Die Eltern sind ein Fall für den Psychiater. Solche Eltern können nur Schaden anrichten und am Ende hat muss die TE sich ins Leben zurück kämpfen.
Fall für den Psychiater? Dein Ernst?
Ich hatte immer ein sehr enges und vertrautes Verhältnis zu meinen Eltern. Wir haben Dinge gemacht, die in anderen Familien viel früher aufhörten, wie Familienausflüge, Urlaub zusammen usw. Ich war aber auch in jeglicher Hinsicht ein "Spätzünder", wobei mir mittlerweile klar wurde, dass dies wohl genau der Grund dafür war.
Ich hatte nie Probleme mit meinen Eltern, quasi keine Pubertät, war immer sehr gut in der Schule und hab neben dem Studium immer gute Jobs gehabt, Freundschaften und Hobbys gepflegt, alles gut also.
Enges und vertrautes Verhältnis. Das ist Familie, liebe Rose.
Vor einem Jahr habe ich meinen Freund kennengelernt. Da fingen die Konflikte mit meinen Eltern an. Das liegt nicht an ihm als Person, da er aus "gutem Hause" kommt, ein angesehenes Fach studiert und höflich ist. Eigentlich sollten sich Eltern darüber freuen.
Genau hier fängt es an. Nonamegirl lernt jemanden kennen. Die Eltern bekommen das erste mal richtig mit, dass sie ihr Mädchen "verlieren.
- Zu Beginn der Beziehung wollten sie erwirken, dass ich meinen Freund nur einmal die Woche sehe, da dies normal sei
- ich darf Zuhause weder kochen noch backen, alles was ich im Haushalt mache genügt den Ansprüchen nicht
- Am Wochenende sind die Eltern genervt wenn ich vor ihnen aufstehe, beispielsweise um mich zu verabreden, da sie ja "ihren Schlaf brauchen". Wenn ich aber länger schlafe, wird kommentarlos meine Zimmertür geöffnet, um mich zu wecken
- ich musste mühsam erstreiten, dass ich entscheide, wann ich ins Bett gehe und nicht meine Eltern
- meine Grenzen werden nicht akzeptiert, mein Zimmer ist kein Rückzugsort, es wird endlos diskutiert, auch wenn ich es nicht will.
Die Eltern wollen Nonamegirl ihren Freund nicht verbieten, aber Einfluss nehmen. Sie wollen ihr Mädchen nicht verlieren.
Regeln die aufgestellet werden, dienen dazu Nonamegirl abhängig zu halten. Die Eltern wollen unbewusst ihre Tochter klein halten.
Dann werde ich entweder als Enttäuschung bezeichnet und mit Schuldgefühlen überschüttet oder niedergemacht.
Einfach nur typisch für Eltern die klammern.
Meine Sorge ist, dass das Verhältnis zu meinen Eltern jetzt nachhaltig beschädigt wird, das will ich auch nicht. Ich will sie später schon besuchen und einfach ein normales Verhältnis auf Augenhöhe führen können. Aber diese Kämpfe jetzt muss ich wahrscheinlich ausfechten, oder?
Ich denke schon. Es ist zwar radikal, aber offensichtlich ist es notwendig. Mit radikal meine ich, dass das alles so schnell für deine Eltern gehen wird. Sie waren ja daran, alles zu tun, um dich zu "behalten". Dann gehst du für eine Woche weg und kommst wieder, weil du ausziehst möchtest. Aber dennoch, eine andere Lösung gibt es gerade nicht.
Ihr hattet ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander. Wieso sollte sich das jetzt ändern?
Deine Eltern müssen es aktzeptieren, dass du erwachsen bist und dich ablösen tust von ihnen.
Es ist ein Unterschied ob die Eltern nur das “Hach die werden so schnell groß!“ durchmachen und dann sich freuen wenn sie die Enkelkinder babysitten etc oder exzessiv klammern und ersticken, dass sie schließlich ihre Töchter und Söhne in Erwachsenenalter vertreiben. 😉
Ne, meine Eltern waren haargenau die gleichen. Sie konnten nicht aktzeptieren, dass ich erwachsen wurde. Dabei war es egal, dass ich mein Studium beendet habe und auf eigenen Beinen stand. ich war immer noch ihr kleines Mädchen. Extrem anstrengend. Wenn man mit 21 noch fragen muss, ob man in den Urlaub fahren darf. Ich habe es nicht radikal mit ihnen gemacht, sondern sie Schritt für Schritt daran gewöhnt. Nicht, weil ich so toll war und ihnen die Zeit dafür gelassen habe, sondern weil ich einfach nur Angst hatte.