aber wie soll ich jemals damit klarkommen? niemand kann mir sagen WIE mein freund schaut und was soll ich dabei denken? dann müsste er ja am tag 1000 brüste und ärsche sehen aber wieso?? wieso braucht ein mann sowas???
Das Problem ist doch nicht, ob er schaut oder nicht und was er dabei denkt, sondern das Problem ist, dass es Dich nichts angeht.
Würde es Dich etwas angehen, dann wärst Du auf dem Weg, ihn vollständig zu vereinnahmen und ihm Deine Sicht der Dinge vorzuschreiben.
So weit geht niemand ohne Gehirnwäsche, dass er es dulden würde, seine Gedanken dem Partner anzupassen.
Würde er es tun, dann gäbe es fortan nur noch Zuspruch für Dich aber nie mehr Kritik. Du bestimmst dann also und er fügt sich, in "Gedanken, Worten und Werken". Willst Du ihn als Anhängsel oder als Partner?
Wie man Frauen anschaut und wohin man schaut, ist eine Sache des Charakters.
Den Charakter Deines Freundes kennt man nicht. Du wirst ihn uns auch nicht erklären können, da Du selbst ihn nicht ausreichend kennst:
Eine Variante des Hinsehens wäre der hormongesteuerte Solo- Lüstling, in dessen Gehirn sich der Anblick einbrennt und der die Info dann zuhause umsetzt.
Eine weitere Variante wäre der hormongesteuerte Partner, den der Anblick reizt und der es zuhause mit der Partnerin umsetzt.
Eine dritte Variante wäre der Partner, dem die Beziehung jetzt schon zuviel ist. er denkt: Nett, aber nicht das auch noch.
Eine vierte wäre einer wie ich, der -sicher!- den Kontakt ja zunächst durch den Gesichtssinn hat. Aber sich danach sofort die Frage stellt, was es mit dem Inhalt der Hülle auf sich hat. Gibt es also eine Frau, die als hübsch bewertet werden würde, so hört man dann einmal hin, was sie zu sagen hat. Danach entscheidet sich ziemlich bald, ob der hübsche Anblick als begehrenswert bestätigt wird, oder ob ich dankend ablehne und froh bin, dass ich mit ihr näher nichts zu tun habe.
Damit es jetzt für Dich richtig kompliziert wird, stelle ich noch ein anderes Modell vor, das Du wohl so nicht mitbekommst, da er es in deiner Gegenwart eher nicht anwendet!
Es soll es geben, dass man in Kontakt mit jemandem kommt und gar nichts sieht. Man unterhält sich mit dem gegenüber und stellt fest, dass die Unterhaltung gut läuft. Das macht ein bisschen "begehrenswert". Gibt es dann noch Kleinigkeiten, vielleicht die Hände, Nase, Ohren - was weiss ich - dann "mag" man den Menschen, hat aber noch nie etwas davon gesehen, was Du so vermutest. Auch danach kommen Gedanken, und die schüttelt man als treusorgender Partner am besten dann ab, wenn man den Haustürschlüssel zur Wohnung umdreht.
Und was nun?
Willst Du das auch steuern, wenn ja, wie? Und wie willst Du all die Varianten unter einen Hut kriegen und garantiert die richtige Diagnose des Vorgangs stellen, damit Du für den Moment genau weisst woran Du bist?
Sicher kannst Du Dich demnächst ausschließlich nur noch mit dem beschäftigen, was Dein freund sieht und wie er es sieht und was er denken könnte.
Du kommst dann aber garantiert zu nichts anderem mehr - und er wird das irgendwann mitkiegen.
Die Frage ist, ob er da unendlich lange die Geduld aufbringt oder - ob er Konsequenzen zieht, die DU vorher NICHT bedacht hast.