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Wenn nichts mehr so ist wie vorher - beste Freundin verändert sich

LuxFuchs

Mitglied
Huhu, liebe Leute! :)

Ich bin eigentlich überhaupt nicht der Typ dafür, mich in Foren zu Wort zu melden, lese aber sehr gern oft bei Beiträgen mit, da die Antworten auch mir oft geholfen haben. Momentan komme ich allerdings so schlecht mit der Situation zurecht, dass ich zum ersten Mal das Gefühl habe, eigene Antworten zu brauchen - bzw. Meinungen. Mein Problem ist etwas verworren und durcheinander; ich versuche aber, es so vereinfacht und deutlich wie möglich zu formulieren! Danke jetzt schon an alle, die sich die Zeit nehmen, das hier zu lesen. :)
(Und ich hoffe, dass es nicht falsch war, ein neues Thema zu eröffnen - kenne mich damit leider überhaupt nicht aus) Und ich schaue mal, ob ich das irgendwie zweiteilen kann, da ich die 1000 Zeichen wohl schon gesprengt habe 😅

Es geht um meine beste Freundin. Der Einfachheit halber verpasse ich ihr einfach mal den Namen "Laura".

Laura und ich haben uns vor etwa vier Jahren kennengelernt, durch eine damalige, gemeinsame Freundin, mit der wir heute beide nicht mehr befreundet sind. Diese gemeinsame Freundin war damals meine beste Freundin, seit des Kindergartens, etwa 15 Jahre lang. Unsere Wege haben sich getrennt, als sie kein Interesse mehr an der Freundschaft zeigte - und ich noch erfahren durfte, dass sie und mein damaliger, erster Freund mich zusammen betrogen haben. Leider erst zwei Jahre nach der Trennung von ihm. Als ich das erfahren habe, habe ich mich von ihr natürlich sofort losgesagt.

Laura war mir in der Zeit eine große Stütze, hat mich getröstet und war für mich da. Sie war noch einige Wochen lang mit dieser Freundin befreundet (ich würde mir nie erlauben, jemandem zu sagen, mit wem er befreundet sein soll), konnte dann mit ihrem Charakter aber auch nichts mehr anfangen. Danach wurden wir etliche Jahre lang unzertrennlich, haben zusammen studiert und sehr viel Freizeit verbracht. Wichtig zu sagen ist vielleicht noch: sie ist seit 12 Jahren mit ihrem (ersten) Freund zusammen, ich hatte zwischendurch noch eine andere Beziehung, bin jetzt aber auch seit zwei Jahren Single. Sowas war für unsere Freundschaft nie ein Problem, wir kamen trotzdem wunderbar miteinander klar. Egal, wer nun Single oder vergeben war.

Ich muss ehrlich gestehen: eine so wunderschöne Freundschaft wie die mit Laura hatte ich vorher nie gehabt. Ich liebe all meine Freunde, aber wir haben uns gegenseitig inspiriert (wir sind beide kleine Künstler :)), uns etwas zusammen aufgebaut, auf Messen einen eigenen Stand gehabt, bei dem wir unsere Kunst verkauft haben. Wir haben quasi das Beste aus einander rausgeholt und uns gegenseitig unterstützt, gefördert, angefeuert. Auch außerhalb der gemeinsamen Sachen, denn während sie ihr Studium nach vier Jahren leider beenden musste, habe ich meinen Masterabschluss vor einigen Wochen gemacht. Auch da gab es nie Neid, Missgunst oder sonst etwas. Sie hat sich sehr für mich gefreut, ich mich für sie genauso, als sie dann einen Job hatte. Eigentlich genau so, wie eine Freundschaft sein sollte.

Kompliziert wurde es erst, als noch eine andere, für mich sehr enge und wichtige Freundin in mein Leben trat, etwa vor zwei Jahren. Die nennen wir jetzt einfach mal "Marie".

Marie und Laura können sich gegenseitig nicht gut riechen, aufgrund mehrerer Vorkomnisse in der Vergangenheit. Ich kann beide Seiten sehr gut verstehen und bin auch der Meinung, dass man nicht alle Freunde einer Freundin mögen muss. Das sollte schon jeder selbst entscheiden dürfen - und auch in Lauras Leben gibt es ein, zwei Personen, die mir deshalb nicht grün sind, weil sie mir aktiv beleidigende Dinge an den Kopf geworfen haben, als ich nicht ihrer Meinung war. Trotzdem sind sie mir einfach egal, solange ich mit ihnen nichts zu tun haben muss. Ich würde mir aber nie rausnehmen, zu Laura zu gehen und mich darüber auszulassen, was ich von ihnen halte. Sie sind ihre Freunde und das muss ich akzeptieren.

Laura hingegen hat bereits so einige Male Dinge über Marie vom Stapel gelassen, bei denen mir die Spucke wegblieb. Ich habe darum gebeten, vor mir nicht so zu sprechen, da Marie nunmal auch meine Freundin ist. Es kamen Dinge wie "Sie manipuliert dich", "Die macht das schon ganz clever", usw usw. Ich gebe durchaus zu, dass ich mit Marie zwischendurch meine Problemchen hatte, aber solange man nicht in der Situation selbst steckt, sollte man sich nicht ein Urteil über einen fremden Menschen erlauben. Denn Marie hat vielleicht mich mal verletzt und mit mir gestritten, Laura hat sie aber nie etwas getan - und, das muss ich leider auch sagen, nie schlecht von Laura gesprochen. Tatsächlich konnte sie sie anfangs auch ganz gut leiden, war ihr einfach neutral gesonnen - die Abneigung baute sich erst auf, als sie mitbekam, dass Laura selbst eine starke Abneigung gegen sie hat. Trotzdem: auch heute noch redet Marie nicht schlecht von ihr. Sie sagt mir klar und deutlich, dass sie von dieser Person nicht mehr viel hält und nichts mit ihr zu tun haben möchte, aber das war´s dann auch. Das kann ich gut akzeptieren. Laura hat es inzwischen wenigstens auch eingesehen und behält ihre Gedanken wenigstens für sich. Mir wäre natürlich lieber, sie würde es mal gesund verarbeiten, statt alles zu verdrängen, aber das muss sie selbst erkennen...

Da ist natürlich noch viel, viel mehr dazwischen passiert, aber das würde den Rahmen sprengen. Ich möchte nämlich langsam zum eigentlichen Problem kommen.

Das alles (zusammen mit vielen, anderen Umständen) hat mich psychisch sehr mitgenommen. Ich bin momentan schon dabei, mir eine passende Therapieform/Hilfe zu suchen, aber wer sich damit auskennt, weiß: das kann dauern und man bekommt nicht sofort immer Termine. Trotzdem kümmere ich mich, denn ich möchte ja auch wieder glücklicher werden. Leider lassen lange Wartezeiten auch viel Platz zum Grübeln, auch wenn ich versuche, mich viel mit Hobbys und Freunden zu beschäftigen.
 

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LuxFuchs

Mitglied
(nächster Teil)

Man kann sich also vorstellen, dass ich momentan kein Ausbund an Freude bin. Ich bin zwar kein totales, depressives Häufchen Elend, doch ich merke, dass mir sehr viel Kraft fehlt. Dass ich schneller müde, lustlos und erschöpft im Alltag bin. Aufgrund von Corona bekomme ich momentan auch sehr viele Absagen, wenn ich Bewerbungen schreibe, das Arbeitsamt macht natürlich auch noch Druck, wenn es nicht vorangeht, meine Mutter war vor einigen Tagen im Krankenhaus - es ist gerade sehr viel auf einmal. Ich versuche, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und positiv zu denken, aber zwischendurch fällt es mir dann doch schwer - und ich denke, das ist eigentlich ganz menschlich.

Nun ist es so, dass ich merke: ausgerechnet meine beste Freundin ist so gut wie überhaupt nicht für mich da. Sie war noch nie ein Mensch, der wirklich stundenlang über Probleme reden konnte, das ist also keine Überraschung für mich. Wenn ich das überhaupt mal selbst brauchte, hatte ich andere Freunde, an die ich mich wenden konnte.
Mir geht es auch nicht darum, eine Freundin als seelischen Mülleimer zu missbrauchen und jeden Tag Probleme zu wälzen. Früher konnte sie jedoch wenigstens, wenn ich mich denn mal geöffnet habe (Das fiel mir damals sehr schwer und ich musste das erst lernen), mehr dazu sagen als nur einen Satz oder eine dahingeworfene Floskel. Ich habe ihr vorhin beispielsweise erklärt, dass eine Tagesklinik, die ich angerufen habe, erst Ende Oktober freie Termine hat - und dass mich das ein wenig runterzieht, weil ich gern früher Hilfe gehabt hätte. Darauf kam ein "Oh, ist ja doof. Ich drück dir die Daumen". Ich kenne sie lang genug, um zu wissen: früher wäre da eindeutig mehr gekommen.

Es macht mich einfach sehr traurig, zu sehen, wie sie sich verändert. Oder verändert hat. Ich habe neben ihr (zusammen mit Marie) noch etwa vier gute, enge Freunde, denen ich mein Herz anvertrauen kann. Dafür bin ich sehr dankbar, gerade jetzt, wo sie mir offenbar keine gute Freundin mehr sein kann. Jeder von ihnen schafft es mit ein paar Sätzen, mir wieder Hoffnung zu geben, mir Mut zu machen, mich einfach mal imaginär in den Arm zu nehmen. Nicht mal fünf Minuten dauert das meistens - daran sieht man doch, dass ich eigentlich nicht viel verlange. Auch keine stundenlangen Gespräche... nur ein wenig Einfühlungsvermögen und Interesse am Alltag einer Freundin. Interesse, dass sie früher mal hatte und von dem ich auch eigentlich nicht denke, dass es komplett verloren gegangen ist. Meine Vermutung ist eher, dass sie sich selbst schützen möchte.

Ich selbst war immer für sie da, habe oft Rücksicht genommen und viele Probleme mit mir selbst ausgemacht. Wenn ich mal zu ihr mit etwas gekommen bin, war es meistens schon sehr schlimm und brodelte schon sehr lange - ich muss nicht immer gleich die Pferde scheu machen, wenn ich das Problem vielleicht selbst gelöst kriege. Mir ist auch aufgefallen, dass sie besser zuhören konnte, wenn das Problem nicht sie selbst betraf (was in jeder Freundschaft mal vorkommt). Sobald ich das Gespräch mit ihr gesucht habe, um ihr zu sagen, was mich an ihrem Verhalten verletzt oder traurig macht, war sie ein wenig überfordert, fast schon hilflos und unbeholfen. Ich versuche immer, es nicht wie Vorwürfe klingen zu lassen, ich bin auch kein Mensch, der rumschreit oder ausrastet. Ich finde, auch bei einer Diskussion oder einem Streit ist Respekt das Wichtigste. Aber ich habe gemerkt: mit ihr kann man schlecht über blöde Seiten des Lebens sprechen. Sie kommt wunderbar mit mir zurecht, wenn ich heiter bin, Freude versprühe, Positivität und Humor. Aber wenn es mir wirklich mies geht, kommt da nicht das Maß an Aufmerksamkeit zurück, das ich mir wünsche - nicht mal diese kleinen, fünf Minuten.

Ich denke, die Tatsache, dass ich mich mit Marie so eng angefreundet habe, könnte in ihren Augen "daran Schuld" sein. Sie selbst hat aber auch in den Jahren ein paar enge, liebe Freunde dazugewonnen - und damit habe ich kein Problem. Zugegeben, verunsichert war jeder von uns mal, eifersüchtig sicherlich auch, aber in keinem zerstörerischen Ausmaß. Meiner Meinung nach ist sowieso wichtig, dass man über alles einfach offen sprechen kann - und genau das ist das Problem. Das kann sie offenbar nicht.

Marie ist aber nicht daran Schuld, dass sie das nicht kann. Ich habe von Laura nie verlangt, dass sie intensiv für mich da sein soll, wenn sie es nicht kann. Die logische Konsequenz ist aber natürlich, dass man eine andere Lösung dafür sucht, wie man sein Herz ausschütten kann. Marie ist ein komplett anderer Mensch, hat eine unfassbare Ausdauer (mehr als ich sogar) und war sehr, sehr oft für mich da, wenn keiner sonst es war. Dank Marie habe ich inzwischen sogar gelernt, auch meinen anderen Freunden gegenüber mal Emotionen zuzugeben, die mir selbst nicht gefallen. Ihnen mein Herz auszuschütten und zu zeigen, dass ich verletzlich bin. Davor hatte ich früher Angst, weil ich dachte, dann würde man nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Dass das ein Irrtum war, habe ich inzwischen erkannt: jeder von ihnen hat sich sogar sehr gefreut, als ich mich geöffnet habe, statt immer nur für andere da zu sein. Jeder von ihnen ist auch heute noch mein Freund und auch dann da, wenn es mir mal nicht so gut geht.

Jeder, nur Laura nicht.

Nun könnte man natürlich sagen "Ja, dann ist sie eben so. Dann ist es nur eine oberflächliche Freundin."
Ich weiß aber, dass sie auch anders sein kann. Sowohl ihren Freunden gegenüber als auch mir. Sie war vielleicht nicht die Freundin, die mir stundenlang und intensiv zuhören kann, gerade bei psychischen Themen, aber sie war eine gute Freundin. Als mein Kater verstorben ist, war sie da und ist mit mir zur Tierbestattung gefahren. Vier Monate vorher habe ich ihr denselben Gefallen bei ihrem Kater getan. Als ihr Studium vorbei war, habe ich sie getröstet, als ich den Kontakt zu meinem Vater ein paar Monate abgebrochen und deshalb geweint habe, hat sie mich auch aufgemuntert und in den Arm genommen. Ich vergesse nicht, was man für mich getan hat, nur, weil man mal schwierig wird. Aber es ist auch keine Besserung in Sicht und geht jetzt schon zu lange so weiter...

Vor einigen Tagen hat sie mir eröffnet, dass sie diagnostizierte Depressionen habe. Ich wusste, dass sie seit Ewigkeiten zum Psychologen geht, was ihr wohl auch ganz gut hilft. Ihre Familienverhältnisse sind nicht ganz einfach, ihr Job reicht nicht aus, um gut davon zu leben, jede Bewerbung wird wegen ihres fehlenden Abschlusses abgelehnt, von zuhause bekommt sie Druck, dass sie nochmal studieren soll (mit 28 Jahren und nach einer dreijährigen Kunst-Ausbildung plus abgebrochenem Studium). Mit ihrem Freund ist soweit zwar alles in Ordnung, ich halte die Beziehung aber für etwas fragwürdig. Sie haben einander mit den Jahren schon mehrmals betrogen (und damit meine ich auch wirklich "betrogen", nicht "offene Beziehung"), sind aber aus Gewohnheit zusammengeblieben. Eigentlich ist Laura bisexuell, kann aber nicht dazu stehen, da sie zuhause dann sofort verstoßen werden würde. Sie hat mir mal erklärt, dass sie deshalb mit ihm zusammenbleibt, um "Ruhe zu haben", sowohl vor ihrer Familie als auch vor anderen Männern. Trotzdem sehe ich sie sich dann auch privat küssen und Händchen halten, was ja nicht sein müsste, wenn sie weiß, dass dieses "Alibi" vor mir nicht notwendig ist. Aber wie gesagt: Es ist ihre Beziehung. Ich habe meine Meinung dazu, mische mich aber nicht ein.

Man sieht also: sie hat es auch nicht einfach. Das weiß ich. Deshalb habe ich Rücksicht genommen, merke aber, dass ich dabei langsam selbst vor die Hunde gehe. Das mit den Depressionen weiß ich erst seit einigen Tagen, aber es erklärt eine Menge. Mein Vater hatte die auch, als ich noch sehr klein war, weshalb ich mich leider nicht mehr an Vieles davon erinnere. Ich weiß aber, dass er heute überhaupt keine Probleme mehr damit hat u😅nd rundum glücklich ist (der Kontakt ist auch wieder da und sehr gut). Trotzdem habe ich leider nicht wirklich viel Ahnung davon - ich könnte mich belesen, aber Depressionen wirklich selbst zu erleben, ist ja nochmal ein ganz anderes Thema. Aber auch über sowas redet Laura nicht gern von selbst - ich bin aber froh, dass sie sich zumindest ihrer Psychologin gegenüber hoffentlich öffnen kann.
 

LuxFuchs

Mitglied
(letzter Teil - tut mir so leid! Ich wusste nicht, wie ich es noch kürzer hätte halten sollen!)

Jetzt frage ich mich nur natürlich: Was darf ich denn noch erwarten? Wie beeinträchtigend auf ihren Charakter und ihre Emotionen ist diese Krankheit? Ich weiß leider nicht, ob und welche Tabletten sie nimmt, könnte bei Gelegenheit aber mal fragen. Ist es für einen Menschen mit Depressionen automatisch zu viel verlangt, trotzdem ab und an mal, für ein paar Minuten, für die beste Freundin da zu sein - nicht nur, wenn diese glücklich ist? Zeit mit einem Menschen zu verbringen, der glücklich ist, ist ja nicht schwer, aber für jemanden da zu sein, dem es nicht gut geht, sehr wohl. Vielleicht kann sie das nicht, weil sie selbst nicht zurechtkommt - wenn ich sie mal gefragt habe, hat sie aber das Gegenteil behauptet.

Generell habe ich leider das Gefühl, dass sie sich selbst eine Menge vormacht und nicht dazu steht, wie es ihr wirklich geht und was sie wirklich fühlt. Denn es kam schon oft vor, dass sie betont hat, dass sie Vieles verarbeitet hat, dass ihr Vieles inzwischen gleichgültig ist... aber Monate später kam dann plötzlich ein Knall, mit Vorwürfen und Unterstellungen. Deshalb vertraue ich diesbezüglich leider nicht mehr so ganz auf ihre Worte. Es ist nicht schlimm, wenn man Monate braucht, um mit etwas klarzukommen, aber sich selbst etwas vorzumachen, bringt meiner Meinung nach auch nichts. Das sieht man ja.

Ich bin einfach nur noch ratlos, überfordert und verzweifelt. Mir geht es selbst nicht gut, daher nimmt es mich noch mehr mit, wie es zwischen ihr und mir nun ist. Ich hätte nie gedacht, dass es soweit zwischen uns überhaupt mal kommen könnte - man sollte im Leben wirklich nichts ausschließen. Momentan habe ich mich (aber auch schon die Monate vorher) ein wenig von ihr distanziert. Nicht so, dass ich sie ignorieren würde, aber ich fokussiere und konzentriere mich mehr auf mich selbst und meine anderen Freunde, weil der Gedanke an sie mich momentan nur noch traurig macht. Wir schreiben deutlich weniger als früher. Ich hänge aber noch sehr an ihr und würde mir natürlich wünschen, dass es wieder besser wird - nur vom Thema Marie will ich nichts mehr hören. Das machen meine Nerven nicht mehr mit. Die beiden müssen sich nicht mögen, nur akzeptieren, dass ich mit beiden befreundet sein möchte. Marie schafft das auch ganz gut (und wenn nicht, würde sie eben einfach gehen, aber kein Fass mehr deshalb aufmachen), aber Laura hingegen macht es sich wohl leider nur vor.

Unser gemeinsames Projekt leidet auch ziemlich drunter. Sie hat nämlich schon seit Monaten keine Euphorie und keinen Elan mehr dafür, aber es ist ihr immer noch wichtig. Trotzdem fühle ich mich damit sehr allein gelassen - auch ein Grund dafür, warum ich mich mehr um meine eigenen Dinge kümmere, die von niemandem abhängen. Ich denke, dass das natürlich auch mit den Depressionen zusammenhängt, denn Viele, die das haben, haben mir erklärt, dass man dann wirklich gar keine Kraft mehr für irgendetwas hat. Ich kenne diese Phasen auch, nur nicht ganz so intensiv und langanhaltend. Und so gern ich ihr auch helfen und darauf warten würde, dass es ihr besser geht... ich kann nicht mehr. Meine Kraft und Geduld sind irgendwann auch am Ende.

Dankeschön an jeden, der sich diesen ellenlangen Text angetan hat! Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass es so lange wird. Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Gedanken dazu, wenn ihr welche habt :) Wie würdet ihr mit der Situation umgehen und was würdet ihr mir raten?

Liebe Grüße und einen schönen Abend,
LuxFuchs
 
G

Gelöscht 75067

Gast
Ich lese gerade viel Verklärung und Projektion über eine Freundin, die gerne nimmt und nichts gibt und einen Zickenkrieg gegen Marie angezettelt hat.
 

Schattenwölfin

Aktives Mitglied
Ganz spontan gedacht, nach Lesen des ganzen Textes, was erwartest du eigentlich von ihr? Ich meine, warum lässt du sie nicht einfach so sein, wie sie ist und wie sie sich gerade fühlt. Muss man die Freundin denn ständig mit Dutzenden Problemen und Befindlichkeiten zutexten und bombadieren? Kann man solche Dinge nicht mal für sich alleine bewältigen, was ja eigentlich ganz normal sein sollte? Statt immer nur zu verlangen und mit Argusaugen zu schauen, was nicht rund läuft, einfach nur die gemeinsame Zeit geniessen, die man miteinander verbringt?

Ist doch klar, wenn jemand Depressionen hat, dann hat er weder die Kraft noch die Lust, sich dutzende weitere Probleme und Problemchen der Freundin anzuhören und auch noch auf alles ausgiebig beantworten zu müssen. Zudem kommen einem dann andere Probleme teils wirklich nur noch klein und unbedeutend vor, wenn man seinen eigenen Alltag kaum bewältigt bekommt, und selbst alltägliche Dinge, die gesunden, belastbaren Menschen ganz leicht erscheinen, eine riesen Herausforderung bedeuten und mit großer Kraftanstrengung verbunden sind.

Ich denke, du erwartest einfach zu viel von ihr, lass ihr doch mal Zeit zum Luft holen.

Diese Erwartungshaltung würde mich auch total stressen. In einer guten Partnerschaft zum Beispiel, versteht man sich auch ohne Worte und kann sich so geben Sie man sich fühlt. Da muss man nicht stundenlang alles diskutieren, auch wenn einem nicht danach ist, und trotzdem weiß man, das die Beziehung intakt ist.

Hast du sie schon mal gefragt, ehrlich darüber gesprochen, ob ihr die Freundschaft oder deine Ansprüche daran, was du von ihr erwartest, zur Zeit einfach zu viel sind?
 
Zuletzt bearbeitet:

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Hallo Luxfuchs;

Ich lese Wahnsinnig viel.. ich ich ich.
Ich habe leider nicht ganz Verstanden warum deine Kraft und Geduld jetzt so am Ende ist.

Es ist doch normal das man sich Verändert,so vieles prasselt auf das Leben ein.
Es ist doch gerade in einer Freundschaft wichtig, die Umstände des anderen so zu nehmen und zu tragen, wie Sie sind.
Das wissen: Egal was passiert,ich bin immerda. (solange nicht Hinterhältig geschossen wird)

Wenn es beide so halten kann eine langjährige Freundschaft daraus werden.
Das heisst aber nicht,nur weil man Probleme hat, das der andere immer da sein muss, genau dann wenn man jemand braucht. Überprüfe mal dein Anspruch.
Mit einer Freundin kann man auch sprechen,wenn sich das Problem derzeit wieder aufgelöst hat,wenns es dann überhaupt noch Wichtig ist.
Natürlich kann man auch am Tele oder persönlich kurz Quatschen,wenn die Zeit und Lust dafür da ist.
Aber immer Erwarten das Sie wenigsten 5 Minuten da ist ?
Wenn eine Freundschaft eng ist,entsteht sowas doch von ganz alleine,aus einem Gespür heraus.
Da weiß man,meien Freundin braucht mich jetzt.
Das Maß und der Umgang meiner Problem dürfen doch nicht am Zipfel einer Freundin hängen.

Wenn Depressionen hinzu kommen,ist es Schwer auch weiterhin als Mensch und Freundin offen zu sein.Sie braucht jede Kraft und Zeit für sich. Geduld, gute und Liebe Worte sind natürlich Balsam.

Eine Auszeit oder Wesensänderung sollten doch aber nicht zur Messlatte werden,um eigene 5 -10 Minuten Zuhörzeit zu Bemängelt,weil Sie nicht intensiv genug sind.
D.h, Du hast da schon eine Distanz /Oberflächkeit gespürt.
Hast dich aber auch nicht gekümmert,sondern nur deine Seite gesehen.
Die Gegenfrage an die Freundin wäre gewesen: Du bist so Abwesend ? Was ist los mit Dir ? Gehts dir nicht Gut? o.ä

Auch in Freundschaften, man bekommt das was man gibt.
Wo war die Zeit für Laura?.. wo Sie solche Probleme hatte mit Marie ?
Hast du dich intensiv um ihr Gedankengut und ihre Gefühle gekümmert ?
Mit Marie war es doch einfacher für Dich ,weil Sie dir ohne Aufwand mehr Aufmerksamkeit schenken konnte.
Das hat Laura hingenommen.
Wie intensiv es ist ,bleibt oder wieder wird, hängt doch auch an dir.
Und für Laura warst du da weniger da, weil ja Marie da war.

Manchmal helfen auch große Pausen in einer Freundschaft um sich selbst Weiterzuentwickeln.
Ich selber finde,solange da keine Bösartigkeiten hinter stecken und einem der Mensch Wichtig ist,sind auch lange Dürrezeiten zu Überstehen.
Immer mal wieder eine kleine Nachricht in Abständen; z.B : "da denkt jemand an Dich", ist doch kein großer Kraftaufwand.
In einer Freundschaft gibt man genauso,wie man auch mal etwas bekommt.
Beides ist aber ein Geschenk von Herzen ,nix anderes.
Sobald man fordert ist es wieder Weg.
Eine tiefe Basis oder eine Grundlage einer langjährigen Freundschaft,hängt mit vielen ehrlichen Gesprächen, Respekt, Annerkennung-auch wenn man anderer Meinung ist, -Aufmerksamkeit und persönlichen Erfahrungen zusammen,in dem sich die Freundschaft auch mit Fehlern und Schwächen des anderen immer weiter Weiterentwickelt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Q-cumber

Mitglied
Liebe @LuxFuchs ,

Trotz (oder wegen?) des langen Textes habe ich auch noch nicht so ganz verstanden, was Dich ganz konkret an Eurer Freundschaft so belastet.
Ich versuche mal, es so zusammen zu fassen, wie ich es verstehe:
1) Laura und Marie sind Dir gleichermaßen wichtig.
Laura kann es aber nicht unterlassen, negativ über Marie zu sprechen, obwohl sie weiß, dass Du das
nicht möchtest.
2) Du hast das Gefühl, mit Laura nicht über Dinge sprechen zu können, die Dich wirklich bewegen und
die Dir wichtig sind. Außer recht knappen Reaktionen kommt nicht viel, was Dich enttäuscht.
3) Dir geht es gerade nicht so gut, Du hast eine Therapie angefangen.
4) Laura ist schon lange in Therapie und hat geäußert, unter Depressionen zu leiden. Wirklich viel weißt
Du aber diesbezüglich aber nicht über sie.
5) Ihr habt auch beruflich gemeinsame Projekte. Du hast das Gefühl, dass es Laura im Moment an Begeisterung und Elan fehlt, an diesen Projekten so mit Dir zu arbeiten, wie "früher."

Hab ich das ungefähr richtig verstanden?

Eine Frage von Dir war glaube ich, ob einige Veränderungen, die Du an Laura wahrgenommen hast, durch ihre Depressionen verursacht sein können.
JA! Können sie.

Aus meiner Sicht wäre ein offenes Gespräch dringend angebracht, wenn Dir diese Freundschaft wichtig ist. Ich würde mich mit Vorwürfen oder Appellen allerdings dringend zurückhalten.
Wenn Laura meine Freundin wäre, würde ich sie fragen, wie es ihr im Moment eigentlich mit ihren Depressionen geht. Ob sie von ihrer Therapie profitiert und ob sie eigentlich Medikamente nimmt.
Woran Du als Freundin merken kannst, dass es ihr gerade schlecht geht und ob Du dann irgendetwas für sie tun kannst.
Ich würde ihr vorsichtig Veränderungen, die Du an ihr bemerkt hast, rückmelden und fragen, ob das was mit der Depression zu tun hat oder ob es andere Gründe gibt.

Das Marie-Thema würde ich gerade außen vor lassen.
Ich finde das zwar auch nicht okay von Laura, würde aber generell erstmal abchecken, wie es ihr eigentlich gerade wirklich geht.
Und wenn es ihr tatsächlich scheiße geht, würde ich mich auch damit zurückhalten, ihr zu sagen, dass sie Dir zu wenig zuhört und zu wenig für Dich da ist.
Auch dieses Thema kann man zu einem passenden Zeitpunkt mal ansprechen.
Aber vielleicht ist der Moment gerade ungünstig und es kommt bei ihr vorwürflicher an, als es gemeint ist. Und Du erwähntest ja, dass es zum Glück auch andere Freunde gibt, mit denen Du über diese für Dich wichtigen Themen sprechen kannst.

FAZIT:
Sag Laura, wie wichtig sie Dir ist und das Dir ihr Wohlergehen und Eure Freundschaft am Herzen liegen!
 

Yado_cat

Aktives Mitglied
Deine Freunde haben einen hohen Stellenwert bei dir, schön das du für alle da bist.

Es ist schön wenn man Freunde hat, ich kenne aber niemanden der so viele enge Freunde hat wie du.... 🙄 Nicht mal mit 14 Jahren hatte ich soviele Freunde und einige Leute hätte ich nicht mal damals als enge Freunde bezeichnet.
Sehen deine engen Freunde das genauso, das ihr eng befreundet seid?
Normalerweise hat man vielleicht 1 - 2 Vertraute, mit denen man alles teilt, aber du teilst es mit allen deinen Freunden und bist eingeschnappt, wenn es umgekehrt nicht genauso ist.

Du wirst nicht Lauras Probleme lösen können und auch nicht die deiner anderen Freunde.
Deine kann dir auch keiner lösen, das muss jeder für sich selbst tun und wollen.

Du wirst Laura nicht ändern können und wenn sie keine Hilfe will oder dir nicht helfen kann, weil sie selbst massive Probleme hat, darfst du deshalb nicht eingeschnappt sein und schmollen.
Vielleicht empfindet Laura dich gerade als oberflächlich, weil du keine Zeit hast für sie und zieht sich deshalb zurück? Laura ist dieses Mal die Person Hilfe braucht.

Aber auch Freundschaften haben ein Verfallsdatum, irgendwann passt es einfach nicht mehr und dann muss man loslassen oder wie schon oben geschrieben wurde, eine Pause einlegen, gerade dann wenn du Laura nicht unterstützen kannst.
 

tm1000er

Mitglied
Das Leben ist lebendig und lebendige Dinge verändern sich im Leben auch der Schmerz gehört zum Leben wenn wir das aktzeptieren werden wir froh und auch frei .Leider neigt der Mensch zum Maulwurf zu werden und sich in seinem Bau einrichten zu wollen das funktioniert leider nicht .

Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.

Und genau so geht es dem Menschen von Zeit zu Zeit
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
"Mit ihrem Freund ist soweit zwar alles in Ordnung, ich halte die Beziehung aber für etwas fragwürdig. Sie haben einander mit den Jahren schon mehrmals betrogen (und damit meine ich auch wirklich "betrogen", nicht "offene Beziehung"), sind aber aus Gewohnheit zusammengeblieben. Eigentlich ist Laura bisexuell, kann aber nicht dazu stehen, da sie zuhause dann sofort verstoßen werden würde. Sie hat mir mal erklärt, dass sie deshalb mit ihm zusammenbleibt, um "Ruhe zu haben", sowohl vor ihrer Familie als auch vor anderen Männern. Trotzdem sehe ich sie sich dann auch privat küssen und Händchen halten, was ja nicht sein müsste, wenn sie weiß, dass dieses "Alibi" vor mir nicht notwendig ist. Aber wie gesagt: Es ist ihre Beziehung. Ich habe meine Meinung dazu, mische mich aber nicht ein. "

Liest sich bissi nach Eifersucht.
(Natürlich mischst du dich nicht in ihre Beziehung. Warum solltest du auch? Sie hat "deutlich weniger Elan für eure gemeinsamen Projekte" - dann löst sie auf. Sie scheint lieber mit ihrem Freund abzuhängen und kann auch mit deiner Freundin Marie nichts anfangen.
Ich denke mal, eure Freundschaft ist durch.)
 

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