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Ich möchte eine Geschichte erzählen.
Es ist ein Geschichte, in der der liebe Gott vorkommt und das logische Denken.

Es war Kajak-Meisterschaft und ich war als Mitglied der Wasserrettung an der Überwachung beteiligt. Wir waren an einer flachen Stelle stationiert, die Retter mit einer Leine am Land gesichert. Die Idee war, dass man den verunglückten Athleten an der Schwimmgeste packt und wartet, bis das Seil spannt. Durch das Seil treibt man dann automatisch ans Ufer.
Unter der flachen Stelle kam dann eine Schlüsselstelle. Kategorie VI. Für alle die mit der Wildwasserskala nicht vertraut sind: Kategorie VI heißt übersetzt „nicht lustig“.

Bei meinem Kollegen hat dann einmal das Seil schon gespannt, vor er beim Verunglückten war. Vielleicht falsches Timing beim Absprung, keine Ahnung. Auf alle Fälle kam er nicht hin.
Die Athleten können natürlich Wildwasser-schwimmen. Sie sind aber total ausgepowert, u.U. verletzt. Wenn es die da unten durch den Fleischwolf treibt, das ist nicht gut. Was also tun?

Er hat gesagt „Lieber Gott, jetzt brauch ich dich“, hat seine Leine gelöst und ist dem Athleten in die schäumende weiße Suppe gefolgt.
Er hat ihn erwischt und ans Ufer gezogen. Alles ging gut.
Sein Aussage: „Ohne Hilfe von oben hätte ich das nicht geschafft.“

Wie geht man als rational denkender Mensch mit dieser Aussage um? Was sagt ihr?

Ich sage:
Objektiv gesehen
- gibt es null Hinweis, auf überirdisches Eingreifen. Null.
- hat er einfach das gemacht, wofür er jahrelang trainiert hat.
- war es eine Mischung aus Erfahrung, Adrenalin und Glück.

Logisch gesehen macht ein Eingreifen einer göttlichen Macht null Sinn. Null. Warum genau hier die Naturgesetze aufheben? Die Athleten bringen sich ja freiwillig in Gefahr. Wenn ein liebender, gerechter Gott die Naturgesetze aufhebt, dann würde er wohl einem Kind helfen. Und leiden tausende unschuldige Kinder ohne dass der liebe Gott einen Finger rührt.


Und dennoch würde ich meinem Kollegen gegenüber so etwas niemals sagen. Denn für ihn, subjektiv gesehen es wahr.
Es wäre äußerst unhöflich ihm zu erklären: „Das war kein Gott, schau mal her, erstens zweitens drittens.“
Denn für ihn ist das war. Er hat an diesem Tag göttliche Hilfe erfahren.
Für ihn war das ein wichtiges Erlebnis.

Das ist eben mein Vorschlag, mit diesen Dingen umzugehen.

Subjektive Wahrheit ist nicht weniger wahr. Aber es muss nicht für jeden wahr sein.
 
Ich möchte eine Geschichte erzählen.
Es ist ein Geschichte, in der der liebe Gott vorkommt und das logische Denken.

Es war Kajak-Meisterschaft und ich war als Mitglied der Wasserrettung an der Überwachung beteiligt. Wir waren an einer flachen Stelle stationiert, die Retter mit einer Leine am Land gesichert. Die Idee war, dass man den verunglückten Athleten an der Schwimmgeste packt und wartet, bis das Seil spannt. Durch das Seil treibt man dann automatisch ans Ufer.
Unter der flachen Stelle kam dann eine Schlüsselstelle. Kategorie VI. Für alle die mit der Wildwasserskala nicht vertraut sind: Kategorie VI heißt übersetzt „nicht lustig“.

Bei meinem Kollegen hat dann einmal das Seil schon gespannt, vor er beim Verunglückten war. Vielleicht falsches Timing beim Absprung, keine Ahnung. Auf alle Fälle kam er nicht hin.
Die Athleten können natürlich Wildwasser-schwimmen. Sie sind aber total ausgepowert, u.U. verletzt. Wenn es die da unten durch den Fleischwolf treibt, das ist nicht gut. Was also tun?

Er hat gesagt „Lieber Gott, jetzt brauch ich dich“, hat seine Leine gelöst und ist dem Athleten in die schäumende weiße Suppe gefolgt.
Er hat ihn erwischt und ans Ufer gezogen. Alles ging gut.
Sein Aussage: „Ohne Hilfe von oben hätte ich das nicht geschafft.“

Wie geht man als rational denkender Mensch mit dieser Aussage um? Was sagt ihr?

Ich sage:
Objektiv gesehen
- gibt es null Hinweis, auf überirdisches Eingreifen. Null.
- hat er einfach das gemacht, wofür er jahrelang trainiert hat.
- war es eine Mischung aus Erfahrung, Adrenalin und Glück.

Logisch gesehen macht ein Eingreifen einer göttlichen Macht null Sinn. Null. Warum genau hier die Naturgesetze aufheben? Die Athleten bringen sich ja freiwillig in Gefahr. Wenn ein liebender, gerechter Gott die Naturgesetze aufhebt, dann würde er wohl einem Kind helfen. Und leiden tausende unschuldige Kinder ohne dass der liebe Gott einen Finger rührt.


Und dennoch würde ich meinem Kollegen gegenüber so etwas niemals sagen. Denn für ihn, subjektiv gesehen es wahr.
Es wäre äußerst unhöflich ihm zu erklären: „Das war kein Gott, schau mal her, erstens zweitens drittens.“
Denn für ihn ist das war. Er hat an diesem Tag göttliche Hilfe erfahren.
Für ihn war das ein wichtiges Erlebnis.

Das ist eben mein Vorschlag, mit diesen Dingen umzugehen.

Subjektive Wahrheit ist nicht weniger wahr. Aber es muss nicht für jeden wahr sein.


Das kannst du nicht nachvollziehen, weil du nicht glaubst.

Du bist nicht im Besitz der reinen Wahrheit. Du kannst deinen Kollegen für einen Spinner halten. Du kannst für dich sagen, Glaube ist Unsinn. Er kann sich denken, du bist in der Hinsicht beschränkt. Er rettet jemanden vom Ertrinken, weil er Supermann ist oder weil er göttliche Hilfe hatte.
 
Das kannst du nicht nachvollziehen, weil du nicht glaubst.

Du bist nicht im Besitz der reinen Wahrheit. Du kannst deinen Kollegen für einen Spinner halten. Du kannst für dich sagen, Glaube ist Unsinn. Er kann sich denken, du bist in der Hinsicht beschränkt. Er rettet jemanden vom Ertrinken, weil er Supermann ist oder weil er göttliche Hilfe hatte.

Es ging doch in meinem Beitrag genau darum, dass es die "reine Wahrheit" eben nicht gibt. Wo habe ich geschrieben, dass ich meinen Kollegen für einen Spinner halte?

P.S. Was hältst du persönlich von der Geschichte? Glaubst du er hatte göttliche Hilfe oder nicht?
 
Es ging doch in meinem Beitrag genau darum, dass es die "reine Wahrheit" eben nicht gibt. Wo habe ich geschrieben, dass ich meinen Kollegen für einen Spinner halte?

P.S. Was hältst du persönlich von der Geschichte? Glaubst du er hatte göttliche Hilfe oder nicht?


Ich meinte auch nicht, dass einer von euch unrecht hat. Ich meinte einfach (sachlich), dass ihr eurer Wertvorstellung/Glaubensvorstellung nach beide recht habt. Denn ich denke mal, für dich ist göttliche Hilfe reiner Unsinn, weil du eben nicht glaubst. Und er geht davon aus, dass er göttliche Hilfe gehabt haben muss, denn seiner Vorstellung nach hätte er es selber nie alleine geschafft.

Ich habe so etwas selbst nicht erlebt. Etwas, was ich nicht rational erklären konnte. Es gibt aber Erzählungen von Schutzengeln, Fast-Unfällen auf der Autobahn, bei dem die Beteiligten glaubten, ohne göttliche Hilfe wäre es zu einem Unfall gekommen. Es liegt wahrscheinlich in der menschlichen Natur, dass Einbildung eine sehr große Rolle spielt, daher bleibt ja meistens für ein "Wunder" der Beweis schuldig.

Es gibt viele Menschen, die an einem Glauben an Gott zweifeln, weil Unfälle und Schlimmes passiert. "Warum lässt Gott das zu?"

Ich wurde streng religiös erzogen. Ich bin aber auf dem Tripp, dass sehr viele "Wahrheiten", die man so als Dogma vorgesetzt bekommt, vor allem von solchen evangelikalen Gruppierungen, eben nicht gottgewollt sind und eher schädlich. Weswegen ich mit 16 auch da raus bin.

Ich muss dir leider die Antwort, ob ich an die Rettung durch göttliche Hilfe bei dem Kollegen glaube, schuldig bleiben.
 
Noch ein Nachsatz: nur weil ER das glaubt, nö, deswegen glaube ich das nicht.

Ich hatte eine Bekannte, die glaubte ganz fest daran, dass irgendwelche dunklen Mächte es auf sie abgesehen hatten. Ich begegnete dem mit höflichem Skeptizismus. Sie ist auch sehr stark gläubig und nach eigenen Angaben sehr sensibel. Daher bietet sie wohl Angriffsfläche.
 
Wenn irgendwelche "dunkle Mächte" es auf irgendeinen total uninteressanten No-Name-Bürger "abgesehen haben", ist entweder eine fette Paranoia im Spiel, oder da will sich jemand wichtig machen. Krankhaft oder geltungssüchtig. Letzteres bei religiösen Fanatikern übrigens nicht gerade unbekannt, viel Feind viel Ehr heißt das alte Sprichwort, also phantasiert man sich einen Feind herbei, um sich wichtig vorkommen zu können. Artet manchmal sogar in etwas aus, was man in früheren Zeiten als "hysterisches Verhalten" bezeichnete, wie (in anderem Zusammenhang) bei der berüchtigten "Resl von Konnersreuth". 🙄
 
Wenn irgendwelche "dunkle Mächte" es auf irgendeinen total uninteressanten No-Name-Bürger "abgesehen haben", ist entweder eine fette Paranoia im Spiel, oder da will sich jemand wichtig machen. Krankhaft oder geltungssüchtig. Letzteres bei religiösen Fanatikern übrigens nicht gerade unbekannt, viel Feind viel Ehr heißt das alte Sprichwort, also phantasiert man sich einen Feind herbei, um sich wichtig vorkommen zu können. Artet manchmal sogar in etwas aus, was man in früheren Zeiten als "hysterisches Verhalten" bezeichnete, wie (in anderem Zusammenhang) bei der berüchtigten "Resl von Konnersreuth". 🙄


Sehe ich auch so. Daher begegnete ich der Bekannten nur mit höflicher Skepsis. Als ich dabei war, hatten die bösen Mächte keinen Bock, ich bin aber auch für sowas zu Boden behaftet (oder unsensibel)... Stigmata hatte sie aber keine.
 
Und dennoch würde ich meinem Kollegen gegenüber so etwas niemals sagen. Denn für ihn, subjektiv gesehen es wahr.
Es wäre äußerst unhöflich ihm zu erklären: „Das war kein Gott, schau mal her, erstens zweitens drittens.“
Denn für ihn ist das war. Er hat an diesem Tag göttliche Hilfe erfahren.
Für ihn war das ein wichtiges Erlebnis.

Das ist eben mein Vorschlag, mit diesen Dingen umzugehen.

Subjektive Wahrheit ist nicht weniger wahr. Aber es muss nicht für jeden wahr sein.

Was Du als "subjektive Wahrheit" bezeichnest, ist in Wahrheit das gute alte Bio-Feedback. Der Mensch ist zu erheblich größeren Leistungen (körperlich wie geistig) in der Lage, als er das meistens selber glauben will.

In einer Zeit, in der man nicht mehr jeden Tag mit Säbelzahntigern ums tägliche Futter konkurrieren muß, kommt das allerdings meistens nur in Notlagen zum Vorschein (Unfälle - jeder kennt wahrscheinlich das Beispiel von der Mutter, die ein Auto anhebt, um ihr darunter liegendes Kind zu retten).

Leute die auf extreme Leistungen angewiesen sind - Extrem- und Spitzensportler! - kennen die mentalen Tricks, wie man sich selbst psychisch auf solche Höchst- und Extremleistungen "auf Abruf" trainieren kann. Bei denen funktioniert das dann "bewußt".

Dein Kollege hat das vermutlich nicht gewußt. Bei Menschen, die religiös konditioniert sind, war es - in ihrem Glauben - eher irgendein göttliches Wirken als ihre eigene Leistung.
 
Was Du als "subjektive Wahrheit" bezeichnest, ist in Wahrheit das gute alte Bio-Feedback. Der Mensch ist zu erheblich größeren Leistungen (körperlich wie geistig) in der Lage, als er das meistens selber glauben will.

Was du schreibst, ist in meinen Augen eine vernünftige Erklärung.

Es ist eine vernünftige Erklärung.
Es ist deine Sicht der Dinge.
Aber es ist meines Erachtens nicht die Erklärung.
 
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