Zuerst mal danke für eure vielen Antworten! Mit so viel Rückmeldung hatte ich so schnell nicht gerechnet 😅
Es juckt mich auch schon den ganzen Tag auf der Arbeit in den Fingern, euch antworten zu können:
Es ist spannend dass du dich damit beschäftigst und das in Frage stellst. Gab's dazu nen Anlass?
Kurzgesagt: Ja.
Ich bin zwar nicht mehr der allerjüngste, bin aber erst vor etwas über einem Jahr in meine erste eigene Wohnung gezogen. Seit ca. einem Halben Jahr würde ich behaupten, dass ich "angekommen" bin. Sprich ich hatte soweit alles geregelt und mein Leben hat sich eingependelt. Dadurch hatte (und habe) ich aktuell sehr viel Zeit für mich allein.
Zuerst habe ich es gar nicht gemerkt, dass ich damit angefangen habe viel über mich selbst nachzudenken. Darüber, wer ich bin. Wie ich bin. Über ein mögliches "Warum?".
Von einem Moment auf den anderen brach es dann förmlich aus mir heraus. Mir ist in diesem Moment überhaupt erst aufgefallen, wie ich mein bisheriges Leben verbracht habe. Ich musste weinen, was ich davor mindestens 10 Jahre nicht mehr getan habe. Es war wirklich so, als ob ein Schalter umgelegt wurde. Ich hatte das Gefühl, mein Dasein bis zu diesem Moment im Autopilot verbracht zu haben. Die Zeit kurz darauf war für mich wirklich verdammt hart. Ich habe alles in Frage gestellt, was ich getan habe. Habe mit meinen Hobbys aufgehört und außerhalb der Arbeit nur noch im Bett gelegen. Ich kann jetzt schon nicht mehr genau sagen, wie lange ich das so geblieben ist. Mein Gehirn hat mich jedenfalls fast verrückt gemacht...
Das ganze ist jetzt ungefähr 4 Monate her und seitdem geht es mir um einiges besser. Auch besser als vor dieser Zeit. Ich bin auch mittlerweile froh darüber diese Erfahrung gemacht zu haben. Ganz weg sind die Gedanken aber nicht.
Ich sehe das ganz anders: dein Leben klingt einsam und traurig. Fast schon auf Eis gelegt.
Wenn kein Gefühl da ist.... naja, wieso dann eine Beziehung? Es würde dir ja wohl nichts bedeuten. Wäre ja total sinnlos, wenn du das hier so dar legst.
Unter vielen anderen Dingen, musste ich auch darüber viel nachdenken. Wie einsam und traurig ich bin.
"Auf Eis gelegt" trifft es ganz gut. Ich denke mittlerweile, dass ich mich damals selbst extrem zurückgenommen habe. Angefangen damit meine Gefühle zu unterdrücken, bis dahin auf alles zu verzichten was ich nicht unbedingt brauchte. Das ist für mich dann irgendwann der Normalzustand geworden.
Das Problem mit einer Beziehung sehe ich auch. Ich würde zwar sagen dass ich für jemanden da seien könnte. Ich helfe auch gerne anderen Menschen. Ich würde auch sicherlich sehr viel Energie dafür aufwenden.
Aber ich denke nicht, dass ich Gefühle aufrichtig erwidern könnte. Das wäre ich nicht fair.
Du scheinst extrem introvertiert zu sein
Das stimmt. Das Konzept mit der Sozialen Batterie kenne ich auch sehr gut. Den Umgang damit habe ich auch mittlerweile sehr gut im Griff. D
warst du schon mal beim Arzt deswegen?
Ich war tatsächlich schon öfter deswegen beim Arzt. Ich dachte erst an sowas wie Diabetes, aber bis auf einen etwas zu niedrigen Blutdruck, scheint bei mir alles in Ordnung zu sein.
Also wenn Du eine Frau finden möchtest, mußt Du schon in die Puschen kommen.
Versteh das so dass er eigentlich keine frau will
Das ich selber agieren muss, wenn ich jemanden für mich finden möchte, ist mir natürlich bewusst. Ich habe mich auch schon ein paar mal mit Frauen getroffen. Es macht mir auch nichts aus mich mit ihnen zu unterhalten oder sie einzuladen. Ich wurde auch schon einige male sehr direkt angesprochen. Aber wie ich schon sagte, empfunden haben bei diesen Aufeinandertreffen weder ich, noch mein Gegenüber etwas. Darum ist auch nichts weiter passiert.
ich find deine Beschreibung von dir schön und nicht schön. Erstaunlich, erstrebenswert für mich selbst aber unertragbar. Nein. Unvorstellbar.
Vielleicht einfach an manchen Dingen mehr gefallen finden?!
Es gibt auf jeden Fall Dinge die ich gerne tue. Wie bereits erwähnt mache ich viel Sport. Damit habe ich es auch eine Weile übertrieben und war mit dem Laufen dieses Jahr wieder kurz davor. Ansonsten spiele ich am PC, Schaue sehr gerne Filme, lese und ich koche sogar relativ viel. Ich habe einen sehr festen Freundeskreiß, mit dem ich mich auch mal mehr und mal weniger regelmäßig treffe. Die Sache ist aber: Wirklich begeistern kann ich mich für das alles nicht.
War das jemals anders?
Magst du deine Eltern?
Ich kann mich ehrlichgesagt nicht wirklich erinnern. Generell habe ich einen sehr großen Teil meiner Kindheit mittlerweile schon vergessen.
Zu meiner Mutter hatte ich kein gutes Verhältnis. Ich weiß zwar dass sie auch oft sehr nett zu mir war, aber ich erinnere mich eigentlich nur noch daran, dass sie meine Schwester und mich damals sehr viel angeschienen hat. Sie starb als ich etwas älter war als 10.
Mein Vater war immer für uns da, und auch wenn er einige Fehler gemacht hat, denke ich nicht dass ich ihm irgendwelche Vorwürfe machen kann. Ich glaube zwar heute, dass ich mich hauptsächlich für ihn so verschlossen habe. Aber ich bin mir auch sicher, dass er das nie so gewollt hätte.
Ich wollte wahrscheinlich einfach nicht, dass es jemanden wegen mir schlechter geht.
(und allein weil ich diesen Satz jetzt geschrieben habe, hat sich der Post für mich schon gelohnt)