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Wie kann ich mit Einsamkeit und dem Gefühl nirgends dazu zugehören umgehen?

Hi JoJoestar.

Schwer zu sagen ob das, mit was du bisher deine Zeit verbracht hast, auch das ist was du willst.
Wenn jemand mit dem was er macht oder nicht macht zufrieden ist, warum sollte er etwas ändern?
Nur kann es auch einfach sein das du deine natürlichen Bedürfnisse und Interessen tief vergraben hast.
Und diese jetzt, durch irgend etwas geweckt, auf sich aufmerksam machen.
Wenn dem so ist, sei froh drum.


Als Kind hat mir das anfangs sehr zu schaffen gemacht,
Also schon als Kind, hattest du das Gefühl ein Außenseiter zu sein und nicht dazu zu gehören.
War deine Kindheit denn irgendwie anders, gab es Probleme?

Und anstatt einfach wie früher mein Ding zu machen, gibt es Abende, an denen ich mich nur noch S**** fühle.
Warum genau? Weil du dich einsam fühlst oder ist es eher ein äußerer Erwartungsdruck mehr einer bestimmten Norm zu entsprechen?
Gibt es evtl doch etwas was du lieber machen würdest?
 
Ich fühlte mich auch noch nie iwo zugehörig und sehe da gar kein Problem. Ganz im Gegenteil. Dazu muss man das Wesen des Alleinseins verstehen. Und da gibt es sehr viel zu verstehen. Warum möchtest du denn plötzlich unbedingt iwo zugehören? Hast du Angst ein Niemand zu sein? Hast du Angst das sich deine Persönlichkeit verflüchtigt? Hast du Angst vor deiner Wirklichkeit? Ja oder nein?
Was passiert im Alleinsein?

Auszug aus dem Vigyan Bhairav Tantra

Als erstes muss dir eines klar werden. Ob du es willst oder nicht, du bist immer allein. Alleinsein ist dein wahres Wesen. Du kannst versuchen, es zu leugnen, es zu vergessen, kannst versuchen, dem Alleinsein zu entfliehen, in dem du Freunde findest, in dem du Liebhaber suchst. Aber was immer du auch tust, berührt nur die Oberfläche. Dein tiefes inneres Alleinsein bleibt davon unberührt, unangetastet.
Jedes bemühen, dass darauf abziehlt, das Alleinsein zu vermeiden, schlägt fehl und muss fehlschlagen, weil es gegen die Grundgesetze des Lebens verstößt. Nötig ist nicht, dass du etwas hast, was dich dein Alleinsein vergessen lässt; nötig ist, dass du dir deines Alleinseins-deiner Wirklichkeit- bewusst wirst. Und das zu erfahren, das zu fühlen, ist so wunderbar-denn es ist dein Freisein von der Masse, vom anderen. Es ist dein Freisein von der Angst vor Einsamkeit.

Die ganze Lebenserfahrung vollzieht sich im Zusammensein mit anderen. Und alle Strategien haben im Grunde nur einen Zweck-nie allein zu sein. Alleinsein ist der Tod deiner Persönlichkeit, die du dir in der Menge zugelegt hast. Sie ist eine Mitgift der anderen an dich. Sobald du dich von der Menge wegbewegst, bewegst du dich auch von deiner Persönlichkeit weg.
In der Menge weist du genau wer du bist. Du kennst deinen Namen, dein Beruf, deinen Titel. Aber wenn du dich von der Menge wegbewegst, was ist dann deine Identität? Wer bist du?
Dann wird dir plötzlich bewusst, dass du nicht dein Name bist, denn der wurde dir von anderen gegeben. Du bist auch nicht deine Herkunft, denn welche Beziehung hätte deine Herkunft zu deinem Bewusstsein? Dein Herz ist weder christlich noch hindu, noch mohammedanisch. Dein Dasein ist nicht auf Staatsgrenzen beschränkt. Dein Bewusstsein gehört keiner Organisation oder Kirche an. Wer bist du?

Dann beginnt sich auf einmal deine Persönlichkeit zu verflüchtigen. Davor hast du Angst: vor dem Tod deiner Persönlichkeit. Nun wirst du dich ganz neu entdecken müssen. Zum ersten mal wirst du dich Fragen müssen, wer du bist. Du wirst anfangen müssen, über diese Frage zu meditieren. Wer bin ich?
Und da ist die Angst, dass es dich vielleicht gar nicht gibt! Vielleicht warst du nur eine Ansammlung sämtlicher Meinungen der Leute. Vielleicht warst du nur deine Persönlichkeit. Niemand will ein nichts, eine null, ein niemand sein. Aber tatsächlich ist jeder ein niemand.

Die erste Aufgabe besteht also darin das Wesen des Alleinseins genau zu verstehen. Es bedeutet ein niemand zu sein. Es bedeutet deine Persönlichkeit aufzugeben, die eine Mitgift der Menge an dich ist. Sobald du dich von der Menge wegbewegst, kannst du diese Mitgift nicht in dein Alleinsein mitnehmen. Im Alleinsein wirst du als Ego, als Persönlichkeit verschwinden.
Und du wirst dich wieder finden als das Leben selbst- unsterblich und ewig. In deinem Alleinsein musst du dich völlig neu entdecken, und keiner kann dir garantieren, ob du in deinem Inneren jemanden finden wirst oder nicht.
Und dazu braucht man zweifellos Mut. Nur ganz mutige Menschen sind im stande ihren -niemand- freudig zu akzeptieren. Solange du nicht zum Alleinsein fähig bist, muss deine Suche nach der Wahrheit scheitern. Dein Alleinsein ist deine Wahrheit. Dein Alleinsein ist deine Göttlichkeit.
Deine Nichtigkeit ist dein reines Sein. Sie sind beides. Tod und Auferstehung.

Im Alleinsein wirst du entdecken, was es heißt, zu sein. Und aus diesem Bewusstsein deines Seins wird Liebe hervorströmen und noch viel mehr. Darum sollte dein ganzes Streben dem Alleinsein gelten. Das bedeutet aber nicht, dass du in die Berge gehen sollst. Du kannst überall allein sein. Es ist eine Frage der Bewusstheit., der wachen beobachtenden Aufmerksamkeit und der Selbsterinnerung, dass du genau dieses wahrnehmende Bewusstsein bist, nichts anderes. Dann bist du überall allein. Ob in der Menge, oder in den Bergen ist ganz egal. Du bist immer das gleiche wahrnehmende Bewusstsein. In der Menge nimmst du die Menge wahr. In den Bergen nimmst du die Berge wahr. Mit offenen Augen nimmst du die Schöpfung wahr. Mit geschlossenen Augen nimmst du dich selbst wahr. Du bist nur dieses eine; der Wahrnemende. Dieser wahrnemende Beobachter ist die größte Erkenntnis. Es ist deine Erleuchtung, dein Erwachen.
 

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