naramudi
Aktives Mitglied
Aufhören zu essen bedeutet eben auch, dass man sich von etwas trennen muss, was ein großer Teil von einem ist, man nimmt ein Stück Abschied von sich und gibt etwas auf, was einem oft "geholfen" hat und "richtig gut tat", was "schön" war...man konnte die verschiedensten Gefühle "bewältigen" und Situationen meistern, Essen hat einem sehr viel gegeben und geholfen, Schmerz weg gemacht...doch das ist eben nicht war...man hat sich selbst geschadet und betrogen...die Gefühle sind ja einfach nur runtergespült worden...nichts von alledem ist wahr...nur eine Illusion...es ist nur der kurzzeitige Effekt...
und ich denke, dass die Gefühle einem eben Angst machen, und das man weiß, das man jetzt neue Wege gehen muss und da sie einem fremd sind, hat man natürlich Angst, man weiß ja nicht was auf einen zukommt und dann ist es ganz klar, dass da jemand in einem Panik kriegt und sagt...hey! Nimm den alten Weg, da passiert dir nichts, da musst du nicht leiden...is was, dann is alles weg...
(...)
ich denke, dass es auch echt wichtig ist, dass man eben Alternativen zum Essen findet...was tun wenn man allein, einsam,traurig, wütend, glücklich ist ,wenn man sich langweilt etc. ...eben außer essen...ich glaub das ist echt schwer und weites Neuland...denn irgendwie muss man da ja was machen...
(...)
weil das scheinbar Unerträgliche und die Unzufriedenheit, die sich dann breit machen, dass ist nicht wirklich gefährlich- sind auch bewusst erlebte Gefühle...gefährlich sind wohl die dahintersteckenden unterdrückten Gefühle...
Das ist so ähnlich wie Erwachsenwerden und sein Kuscheltier abgeben oder seinen Schnuller, weil es irgendwann nicht mehr geht, dass man mit dem Teddy im Arm einschlafen will oder an seinem Schnuller saugt, wenn es mal brenzlig wird.
Alternativen...was tun denn "die ohne Bauch" in solchen Situationen? (Beim Nachlesen kam die Antwort: Sie bleiben bei sich selbst. Ich schiebe die Gefühle ab in den Bauch. Sie schauen sich die Gefühle an und sagen sich, das hat nichts mit mir zu tun und geben sie an den Adressaten zurück. Ich dagegen nehme sie in mich auf. Warum tue ich das? Weil ich mich nicht abgrenzen kann und ihre Themen zu meinem Thema mache?)
Nicht wirklich gefährlich ist die bewusst erlebte Leere (die Unerträglichkeit, die Unzufriedenheit), sondern die dahintersteckenden unterdrückten Gefühle - das könnte stimmen. Doch was, außer Angst, ist noch da? Ich komme an dieser Stelle nicht tiefer, also nicht unter die Angst.
Bücher zum Thema "sich wehren lernen" habe ich mir bestellt, falls etwas Gutes dabei sein sollte, werde ich es ins Forum schreiben.
Zusammenfassend gelernt habe ich heute, dass es Selbstbetrug gewesen ist, Gefühle hinunterzuschlucken, weil ich sie nicht annehmen wollte. Sie verschwinden dadurch nicht, sondern mein Selbstbetrug schadet mir. Der Teddy wird mich nicht beschützen und ich kann noch so viel an meinem Schnuller nuckeln - das schafft mein Problem nicht aus der Welt. Also weg damit! Was bleibt ist die Angst vor der Leere (weil kein Ersatz in Sicht, keine Alternative). Was soll ich stattdessen tun? Was tun die Schlanken in solchen Situationen? Ich will ja nicht den Schnuller gegen Zigaretten tauschen. Es sollte schon eine sinnvolle Alternative sein.
Zuletzt bearbeitet: