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Wenn es etwas gäbe, könnte es ja vielleicht anders sein..

O

Oerst

Gast
Ich wünsche mir deit mehr als 20 Jahren, dass ich nicht mehr bin. Ich will einfach nur weg sein, und für weg gibt es nur ein Ziel...

Meinen 30sten wollte ich nicht erreichen, soll bei Drogenabhängigen auch so sein, aber ich habe keine Drogenprobleme. Ich halte mich gesellschaftlich "korrekt", habe (noch) einen Job, der auch sehr gut bezahlt wird.
Ich hatte kurz vor 30 dann einen "Kurzschluß", kam in eine Klinik, wurde eingesperrt. Nach 5 Monaten war ich wieder raus, kam gar nicht klar, und habe mehrfach den Freitod herausgefordert, immer mit dem Ergebnis, eingesperrt zu werden, nachdem ich wieder wach wurde. Der Körper ist leider resistenter, als ich dachte.

Ich habe Therapie gemacht, bin mehrfach im Krankenhaus gewesen, habe Medikamente geschluckt. Aber alles ohne Erfolg. Moralisch und gesetzlich hilft mir keiner "weg", alle meinen, es wird alles gut, ich muss nur abwarten. Dabei ist denen vielleicht gar nicht klar, dass ich das Leben als Qual empfinde. Und meine Erfahrung und Erzählungen von "jahrelangen Patienten" sagen mir, dass es auch nicht anders wird.

Ich habe einmal einen Bericht gehört, in dem Menschen bis zum Tode gefoltert wurden und mein Kommentar war, dass mir doch das gleiche widerfährt. Nur, dass man mich am Leben hält.

Ich habe Schmerzen: Rücken Knie, Nacken, Schultern, und wohl auch die Seele, um es zu verdeutlichen.

Ich wünsche mir nichts mehr, als zu sterben. Da ich es nicht selber hinkriege wäre eine Krankheit eine Lösung, aber da ist es ja auch so, dass man am Leben gehalten wird, ohne dass man gefragt wird, ob man den Schmerz noch wll, oder einfach nur gehen...

Ich habe (letztens noch in Deutschland in den Nachichten) dann von Freitodhilfe gehört. Natürlich ist sie in Deutschland verboten, aber die Institution hat ein gesetzliches Schlupfloch.

Morgen treffe ich meinen Psychiater, denn Vorgestern hatte ich einen Zusammenbruch auf dem Weg zur Arbeit. Auch einen Termin mit meiner Therapeutin mache ich morgen (ist z.Zt. auf einer Fortbildung). Dann habe ich am Freitag einen Termin mit meiner Schmerztherapeutin.

Was ich aber jetzt schon weiß: Der Psychiater kann mich nur krank schreiben, was zumindest temporär eine soziale Absicherung gibt. Die Schmerztherapeutin gibt mir ihrer Aussage nach schon die stärksten Schmerzmedikamente, danach kommen nur noch BTMs, welche sie mir aufgrund meiner suizidalität anscheinend aber nicht verabreichen will. Meine Therapeutin wird mir zuhören wenn ich ihr erzähle, warum ich zusammen gebrochen bin. Und eigentlich weiß ich es doch selber nicht.

Also eigentlich mache ich drei Termine, die mir nicht helfen und dem System nur Geld kosten. (Mir auch, da ich ja 10€ Rezeptgebühr zahlen muss).

Also, warum soll man dann nicht seine letzten Finanzen zusammen suchen, oder gar einen kleinen Kredit aufnehmen, wenn man sich und das System damit entlastet?

Ö
 
Hallo Oerst,

da ich momentan trauere weil meine Stiefschwester mit 20 Jahren gerade Suizid begangen hat, kann ich deine Todessensucht nicht so ganz nachvollziehen.
Welche Krankheit beschert dir denn solche schlimmen Schmerzen? Kann man nicht irgendwas machen um die Symptome zu lindern?

Schau mal, ansich hast du doch Glück, du hast einen gutbezahlten Job, sowas hab ich z. B. nicht, wäre das nicht auch ein Grund sich umzubringen?

Ich hab auch mal so eine Zeit gehabt in der ich mein Leben als Qual empfand aber einfach aufgeben, dazu wäre ich zu Stolz, außerdem was ist mit denen die dich Lieben, tuh es ihnen nicht an, der Schmerz einen geliebten Menschen zu verlieren ist unwahrscheinlich heftig. Ich hab beide Seiten erlebt und mein Fazit; nichts absolut garnichts ist ein Grund sich selbst das Leben zu nehmen! Es gibt immer Menschen denen geht es schlechter als einem selbst und es ist vorbildlich und bewundernswert wie sehr diese Menschen sich trotzdem des Lebens erfreuen.
Nimm dein Schicksal selbst in die Hand. Mitlerweile hab ich gelernt dass das Leben richtig schön sein kann, man muss es nur zulassen können.

Momentan hab ich ständig so ein Lied von Pur im Kopf wegen des Selbstmordes meiner Stiefschwester, ein Ausschnitt davon:

"Ich wünsch dir noch ein Leben, noch ein Leben doch du hast nur eine Chance.

Du hast dein Ende selbst gewählt, hast dich im Leben so gequält, doch ist das Fair ist das nicht Feige du gibst keinem mehr ne Chance."

Erst wenn der letzte Vorhang fällt erst dann verliert die Welt ...."

So oder so ähnlich, ständig hab ich den Text und die Melodie im Kopf.
Was ich damit sagen will, Selbstmord ist eine total egoistische Handlungweise, sowas ist wirklich nicht fair denen gegenüber die dich lieben.

Ich hoffe du verstehst was ich meine.

Ich knuddel dich mal ganz feste, und schau ins Licht nicht in die Dunkelheit.

Ein schick dir ein dickes Kraftpaket rüber.
liebe Grüße lala
 
Es gibt niemanden, der mich "liebt". Ich habe leider den Sprung vor 3 1/2 Jahren verpasst und bin in die Mühlen der Justiz und Therapie gelandet, man hat mir Medikamente gegeben und ich habe Psychotherapie gemacht. Unter anderem war dabei eine "Sitzung" mit meinem Vater, doch selbst er ist nicht in der Lage, mich zu "lieben". EIne Mutter gibt es seit 25 Jahren nicht mehr.

Seit ich mich allen möglichen Formen von Therapie aussetzen musste, wurde es eigentlich immer schlimmer. Leider habe ich die Chemikalie, die ich nutzen wollte, zu Beginn der ganzen Farce abgegeben, um guten Willen zu zeigen.

Meine psychischen und physischen Schmerzen steigen permanent, aber man nimmt sie eh nicht wahr. Geschweige denn, dass man sie nur in geringster Fom reduzieren kann.

Klar, dass es ein Lied gibt, dass in gewissen Situationen emotional stimuliert. Musik ist die Form des emotionalen Ausdrucks und auch (nicht nur, das will ich nicht unterstellen) die Wahl des Textes ist oft überlegter, als der Hörer weiß oder ihm recht ist. Im Klartext: Zu JEDEM emotionalen Ereignis gibt es das richtige Lied.

Nichts desto trotz, damit ich nicht gleich als narzist abgestempelt werde, anstatt Egoismus bei Suizid zu unterstellen (was nicht unbegründet ist, denn es ist Selbstschutz) kann man auch hinterfragen, warum jemand aus Selbstschutz den Freitod wählt. Warum ist jemand der Meinung, dass er sich schützt, obwohl andere meinen, dass er sich zerstört. Davon abgesehen, dass niemand es WEIß, weil niemand weiß, was nach dem Leben kommt. Besser oder schlechter oder gar nichts?

Ö
 
Ich vergaß:

Wenn man WÜSSTE, dass nach dem Tode der gleiche Mist weitergeht, so würde die Anzahl der Freitode sich reduzieren.

Eine Person, die sich den Freitod hersehnt hofft doch auf Reduktion des Schmerzes, der auf ihm liegt. Und der Schmerz ist rein subjektiv und entzieht sich dem Verstand anderer Menschen.

Ö
 
Hi Oerst,

ja, das ist der Punkt! Keiner kann dir garantieren wie es nach dem Tod weitergeht. Heißt es nicht irgendwo Selbstmörder kommen in die Hölle?!
Ich kenn mich im Glauben nicht so gut aus aber ich bete trotzdem oft zu diesem Höheren Wesen, den viele Gott nennen und es tut mir echt gut, oft lassen sich meine Probleme so leichter bewältigen. Was ist wenn unser Leben in Wirklichkeit eine Art Aufnahmeprüfung ist, die Menschen die das Leben akzeptieren und auf ihre Art gut bewältigen werden gefördert, die die Aufgeben werden verurteilt und bestraft. Könnte ja sein oder? Keiner kann das Gegenteil beweisen.

Jedes einzele Leben hat einen Sinn auch deines! Kennst du den Spuch "Si vis amari, ama!" Nur wer Liebt - kann Liebe empfangen. Irgendwo dort draußen in der Welt sind Menschen die genau zu dir passen, die dich liebhaben können und denen du Liebe zurückgeben kannst. Du musst Offener werden mal mit einem lächeln auf den Lippen auf die Strasse gehen, oder einfach versuchen, auch wenns schwerfällt, auf die Menschen herzlich zuzugehen, glaub mir du wirst schneller Freunde finden als du denkst. Außerdem ist noch irgendwo dein Deckelchen für deinen Topf, vielleicht kennst du ihn/sie sogar schon.
Wichtig ist nicht in Selbstmitleid zu versinken, raff dich auf, geb dich nicht auf. Du bist sicher eine absolut sensible, liebenswerte Person.

Falls es dir gut tut schreib doch mal ein bißchen über dich, sowas kann manchmal auch zur Selbsterkenntnis führen. Und mach dir nicht so viel Gedanken über Schmerzen oder wie man sie reduzieren kann, lenk dich lieber ab.

Ganz liebe Grüße lala
 
Wenn ich jüdischen Glaubens wäre, so würde ich nicht an eine Hölle glauben.
Wenn es einen Gott gäbe, so nähme er jeden auf, ohne Ausnahme und ohne nachfrage. Ja, jede mir bekannte Religion sagt, dass man nicht töten darf, also auch sich selbst nicht.

Vielleicht ist es aber nicht die Aufgabe, das Leben "gut zu bewältigen", sondern zu erkennen, dass das Leben hier auf dieser Welt nicht richtig ist? Es gibt natürlich immer Interpretationen in jede Richtung, ich habe schon mit vielen Therapeuten, Freunden, Ärzten, etc. geredet und natürlich ist es auch Teil ihres Jobs, mir im Prinzip das gleiche zu erzählen, wie das, was Du schreibst.

Worte, die ich schon oft gehört habe. Aber keiner von ihnen respektiert meinen Wunsch und unterstützt mich, weil alle der Meinung sind, mit der Zeit kommt Rat und Zeit verändert. Milliarden Menschen können sich ja nicht irren. Leben macht Spaß und ist schön. Ich bin der Meinung, dass diese Milliarden sich meist gar keine Gedanken darüber machen, sondern einfach nur "dahinleben".

Es ist nicht mein Ziel, und eigentlich ist es von mir schon ein Fehler, auf eine Diskussion einzugehen, aber ich habe Zeit, da Formalitäten halt Zeit brauchen...

Es ist nicht mein Ziel, jemanden zu finden, der mich liebt und den ich liebe. Denn auch das ist vergänglich und würde mehr weh tun, als es gut tun würde. Das ist ein Vorteil vom Tod, der bleibt.

"Lenk Dich lieber ab", das mache ich seit vielen Jahren, und genau das ist einer vieler Gründe, warum ich es nicht mehr ertrage. Ich kann mich nicht mehr ablenken, weil der Schmerz halt mittlerweile so angewachsen ist, dass er immer präsent ist. Ablenkung ist der größte Fehler, der mir als Kind "beigebracht" wurde. Anstatt schon damals auf meine Worte zu hören wurde ich nicht beachtet. Und heute soll ich das "ausbaden"? Nein, dazu habe ich keine Lust und keine Energie. Und endlich habe ich nach drei Jahren wieder eine tragbare Möglichkeit gefunden.
 
Hallo,

tut mir leid das du so verbittert bist. Ich mag auch nicht Diskutieren. Ich wünsch dir alles Gute.

gruss lala
 
Hallo,

Musik drückt Emotionen am besten aus....

hier ein Liedtext:

Warten auf ein Zeichen
So viele Fragen, so vieles was ich nicht versteh
Gib mir eine Antwort, wenn das so einfach geht
Ich hab so oft probiert und nie den Sinn erkannt
Und bin jedes Mal den falschen Weg gegangen

Und ich warte auf ein Zeichen
Und ich warte auf einen Befehl
Und ich warte auf ein Zeichen
Während Jahr um Jahr die Zeit vergeht
Während Jahr um Jahr die Zeit vergeht

So viele Fragen, so vieles was ich nicht versteh
Immer von Angst getrieben und ich weiß nicht wohin
Ich liege so oft wach im Bett und starre an die Wand
Vielleicht fang ich am besten nochmal ganz von vorne an

Und ich warte auf ein Zeichen
Und ich warte auf einen Befehl
Und ich warte auf ein Zeichen
Während Jahr um Jahr die Zeit vergeht
Während Jahr um Jahr die Zeit vergeht

Sag mir wer du bist, ich will deinen Namen hörn
Sag mir deine Ziele, sag mir, für was bist du geborn
Du krallst dich fest am Leben - an jedem leeren Wort
Und bist morgen vielleicht schon wieder fort

Es ist scheißegal, ist mir scheißegal
Ist doch scheißegal, ist mir scheißegal
Ist mir scheißegal, es ist scheißegal
Ist mir scheißegal, ist doch scheißegal
Es ist scheißegal, es ist scheißegal
Es ist scheißegal, es ist scheißegal
Es ist scheißegal



Es gibt keinen objektiven Sinn im Leben, jeder muss sich auf die Suche machen und seinen eigenen subjektiven Sinn finden... d.h. er muss eigentlich gar nichts. Das Leben ist kurz und nichtig, deswegen versuche das Beste aus deiner kurzen Lebenszeit zu machen. Eine Glücksgarantie gibt es nicht,es gibt auch kein Patentrezept für ein glückliches Leben. Die Leute reden viel, aber jeder Mensch ist anders, jede Lebenssituation ist anders, jeder muss seinen eigenen Weg gehen, vielleicht in ein Nichts, vielleicht in ein Leben "Danach".
Wir wissen es nicht, trotzdem versuche es... Zynismus kann auch oft sehr heilsam sein....denke daran, dass wir im Grunde nichts verlieren können... geh unverkrampft auf Leute zu und versuche das Leben als etwas Einzigartiges zu betrachten... manchmal ist es ein verdammt gutes Gefühl einfach nur am Leben zu sein.. das Leben zu spüren, auch wenn das Schmerz ist.

Lg,
Herr....
 
hallo Oerst,

deine Worte drücken starke Verzweiflung aus. Man spürt dass du dem Leben müde geworden bist. Aber wie fing alles an, du umschreibst es verallgemeinerst es, wieso weisst du so sicher dass dein Vater nicht in der Lage ist dich zu lieben, was hat er getan dass du das behauptest?
 
denn wenn es da etwas wie Liebe gäbe könnte das Leben ja vielleicht anders sein. Das niemand dich liebt kannst du nicht wissen oder ist es eine Schutzbehauptung von dir um dich nicht verpflichtet fühlen zu müssen?
 

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