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Wie lernt man besser?

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Hi zusammen,

Ich habe in meinem Leben immer gerne gelernt, bin meist gerne zur Schule gegangen und Lernen fand ich auch immer schöner als arbeiten.
ich bin inzwischen 35, möchte aber in meinem Leben immer weiter lernen. Ich glaube Konfuzius hat gesagt: Lerne als würdest du ewig leben.
Ich muss auf meiner Arbeit regelmäßig was neues lernen, aber auch in meiner Freizeit lerne ich gerne. Ich habe eine Weile gebraucht, um das für mich heraus zu finden, aber Krimis, Romane etc begeistern mich nicht, aber Fachbücher, Lernbücher lese ich gerne.

Doch frage ich mich wie ich am effektivsten lerne?
Oder: Was kann mir beim Lernen helfen.

Früher in der Schulzeit war man halt 8 Stunden im Unterricht. So lange effektiv lernen kann ich aber gar nicht. Ich lerne seit ein paar Tagen wieder Japanisch, hatte damit früher schon mal angefangen. Ne knappe Stunde schaffe ich, dann qualmt mir aber der Schädel. Über den Tag verteilt schaffe ich auch 2 Stunden, aber mehr geht bei mir kaum rein.
Wenn ich an Arbeitstagen erst Abends zum Lernen komme, ist es noch schlimmer, dann ist selbst ne Stunde schon eine Herausforderung.

War das früher als Kind so viel leichter? Oder haben wir in der Schule einfach so ineffizient gelernt?

Was kann ich machen um meine Konzentrationsfähigkeit zu steigern
- mehr Pausen?
- Sport (gesunder Körper, gesunder Geist)?
- Ernährung?
- Ernährungsergänzungsmittel?
- Lernhilfen?
- Koffein?

LG
Andreas
 
8 Stunden Schule ist nicht 8 Stunden lernen. Und so effektiv kann auch der Durchschnittsmensch nicht konzentriert lernen. Man sollte 45 Stunden die Woche in ein Studium investieren, das heißt aber nicht, dass man 8 Stunden am Tag lernt.

Und natürlich lernt man mit dem Alter schlechter. Ab 22 baut das Gehirn langsam ab, als Kind lernt man am Schnellsten und auch sehr viel. Deswegen schlafen Babys so viel, weil sie das Gelernte verarbeiten müssen.

Nach einem 8-Stunden-Tag noch eine Stunde lernen ist jetzt nicht so schlecht. Gesunde Ernährung, genug Pause und Sport erhöhen natürlich die Konzentrationsfähigkeit. Außerdem kommt es auch auf die Lernmethode usw usw an.
 
Koffein nur in Maßen. Mir haben immer Teilchen mit klebriger Zuckerglasur geholfen, die haben mir immer ganz schön Energie gegeben.
 
Wichtig ist zu wissen was für ein Lerntyp man selbst ist.
Wenn du ebenso wie ich am besten lernst, wenn du dich mit anderen darüber unterhältst, versuchst es anderen zu erklären, usw., dann ist das teilweise echt mies. Denn, wer will sich das alles geben? 😀
Aber zum Glück gibt es ja auch noch andere Lerntypen, vielleicht lernst du auch am Besten, wenn du alles selbst erarbeitest. Google mal danach und finde es heraus, was für dich am Besten ist. Da gibt es viele verschiedene Lerntypen.

Pausen sind wichtig. Koffein hilft nicht sonderlich. Wenn du Koffein brauchst, dann mache lieber eine Pause. Mir hat Schoko immer sehr viel Energie geliefert, ist einfach wirklich Nervennahrung.

Ordentlicher Arbeitsplatz. In Ruhe im Sommer im Garten in der Hängematte liegen und Lernen klingt erst mal produktiv, wenn man nicht dazu neigt einzuschlafen, oder? Man bedenke die Vögel und den Wind, der ständig das Blatt zerknittert und die Sonne, die teils einfach viel zu hell ist. Ausprobieren kannst du es ja mal, wenn es wieder schön wird. Ich persönlich kann es aber nicht empfehlen. Grundsätzlich gilt dennoch: Fühle dich wohl. Vermische es aber nicht zu sehr mit entspannenden Dingen, z.B. dem Bett. Da neigt man recht schnell dazu doch mal eine etwas längere Pause einzulegen. 😀

Arbeite mit Farben.
Ich habe es folgendermaßen gemacht:
Es gab zu jedem Fach einen Ordner oder ein "Abteil" im Ordner, je nach Größe.
In diese Ordner/Abteile kamen dann jeweils wieder Heftstreifen mit den großen Themen.
Folgendes mit Textmarker hinterlegt oder auch in anderen Farben. Nur, ich war immer zu faul Stifte zu kaufen und habe deshalb Textmarker genommen.
1. Überschrift
1.1 Unterüberschrift
1.1.1 Teil dieses Themas
Text
Wichtig Text
Das ging dann bei mir immer so weiter. Rot war immer das Allerwichtigste, eben das Thema an sich, usw.
Mache es einheitlich, dann sollte es recht leicht sein. Du kannst auch Kästen drum machen, wie auch immer. Hauptsache du findest "dein Design", wie es für dich nicht zu langweilig wirkt und es "Freude" macht zu lernen.

Der vermutlich allerwichtigste Punkt ist: Filtere nur das Wichtigste raus.
Wir hatten ja immer Bücher in denen alles drin stand. Das Problem war nur, dass wir sie nach dem Jahr wieder abgeben mussten. Heißt, wenn ich nur das Allerwichtigste als Zusammenfassung aufgeschrieben habe, dann wusste ich oftmals nicht mehr so genau, was das denn heißt, weil ich es nicht nachschlagen konnte.
Deshalb habe ich mir eben ein mal rausgeschrieben, was alles relevant ist. Quasi ein Stichwortordner des Buches. Und aber zusätzlich immer noch die Kurzfassung.
Wenn du die Bücher aber selbst kaufst, dann schreibe dir nur die Abkürzung des Buches und die Seitenzahl in Bleistift an den Rand oder sonst wo hin, wo du es schnell zuordnen kannst. Dann kannst du dir diesen Stichwortordner nämlich sparen, hast nur die wirklich wichtigen Infos aufgeschrieben, damit eine Menge Zeit gespart und kannst dann im Buch wieder nachschlagen, wenn du etwas nicht mehr ganz so genau weißt.
Übrigens waren die Infos, die ich dann tatsächlich aufgeschrieben habe, immer zuerst auf einem Schmierzettel. Da habe ich es dann so sortiert, wie ich es gebraucht habe, damit ich wirklich lernen kann. Dann erst habe ich es sortiert und schön aufgeschrieben.
Manche lernen auch gut mit Mindmaps.
Ich habe es bisher immer für totalen Schwachsinn gehalten, aber:
Wenn ich mir nur die Überschrift, die Unterüberschriften und den Namen der Themen zu den Unterüberschriften in einer Mindmap zusammengeschrieben habe, wie als Deckblatt, dann konnte ich damit schon lernen. Da half es mir schon, weil ich den Überblick schneller hatte. Aber wenn man das dann vertieft, dann wird das sehr schnell sehr verwirrend.

Dann ist da noch das Thema handschriftlich oder am PC. Ich persönlich kann bedeutend besser lernen, wenn ich sehr sehr klein und per Hand schreibe. Ausgedrucktes, das lese ich durch und behalte in etwa so viel im Kopf wie wenn ich die Tageszeitung überfliege. Mir bringt das absolut gar nichts. Und das kleine Schreiben hat einerseits geholfen, dass ich mich wirklich darauf konzentriere, was ich da denn genau schreibe (am PC schreiben ist halt schnelles Getippe damit man fertig wird) und beim Lesen musste ich mich auch deutlich mehr darauf konzentrieren, was ich da lese. Mir hat es geholfen, andere meinten nur: Wie kannst du da lernen?
Ich fand es vor allem super, weil es dann auch gar nicht nach so viel aussieht. Natürlich habe ich das nicht alles zusammengequetscht oder so, da waren genügend freie Räume. Ich habe in etwa 1 1/2 - 2 mal so viel aufs Blatt bekommen wie die meisten anderen, dennoch sah es nach bedeutend weniger aus, was mir auf psychischer Ebene geholfen hat. Da ist es dann aber wichtig, dass man auch schön schreiben kann.
😉
Bzw. allgemein ist es wichtig, dass man bei den Merkzetteln schön schreibt. Es lernt sich viel leichter damit.

Ja, aber alle Tipps helfen dir nicht, wenn sie nicht zu dir passen. Siehe Beispiel "Wie kannst du bei so kleiner Schrift überhaupt lernen?"
Deshalb: Ausprobieren und das beibehalten, was dir wirklich hilft.

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mir immer hilft, wenn es zum Beispiel um Vokabeln geht, sind kleine Lernkarten, die ich an einen Ort lege, an dem ich häufig sitze und andere Sachen machen. Dabei lest man ganz unbewusst immer wieder drüber und plötzlich hat man sichs gemerkt.
Wenn es um mehr Stoff geht, hilft es vielleicht besonders schwierige Teile zu markieren, damit sie beim Lesen besser hängen bleiben.

Viel Erfolg!
 
Danke für die ganzen Antworten 🙂

Zu Japanisch hatte ich bereits als Kind über Animes Kontakt - schaue ich übrigens immer noch 😀 Mich interessiert aber auch die Kultur und ich bin immer wieder fasziniert wie andere Menschen auf der Welt so die Dinge sehen. Die Mischung von Tradition und Moderne ist in Japan allgegenwärtig und aus Asien kommt ja generell immer mehr. Mein Smartphone ist aus Asien und manch ein Auto auch.

Ich möchte vorerst in meinem Lehrbuch EINE Lektion am Tag schaffe. Das sind 15-20 Vokabel, 4-6 neue Schriftzeichen und ca. 6 Seiten mit Übungen und Grammatik. Ich mag es, mir Ziele zu setzen und bisher klappt es ganz gut, bin jetzt bei Lektion 8. Theoretisch wäre ich nach 50 Lektionen (2 Bücher) auf dem Niveau des ersten Japanischen Sprachtestes (N5):
https://de.wikipedia.org/wiki/Japanese_Language_Proficiency_Test

Aber bleibt abzuwarten, ob ich es durchhalte oder mich irgendwann die Lust verlässt, ist vor allem Hobby und soll auch Spass machen.

Was ich schon festgestellt habe ist, dass Bewegung, frische Luft und gute Ernährung hilft. Nicht zu fett essen, sonst bin ich danach platt und müde.

Schatten2oo9 du hast natürlich Recht, dass auch Kinder nicht 8 Stunden effektiv durchlernen. Wenn ich an meine Schulzeit denke, war der Unterricht eher ineffektiv. Manche Fächer waren langweilig oder man hat auch zwischendurch gequatscht. Reine Lernzeit? Vielleicht 4 Stunden. Insofern ist es schon ganz gut täglich NEBEN Beruf und co 1-2 Stunden zu schaffen.

Aber heute bekommt man ja viel Hilfe. Eine Vokabel App hätte ich mir zu meiner Schulzeit damals gewünscht. Heute kann ich jederzeit -egal ob in der Mittagspause oder im Bus- zum Smartphone greifen und mal 5 Minuten Vokabel wiederholen.

Sowohl Vokabel als auch japanische Schriftzeichen sind vor allem Fleißarbeit, aber es geht ganz gut. Etwas schwieriger ist Grammatik und Aussprache. Bei der Grammatik tut sich mein Hirn schwer. Die Satzstellung etwa ist anders als die im Deutschen oder Englischen, aber immerhin muss man keine Verben durchkonjugieren 🙄

Sprechen .... naja ich kann mein Gehör durch Animes und japanische Filme schulen, aber natürlich wäre ein echter japanischer Gesprächspartner auf Dauer besser. Wobei ich mich auch deswegen GEGEN einen VHS Kurs mit einer japanischen Lehrerin entschieden haben, weil ich das nicht durchhalte. Abends, nach der Arbeit, im dunklen, regelmäßig irgendwo hinfahren (Fahrt und Lernen dauern teils 3 Stunden). Neeeee. Mir macht Lernen nur Spass wenn ich Zeit und Tempo selber bestimmen kann.

Drückt mir die Daumen, dass ich durchhalte!

LG
Andreas
 
Oh darüber musste ich gerade ein Prüfung ablegen. Lernen bedeutet ja das Anstreben auf einer Verhaltensveränderung. Lernen tun wir aktiv, passiv, durch Vorbilder, durch Reiz und durch Emotionen. Zwei Dinge helfen uns, das gelernte sofort in das Langzeitgedächtnis zu befördern. Wiederholung oder Lebensgefahr. Würde man einem Mann eine Flinte vor die Nase halten und er müsste ein Gedicht auswendig lernen, könnte er es und das sogar noch in 10 Jahren. Oder er muss es üben üben üben. Jetzt gibt es aber unterschiedliche Lerntypen. Den Haptischen, Den rhetorischen, den Visuellen und den Auditiven. Für dich ist es wichtig, wie lernst du am besten. Und eben wiederholen, wiederholen und wiederholen.
 
Oh darüber musste ich gerade ein Prüfung ablegen. Lernen bedeutet ja das Anstreben auf einer Verhaltensveränderung. Lernen tun wir aktiv, passiv, durch Vorbilder, durch Reiz und durch Emotionen. Zwei Dinge helfen uns, das gelernte sofort in das Langzeitgedächtnis zu befördern. Wiederholung oder Lebensgefahr. Würde man einem Mann eine Flinte vor die Nase halten und er müsste ein Gedicht auswendig lernen, könnte er es und das sogar noch in 10 Jahren. Oder er muss es üben üben üben. Jetzt gibt es aber unterschiedliche Lerntypen. Den Haptischen, Den rhetorischen, den Visuellen und den Auditiven. Für dich ist es wichtig, wie lernst du am besten. Und eben wiederholen, wiederholen und wiederholen.

Ich habe schon oft überlegt, welcher Lerntyp ich bin. Stures Auswendiglernen ist für mich schwer, aber sobald ich mir Bilder und Assoziationen vorstelle, geht es leichter. Insofern lerne ich wohl am besten in Bildern.

Ich habe die japanischen Hiragana Schriftzeichen auch durch kleine Geschichten gelernt. Das macht mir auch mehr Spass. Man hat nicht das Gefühl immer und immer wieder das gleiche zu tun.

Dabei habe ich gelesen, dass Kinder und Erwachsene Sprachen sehr unterschiedlich lernen. Kinder lernen durch Praxis und Wiederholung - klappt gut, da sie sehr gut lernen können.
Erwachsene sollten lieber kreativ lernen - also z.B. durch Bilder, Geschichten und Vergleiche. Da Erwachsene mehr Erfahrung haben, können sie durch diese besser lernen. Sprich sie bauen auf bekanntem auf. Sie können bereits eine Sprache und sollten darauf aufbauen statt eine neue Sprache durch Auswendig-Lernen bei Null zu beginnen.

Aber wie dem auch sei, Sprachen zu lernen dauert. Immerhin 6 Jahre und mehr lernen wir in der Schule Englisch. Und Englisch ist keine schwere Sprache. Für den ersten Japanischen Sprachtest werden 350-600 Lernstunden geschätzt. Das sind ja je nach Lerntempo schon 1-2 Jahre. Insofern ist Ausdauer vielleicht noch wichtiger als Effizienz beim Lernen.
 
Echt spannende sache, also wenn das schon Hobby ist, ist
das doch schon die beste voraussetzung finde ich, aber
sollte man noch schneller lernen als man es unter normalen
bedingungen kann.

Ich drücke dir aber die Daumen das du durchhälst🙂
 

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