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Wir denken, aber warum tun wir nicht.

Hallo darkside_now!

Wobei man noch unterscheiden muss zwischen spontaner Gewalt und ständiger Gewaltbereitschaft, finde ich.

Darkside
Ja, das ist ein Unterschied!

Ich halte es durchaus für klug, wenn man sich im Sinne der Selbstverteidigung prophylaktisch verhält, wenn man nachts zwielichtige Gegenden aufsucht etc.

Dazu könnte es auch gehören, sich körperlich fit zu halten etc. Vor längerer Zeit dachte ich mal, dass man mindestens einen Klimmzug schaffen sollte (vielleicht, um sich im Notfall über eine Mauer retten zu können).

In Notwehr würde ich um meine Gesundheit kämpfen. Dazu würde ich mich wahrscheinlich sogar verpflichtet fühlen. Meine Gesundheit ist wertvoller als die eines Aggressors.
 
Hallo darkside_now!

Meinst du das ernst? Mindestens EINEN? Wer schafft denn bitte nicht mindestens einen Klimmzug???? 😕😕😕 😀😀



Darkside
Das wäre vielleicht ein gutes Thema für eine Umfrage hier im Forum - wieviel Klimmzüge schaffst Du 🙂 ?

Wetten, dass die Hälfte aller Männer nicht einen einzigen schafft? Vor ca. drei Jahren hatte ich so ca. zehn geschafft. Leider habe ich seitdem etwas zugelegt 🙂 .
 
@Tyra

Ich werde im Allgemeinen nicht schnell sauer, ich versuche immer mich selbst zu beruhigen und mich wieder auf einen Nullpunkt zu bringen. Klappt natürlich nicht immer, besonders bei einem sehr hartnäckigen Gegenüber.
Ich werde meist sauer, wenn mir jemand falsches Verhalten vorwirft, sei es gegenüber meinen Mitmenschen oder in Sachen Arbeit. Wenn der Fehler klar auf meiner Seite lag, hab ich auch garnichts dagegen, lasse vernünftig mit mir reden und schaffe das Problem und die eventuelle Disharmonie möglichst schnell aus der Welt.
Wenn ich allerdings zu unrecht beschuldigt werde, werde ich halt schnell aufbrausend und setzte dagegen an. Dann versuche ich auch mit meinem vernünftigen Menschenverstand ihm seinen Denkfehler bzw. seine falsche Annahme zu erklären. Allerdings halten manche Menschen so sehr an ihrer Meinung fest, dass sie einfach ihren eigenen Fehler nicht einsehen möchten.Selbst dann versuche ich noch ihn umzustimmen, selbst wenn er/sie langsam anfängt lauter zu werden. Irgendwann ist allerdings vorbei, dann will ich ihn echt nur noch fertig machen. ich wende mich dann nur nicht körperlicher Gewalt zu, wozu ich in solchen Momenten wirklich alle Lust der Welt hätte. Allerdings ist meine verbale Attacke wahrscheinlich meist nicht minder verletzend...^^
Für manche Leute ist eine solche Situtation bestimmt leicht geklärt, indem sie einfach den nicht begangenen Fehler eingestehen, aber da bin ich einfach kein Freund von.

@ darkside und EuFrank

Klimmzüge? Ihr seid lustig^^ Es git sicher Leute die keine schaffen, wenn man 140kg wiegt, schafft man das net mehr^^ Ich mach die auch mit einer Hand, die sieben*angeb*

Ich will ja auch nicht jeden "vertrimmen". Ich würde es "Vernunft einprügeln" nennen...^^. Spass beiseite, wenn es um meine Gesundheit geht, also mich jemand angreift, dann würde ich sicher auch meine eigenen Hand erheben um dagegenzuwirken.

So, das dazu...

Also haben viele diese Gedanken, nur tun wir es nicht, weil die Gesellschaft was anderes von uns erwartet. Da sieht man mal wieder wie sehr die Gesellschaft unser Handeln beeinflusst...vor 200 Jahren hätte es noch ein Duell gegeben, wenn jemand die Ehre des anderen beschmutzt hätte, sagen wir z.B. wenn jemand mit der Frau eines anderen schlief oder ihn öffentlich beleidigt hat.(ja, die Männer warens wieder^^)
Heute wäre sowas undenkbar. Entwickeln wir und so schnell weiter? Nein!
Heute werden Menschen auch noch wegen sowas getötet! Auch Menschen, die alle immer für friedlich und freundlich hielten haben das schon getan. Man hört es doch immer wieder. Sowas ist dann nicht geplant, es passiert einfach.

Sind wir dagegen gefeit? Können wir uns auch bei größter phsychischer Belastung beherrschen? Selbst wenn wir sagen, wir könnten es, können wir es dann garantieren? Ich habe Kontrolle über mich, und ich würde sagen, dass ich das nie tun würde. Aber garantieren können ich es euch nicht, weil ich noch nie in einer solchen Situation war.
Natürlich sind hier nun auch Extremsituationen gemeint, aber der Streit mit dem Nachbarn oder so ist eigentlich dasselbe, nur in kleiner Version.

Aber genug, ich habe soviele Gedanken dazu im Kopf, müsste nen Roman schreiben, um alles reinzubekommen, das wird nur noch mehr durcheinander, als es eh schon ist...
Entschuldigt, falls es etwas wirr geschrieben ist...schon spät^^
 
Hallo Raziel,

an deiner Schilderung zeigt sich mal wieder sehr deutlich das Problem der abendländischen 2-wertigen Logik: entweder (richtig) oder (falsch). Faktisch ist die Realität jedoch immer mehrwertig...d.h. jeder hat immer irgendwo auf einer Skala von 1-10 mal mehr mal weniger REcht. Es gibt faktisch nur selten Situationen wo einer total REcht hat und der andere total Unrecht..oft ist es so, dass beide irgendwo Recht und auch Unrecht haben....nur rechthaberische Menschen, denen es eher um Herrschaft ihrer Meinung geht regen sich über Vorwürfe auf Unrecht zu haben und bestehen dogmatisch darauf, dass ihnen REcht gegeben wird..solche Streitigkeiten sind höchst unproduktiv, kosten nur wertvolle Zeit und zu viel Lebensenergie, die man viel besser anderswo einsetzen kann und sollte.
In einer Situation in der dich jemand eines Fehlers bezichtigt gibt es noch ne andere Option außer den beiden a)auf Contra zu gehen oder aber b) klein beizugeben..nämlich die = c) deinen Standpunkt ruhig klar zu machen, zu sagen, dass du anderer Meinung bist, das auch begründen aber klar machen, dass du die Meinung des anderen ebenfalls achtest und drüber nachdenkst..so arbeitet man deeskalativ und ohne viel Machtgerummel, Rechthaberei!
Seine Meinung zu vertreten ist vollkommen legitim...aber man sollte das ruhig, gelassen und stets mit Überlegenheit tun...wer sich provozieren lässt mit Rechthaberei-Spielen, diesem Entweder (ich hab recht) Oder (der andere hat REcht) ist selber schuld! Gegenüber einem hierarchisch höherstehenden Chef ist es eh unklug auf Contra zu gehen und hier nen Machkämpfchen um die richtige Meinung auszufechten..in Situationen der Auseinandersetzung muss man halt klar Prioritäten setzen...auch mal 5 gerade sein lassen.

Ich denke jemand, der sich ständig angegriffen fühlt und ständig zu sehr aufbraust hat Schwierigkeiten mit dem Selbstbewusstsein ...ist an sich unsicher und kläfft gern herum, greift eher auf Machtgepose durch aufbrausendes Verhalten, dass den Gegner ja einschüchtern soll, zurück als auf klare Argumente...ich kenne das auch von mir...wenn einem die Argumente ausgehen und man sich unterlegen fühlt dann wird das STammhirngetrommel wieder sehr laut...gut tut man dann ne TEchnik zu entwickeln das man dabei nicht sein Gesicht verliert und sich unter Kontrolle hält. Wer sich zu sehr aufregt hat an sich in Auseinandersetzungen bereits verloren, das war meine Erfahrung...daher ist es schon wichtig zu lernen mit messerscharfen sachlichen (!!) Argumenten zu hantieren/jonglieren, anstatt mit hochroter Birne wie ein Pavian auf Alphastation in Drohgebärde rumzuhoppsen....Hierbei ist Sachlichkeit natürlich wichtig..man muss sich halt entscheiden unproduktiv ein Machtkämpfchen abzulassen oder aber produktiv und sachlich an einem Problem, einem Konflikt zu arbeiten, wobei man sich auch mal auf Kompromisse einlassen sollte....also nicht immer so ein stures: Entweder (du) Oder (ich)-Dings!

Ich bin auch absolut kein Freund davon Fehler die ich nicht begangen habe nur um des lieben Friedens Willen zuzugeben..tue ich nie! Aber meine Verteidigung fällt halt sachlich und deeskalativ aus und daher habe ich wahrscheinlich öfter Erfolg damit als du?..und muss gar nicht mehr aufbrausend werden! Mit häufigerem Erfolg mittels einer anderen Verhaltensstrategie wächst das Selbstbewusstsein und das macht ruhiger und gelassener..ich hoffe du kommst auch noch irgendwann in den GEnuss dieses sehr angenehmen GRundgefühls. Denn es ist schon toll, wenn man lernt sich zu beherrschen und nach einem Streit nicht mit nem schlechten GEwissen rumlaufen muss zu sehr über die STränge geschlagen zu haben, z.B jemanden beleidigt zu haben, was den Konflikt ja eher noch verschärft als löst und man so oft verliert...Mir geht es aber immer sehr ums Gewinnen und das kann ich an sich nur, indem ich mich an gewisse Grundregeln (= nicht beleidigen, nicht ausflippen, keine psychische oder physische Gewalt anwenden) halte....soll doch mein Gegner sein Gesicht verlieren..ich lasse mich nicht aus der Reserve locken, nicht provozieren, sondern ziehe mein Ding und meine Meinung durch und fertig.

Mir hat, um da hinzukommen, geholfen ein wenig von der Natur des Menschen zu wissen, zu lesen, mich im Alltag "in Situation" zu stürzen und rumzuexperimentieren, mich immer dafür zu interessieren wie Menschen so ticken und funktionieren...ich habe an der Diplomarbeit meiner Schwester mitgeschrieben zum Thema Mediation und darin ging es auch um Konfliktlösungsmodelle...war total lehrreich..ich hab das dann mal auf den Alltag angewendet und war baff erstaunt wie gut einige Taktiken wirken. So lernt man halt ständig was dazu..den Rest erledigt das Leben dann selber. Im Normalalltag krieg ich das mittlerweile ganz gut hin...Meine innere Einstellung ist sone Art Mischdings aus Mediations/Buddhismus/Samurei-Ehrenkodex-Moraldingsbums..was ich mir so als hardline of behaviour zurechtgebastelt habe und an das ich mich bewusst zu halten versuche..was nicht immer gelingt..aber immer öfter😀 😀

Ich drück dir die Daumen, dass du das auch noch ein wenig besser auf die Reihe bekommst.

Gruß
Tyra

P.S.Was ich mir auch angetan habe sind Rhetorik-Bücher in denen Argumentatiosstrategien erklärt werden...ist auch lehrreich! Es gibt auch Kurse für sowas..für Manager, Politiker, Philosophen, Psychologen etc...an Unis gibt es Seminare dazu in denen man Basiswissen erlernt...wenn man also ein Wochenende mal Langeweile hat ist es gar nicht mal verkehrt anstatt nur im Internet oder faul aufm Soffa vor der Glotze rumzuhängen da mal ne kleine Weiterbildungs-Action zu starten!
 
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