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Gast
Ich studiere momentan im zweiten Semester und das eigentlich auch recht erfolgreich, jedenfalls wenn man bedenkt, dass ich seit fast einem halben Jahr dauerkrank bin...
Ich bin fuer mein Studium umgezogen. Meinen Studiengang mag ich, kann mir keinen schoeneren vorstellen...
Nur leider habe ich hier keine Freunde, mag den Ort nicht, fuehl mich allgemein nicht wohl, bin auch noch weit weg von "zuhause".
Und ich habe das Gefuehl, dass mich das irgendwie laehmt... die Zeit hier kommt mir so verschwendet vor... oft frage ich mich, wie ich mir nur wegen einem Studiengang das alles antun konnte... ich fuehl mich einfach so verdammt leer und blockiert... habe keine Motivation zu lernen... es muss doch noch mehr in meinem Leben geben als nur ein Studium, ein Haufen Buecher, Informationen? Aber da ist momentan nichts...
Ich habe einfach keine Ahnung, wie das weitergehen soll... ich denke mehr darueber nach als zu lernen... oder sehe keinen Sinn darin zu lernen oder ich fange dabei an, ueber die ganze Situation nachzudenken...
Aber was kann ich tun? Ich habe das Gefuehl, dass ich keine wirklichen Alternativen habe... Noch zwei Jahre oder mehr durchhalten? Studienort (und damit Studiengang) wechseln? Aber da waere ja trotzdem das Risiko, dass es mir wieder nicht gefallen wuerde und ich dafuer dann auch noch meinen Traumstudiengang aufgegeben haette...
Andererseits, was bringt mir eine gute Uni oder mein Traumstudiengang, wenn ich kein "Leben" mehr habe?? Ausserdem weiss ich doch gar nicht, ob ich jemals in diesem Beruf werde arbeiten koennen und dann soll ich drei Jahre dafuer in Einsamkeit verschwendet haben? Aber dann ist da wieder dieser Wunsch, das alles durchzuziehen...

Geht oder ging es irgendwem hier aehnlich? Hat vllt irgendwer Tipps oder so?
 
oh je,
das Problem kenn ich. hab ich auch hier. Bin in einer kleinen FH, wo sich eigentlich jeder kennt, und wenn man dann mal als AUssenseiter gestempelt wird oder eine zeitlang bei den Parties nicht mitgezogen hat, ist man raus und dann bleiben nur die Bücher.
Ort ist auch nicht sooooooo groß, dass es hier irgendeine Art von Freizeitbetätigung gibt.
Einzige Rettung war dann, dass ich über StudiVZ ne Gruppw getroffen habe, die hier im Ort in der selben Situation sind und sich alle einmal die Woche treffen.
Vielleicht findest du in deiner Gegend ne ähnliche Gruppe.

Wünsch dir viel Erfolg!!!


PS:
Studium abbrechen überleg dir genau. Zieh lieber durch, wenn er dir gefällt. Notfalls versetz dich ins soziale Koma und ignorier die fehlenden Kontakte. Aber wenn es absolut nicht geht, lass es. Du bist dir selbst verpflichtet und ein Studium ist nicht das wichtigste- sondern du ;-)
 
Ich würde mir erst mal überlegen: Was gefällt mir an diesem Studiengang, was weniger. Und wie würde das in einem anderen Studiengang aussehen? Du schreibst ja, dass es eigentlich dein "Traumstudiengang" ist. Bezüglich der Berufsaussichten: Gibt es heute noch irgendwelche Sicherheiten diesbezüglich? Ich glaube, diese Ängste plagen viele Studenten in vielen Studiengängen - aber darum kann ja nicht jeder abbrechen und nach Arbeitsmarktlage studieren. Die Berufsaussichten sind mit abgeschlossenem Studium garantiert besser, als ohne - auch wenn man dann in einem ganz anderen Bereich arbeitet. Das war und ist in vielen Studiengängen normal - gut, ein Ingenieur wird natürlich dann kaum als Grafiker oder Mediziner arbeiten, in anderen Fächern klappt das ganz gut.

Vielleicht solltest du dein Studium auch etwas lockerer sehen - nur Bücher wälzen und sich selbst unter Druck setzen (der real in der Form vielleicht gar nicht existiert?) bringt es sicherlich nicht. Begreife das Lernen als notwendiges Übel - Dinge, die einen sowieso interessieren, fallen um so einfacher...

Das Problem mit dem "weit weg von zuhause" sein, haben ebenfalls viele Studenten. Da bist du sicherlich nicht alleine. Allgemein legt sich das aber mit der Zeit und ein Semester ist ja auch nicht sooo lange. Wende dich den Leuten zu, die du sympathisch findest und schließe dich deren Unternehmungen an. Und wenn du darauf keine Lust hast, versuche gezielt mit einzelnen Personen Unternehmungen anzustellen. Auf einen Kaffee / ein Bier kann man mit den meisten Studis eigentlich immer irgendwo hingehen....

Ich bin eigentlich auch eher der sich alles zu Herzen nehmende Typ und setze mich selbst wahnsinnig schnell unter Stress - man muss lernen damit umzugehen und Abstand vom "Ernst des Lebens" zu gewinnen. Mir zumindest hilft das wirklich. Warum sich nicht manchmal das ganze Leben, ja, auch das Studium als einzigen Witz vorstellen? Hört sich doof an, macht in gewissen Dingen aber tatsächlich lockerer. Mir hilft das im Studium, in meiner Ausbildung beispielsweise habe ich auch alles viel zu ernst genommen, mich ständig unter Druck gesetzt, völlig falsche Vorstellungen entwickelt - und für was? Ich weiß es bis heute nicht, die Ausbildung verlief mehr schlecht als recht. Das bringt also wirklich gar nichts.

MFG
 
Hallo,
ich kann dir zwar nicht wirklich helfen, aber dir doch zumindest sagen, dass ich dich absolut verstehen kann. Mir geht es genauso, habe einfach keinen richtigen "Anschluss" gefunden und obwohl ich die Stadt ok finde und auch ein paar Leute aus meinem Studiengang ganz nett sind, habe ich nie das Gefühl, hier "Zuhause" zu sein. Zum Glück ist meine Uni nicht sehr weit weg von meinem "richtigen" Zuhause, sodass ich jedes Wochenende zu meinen Eltern fahre. Dort fühle ich mich tausend Mal wohler, dort sind meine "alten" Freunde, die Orte und Dinge, die ich kenne und mag. An meinem Studienort habe ich zwar wirklich alles getan, um mich wohl zu fühlen (schöne Wohnung, Umgebung usw.) und Anschluss zu finden (HiWi-Job, regelmäßig in der Uni) aber dennoch bin ich hier irgendwie nur "zum studieren", leben tu ich Daheim. Und da das bei mir so krass ist, habe ich meinen Stundenplan mittlerweile zu einer Dienstag-Mittwoch-Donnerstag-Woche umgebraut, sodass ich 4 Tage Zuhause und nur 3 Tage in meiner Uni-Stadt sein muss. Damit bin ich sehr viel glücklicher als noch im ersten Semester mit der normalen 5-Tage-Woche. Natürlich geht sowas auch erst in späteren Semestern, wenn man weniger SWS und mehr Wahlfächer hat. Wie weit ist dein Studienort denn von deiner Heimat entfernt? Kann man da wirklich nicht übers Wochenende nach Hause fahren? Oder gibts deinen Studiengang vielleicht als Fernstudium?
Sehr viel mehr Lösungen fallen mir auch nicht ein. Dieses ewige: "Geh doch mal weg, Sportverein, Studentenrat, Party, dann findest du schon Anschluss" geht mir auf den Keks, weil es nicht stimmt und mancher findet den Anschluss eben nicht mehr. Das muss man akzeptieren und das Beste daraus machen.
Ich wünsche dir alles Gute!
 
Naja, bei mir ist es eben auch so.... es gibt und gab schon Leute, die ich sympathisch oder zumindest nett finde, aber irgendwie geht es nie darueber hinaus 🙁
Ich bin definitiv kein klassischer Einzelgaenger...
Ich habe eben das Gefuehl, dass alle irgendwie ihre Leute haben und da kein Platz mehr fuer irgendwen ist... bzw waere ich auch viel zu stolz um meine Situation vor jemandem einzugestehen bzw wuerde mich dafuer schaemen...
Ich bin kurz nach Studienstart laengere Zeit krank gewesen, was mir aber keiner angesehen hat, naja, war trotzdem in "verpisst euch" Stimmung, was halt auch nicht gerade foerderlich ist, und von da ging es bergab... vorher lief es ja noch halbwegs in Ordnung, und das obwohl es mir nie sonderlich leicht faellt neue Kontakte zu schliessen =/ Und bei mir ist es dann so, dass wenn ich da einmal drin bin, es mir sehr schwer faellt kontakte zu schliessen, weil ich dann denke, dass mich eh keiner leiden kann (denke ich sowieso auch so schon viel zu oft).
Ich habe auch vor wieder Sport zu machen, aber ich war ehrlich gesagt noch nie in einem Verein, wo alle Freundschaft geschlossen haben oder so...
Und alleine irgendwo hingehen.... naja... ich finde es ja schon das Hoechstmass, alleine in den Supermarkt zu gehen... der Ort ist klein, jeder kennt jeden, zumindest vom sehen, Leute ausserhalb der Uni kennenzulernen ist also so gut wie unmoeglich...
Es geht ja auch nicht darum, dass ich dem Arbeitsmarkt hinterherrenne, aber ich will trotzdem mein Leben nicht fuer so was unsicheres aufgeben. Haette ich ein Sozialleben, waere mir das egal :/
Mein Studienort liegt auch noch ziemlich weit weg von meinem Heimatort, aber der Preis fuer die Heimreise ist das groessere Argument...

Hm, ich kann ja mal im Internet gucken, aber bisher habe ich da noch nichts brauchbares gefunden...
 

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