A
aurora
Gast
Hallo liebe Leute,
ich bin neu hier. Ich schreibe, weil ich mit meinem Ehemann nicht weiter weiß. Er neigt zu Aggressionen und auch Gewalt. Er ist aber wohl nicht der Schlimmste, den es gibt. Weil es eben nicht 'ganz so schlimm' bei uns ist (jedenfalls scheint es mir so) weiß ich nicht, wie ich weitermachen soll. Hätte er mich schon mehrfach verprügelt, wüsste ich wohl, dass ich mich trennen müsste. Ich bin aber an einem gewissen Punkt, an dem ich so nicht weitermachen will.
Wir sind seit 4 Jahren zusammen und ein Jahr lang verheiratet. Als ich ihn kennenlernte war er bei seiner damaligen Frau gerade ausgezogen. Bis die Scheidung durch war dauerte es noch zwei Jahre (so lange, weil noch Kinder vorhanden waren). Wir lernten uns in einer Selbsthilfegruppe kennen von Leuten, die gerade eine psychosomatische Kur hinter sich hatten. Obwohl ich wusste, dass er (auf dem Papier) noch verheiratet war und er so heftige psychische Probleme hatte, dass er bereits zwei Psychiatrie-
aufenthalte hinter sich hatte, verliebte ich mich in ihn. Außerdem erzählte er damals in der Gruppe schon, dass er Probleme mit seinen Aggressionen hätte (er hätte seine damalige Frau aber nie geschlagen).
Das zur Vorgeschichte. Es war von Anfang an nicht einfach. Ich nahm häufig Rücksicht auf seine Gefühle, weil er ja noch in der Trennungs-
phase war (wobei mit der Frau nichts mehr lief). Ich litt aber schon unter seinen depressiven Anwandlungen. Von Anfang an war er nicht besonders rücksichtsvoll was meine Gefühle betrifft. Nachdem er mir eine Beleidigung an den Kopf geknallt hatte, tat es ihm dann zwar irgendwann leid, aber bis dahin war meist ein stressiger Weg. Mit ihm zu streiten war noch nie einfach. Er blockt fast immer total ab, macht mir Vorwürfe, wird ungerecht und gemein. Er sagte z. B. oft, ich solle mir doch einen anderen suchen. Hinterher sagt er immer, dass hätte er natürlich nur in der Wut gesagt.
Zu einer gewissen emotionalen Rücksichtslosigkeit und Unvernunft kamen dann auch noch körperliche Übergriffe. Als ich einmal etwas hysterisch weinte, hielt er meine Handgelenke so fest, dass es brannte. Wenn ich mich mit ihm wieder versöhnen will ist er lange, lange bockig. Er schmeißt mich dann aus seinem Zimmer raus und schreit mich an. Wenn ich will, dass er mich wieder in den Arm nimmt, macht er das so heftig, dass es mir wehtut.
Ein mal hat er mich richtig heftig geschlagen. Ich war danach in Therapie und meine Therapeutin meinte, er wäre normalerweise kein Schläger, es wäre im Streit passiert und ich hätte auch etwas dazu beigetragen. Natürlich wäre es nicht richtig zu schlagen, aber ich solle ruhig differenzieren. Tatsächlich war die Situation schon sehr aufgeladen, er wollte mich wieder einmal aus dem Zimmer werfen und ich blieb nicht nur stehen, sondern drängte mich ihm entgegen. Ich wollte nicht kleinbeigeben. So schlug er mit voller Wucht mit der Faust gegen meinem Arm, der im Laufe der Tage einen schwaren Fleck von ca. 10 cm Durchmesser bekam. Es dauerte Wochen bis dieser weg war und ich hatte noch ca. 1,5 Jahre ab und zu Schmerzen im Arm.
Das tat ihm nicht nur leid, er schämte sich auch ganz schrecklich und ging dann auch nach Drängen von mir in eine Selbsthilfegruppe von 'Männer gegen Männergewalt'. Ich fand das ein gutes Zeichen und er war auch mindestens ein Jahr dabei, nur leider half es nicht so viel. Er schlug mich zwar nicht mehr, aber jedes Mal nach seiner Therapie war er wieder so aggressiv, dass wir uns wieder stritten.
Zwei Jahre nach dem Vorfall, vor ein paar Monaten, schlug er mich wieder, wobei sehr viel harmloser. Grund: Er wollte schlafen und ich wollte mich vorher mit ihm versöhnen. Er schwieg sich aus, ich redete auf ihn ein. Das ging leider stundenlang so. Sicher wäre es besser gewesen ihn schlafen zu lassen. Aber, warum ist er so stur? Er weiß, dass ich nicht schlafen kann, wenn wir uns gestritten haben. Ich glaube, er will mich strafen, damit dass er mich dann allein lässt.
Außerdem hat er schon zweimal Eigentum von mir beschädigt. Einmal warf er unterwegs meinen Schirm gegen eine Wand, der dann zerstört war. Am letzten Wochenende hatte er meinen Fensterschmuck heruntergerissen.
Das sind alles Einzelsituationen und ich hoffe, ich langweile damit niemanden. Ich möchte meine Lage halt so gut es geht darstellen.
Fakt ist, dass wir schon Einzel-/und Paartherapien gemacht haben. Die Therapeutinnen rieten uns im Großen und Ganzen zusammen zu halten.
Mir wurde immer geraten rechtzeitig aus dem Streit rauszugehen. Das tue ich auch oft. Es nützt nur nicht immer etwas. Er trampelt dann durch die Wohnung, schlägt die Türen, poltert herum und versucht mir, glaube ich, damit Angst zu machen. Er fordert für sich Freiraum und Ruhe ein, lässt mir meine Grenzen allerdings nicht. Wenn ich ihn aus dem Zimmer schicke oder nicht will, dass er reinkommt brüllt und wütet er fast immer vor der Tür rum.
Hinterher, nach ein paar Stunden oder am nächsten Tag, können wir meist drüber reden und es tut ihm alles schrecklich leid. Er sagt, er hätte auf sich selbst einen Hass, er könne sich selbst nicht ausstehen und er wolle sich ändern. Er sagt, er hätte ein gestörtes Macht-Ding am laufen und wolle das nicht mehr.
Leider rastet er dann doch immer wieder aus. Wie gesagt, er hat mich 'nur' zwei mal geschlagen und zweimal meine Sachen beschädigt. Sicher, ich habe auch schon mal vor Wut ein Glas an die Wand geworfen. Ich habe ihn damals auch zurückgeschlagen. Ich bin nicht nur das verhuschte Opfer. Trotzdem habe ich irgendwie Angst vor ihm und er wird mir im Laufe der Zeit nicht gerade sympathischer, meine Liebe zu ihm scheint manchmal zu schwinden. Im Moment frage ich mich, wie das mit uns weitergehen soll, ob er mich wieder heftig schlagen wird oder gar schlimmer bedroht. Er macht dann auch immer einen auf 'total verrückt' und meint, er würde wieder in die Psychiatrie müssen. Ich will nicht mein Leben lang unter einem Verrückten leiden müssen.
Manchmal trage ich etwas zum Streit bei, wenn ich ihm zu lange Vorwürfe mache. Allerdings rechtfertigt nichts körperliche Gewalt. Oft will ich auch zu viel und lange mit ihm über unsere Probleme reden. Ich denke immer, wenn beide guten Willens sind, dann kann man doch die Ursachen rausfinden. Mit Vertrauen müsste es doch möglich sein, dass er sich öffnet. Er öffnet sich aber eben nicht, wehrt sich mit allen Mitteln dagegen. Er sagt, er würde sich mir im Gespräch unterlegen fühlen. Er kommt mir oft so charakterschwach vor. Oft rede ich 'mit Engelszungen' auf ihn ein. Ich habe eigentlich schon alles ausprobiert von freundlich bis aggressiv, von Auf-Ihn-Zugehen bis Ihm-Aus-Dem-Weg-Gehen war schon alles dabei. Meistens jedoch versuche ich trotz seiner Aggressionen freundlich und vernünftig zu bleiben, was wie gesagt wenig bringt. Ich glaube, es macht ihn sogar noch wütender, weil er dann denkt, ich wäre die 'Gute' und er der 'Böse'.
Andererseits liegt mir etwas an unserer Ehe und ich will sie nicht leichtfertig wegwerfen. Wir haben ansonsten viele gemeinsame Interessen und können uns außerhalb der Streits auch gut unterhalten. Ich habe dann das Gefühl, dass er tiefgründig ist. Er geht dann auch viel auf mich ein und tut sehr viel für mich, z. B. macht er mir jeden Morgen das Frühstück, krault mich aus dem Schlaf, kocht auch desöfteren, macht was im Haushalt wenn ich ihn freundlich drum bitte, liest Bücher, die ich auch gelesen habe und einiges mehr. Außerdem tut es ihm hinterher wirklich leid und er weint dann auch, er kann dann auch seine Gefühle zeigen.
Ich denke im Moment aber über Trennung nach oder zumindest einen Abstand für mich. Was denkt Ihr dazu? Wie gewalttätig wirkt das auf Euch? Vielleicht wäre einmal Schlagen schon genug Trennungsgrund? Früher habe ich so gedacht, heute bin ich mir so unsicher.😕
Danke, wenn Ihr bis hierhin durchgehalten habt.
Aurora
ich bin neu hier. Ich schreibe, weil ich mit meinem Ehemann nicht weiter weiß. Er neigt zu Aggressionen und auch Gewalt. Er ist aber wohl nicht der Schlimmste, den es gibt. Weil es eben nicht 'ganz so schlimm' bei uns ist (jedenfalls scheint es mir so) weiß ich nicht, wie ich weitermachen soll. Hätte er mich schon mehrfach verprügelt, wüsste ich wohl, dass ich mich trennen müsste. Ich bin aber an einem gewissen Punkt, an dem ich so nicht weitermachen will.
Wir sind seit 4 Jahren zusammen und ein Jahr lang verheiratet. Als ich ihn kennenlernte war er bei seiner damaligen Frau gerade ausgezogen. Bis die Scheidung durch war dauerte es noch zwei Jahre (so lange, weil noch Kinder vorhanden waren). Wir lernten uns in einer Selbsthilfegruppe kennen von Leuten, die gerade eine psychosomatische Kur hinter sich hatten. Obwohl ich wusste, dass er (auf dem Papier) noch verheiratet war und er so heftige psychische Probleme hatte, dass er bereits zwei Psychiatrie-
aufenthalte hinter sich hatte, verliebte ich mich in ihn. Außerdem erzählte er damals in der Gruppe schon, dass er Probleme mit seinen Aggressionen hätte (er hätte seine damalige Frau aber nie geschlagen).
Das zur Vorgeschichte. Es war von Anfang an nicht einfach. Ich nahm häufig Rücksicht auf seine Gefühle, weil er ja noch in der Trennungs-
phase war (wobei mit der Frau nichts mehr lief). Ich litt aber schon unter seinen depressiven Anwandlungen. Von Anfang an war er nicht besonders rücksichtsvoll was meine Gefühle betrifft. Nachdem er mir eine Beleidigung an den Kopf geknallt hatte, tat es ihm dann zwar irgendwann leid, aber bis dahin war meist ein stressiger Weg. Mit ihm zu streiten war noch nie einfach. Er blockt fast immer total ab, macht mir Vorwürfe, wird ungerecht und gemein. Er sagte z. B. oft, ich solle mir doch einen anderen suchen. Hinterher sagt er immer, dass hätte er natürlich nur in der Wut gesagt.
Zu einer gewissen emotionalen Rücksichtslosigkeit und Unvernunft kamen dann auch noch körperliche Übergriffe. Als ich einmal etwas hysterisch weinte, hielt er meine Handgelenke so fest, dass es brannte. Wenn ich mich mit ihm wieder versöhnen will ist er lange, lange bockig. Er schmeißt mich dann aus seinem Zimmer raus und schreit mich an. Wenn ich will, dass er mich wieder in den Arm nimmt, macht er das so heftig, dass es mir wehtut.
Ein mal hat er mich richtig heftig geschlagen. Ich war danach in Therapie und meine Therapeutin meinte, er wäre normalerweise kein Schläger, es wäre im Streit passiert und ich hätte auch etwas dazu beigetragen. Natürlich wäre es nicht richtig zu schlagen, aber ich solle ruhig differenzieren. Tatsächlich war die Situation schon sehr aufgeladen, er wollte mich wieder einmal aus dem Zimmer werfen und ich blieb nicht nur stehen, sondern drängte mich ihm entgegen. Ich wollte nicht kleinbeigeben. So schlug er mit voller Wucht mit der Faust gegen meinem Arm, der im Laufe der Tage einen schwaren Fleck von ca. 10 cm Durchmesser bekam. Es dauerte Wochen bis dieser weg war und ich hatte noch ca. 1,5 Jahre ab und zu Schmerzen im Arm.
Das tat ihm nicht nur leid, er schämte sich auch ganz schrecklich und ging dann auch nach Drängen von mir in eine Selbsthilfegruppe von 'Männer gegen Männergewalt'. Ich fand das ein gutes Zeichen und er war auch mindestens ein Jahr dabei, nur leider half es nicht so viel. Er schlug mich zwar nicht mehr, aber jedes Mal nach seiner Therapie war er wieder so aggressiv, dass wir uns wieder stritten.
Zwei Jahre nach dem Vorfall, vor ein paar Monaten, schlug er mich wieder, wobei sehr viel harmloser. Grund: Er wollte schlafen und ich wollte mich vorher mit ihm versöhnen. Er schwieg sich aus, ich redete auf ihn ein. Das ging leider stundenlang so. Sicher wäre es besser gewesen ihn schlafen zu lassen. Aber, warum ist er so stur? Er weiß, dass ich nicht schlafen kann, wenn wir uns gestritten haben. Ich glaube, er will mich strafen, damit dass er mich dann allein lässt.
Außerdem hat er schon zweimal Eigentum von mir beschädigt. Einmal warf er unterwegs meinen Schirm gegen eine Wand, der dann zerstört war. Am letzten Wochenende hatte er meinen Fensterschmuck heruntergerissen.
Das sind alles Einzelsituationen und ich hoffe, ich langweile damit niemanden. Ich möchte meine Lage halt so gut es geht darstellen.
Fakt ist, dass wir schon Einzel-/und Paartherapien gemacht haben. Die Therapeutinnen rieten uns im Großen und Ganzen zusammen zu halten.
Mir wurde immer geraten rechtzeitig aus dem Streit rauszugehen. Das tue ich auch oft. Es nützt nur nicht immer etwas. Er trampelt dann durch die Wohnung, schlägt die Türen, poltert herum und versucht mir, glaube ich, damit Angst zu machen. Er fordert für sich Freiraum und Ruhe ein, lässt mir meine Grenzen allerdings nicht. Wenn ich ihn aus dem Zimmer schicke oder nicht will, dass er reinkommt brüllt und wütet er fast immer vor der Tür rum.
Hinterher, nach ein paar Stunden oder am nächsten Tag, können wir meist drüber reden und es tut ihm alles schrecklich leid. Er sagt, er hätte auf sich selbst einen Hass, er könne sich selbst nicht ausstehen und er wolle sich ändern. Er sagt, er hätte ein gestörtes Macht-Ding am laufen und wolle das nicht mehr.
Leider rastet er dann doch immer wieder aus. Wie gesagt, er hat mich 'nur' zwei mal geschlagen und zweimal meine Sachen beschädigt. Sicher, ich habe auch schon mal vor Wut ein Glas an die Wand geworfen. Ich habe ihn damals auch zurückgeschlagen. Ich bin nicht nur das verhuschte Opfer. Trotzdem habe ich irgendwie Angst vor ihm und er wird mir im Laufe der Zeit nicht gerade sympathischer, meine Liebe zu ihm scheint manchmal zu schwinden. Im Moment frage ich mich, wie das mit uns weitergehen soll, ob er mich wieder heftig schlagen wird oder gar schlimmer bedroht. Er macht dann auch immer einen auf 'total verrückt' und meint, er würde wieder in die Psychiatrie müssen. Ich will nicht mein Leben lang unter einem Verrückten leiden müssen.
Manchmal trage ich etwas zum Streit bei, wenn ich ihm zu lange Vorwürfe mache. Allerdings rechtfertigt nichts körperliche Gewalt. Oft will ich auch zu viel und lange mit ihm über unsere Probleme reden. Ich denke immer, wenn beide guten Willens sind, dann kann man doch die Ursachen rausfinden. Mit Vertrauen müsste es doch möglich sein, dass er sich öffnet. Er öffnet sich aber eben nicht, wehrt sich mit allen Mitteln dagegen. Er sagt, er würde sich mir im Gespräch unterlegen fühlen. Er kommt mir oft so charakterschwach vor. Oft rede ich 'mit Engelszungen' auf ihn ein. Ich habe eigentlich schon alles ausprobiert von freundlich bis aggressiv, von Auf-Ihn-Zugehen bis Ihm-Aus-Dem-Weg-Gehen war schon alles dabei. Meistens jedoch versuche ich trotz seiner Aggressionen freundlich und vernünftig zu bleiben, was wie gesagt wenig bringt. Ich glaube, es macht ihn sogar noch wütender, weil er dann denkt, ich wäre die 'Gute' und er der 'Böse'.
Andererseits liegt mir etwas an unserer Ehe und ich will sie nicht leichtfertig wegwerfen. Wir haben ansonsten viele gemeinsame Interessen und können uns außerhalb der Streits auch gut unterhalten. Ich habe dann das Gefühl, dass er tiefgründig ist. Er geht dann auch viel auf mich ein und tut sehr viel für mich, z. B. macht er mir jeden Morgen das Frühstück, krault mich aus dem Schlaf, kocht auch desöfteren, macht was im Haushalt wenn ich ihn freundlich drum bitte, liest Bücher, die ich auch gelesen habe und einiges mehr. Außerdem tut es ihm hinterher wirklich leid und er weint dann auch, er kann dann auch seine Gefühle zeigen.
Ich denke im Moment aber über Trennung nach oder zumindest einen Abstand für mich. Was denkt Ihr dazu? Wie gewalttätig wirkt das auf Euch? Vielleicht wäre einmal Schlagen schon genug Trennungsgrund? Früher habe ich so gedacht, heute bin ich mir so unsicher.😕
Danke, wenn Ihr bis hierhin durchgehalten habt.
Aurora