Ich habe einmal vor einigen Jahren zusammen mit einer Bekannten Karten gelegt. Sie schien mir respektvoll damit umzugehen, und ich war neugierig, was dabei herauskommen würde, wenn ich mich darauf einlassen würde.
Ich habe also zu dem Zeitpunkt meine Skepsis fallen gelassen, und die Kartenlegung ernst genommen - ansonsten würde es ja auch gar keinen Sinn machen. Die Frage, die ich dabei gestellt hatte, war recht allgemein gehalten.
Ich war von dem Ergebnis damals schon verblüfft. Ich bekam keine Antwort auf meine Frage, es war mehr, als ob ich einen Spiegel vorgehalten bekommen hätte. Alle Karten dieser Legung (es waren etwa 10 Stück) schienen optimal auf mich zu passen. Ich habe es mir damals leider nicht aufgeschrieben.
Nun, es könnte natürlich sein, dass jede andere Legung ebenfalls irgendwie auf mich gepasst hätte. Dann wären Kartenlegungen zumindest eine Anregung, Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten - sofern man sich darauf einläßt. Manche Therapiemethoden funktionieren ja auch nur, wenn man in der Lage ist, sich auf sie einzulassen.
Ich habe es nie wieder gemacht. Teilweise auch, weil mich das Ergebnis so verblüfft hatte.
Mir die Zukunft vorhersagen lassen würde ich mit Karten nicht. Was bei mir aber auch mit Respekt zu tun hat. Entweder ich lehne Kartenlegungen ab, oder ich lasse mich darauf ein. Und wenn ich mich darauf einlasse, versuche ich nicht, jede Entscheidung in meinem Leben von Kartenlegungen abhängig zu machen. Genausowenig, wie ich, wenn ich religiös wäre, alle meine Entscheidungen von Gebeten abhängig machen würde. Das würde mir genauso respektlos erscheinen.
Und, mal ganz logisch betrachtet, angenommen, ich könnte durch Kartenlegungen tatsächlich in meine Zukunft schauen. Wozu sollte das dann gut sein? Entweder das ganze ist Unsinn. Oder ich würde etwas erfahren, was eh eintreffen würde. Was würde mir das noch nützen?
Günter