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Wie kann ich meine Angst überwinden?

Ich war auch schon bei unzähligen T/herapeuten, aber die Probleme blieben trotzdem.
ich leide seit vielen Jahren unter einer Sozialphobie und die einfachsten Sachen wie einkaufen oder mit der Bahn fahren fallen mir zurzeit ziemlich schwer. Sobald ich unter Menschen muss, fühle ich mich total schlecht, ich habe andauernd das Gefühl von allen beobachtet zu werden und denke immer irgendwas ist falsch an mir. Es gibt keinen Tag, wo ich mal nicht nervös oder angespannt bin.
Ich sage dir jetzt, wie ICH vorgehen würde. Ohne Garantie für irgendwas. Lies einfach und guck, ob du damit etwas anfangen kannst.
Zunächst würde ich mir eine Tafel vorstellen und auf der Tafel steht in Großbuchstaben "SOZIALPHOBIE". Nun nimmst du einen Schwamm, tauchst ihn in Wasser, drückst ihn aus und wischst das Wort weg. Ratzekahl. Dann trocknest du die Tafel und drehst dich um.
Das Wort ist wie ein Etikett, welches dein Verhalten eigentlich nur benennen soll, es jedoch verstärkt.
Stelle dir vor, was passieren würde, wenn TATSÄCHLICH irgendein Mensch in Bus, Bahn oder an der Kasse innerlich über dich richten würde. Denken würde. "Boah, was hat die denn für eine Jacke an!?" oder "Was für eine hässliche Frisur!" oder "Warum glotzt die so blöd?" Weißt du, was passieren würde? Richtig! Exakt NICHTS. Es ist wurstegal, was irgendwelche Menschen in diesem Kontext über uns denken. Wir kriegen es gar nicht mit, aufgrund sozialer Übereinkünfte sprechen wir solche Dinge nicht aus. Es ist vollkommen irrelevant, was jeder so vor sich hindenkt.
Du hast Angst, von anderen Menschen als "nicht gut genug" wahrgenommen zu werden. Vielleicht wurde dir schon als kleines Mädchen beigebracht, nicht aufzufallen, nicht zu nerven, brav zu sein, weil du sonst eventuell nicht gemocht wirst. Typische Muster, die leider ins Maßlose wachsen können und gekappt gehören.
Versuche, parallel zum Training der Indifferenz, dir behagliche Momente mit Menschen zu verschaffen. Ich bin keine Kirchgängerin, weiß aber, dass Kirchen Gruppen anbieten für alle Altersgruppen, innerhalb derer man sehr nett miteinander umgeht. Oder stärke dein Gefühl für dich, indem du im Tierheim nach einer Tätigkeit anfragst. Oder im nächsten Altenheim.
Zarte, introvertierte Menschen haben oft erstaunliche Talente. Magst du singen? Zeichnen? Gar tanzen? Noch etwas zum Trost: Wir sind als Menschen Lebewesen, die sich immer auf ihre Artgenossen beziehen. Wir gucken uns an und denken so vor uns hin. Und haben manchmal Angst und manchmal Mut. So sind wir ALLE. Kein Mensch ist NUR selbstbewusst und strong. Und keiner besteht nur aus Angst. In jedem Menschen, der verzagt und ängstlich zerdenkt, was die anderen über ihn denklen könnten, steckt ein Kind, welches einfach nur raus möchte, sich Wind um die Nase wehen lassen und - leben. Das ist jetzt dran. Ich wünsche dir, dass du deine Ängste relativieren kannst und für eine Weile das Etikett "Sozialphobie" mal weglässt.
(Ich fahre täglich mit Bus und Bahn und verrate dir noch schnell mein persönliches Geheimrezept: Ich wurde tatsächlich mehrfach in den Öffis angesprochen und habe mir angewöhnt, es wie mit den Horoskopen zu halten: Nur das, was mir Freude macht, nehme ich mit. Der Rest juckt mich nicht.)
 
Vielleicht findest Du hier ein paar hilfreiche Tipps für Dich:
 
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich solchen Situationen einfach immer wieder und wieder aussetzen muss. Umso mehr man sie vermeidet, umso schlimmer wird es. Man hält es einfach aus. Klar, gibt es ab und zu Dämpfer, wo man vielleicht tatsächlich mal eine unangenehme Begegnung mit Menschen hat. Dann suhlt man sich ein paar Tage drin und dann macht man weiter wie bisher. Es geht nicht einfach irgendwann weg und man kann auch kein Selbstbewusstsein aufbauen und dann plötzlich ist das alles ganz einfach. Man trainiert einfach genau das, was einem schwer fällt. Wenn das mit dem Grüßen nicht klappt, ja dann lass es halt. Geh einfach so einkaufen. Wenn du dich daran gewöhnt hast, dann übe das Grüßen eben zu Hause. Stell dir immer wieder und wieder vor, wie du an der Kassa stehst und grüßt und dann sag es laut. Die Angst geht nie vollständig weg, aber wenn man dran bleibt, dann kriegt man dennoch alles hin. Ich glaube auch nicht, dass alle Menschen so leicht und flockig durch's Leben gehen, wie es den Anschein hat. Es gibt irrsinnig viele Menschen, die sozialen Begegnungen aus dem Weg geht. Menschen, die nirgends anrufen können, die vor der Kassa regelmäßig in Schweiß ausbrechen, die sich bei jedem Grüßen wie der letzte Affe vorkommen. Das ist meiner Meinung nach sogar die Mehrzahl.
Eine Therapie kann dabei nur sehr bedingt helfen. Denn letztendlich muss man es tun.

Ja da hast du natürlich auch Recht, aber längere Blicke, wenn sie mal vorkommen, verunsichern mich jedes mal. Ich denke dann immer sofort, die guckt bestimmt mich so an, weil ich hässlich bin...
 
Aber Du guckst doch auch, sonst würdest Du das nicht merken.
Warum guckst Du Menschen so lange an?
Die fühlen sich sicher auch unwohl?

Mir selber ist das leider nicht bewusst, ich weiß das ich auch hin gucke, aber ich versuche auch schnell wieder weg zu gucken. Manchmal sehe ich sowas abet auch aus dem Blickwinkel oder in der Bahn beim Fenster
 
Ist es wirklich Angst - oder ist es mehr eine innere Sperre, ein Gefühl des wie Gelähmtseins, der Unfähigkeit, sich unter Menschen zu begeben, Coconut?
 
Ja, dann denkst du das halt. Dann bist du eben verunsichert. Dennoch weitermachen. Es geht nicht darum, sich gar nicht mehr verunsichert zu fühlen. Sondern darum, dennoch alles zu machen, was man im Alltag machen muss. Und irgendwann gewöhnt man sich auch an die Verunsicherung und Angst. Davon geht das nicht weg. Aber es wird beiläufiger, man erholt sich irgendwann schneller.

Sozialphobie ist ja im Grunde bei vielen eine Schamerkrankung. Die Scham verschwindet nicht. Sie ist für die meisten Menschen Alltag.

Was bedeutet das genau? Also der Begriff "Schamerkrankung"?
 
Ja da hast du natürlich auch Recht, aber längere Blicke, wenn sie mal vorkommen, verunsichern mich jedes mal. Ich denke dann immer sofort, die guckt bestimmt mich so an, weil ich hässlich bin...
Bist Du denn hässlich? Ich denke doch mal nicht. Ich jedenfalls kenne niemand hässlichen.
Ich schaue gerne mal nach hübschen Leuten. Z.B. mit Sommersprossen.
Oder auch nach auffälligen Leuten. Z.B. Punker.
Oder nach auffällig gekleideten, z.B. so Gothik mäßig.
Auch Tatoos finde ich interessant.
Und auch im allgemeinen interessiert mich meine Umwelt, so das ich mal schaue.
Gelegentlich bedarf auch mal jemand etwas Hilfe, was ich dadurch erkenne.
Aber fast Nich habe ich abwertende Gedanken beim ansehen von Personen.
Vielicht kommt das mal bei vollkommen zerlumpten Obdachlosen vor.
 
Bist Du denn hässlich? Ich denke doch mal nicht. Ich jedenfalls kenne niemand hässlichen.
Ich schaue gerne mal nach hübschen Leuten. Z.B. mit Sommersprossen.
Oder auch nach auffälligen Leuten. Z.B. Punker.
Oder nach auffällig gekleideten, z.B. so Gothik mäßig.
Auch Tatoos finde ich interessant.
Und auch im allgemeinen interessiert mich meine Umwelt, so das ich mal schaue.
Gelegentlich bedarf auch mal jemand etwas Hilfe, was ich dadurch erkenne.
Aber fast Nich habe ich abwertende Gedanken beim ansehen von Personen.
Vielicht kommt das mal bei vollkommen zerlumpten Obdachlosen vor.

Ich weiß ja nicht was man unter hässlich sein versteht?
 

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