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Wenn nichts mehr so ist wie vorher - beste Freundin verändert sich

LuxFuchs

Mitglied
Hallo LuxFuchs;

Du bist ja im Grunde ne ganz Liebe und das Du Traurig bist hast du mehrmals geschrieben.
Du suchst Wege..das zeichnet Dich auch aus. Auch das du hier nochmal so ausgibg Antwortest.

Es ist vllt eine Unterschiedliche Auffassung von Freundschaft..

Was mir grad noch einfiel wo ich dich las:
Das Laura mit ihrer Art so Anstrengend ist.
Bei Laura hallt viel nach.
Ich kenne das von Dissozieren/ Traumatisierten oder Hochsensiblen die zuviel in Feinheiten aufnehmen.
Man hört zu und speichert das auch ab. Reagiert aber nicht zu viel.
Alles wird erst im nachhinein Verdaut.
Wenn man alleine ist in der Ruhe und Sicherheit hört man das gesagte nochmal innerlich , es"hallt nach".
Und dann kommen Tage später Antworten,gerne auch übers Band, womit keiner mehr gerechnet hat.
Es scheint ja auch so,als kommst du nie so wirklich bei ihr durch.
Nur grade ein Gedanke meinerseits.

Aber nochmal zur Freundschaft.
Gibt es denn keine Ausflüge, Treffen auf der Eisbahn,mal ins Kino, in die Bar, mal richtig ablachen,ein Wellness-Abend,..Dinge die Freundinnen so machen,ohne das man nur Redet?
Nur Reden auf Dauer, immer Verständnisvoll sein und dann mal X Freundinen ist viel zu Anstrengend,verständlicherweise.
Nun weiß ich auch glaube ich was du meinst das du Kraftlos bist.
Danke dir vielmals für deine lieben Worte, Schokoschnute! Es tut gut, ein wenig Verständnis für die eigene Situation zu bekommen... ich suche wirklich händeringend nach einer Lösung, die für uns beide gut ist, finde nur leider keine... aber natürlich möchte ich doch, dass sie glücklich ist. Vielleicht sind wir beide einander gerade nicht die Freundin, die wir bräuchten... das will ich gar nicht von mir weisen.

Dein zweiter Absatz ist sehr interessant, so habe ich das noch nie gesehen. Und es trifft ziemlich gut auf sie zu. Während der Gespräche wirkte sie tatsächlich immer recht ruhig, fast schon zu ruhig. Bei mir floss vor Verzweiflung schon mal das ein oder andere Tränchen - und ich habe gesehen, dass sie auch Tränen in den Augen hatte, komplett emotionslos war sie auch nicht -, aber sie war deutlich stiller und hat weniger gesprochen als ich. Dabei habe ich immer drauf geachtet, lange Pausen zu machen, habe Rückfragen gestellt, damit sie sich nicht übergangen oder "zugetextet" fühlt... ich habe wirklich alles ausprobiert. Aber das mit dem Nachhall ist mir noch nie in den Sinn gekommen. Vielleicht wäre es ja besser gewesen, ihr zu sagen "Nimm dir ein paar Tage Zeit, ordne deine Gedanken und dann teile mir gerne mit, was du dazu denkst"?

Zum Rest: doch, diese Ausflüge, das ablachen, usw., die gibt es bei uns natürlich auch. Ich weiß nicht, wie lange noch, da ich eventuell bald umziehen muss, aber nicht allzu weit weg - es wird natürlich weniger werden, aber hoffentlich nicht gänzlich aufhören. Wir haben beide nicht besonders viel Geld und können uns daher nicht so viel leisten, aber das hat uns nie davon abgehalten, Spaß zu haben. Ein gemütlicher Filmeabend, Kaffee trinken oder ein paar Games genießen, sowas ist natürlich trotzdem drin. Letztens hatte sie Geburtstag und da waren wir mit ein paar Freunden von ihr essen, das war wirklich schön und hat Spaß gemacht. Es ist also nicht alles nur schlecht, das weiß ich ja selbst und beachte das auch - mit ernsthaften Gesprächen halte ich mich bei ihr mittlerweile ja auch bewusst ein wenig zurück, weil ich weiß, dass es ihr nicht so gut geht.

Seit ein paar Tagen ist allerdings Funkstille, für mich irgendwie aus heiterem Himmel. Das kam aber schon öfters mal vor und sehr oft habe ich mich dann wieder bei ihr gemeldet - ich möchte sie aber auch nicht stressen, wenn sie gerade kraftlos ist und die Depression sie so einschränkt. Momentan kann ich nicht mehr einschätzen, was zu viel oder zu wenig wäre... vielleicht braucht sie gerade Zeit für sich, zum auftanken, die möchte ich ihr gern geben. Gleichzeitig möchte ich ihr aber auch signalisieren "Hey, ich denke an dich und bin da, falls du möchtest" - aber vielleicht wirkt das ja auch wieder zu aufdringlich...? Zumal ich mich gerade selbst recht depressiv fühle und vielleicht nicht in dem Maße für sie da sein könnte, wie ich es möchte, da mir gerade selbst die Kraft fehlt... es ist momentan alles einfach sehr verzwickt. Morgen habe ich aber einen Therapie-Termin und hoffe sehr, dass er mir hilft und etwas Klarheit schaffen kann!

Noch mal vielen lieben Dank für deine Worte. Ich versuche nun etwas Schlaf zu finden und schaue die Tage wieder rein :)

Liebe Grüße!
 

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Dein zweiter Absatz ist sehr interessant, so habe ich das noch nie gesehen. Und es trifft ziemlich gut auf sie zu. Während der Gespräche wirkte sie tatsächlich immer recht ruhig, fast schon zu ruhig. Bei mir floss vor Verzweiflung schon mal das ein oder andere Tränchen - und ich habe gesehen, dass sie auch Tränen in den Augen hatte, komplett emotionslos war sie auch nicht -, aber sie war deutlich stiller und hat weniger gesprochen als ich. Dabei habe ich immer drauf geachtet, lange Pausen zu machen, habe Rückfragen gestellt, damit sie sich nicht übergangen oder "zugetextet" fühlt... ich habe wirklich alles ausprobiert. Aber das mit dem Nachhall ist mir noch nie in den Sinn gekommen. Vielleicht wäre es ja besser gewesen, ihr zu sagen "Nimm dir ein paar Tage Zeit, ordne deine Gedanken und dann teile mir gerne mit, was du dazu denkst"?
(...)
Seit ein paar Tagen ist allerdings Funkstille, für mich irgendwie aus heiterem Himmel. Das kam aber schon öfters mal vor und sehr oft habe ich mich dann wieder bei ihr gemeldet - ich möchte sie aber auch nicht stressen, wenn sie gerade kraftlos ist und die Depression sie so einschränkt. Momentan kann ich nicht mehr einschätzen, was zu viel oder zu wenig wäre... vielleicht braucht sie gerade Zeit für sich, zum auftanken, die möchte ich ihr gern geben. Gleichzeitig möchte ich ihr aber auch signalisieren "Hey, ich denke an dich und bin da, falls du möchtest" - aber vielleicht wirkt das ja auch wieder zu aufdringlich...? Zumal ich mich gerade selbst recht depressiv fühle und vielleicht nicht in dem Maße für sie da sein könnte, wie ich es möchte, da mir gerade selbst die Kraft fehlt... es ist momentan alles einfach sehr verzwickt. Morgen habe ich aber einen Therapie-Termin und hoffe sehr, dass er mir hilft und etwas Klarheit schaffen kann!
Es ist vermutlich zuviel.
Ich habe eine ähnliche Situation mit einer sehr guten Freundin vor einem Jahr erlebt. Für mich (und so wie ich das lese für dich) ist das direkt-ansprechen ein fairer und offener Weg. Fürs Gegenüber ist es eine Konfrontation aus heiterem (?) Himmel, deswegen auch das Schweigen, weil sie nichts Falsches oder Verletzendes sagen möchte- vermute ich.
Für mich ist das offene Gespräch der einzige Weg. Aber für viele andere ist es der richtige Weg, gewisse Sachen ruhen zu lassen, sich selbst im Kämmerlein oder mit ein paar engen Vertrauten maximal darüber zu sprechen/nachzudenken und dann-abwarten. Oder auf ganz andere Art.
Das Schwierigste finde ich ist dieses Diffuse. Das muss man aushalten. Es ist sehr nett, dass du lange Pausen gemacht hast und Rückfragen und dass du alles in "ich" Botschaften gesendet hast. Ich denke, so geht es, wenn man eine ähnliche Vorstellung von Problemlösung hat. Vermutlich hast du ihre Grenze aber schon damit überschritten, dass du sie direkt mit deinen Gedanken konfrontiertest. Und dann war schon fertig. Deine Art, wie du was formuliert hast, kam dann gar nicht mehr an.

Mir hat sehr geholfen, alles zu mir zu nehmen- auch ich hatte das Gefühl, alles ausprobiert zu haben und das über einen seeehr langen Zeitraum. Es hilft, sich zu fragen, was man selbst beeinflussen kann und wo auch die Grenzen der eigenen Wahrnehmung und Handlungen sind. Wir haben nicht alles mögliche ausprobiert, weil wir das gar nicht können. Es ist auch ein komischer Anspruch, nicht? Warum soll jemand alles probieren, damit eine Freundschaft klappt? Ich denke, entweder passt es oder es passt nicht. Es liegt einzig an den zwei Beteiligten sich darin zu verstehen, was "passend" bedeutet. Und Freundschaften, die mal gepasst haben, passen heute nicht mehr. Da kann man dankbar für die gemeinsame Zeit sein, aber kann auch loslassen, wenn es nicht mehr stimmt. Manchmal fällt das schwerer und manchmal nicht.

Sei jetzt mal zuerst für dich selbst da. Schau dahinter, warum du mit dieser Freundin soviel verbindest. Manchmal überrascht es, was dahinter alles steht. Was hat das mit dir zu tun? Wie möchtest du, dass eine Freundschaft aussieht, was ist dir wichtig? Mit wem möchtest du deine Zeit verbringen? Mit wem kannst du wachsen?
 

Alopecia

Aktives Mitglied
hallöchen

mich irritiert vorweg folgender satz

Marie und Laura können sich gegenseitig nicht gut riechen, aufgrund mehrerer Vorkomnisse in der Vergangenheit. Ich kann beide Seiten sehr gut verstehen und bin auch der Meinung, dass man nicht alle Freunde einer Freundin mögen muss.
im weitren verlauf liest es sich aber so, als wäre da gar nichts grosses vorgefallen, laura mochte marie einfach nur nie, und marie sie anfangs schon, dann aber nicht mehr, als sie merkte, was die andere von ihr denkt. was genau ist denn da vorgefallen, dass die zwei sich so spinnefeind sind?

abseits davon hab ich das gefühl, dass du diese menschen vielleicht ein wenig zu sehr an dich ran und in dein leben reinlässt, wenn "stress" dort solche auswirkungen auf dich selbst hat. wenn man den text liest, kriegt man teilweise das gefühl, es handelt sich um eine "lebenslange" situation, sowohl im guten als auch im schlechten. tatsächlich kennst du die eine aber erst knappe 4 jahre, die andere 2 - das ist streng genommen fast nichts an zeit, und dennoch solche emotionalen belastungen.

für mich persönlich wäre das nichts, obwohl ich keiner deiner freundinnen da iregndeinen vorwurf mahcen würde. menschen sind, wie sie sind - man nimmt sie genauso, oder sucht sich andere begleiter.
 

LuxFuchs

Mitglied
Es ist vermutlich zuviel.
Ich habe eine ähnliche Situation mit einer sehr guten Freundin vor einem Jahr erlebt. Für mich (und so wie ich das lese für dich) ist das direkt-ansprechen ein fairer und offener Weg. Fürs Gegenüber ist es eine Konfrontation aus heiterem (?) Himmel, deswegen auch das Schweigen, weil sie nichts Falsches oder Verletzendes sagen möchte- vermute ich.
Für mich ist das offene Gespräch der einzige Weg. Aber für viele andere ist es der richtige Weg, gewisse Sachen ruhen zu lassen, sich selbst im Kämmerlein oder mit ein paar engen Vertrauten maximal darüber zu sprechen/nachzudenken und dann-abwarten. Oder auf ganz andere Art.
Das Schwierigste finde ich ist dieses Diffuse. Das muss man aushalten. Es ist sehr nett, dass du lange Pausen gemacht hast und Rückfragen und dass du alles in "ich" Botschaften gesendet hast. Ich denke, so geht es, wenn man eine ähnliche Vorstellung von Problemlösung hat. Vermutlich hast du ihre Grenze aber schon damit überschritten, dass du sie direkt mit deinen Gedanken konfrontiertest. Und dann war schon fertig. Deine Art, wie du was formuliert hast, kam dann gar nicht mehr an.

Mir hat sehr geholfen, alles zu mir zu nehmen- auch ich hatte das Gefühl, alles ausprobiert zu haben und das über einen seeehr langen Zeitraum. Es hilft, sich zu fragen, was man selbst beeinflussen kann und wo auch die Grenzen der eigenen Wahrnehmung und Handlungen sind. Wir haben nicht alles mögliche ausprobiert, weil wir das gar nicht können. Es ist auch ein komischer Anspruch, nicht? Warum soll jemand alles probieren, damit eine Freundschaft klappt? Ich denke, entweder passt es oder es passt nicht. Es liegt einzig an den zwei Beteiligten sich darin zu verstehen, was "passend" bedeutet. Und Freundschaften, die mal gepasst haben, passen heute nicht mehr. Da kann man dankbar für die gemeinsame Zeit sein, aber kann auch loslassen, wenn es nicht mehr stimmt. Manchmal fällt das schwerer und manchmal nicht.

Sei jetzt mal zuerst für dich selbst da. Schau dahinter, warum du mit dieser Freundin soviel verbindest. Manchmal überrascht es, was dahinter alles steht. Was hat das mit dir zu tun? Wie möchtest du, dass eine Freundschaft aussieht, was ist dir wichtig? Mit wem möchtest du deine Zeit verbringen? Mit wem kannst du wachsen?
Hallöchen und dankeschön für deine ausführliche Antwort! :)
Du hast absolut recht damit, dass es für mich der fairste und offenste Weg ist... ich habe wohl nur den Fehler gemacht, anzunehmen, dass das für jeden gilt. Vielleicht war es für sie wirklich aus heiterem Himmel, wahrscheinlich nicht immer, aber ab und zu bestimmt. Das ist dann eine Grenze, bei der auch meine ganzen Bemühungen leider nichts mehr bringen... darf ich fragen, wie das Verhältnis zu deiner Freundin inzwischen ist? Falls ihr denn noch befreundet seid?

Das mit dem "alles ausprobieren" gilt wahrscheinlich wirklich nur für einen selbst. Ich weiß, man sollte wahrscheinlich lernen, früher loszulassen, wenn es nicht mehr passt - würde es wirklich so gar nicht mehr passen, fiele mir das auch deutlich leichter. Eine klare Entscheidung, mit der Kopf und Herz einverstanden sind, wäre natürlich das Schönste, aber um die zu treffen, muss ich ihr und auch mir selbst erstmal mehr Zeit geben. Also für mich selbst da sein, wie du es schon im letzten Absatz beschreibst. Das ist momentan auch mein Hauptziel, sonst kann ich ihr, sollte sie auf mich zukommen, ja sowieso auch keine gute Freundin sein.

Ich weiß auf jeden Fall, dass ich mit der Freundschaft sehr viel verbinde, vor allem immer noch sehr viel Schönes. Die Veränderungen machen nicht alles davon kaputt, es fühlt sich eher an, als würden sie alles einfrieren - hoffentlich nur vorübergehend. Vielleicht soll es ja auch jetzt so schwierig sein, damit ich irgendetwas erkenne und selbst daran wachse - das ist sowieso immer meine erste Vermutung bei jeder Schwierigkeit im Leben: irgendetwas soll mir das sagen. Das zu erkennen ist nur nicht immer so leicht, aber deine Antwort hat schon ihren Teil beigetragen und mir geholfen. Ich danke dir dafür! :)
 

LuxFuchs

Mitglied
hallöchen

mich irritiert vorweg folgender satz



im weitren verlauf liest es sich aber so, als wäre da gar nichts grosses vorgefallen, laura mochte marie einfach nur nie, und marie sie anfangs schon, dann aber nicht mehr, als sie merkte, was die andere von ihr denkt. was genau ist denn da vorgefallen, dass die zwei sich so spinnefeind sind?

abseits davon hab ich das gefühl, dass du diese menschen vielleicht ein wenig zu sehr an dich ran und in dein leben reinlässt, wenn "stress" dort solche auswirkungen auf dich selbst hat. wenn man den text liest, kriegt man teilweise das gefühl, es handelt sich um eine "lebenslange" situation, sowohl im guten als auch im schlechten. tatsächlich kennst du die eine aber erst knappe 4 jahre, die andere 2 - das ist streng genommen fast nichts an zeit, und dennoch solche emotionalen belastungen.

für mich persönlich wäre das nichts, obwohl ich keiner deiner freundinnen da iregndeinen vorwurf mahcen würde. menschen sind, wie sie sind - man nimmt sie genauso, oder sucht sich andere begleiter.
Dankeschön für deine Antwort! Ich kann mir vorstellen, dass das irritierend ist. Mein Text hätte gut und gern noch dreimal so lang werden können, das wollte ich dann aber doch niemandem antun - ich bin schon überrascht, wie viele Menschen hier wirklich so nett waren, sich alles durchzulesen :)

Leider sind da sehr wohl einige Dinge vorgefallen, bei denen sowohl Laura als auch Marie und ich, jeder auf seine Weise, verletzt wurden. Prinzipiell (und wirklich ganz aufs Nötigste runtergebrochen) kann man sagen, dass Laura anfangs mit meiner Nähe zu Marie zu kämpfen hatte. Laura weiß, dass ihr langes und ausführliches Reden nicht ganz so liegt. Ich habe ihr aber auch gesagt, dass das für mich kein Problem ist und dass eben jeder ist, wie er ist. Marie ist da aber anders und wenn ich über einige Themen gern ausführlicher spreche, steht es mir ja frei, das dann eben mit ihr zu tun - ganz ohne Vorwürfe gegen Laura. Das hat Laura nicht ganz so gut vertragen, denke ich (ich war dann manchmal länger abwesend als früher, weil ich sie mit langen Gesprächen nicht belasten wollte und mich dann eben eher bei diesen Themen Marie zugewandt habe, für die das kein Problem war). Ich habe sicherlich auch einiges falsch gemacht, wodurch sie sich vernachlässigt gefühlt hat... das habe ich versucht zu vermeiden, aber das ist schwer, wenn man nicht mit mir spricht und immer alle Gefühle für sich behält. Ich ging nämlich damals noch davon aus, dass sie mit mir spricht, wenn sie traurig ist. Oder eifersüchtig, was ein menschliches Gefühl ist und wofür ich niemandem den Kopf abreiße. Niemand ist perfekt.

Als sie mit mir gesprochen hat, war es leider nicht, um ihre Gefühle zu sprechen, sondern um sich über Marie auszulassen. Was für Bemerkungen da kamen ("Sie manipuliert dich" zb.), habe ich ja oben schon geschrieben. Ich finde, selbst wenn man sowas denkt, sollte man sich dieses Urteil auch trotz Eifersucht einfach nicht über einen Fremden erlauben... Laura hatte auch schon Freundinnen, die ihr nicht so gut getan haben, aber steht es mir zu, diese Freundinnen dann zu verurteilen? Ich höre es mir auf jeden Fall an, bin für sie da, aber ich verurteile niemanden, den ich nicht kenne. Wer weiß schon, womit diese Menschen vielleicht zu kämpfen haben?
Leider hat sie aber mehrmals unfair über Marie geurteilt, ohne sie zu kennen, das konnte ich mir irgendwann nicht mehr anhören. Ich habe Verständnis für beide, aber wie erwähnt möchte ich nicht einfach nur da sitzen und mir die schlimmsten Sachen über eine Freundin von der anderen anhören, noch dazu, wenn diese ihr persönlich überhaupt nichts getan hat, außer in mein Leben zu kommen... wenn sie auf jemanden wütend sein möchte, dann auf mich. Dann muss sie aber auch mit mir sprechen und mir erklären, was los ist und wie ich es besser machen könnte. Das hätte ich mir wirklich gewünscht, statt es monatelang zu verschweigen und schließlich zu platzen.

Dass ich das zu sehr an mich ran lasse, hast du gut erkannt! Das ist tatsächlich ein Problem, das ich zu beheben versuche. Versteh mich nicht falsch: Sie haben ihre Fehler, genau wie ich. Aber sie sind trotzdem beide zwei wundervolle, wertvolle Menschen für mich, die ich beide nicht missen möchte. Sonst würde ich mir nicht die Mühe machen und so einen ellenlangen Text raushauen. Ich möchte sie also gern so nehmen, wie sie sind - aber wenn ein Mensch sich verändert, muss man immer schauen, inwiefern man das noch "mitmachen" kann. Darüber denke ich momentan nach und schau mal, was die Zeit bringt. Die Depressionen (bzw. die Erkenntnis, dass es welche sind) sind ja auch eine völlig neue Situation, auf die ich mich erst mal einstellen muss.
 

Alopecia

Aktives Mitglied
hmmm

mir kommt eine andere idee : was du zuletzt beschreibst klingt so, als wäre laura eifersüchtig gewesen auf marie. und du betonst vorher, dass laura bi ist. kann es sein, dass sie mehr für dich empfindet, als du denkst?
 
Hallöchen und dankeschön für deine ausführliche Antwort! :)
Du hast absolut recht damit, dass es für mich der fairste und offenste Weg ist... ich habe wohl nur den Fehler gemacht, anzunehmen, dass das für jeden gilt. Vielleicht war es für sie wirklich aus heiterem Himmel, wahrscheinlich nicht immer, aber ab und zu bestimmt. Das ist dann eine Grenze, bei der auch meine ganzen Bemühungen leider nichts mehr bringen... darf ich fragen, wie das Verhältnis zu deiner Freundin inzwischen ist? Falls ihr denn noch befreundet seid?

Das mit dem "alles ausprobieren" gilt wahrscheinlich wirklich nur für einen selbst. Ich weiß, man sollte wahrscheinlich lernen, früher loszulassen, wenn es nicht mehr passt - würde es wirklich so gar nicht mehr passen, fiele mir das auch deutlich leichter. Eine klare Entscheidung, mit der Kopf und Herz einverstanden sind, wäre natürlich das Schönste, aber um die zu treffen, muss ich ihr und auch mir selbst erstmal mehr Zeit geben. Also für mich selbst da sein, wie du es schon im letzten Absatz beschreibst. Das ist momentan auch mein Hauptziel, sonst kann ich ihr, sollte sie auf mich zukommen, ja sowieso auch keine gute Freundin sein.

Ich weiß auf jeden Fall, dass ich mit der Freundschaft sehr viel verbinde, vor allem immer noch sehr viel Schönes. Die Veränderungen machen nicht alles davon kaputt, es fühlt sich eher an, als würden sie alles einfrieren - hoffentlich nur vorübergehend. Vielleicht soll es ja auch jetzt so schwierig sein, damit ich irgendetwas erkenne und selbst daran wachse - das ist sowieso immer meine erste Vermutung bei jeder Schwierigkeit im Leben: irgendetwas soll mir das sagen. Das zu erkennen ist nur nicht immer so leicht, aber deine Antwort hat schon ihren Teil beigetragen und mir geholfen. Ich danke dir dafür! :)
Hallo.
Ich würde es jetzt nicht mehr als Freundschaft bezeichnen. Ein offizielles Ende gab und gibt es zwar nicht, aber seit gut einem Jahr haben wir sehr oberflächlichen und sporadischen Kontakt. Das gab mir die nötige Distanz, alles mal in Ruhe anzuschauen. Mir hat diese Zeit gezeigt, dass ich erstaunlich wenig vermisse- hätte ich im Sommer des letzten Jahres nie für möglich gehalten.
Das Thema, weswegen es jetzt zum Ende kam, war schon immer etwas, womit ich Mühe hatte und immer wieder angesprochen habe. Der Unterschied ist, dass ich dieses Mal nicht wieder in meine alten Muster verfallen bin. Es ist extrem, wieviel Energie in dieser Freundschaft gebunden war, das war mir nicht bewusst. Vielleicht war es auch keine reine Freundschaft, sondern eher eine Freundschaft mit Abhängigkeit, die mir sehr lange nicht bewusst war. Freundschaften geben in der Regel Energie und nehmen sie nicht weg.
Ich kann verstehen, dass loslassen schwer ist. Mit dem Kopf versteht man ja relativ rasch, aber das Herz hängt noch lange dran. Bei mir waren es Jahre! Immer dachte ich, wenn ich genug fest probiere, dann klappt es und beide können sich wohl fühlen. Was für ein Irrglaube. Gespürt, dass das so nicht funktionieren kann, habe ich schon früh, aber wahrhaben fiel mir schwer.
Es ist auch eine tolle Chance für dich selbst. Du sagst, du gehst zu einer Psychologin. Schaue doch mal mit ihr an, was es ist, was dich festhält. Viel Erfolg!
 

LuxFuchs

Mitglied
hmmm

mir kommt eine andere idee : was du zuletzt beschreibst klingt so, als wäre laura eifersüchtig gewesen auf marie. und du betonst vorher, dass laura bi ist. kann es sein, dass sie mehr für dich empfindet, als du denkst?
Huhu und entschuldige die späte Antwort!

Den Gedanken kann ich total nachvollziehen, aber zum Glück kann ich ihn auch ausschließen. Als wir uns frisch kennengelernt haben, haben wir anfangs wirklich mal füreinander ein bisschen geschwärmt und hatten leichte Verliebtheitsgefühle, da ist aber nie was Ernsthaftes passiert. Wir waren beide vermutlich einfach ein bisschen überwältigt davon, wie schön eine Freundschaft sich anfühlen kann, da wir das beide vorher nie kannten 😃 Wir haben aber auch schnell beide gemerkt, dass wir da was verwechseln und uns einfach nur sehr liebhaben. Und gerade jetzt, wo es momentan alles so schwierig ist, bin ich mir umso sicherer, dass da nur freundschaftliche Gefühle sind - und selbst die sind ja etwas angeknackst... aber ich danke dir für den Gedanken, das hätte ich früher durchaus in Erwägung gezogen!
 

LuxFuchs

Mitglied
Hallo.
Ich würde es jetzt nicht mehr als Freundschaft bezeichnen. Ein offizielles Ende gab und gibt es zwar nicht, aber seit gut einem Jahr haben wir sehr oberflächlichen und sporadischen Kontakt. Das gab mir die nötige Distanz, alles mal in Ruhe anzuschauen. Mir hat diese Zeit gezeigt, dass ich erstaunlich wenig vermisse- hätte ich im Sommer des letzten Jahres nie für möglich gehalten.
Das Thema, weswegen es jetzt zum Ende kam, war schon immer etwas, womit ich Mühe hatte und immer wieder angesprochen habe. Der Unterschied ist, dass ich dieses Mal nicht wieder in meine alten Muster verfallen bin. Es ist extrem, wieviel Energie in dieser Freundschaft gebunden war, das war mir nicht bewusst. Vielleicht war es auch keine reine Freundschaft, sondern eher eine Freundschaft mit Abhängigkeit, die mir sehr lange nicht bewusst war. Freundschaften geben in der Regel Energie und nehmen sie nicht weg.
Ich kann verstehen, dass loslassen schwer ist. Mit dem Kopf versteht man ja relativ rasch, aber das Herz hängt noch lange dran. Bei mir waren es Jahre! Immer dachte ich, wenn ich genug fest probiere, dann klappt es und beide können sich wohl fühlen. Was für ein Irrglaube. Gespürt, dass das so nicht funktionieren kann, habe ich schon früh, aber wahrhaben fiel mir schwer.
Es ist auch eine tolle Chance für dich selbst. Du sagst, du gehst zu einer Psychologin. Schaue doch mal mit ihr an, was es ist, was dich festhält. Viel Erfolg!
Danke dir für deine ehrliche Antwort! Sowas mal von anderen zu lesen hilft wirklich sehr. Ich weiß noch nicht, ob sich das bei uns genauso entwickelt (sporadischer als vorher ist der Kontakt auf jeden Fall, aber das tut mir selbst auch gerade ganz gut), aber es ist beruhigend zu sehen: die Welt dreht sich ja doch weiter.
Ich empfinde es definitiv auch so, dass ich zu viel Energie in diese Freundschaft gelegt habe. Vor allem habe ich zu viel für sie und zu wenig für mich gemacht, damit habe ich aber vor Monaten glücklicherweise schon aufgehört. Ich mache natürlich nicht GAR nichts mehr (sonst kann man es ja gleich lassen), aber ich halte die Balance, so gut ich kann. Vielleicht ist das der erste Schritt, damit das Herz mal hinterher kommt und auch loslassen kann. :)
Die Therapeutin heute sagte in etwa dasselbe: dass der Kopf oft viel schneller versteht, was im Herzen einfach noch nicht ankommt. Ich bin wohl aber auch zu ungeduldig mit meiner Gefühlswelt und will immer gleich alles "lösen", obwohl das nicht immer geht. Ich sehe es aber definitiv auch als Chance, stecke meine Energie und Zeit momentan (neben Bewerbungen) in ein Herzensprojekt. Das tut mir gut und gibt mir Kraft, was man ja schon als Erfolg verbuchen kann 😀
Vielen lieben Dank für deine Antwort und die Erfolgswünsche!
 

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