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Wer kann mir sagen, ob ein Manuskript gut ist – habt ihr Erfahrungen?

Wenn du sagst, dir fehlt gerade die Zeit, heißt das, du hast den Gedanken ans Veröffentlichen komplett auf Pause gesetzt oder läuft der so im Hintergrund weiter?
Ich habe gerade keine Zeit dafür. Und um ehrlich zu sein auch gerade nicht die Nerven dazu. Hin und wieder ertappe ich mich schon wie ich ein wenig recherchiere und mir Gedanken mache, aber das ist weit weg von etwas Konkretem. "Recherchieren" heißt in dem Fall ja meinen Interessen nachzugehen und das tut man wohl oft. Ich kann auch ein Buch lesen und mich nicht darin verlieren, wie hätte ich es jetzt gemacht und den Punkt kann ich für meine eigene Geschichte mitnehmen. Kann dabei auch entspannen🙂
 
Ich find mich total in deinem „Hin und wieder recherchiere ich“ wieder – genau dieses lose Treibenlassen zwischen Neugier und Ruhebedarf. Manchmal tut’s auch gut, dass man eben nicht sofort denkt: „Daraus muss jetzt was werden“. Dass du beschreibst, du kannst ein Buch lesen, ohne direkt im eigenen Kopfkino zu landen, hat bei mir richtig was ausgelöst – weil ich oft genau da festhänge.

Ich les was und plötzlich bin ich mittendrin im Vergleich mit meinen unfertigen Seiten. Vielleicht ist das ja genau die Kunst: sich rauszunehmen, nicht ständig innerlich mitzuschneiden. Darf ich fragen: Gibt’s ein Buch, das dich zuletzt genau nicht zurück ins eigene Projekt gezogen hat, sondern einfach nur gut war – für sich?
 
Ich setze mich da nicht hin und sage, jetzt recherchiere ich wieder. Sondern man sucht halt etwas, was man in dem Moment selbst benötigt und dann kommt es, aha, könne ich ja auch so brauchen oder dort einbauen,... Einfach so Momente, die man abspeichert weil man sie verwenden könnte.
Ja es ist aber ein Unterschied ob man in der Geschichte drinnen ist oder man das alles analysiert. Sich in der Geschichte verlieren und voll eintauchen finde ich ja super. Oft habe ich dann aber Momente, wo ich voll abdrifte und den Anschluss an die Geschichte vollkommen verliere. Da denke ich dann eher darüber nach wie ich es machen könnte oder was man stattdessen schrieben könnte. Ist bei mir auch eine Frage ob ich es zulasse oder nicht.
Ich kann eine Seite zweimal lesen und denke an ganz unterschiedliche Dinge dabei. eben ob ich mich nur auf die Geschichte einlasse und dann gleich Stopp sage wenn ich abdrifte oder es zulasse. meistens passiert das aber auch nur wenn es mich gerade nicht mitreißt. Dann überlege ich mir, was hätte man besser machen können, wieso fällt man hier so aus der Geschichte raus,... Das passiert mir aber generell beim Lesen. Egal ob Fernsehprogramm oder Posting im Forum. Das muss jetzt kein Buch sein🙂
 
Ich versteh total, was du meinst mit diesem „einfach abspeichern“ – wie so ein kleines inneres Notizbuch, das mitschreibt, ohne dass man’s groß plant. Und ja, dieses Wegdriften kenn ich auch. Manchmal tauch ich tief ein und bin einfach da, mittendrin. Und dann wieder kipp ich raus, weil irgendwas stockt, irgendwas nicht fließt – und plötzlich denk ich mehr darüber nach, wie man’s anders lösen könnte, als was da grad eigentlich steht. Ich glaub, das gehört irgendwie dazu. Dass man sich mal mitreißen lässt und mal so eine Art inneren Schnittbericht fährt. Und das darf beides nebeneinander stehen. Ich wollt dir einfach noch Danke sagen für deine Offenheit – es war richtig wohltuend, sich da so wiederzufinden. Tut gut zu wissen, dass dieses ständige Umherschalten nicht nur bei mir passiert.
 

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