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Wird ein Praktikum auch vom Arbeitsamt gefördert?

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
AW: ich verstehe...

Den Scheiß habe ich gemacht!!!

Ein mal und nie wieder!!!

Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Als ich aufgrund einer Krankheit nach der wiederholten neunten Klasse die Schule ohne Abschluss verlassen hatte, hat mich das Arbeitsamt zunächst auch in die letzte Klitsche geschickt. Das sollte ebenfalls eine Berufsvorbereitung werden, mit Praktikum und allem was dazugehört, was aber sehr schlecht organisiert war. Dort gab es insgesamt auch sehr wenig Teilnehmer. Nach ein paar Wochen bin ich einfach nicht mehr hin, weil ich es dort nicht mehr ausgehalten habe (ich war der erste, der gegangen ist). Die meiste Zeit waren wir bloß rumgessen oder haben irgendwelche Blätter ausfüllen müssen, und die Verantwortlichen haben mich behandelt, als ob ich nicht ganz auf der Höhe wäre.
Die Maßnahme hat, wahrscheinlich aus Kostengründen, in den Kellerräumen einer Einrichtung zur Ausbildung von Ergotherapeuten stattgefunden, von denen wir einmal pro Woche die Holzwerkstatt nutzten durften. Und die Holzbearbeitung sollte uns kein Schreiner, sondern Kürschner (jemand der Felle zusammen näht) beibringen, der selbst keine Ahnung davon hatte. Für unsere "Werkstücke“ standen uns nur die Holzschnipsel aus dem Abfalleimer zur Verfügung, da unsere Organisation nichts für Nutzung bezahlt hat und in dieser Werkstatt lediglich geduldet wurde. Derjenige, der die Maßnahme geleitet hat, war die meiste Zeit im Urlaub.
Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass sich dort jemand ernsthaft um uns kümmert. Solche unseriösen Maßnahmen habe ich auch schon vom Arbeitsamt kennen lernen dürfen und verstehe deshalb deine Abneigung. So etwas kommt vor, ist aber nicht stellvertretend für alle Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen.

Nachdem ich dann erst einmal meinen Schulabschluss nachgeholt und keinen Ausbildungsplatz gefunden hatte, hat mir das Arbeit ein weiters mal eine BvB angeboten. Nach meinem Reinfall bei der letzten Maßnahme war ich eigentlich mit dem Thema durch, habe mir die Einrichtung aber trotzdem angeschaut, da ich nichts zu verlieren hatte. Diesmal war es eine kirchliche Bildungseinrichtung mit über 90 Teilnehmern (soweit ich mich zurück erinnern kann), unterteilt in verschiedene Gruppen, die in sieben Stufen je nach ihren Qualifikationen und Besonderheiten aufgeteilt waren. Bestandteil der Einrichtung war eine Metallwerkstatt, eine Holzwerkstatt und eine Malerei, in denen wir jeweils von einem richtigen (und vor allem kompetenten) Meister angelernt wurden. Ziel war es, in einer dieser Werkstätten, die wir übrigens uns aussuchen konnten, innerhalb von ungefähr 250 (?) Arbeitsstunden einen "Praktischen Qualifizierungsbaustein“ zu machen. Das bedeutet Grundkenntnisse lernen, für die wir zum Schluss eine kleine (offizielle) Prüfung bei der Handwerkskammer ablegen konnten. Solch ein Prüfungszeugnis kann bei einer Bewerbung von Nutzen sein. Neben den Werkstätten gab es noch die Bereiche Verkauf und Hotel & Gastronomie, was nach demselben Prinzip funktionierte. Praktikum und Werkstatt haben sich alle vier Wochen abgewechselt. Bei unseren Bewerbungen und Praktikumssuchen wurden wir von "Bildungsbegleiter“ unterstützt.

Im Gegensatz zu meiner ersten BvB hat mir die zweite wirklich etwas gebracht, weil sie einfach viel besser organisiert war. Aus meiner Gruppe hat jeder einen Ausbildungsplatz bekommen, drei davon bei Siemens. Ich weiß lediglich von einem, dass er die Probezeit nicht überstanden hat.

Es gibt eine Reihe von Verbänden die so etwas anbieten, und so sollte eine Berufsvorbereitung im Normalfall auch sein. Alles andere ist Firlefanz, da gebe ich dir Recht. Leider wird vom Arbeitsamt viel Mist angeboten. Ein Stück weit ist natürlich immer eine Eigeninitiative notwendig, denn die Maßnahme kann einem nur die Unterstützung hierfür bieten. Wenn aber der Rückhalt der Einrichtung fehlt, wie es uns passiert schon ist, dann hat man es extrem schwer.

Ich wollte dir damit nur einmal zeigen, dass es auch seriöse Einrichtungen gibt, die eine BvB anbieten und ihre Teilnehmer nicht einfach links liegen lassen. Falls du dir nach all dem doch noch einmal eine BvB vorstellen könntest, kannst du dich beim Arbeitsamt nach einer besseren BvB-Maßnahme erkundigen.
Derartige Verbände bieten Informationstage an, wo man sich die Einrichtung einfach nur mal anschauen kann. Wenn dabei keine Bedenken aufkommen, lohnt sich vielleicht ein neuer Versuch. Falls doch, oder wenn du verständlicher Weise von der BvB endgültig genug haben solltest, gibt es Alternativen dazu, aber da weiß ich leider nicht mehr weiter. Ob mit oder ohne BvB, ich wünsche dir jedenfalls noch viel Erfolg bei deiner Suche.
 

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