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Wie schätzt Ihr die wirtschaftliche Lage - und die von Arbeitnehmern - derzeit in Deutschland ein

Gleichzeitig wollen aber immer mehr Firmen weg vom Homeoffice, obwohl eindeutig nachgewiesen ist, dass die Möglichkeit zu Homeoffice die Fehlzeiten senkt. Ist ja auch logisch, denn man kann ja durchaus zu krank sein, um sich ne Stunde durch den Berufsverkehr zu quälen, aber zum eigenen Rechner schafft man es dann vielleicht schon noch. Oder wenn das Kind krank ist, kann man ja evtl durchaus normal arbeiten, man kann nur nicht weg.
Also WENN es dann Lösungen an der Fehlzeitenfront gibt, dann wollen die Arbeitgeber die auch nicht. Muss man nicht verstehen oder?
Es gibt halt Nachteile von Home Office wie dass neue Mitarbeiter nicht mehr gut angelernt und integriert werden können oder dass sich keine Firmenkultur mehr bildet. Ich dachte eigentlich, der Konsens sei deswegen, dass man Hybrid anstrebt.
 
Ohne jetzt die bisherigen Antworten gelesen zu haben greife ich mal diese zentrale Aussage des Threads auf:
Was ich in Deutschland so schlimm finde, dass der Leistungsgedanke, sich über Arbeit als sinnvoller Teil der Gesellschaft zu definieren, so krass aufrecht erhalten wird
Ja, das ist so: Arbeit IST sinnstiftend und um Lebenszufriedenheit zu erreichen kann Arbeit nun einmal einen ganz wesentlichen Beitrag leisten. Übrigens nicht nur in Deutschland, sondern das gilt generell. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass das eben nicht nur Arbeit im Sinne klassischer Erwerbstätigkeit vermag. Ein schönes Beispiel, bei dem dies ohne die klassische Erwerbstätigkeit gelingt, ist das Leben der Mönche, die ihre Erfüllung in ihrer religiösen Kultur finden. Da geht es auch um strukturierte Tagesabläufe, zu erledigende Aufgabe, das Gefühl der Gemeinschaft etc.

Ich empfehle hierzu gerne Literatur zur Positiven Psychologie von Martin Seligmann, einer noch recht jungen Forschungsdisziplin, die sich mit der Entstehung von Lebenszufriedenheit befasst. Ein schönes Buch ist z.B. Flourish - wie Menschen aufblühen:

Am Ende entscheidet jeder selbst darüber, wie zufrieden er durch sein Leben geht. Die Chancen und Möglichkeiten sind unterschiedlich. Trotzdem hat JEDER verschiedendste Möglichkeiten, sein Leben sinnstiftend zu gestalten. Nur tut es eben nicht jeder. Am schlimmsten sind die, die nur lamentieren, der Gesellschaft und den Umständen die Schuld für ihr klägliches Dasein zuschieben.
 
Meine Erfahrungen und auch die meiner lieben frau, man hat gearbeitet, sogar in 2 Systemen, hat sich kaputt geschuftet, ist oft weit gependelt zu den Arbeitsstellen, ich war immer nur befristet tätig, haben uns dann vor Jahren auch aus gesundheitlichen Gründen für die geminderte frühestmögliche Altersrente entschieden. Das Motto "Arm auch mit und durch Arbeit" mag provokant klingen, ist aber leider so, hatten und haben ja nun genug Zeit, darüber nachzudenken. Wir bereuen unsere Entscheidung nicht, auch wenn wir finanziell nun faktisch bis zum Lebensende bestraft werden, aber für uns war es eine Erlösung aus vielen Druckmomenten und den hohen Kosten des Pendelns. Wir leben bescheiden, haben uns mit den geminderten Renten eingerichtet, staunen nur darüber, wie man in den Medien über Wirtschaft und die folgen der alternden Gesellschaft diskutiert. Was hatte ich dazu im Arbeitsleben für oft harte Diskussionen, besonders auch mit Arbeitgebern, die vor Jahren das alles locker sahen, "kein Problem, wir haben ja genug Bewerber vor der Tür stehen. "
 
Ohne jetzt die bisherigen Antworten gelesen zu haben greife ich mal diese zentrale Aussage des Threads auf:

Ja, das ist so: Arbeit IST sinnstiftend und um Lebenszufriedenheit zu erreichen kann Arbeit nun einmal einen ganz wesentlichen Beitrag leisten. Übrigens nicht nur in Deutschland, sondern das gilt generell. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass das eben nicht nur Arbeit im Sinne klassischer Erwerbstätigkeit vermag. Ein schönes Beispiel, bei dem dies ohne die klassische Erwerbstätigkeit gelingt, ist das Leben der Mönche, die ihre Erfüllung in ihrer religiösen Kultur finden. Da geht es auch um strukturierte Tagesabläufe, zu erledigende Aufgabe, das Gefühl der Gemeinschaft etc.

Ich empfehle hierzu gerne Literatur zur Positiven Psychologie von Martin Seligmann, einer noch recht jungen Forschungsdisziplin, die sich mit der Entstehung von Lebenszufriedenheit befasst. Ein schönes Buch ist z.B. Flourish - wie Menschen aufblühen:

Am Ende entscheidet jeder selbst darüber, wie zufrieden er durch sein Leben geht. Die Chancen und Möglichkeiten sind unterschiedlich. Trotzdem hat JEDER verschiedendste Möglichkeiten, sein Leben sinnstiftend zu gestalten. Nur tut es eben nicht jeder. Am schlimmsten sind die, die nur lamentieren, der Gesellschaft und den Umständen die Schuld für ihr klägliches Dasein zuschieben.
Das was man tun MÖCHTE und letztlich tun KANN, sind zwei paar Schuhe. Wenn keine Jobs in dem Bereich angeboten werden oder man aus anderen Gründen den Job/Ausbildung nicht realisieren kann.
 
Vor allen Dingen frage ich mich ob unser Märchenonkel die Industrie für Blöde hält???

Wie freundlich, dass für Investitionen 10% als Steuervorteil angerechnet werden sollen.....

Wann bekommen die Unternehmer denn dann das Geld???
So wie wir die versprochene CO2-Umlage??? So wie die Opfer der Ahrtalflut ihre Aufbaugelder??? So wie die Selbständigen, die ihre Corona-Zulagen ganz schnell und ohne Vorwarnung zurück zahlen mussten??? Oder läuft es so wie bei den Preisminderungen der E-Fahrzeuge, die von Freitag auf Montag gestrichen wurden???

Gruß von Grisu
Auch, wenn Dein Beitrag schon älter ist. Ja, sehr gute Punkte. Diese Abschreibungen helfen nur Firmen mit Liquiditätsnot.

Meine Firma baut neue Geschäfte gerade in Dublin auf. Irland hat mit 12,5% einen attraktiven Körperschaftsteuersatz, wenige Sozialabgaben, eine Menge sehr motivierter junger Leute und man kann als Unternehmen so richtig durchstarten.

Was dagegen in Irland nicht so gut geht: In die Bürgergeldhängematte legen oder als Flüchtling Sozialgelder abgreifen. Die Iren passen sehr gut auf auf ihr Geld und auf ihre Wirtschaft.

Unser größtes Problem sind unsere Sozialabgaben und die überbordenden Leistungserwartungen der Bevölkerung.

Meine Prognose: Wir brauchen noch ein paar Jahre, dann sind wir in Deutschland so weit unten, dass nur noch richtig radikale Reformen helfen:

Leitungen für Asylanten nur noch zu 100% in Sachleistungen.
Bürgergeld massiv kontrolliert bei regelmäßigem Erscheinen, sonst auf 0 gekürzt.
Rentenleistungen nicht bei der Rentenhöhe sondern bei den Abgaben gedeckelt.

Natürlich ist das alles schmerzhaft aber anders wird es im globalen Wettbewerb nicht gehen.
 
Genau das aber will derzeit keiner hören, dass es schmerzhaft wird. Obwohl es vielen von uns klar ist, kommen da einige andere und fordern und fordern und fordern.

Das war "früher" mal möglich, als der Pott voll und die Infrastruktur intakt "schien". Heute aber sieht es anders aus: Schulen und Brücken brechen zusammen, die Straßen bröckeln aus allen Fugen, Arztpraxen kommen nicht mehr hinterher und und und......

Ehrlich gesagt: ich bin glücklich meine Jugend zu anderen Zeiten gelebt zu haben, als noch vieles möglich war, was jetzt langsam so erscheint, als würde es genauso versinken wie die Infrastruktur. Hey, wir hatten noch Strecken, die wir mit Rollschuhen befahren konnten, da gab es keine Risse, Bäume die bekrabelt und durch runterfallen verlassen werden konnten.

Das was ich jetzt sehe ertrage ich weil ich Teenagerspätlese bin und die Dinge, die es nicht mehr gibt, für mein Alter nicht mehr durchführbar sind...... Auch durch diese schlechte Wirtschaftssituation habe ich weniger Angst vor dem was jeden Menschen irgendwann erwartet. Vor 8 oder 9 Jahren war das noch anders.

Gruß von Grisu
 
Leitungen für Asylanten nur noch zu 100% in Sachleistungen.
Was genau ändert das an den Kosten?

Bürgergeld massiv kontrolliert bei regelmäßigem Erscheinen, sonst auf 0 gekürzt.
Regelmäßiges Erscheinen geht schon nicht da Personalmangel im Jobcenter.
DAS müsste zuerst behoben werden, was ja wieder Geld kostet.

Zudem gibt es jede Menge Menschen, die nur vorübergehend (aus gesundheitlichen Gründen) im Bürgergeld festhängen.
Warum sollten die denn regelmäßig irgendwo "erscheinen"?
Das ist auch nicht für die Ämter sinnvoll.

Rentenleistungen nicht bei der Rentenhöhe sondern bei den Abgaben gedeckelt.
Es gibt genügend Rentner, die auch heute schon nicht mit der Rente herumkommen.
Sie erhalten dann Sozialhilfe.
WAS wurde dann eingespart?

Von der damit verbundenen Bürokratie (die ja noch mal alles verzögert) will ich gar nicht erst anfangen.

Das ganze Sozialsystem müsste für deine Vorschläge umgestellt werden. Auch das kostet.

Schade finde ich hier, dass man wieder mal nur in die Richtung denkt, bei den Armen einzusparen.
Obwohl es noch andere Wege gibt....
 
Was genau ändert das an den Kosten?


Regelmäßiges Erscheinen geht schon nicht da Personalmangel im Jobcenter.
DAS müsste zuerst behoben werden, was ja wieder Geld kostet.

Zudem gibt es jede Menge Menschen, die nur vorübergehend (aus gesundheitlichen Gründen) im Bürgergeld festhängen.
Warum sollten die denn regelmäßig irgendwo "erscheinen"?
Das ist auch nicht für die Ämter sinnvoll.


Es gibt genügend Rentner, die auch heute schon nicht mit der Rente herumkommen.
Sie erhalten dann Sozialhilfe.
WAS wurde dann eingespart?

Von der damit verbundenen Bürokratie (die ja noch mal alles verzögert) will ich gar nicht erst anfangen.

Das ganze Sozialsystem müsste für deine Vorschläge umgestellt werden. Auch das kostet.

Schade finde ich hier, dass man wieder mal nur in die Richtung denkt, bei den Armen einzusparen.
Obwohl es noch andere Wege gibt....
Es gibt auch regelmäßig Beiträge von mir, bei den Reichen einzusparen. Was der Staat bei cum-ex abgezogen hat, ist an Dummheit nicht zu überbieten und es ist tragisch, dass die effektivste Ermittler Brorhilker nun den Job quittiert hat.

Wen HIntergründe interessieren:

Ich spende übrigen regelmäßig für den e.V. Finanzwende, weil ich einen Gegenpol zur viel zu starken Finanzlobby unterstützen möchte. Dort arbeitet Brorhilker jetzt.

Auch das kann ich empfehlen:
.
 
Es gibt auch regelmäßig Beiträge von mir, bei den Reichen einzusparen. Was der Staat bei cum-ex abgezogen hat, ist an Dummheit nicht zu überbieten und es ist tragisch, dass die effektivste Ermittler Brorhilker nun den Job quittiert hat.

Wen HIntergründe interessieren:

Ich spende übrigen regelmäßig für den e.V. Finanzwende, weil ich einen Gegenpol zur viel zu starken Finanzlobby unterstützen möchte. Dort arbeitet Brorhilker jetzt.

Auch das kann ich empfehlen:
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Du könntest trotzdem meine Fragen zu deinen Vorschlägen beantworten:

Wo genau siehst du die Kosteneinsparung?
Und was kostet es, wenn man die Sozialsystem (entsprechend deinem Vorschlag) erneuert/umbaut und in welcher Zeit wäre das denn möglich?

Ich sehe da nur die Antwort, dass dies Jahre dauern würde, aber das hilft ja im "Heute und Jetzt" nicht wirklich.

Zudem halte ich das Ganze dann als ungerecht verteilt, gesetzmäßig ist es auch nicht.
Ich sehe daher in deinem Vorschlag keine Lösungen
 
Du könntest trotzdem meine Fragen zu deinen Vorschlägen beantworten:

Wo genau siehst du die Kosteneinsparung?
Und was kostet es, wenn man die Sozialsystem (entsprechend deinem Vorschlag) erneuert/umbaut und in welcher Zeit wäre das denn möglich?

Ich sehe da nur die Antwort, dass dies Jahre dauern würde, aber das hilft ja im "Heute und Jetzt" nicht wirklich.

Zudem halte ich das Ganze dann als ungerecht verteilt, gesetzmäßig ist es auch nicht.
Ich sehe daher in deinem Vorschlag keine Lösungen
Deutschland sticht bei den Sozialleistungen deutlich hervor, wenn man uns mit anderen Ländern vergleicht. Die KI sagt dazu: Die Sozialkosten in Deutschland betrugen 2022 rund 1,1785 Billionen Euro. Die Sozialleistungsquote, also das Verhältnis von Sozialleistungen zum Bruttoinlandsprodukt, lag 2022 bei 30,5%. Das sind im Vergleich sehr hohe Werte.

Dazu kommt, dass wir sehr wenig kontrollieren, mit dem Bürgergeld nochmal weniger, als bei Hartz4. Es gibt Fälle, in denen Leute sich einfach auf 70% kürzen lassen, schwarz arbeiten und alle Termine schwänzen. Aufgrund der aktuellen Politik (keine Kürzung auf 0,- mehr) sind die Behörden machtlos.

Dies sind Dinge, die wir dringend ändern müssen. Dazu fördern wir mit so einem System ja auch, dass kaum mehr ein Deutscher gering bezahlte Jobs machen möchten, weil ein hohes Bürgergeld in Konkurrenz steht. Diese Jobs müssen aber gemacht werden. Wenn viele Leute aber keine Produktivität haben, die 15 Euro wert ist bleibt dann nur die dauerhafte Arbeitslosigkeit.

Wenn Du mit Leuten in UK, Schweden oder Dänemark reden, wundern die sich, warum wir so wenig kontrollieren und so leichtfertig auszahlen. In UK gab es eine Kampagne "beat the cheat", bei der man anonym per Telefon Sozialhilfebetrug melden konnte. Es wurde sogar im TV dafür geworben. Es kamen dann Personen von der Behörde zu den gemeldeten Sozialgeldbeziehern und unkontrollierten unangemeldet vor Ort, ob die Vorwürfe stimmen. Angeblich war an mehr als 50% der Meldungen etwas dran, schrieben die Zeitungen damals. Ich habe zu der Zeit in London gewohnt. In meinem Umfeld fanden das alle Leute gut und gerecht, weil Sozialgeldbetrug als sehr asozial galt.

Dazu kann man den Missbrauch über eine Webseite anonym melden:

Finnland hat eine sehr ähnliche Seite, Deutschland nicht. Warum hat Deutschland keine? Die Clans kassieren oftmals Bürgergeld und fahren dazu teure Autos. Alle Bürger im Land ärgert das sehr aber keiner macht etwas dagegen. Wir sind wie gelähmt.

Im Jahr 2023 hat die Bundesagentur 42,6 Milliarden Euro für die Zahlungsansprüche des Bürgergelds ausgegeben. Es geht ja nicht nur um die erheblichen Kosten sondern auch um die Wirkung auf diejenigen, die jeden Morgen um 7.00 Uhr aufstehen und hart arbeiten, während andere das Geld einfach so bekommen.

Im Vergleich mit anderen Ländern wird man ganz sicher nicht sagen können, dass wir zu hart kontrollieren oder nicht genug zahlen. Ich bin sicher, wir sind viel zu lasch.
 

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