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Wie groß sind die Unterschiede bei euren Kinder?

Ich habe keine Kinder, aber meine große Schwester und ich sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Sie war schon immer etwas extrovertierter und offensiver, und ich introvertiert und zurückhaltend. Sie hatte schon früh Talent für Sport gehabt und sich dafür interessiert, ich eher für künstlerisch-musische Dinge. Sie war eher gut in Mathe, ich in Deutsch und Englisch. Sie war für ihr Alter immer groß, ich eher kleiner. Auch was das Essen angeht, hatten wir komplett unterschiedliche Geschmäcker: Das Essen was ich verabscheute, schmeckte ihr besonders gut, und anders herum genauso.

Ich denke heute, gerade weil wir so unterschiedlich waren, hatten wir früher im Kindergarten- und Grundschulalter ein gutes Verhältnis. Eifersucht gab es eigentlich selten bis nie, denn ich wollte von mir aus gar nicht die Dinge haben/können/mögen, die sie mochte, denn das war einfach "ihr Ding". Kleine Zankereien gab es natürlich auch hier und da, war aber (in meiner Erinnerung) insgesamt im Rahmen.

Geändert hat es sich, als sie in der Pubertät war, und ich so an der Schwelle zwischen Kindheit und Pubertät (so 10-11, teilw. noch 12). Da hatten wir täglich und ziemlich heftig gestritten, meistens deswegen weil ich mich von ihr bevormundet und wie ein kleines Kind behandelt fühlte. Oft zog sie mich auf weil ich kleiner war als sie, und ständig kam sie ungefragt in mein Zimmer, wenn ich meine Ruhe haben wollte. Aber gleichzeitig (und das ist das Interessante) hatten wir insbesondere in diesem Alter ein sehr enges Verhältnis, haben viel zusammen gemacht und uns alles erzählt, und hatten unsere Insiderwitze. Aber als sie dann älter wurde und angefangen hat regelmäßig auf Partys zu gehen usw., hat das aufgehört. Da hatte sie sich komplett verändert, hatte neue Freunde, trug andere Klamotten und verhielt sich ganz anders. Zeitweise kam sie mir da richtig fremd vor, wie ein anderer Mensch. Erst so um die 20 herum wurde es dann wieder besser, aber ganz so eng wie damals ist es nicht mehr.

Mir ist es früher gar nicht so aufgefallen, aber wenn ich heute daran zurück denke, fand ich die Zeit früher eigentlich total schön. Klar war ich oft von ihr genervt, aber heute denke ich, dass das einfach ihre Art war, meine Aufmerksamkeit einzufordern bzw. ihre Zuneigung zu zeigen.
 
Ich bin immer wieder total baff, wie es unsere Kinder haben- so total anders. Kuschelige Geborgenheit, Kinder im Pyjama, gebadet, mit Papa und Mama eine glückliche Einheit, kein lauter Ton, kein Zetern, kein Stress wegen irgendwas- Schultasche organisiert, wunderhübsche Kinderzimmer, gaaaanz viel Unterstützung in allem.
Mein Partner hatte es auch so- er ist in größter Geborgenheit aufgewachsen, kein böses Wort, verwöhnt, bestens versorgt und zugleich feste Werte mitgekriegt, sparen, fleißig sein, sauber, ordentlich, strukturiert.

Ich frag mich, wo ist der Unterschied- was macht es, in so einem Umfeld aufzuwachsen, oder in einem wie ich hatte, was macht das mit uns?

Das frag ich mich auch… ich persönlich habe das gefühl bzw die gewissheit, dass mir für immer etwas fehlt. Und ich kann damit besser leben als immer irgendwas hinterherzurennen…
 
Das frag ich mich auch… ich persönlich habe das gefühl bzw die gewissheit, dass mir für immer etwas fehlt. Und ich kann damit besser leben als immer irgendwas hinterherzurennen…
Meinst du das so, wie ich es fühle? Ich habe diese ( symbiotische, sehr verbindliche) Betutelung nicht vermisst später, weil mir das fremd war.
Ich sehe das ähnlich wie wenn man keine empfindliche Zimmerpflanze ist, sondern von früh an irgendwie abgehärteter, weniger Schutzbedürftig ist und eben auch weniger suchend ist nach so einer Beziehungsform.
 
Da hatten wir täglich und ziemlich heftig gestritten,
Bei uns war das auch Tagesordnung, wir fetzten auch sehr untereinander. Unsere Mutter hat dann immer gesagt, streiten müsst ihr können, daher lernt es rechtzeitig. Streiten ist gesund für die Entwicklung.
Bei Petzen oder Anschwärzen gabs schallendes Gelächter, keine Rückendeckung. Da war sie gerecht, keiner wurde bevorzugt.
 
Hallo xMelxx,
ich habe auch zwei Kinder, die ebenfalls sehr unterschiedlich sind. Meine sind mittlerweile erwachsen und ausgezogen. Er ist sehr strukturiert und gefasst, hat eine langjährige Freundin, mit der er gemeinsam lebt und ich kann mir gut vorstellen, dass die Enkelkinder nicht mehr lange auf sich warten lassen. Meine Tochter hingegen ist sehr reise- und abenteuerlustig, spontan und braucht viel Abwechslung in ihrem Leben.
Das war auch schon so als sie klein waren. Mal hab ich mir mehr Sorgen um ihn und mal um sie gemacht. Ich denke das kommt auch viel auf die Lebensphasen und Situationen an.
 
Du magst die Kleine lieber, oder?
Die kommt momentan viel zu kurz!
Weil ich mit der Großen so gut beschäftigt bin…
Ich habe sie heute gefragt ob sie traurig ist dass sie nun so wenig Aufmerksamkeit bekommt?? Sie hat gesagt „Alles gut so kann ich öfter machen was ich will!!“

Ich glaube sie ihre Freiheiten was die Große so nicht hatte?
 
Die kommt momentan viel zu kurz!
Weil ich mit der Großen so gut beschäftigt bin…
Als Eltern verfängt man sich oft im Irrglauben, man müsse seinen Kindern "alles" geben ... dabei sind die ab einem gewissen Alter durchaus in der Lage, die zu ihren Bedürfnissen passenden Menschen (oder auch Tiere!) ausfindig zu machen.

Deshalb finde ich es super von dir, @xMelxx, dass du deine Tochter fragst ... wobei ich die Frage eher offen stellen würde, z. B. so: "Kann ich heute etwas für dich tun?" oder "Brauchst du grade etwas von mir, das ich vielleicht übersehen habe?". So ähnlich hat eine meiner Großmütter immer gefragt und dann durften wir uns was "wünschen" 🙂
 
Deshalb finde ich es super von dir, @xMelxx, dass du deine Tochter fragst ... wobei ich die Frage eher offen stellen würde, z. B. so: "Kann ich heute etwas für dich tun?" oder "Brauchst du grade etwas von mir, das ich vielleicht übersehen habe?". So ähnlich hat eine meiner Großmütter immer gefragt und dann durften wir uns was "wünschen" 🙂
Was für schöne Fragen.
So etwas wurde ich nie gefragt und hab das auch nie meine Kinder gefragt.
Vllt bekomme ich irgendwann Mal eine solche Chance als Oma.
 
... weil die Action mit meiner Großen lässt super wenig Zeit für die kleine Schwester!
Meine Oma hatte auch nicht viel Zeit, weil der Opa nach Schlaganfall bettlägrig war und sie selbst an Diabetes litt ... aber sie suchte regelmäßig den Kontakt, kam z. B. abends oft zu uns hoch (sie wohnten unter uns im Haus), setzte sich an mein Bett und hörte mir zu und rieb mir den Rücken.

Da können schon fünf Minuten Zuwendung für ein Kind einen großen Unterschied bedeuten – speziell für eines, das mit zwei "anstrengenden" Brüdern um Aufmerksamkeit konkurriert 😉

Vielleicht kannst du, @xMelxx auch irgendwo eine regelmäßig-verlässliche Situation gestalten, bei der dein Kind deine volle Aufmerksamkeit bekommt? Wobei ich sicher bin, dein Kind merkt durchaus, dass du ein schlechtes Gewissen hast und dir Mühe gibst (sogar in einem Forum mit wildfremden Menschen dazu schreibst!!!). Das alleine kommt auf der Beziehungsebene positiv an.
 

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