde nach draußen gehe, um tief durchzuatmen..)

Vielleicht klingt das sehr fies. Aber in der Situation zum Beispiel wäre es tatsächlich sehr anders gewesen, wenn sie mir klar gesagt hätte: "Es reicht, ich hab dir nichts getan, also benimm dich." Das ist natürlich nicht einfach. Aber ich hätte sie tatsächlich sehr viel eher respektieren können, und hätte es ihr auch nicht nachgetragen.

Das mal als Illustration, da ich denke, Skynd hat sehr, sehr recht. Unsicher sein macht dich nicht zu einem schlechten Menschen und es bedeutet auch nicht, dass du weniger wert bist als andere, ganz und gar nicht! Aber Menschen testen oft Grenzen aus, bewusst oder nicht. Wenn es keine gibt, dann verwirrt und frustriert das.
 

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