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Wenn die 30 naht...

Tigerchen

Mitglied
Hallo,
Wer hat seine 20er Jahre schon hinter sich und wie denkt ihr über diese Zeit?

Ich werde Ende März 30 Jahre alt und ich frage mich immer wo die Zeit geblieben ist. Kann mich noch so gut dran erinnern wie ich mit 20 voller Euphorie aus dem Elternhaus ausgezogen bin für das Studium. Neue Beziehung und mein Traumziel zu studieren endlich verwirklicht zu haben. Ich hatte so viele Ziele und Pläne für die Zukunft. Der Traum entwickelte sich sehr schnell zu einem Albtraum. Statt glückliche Schmetterlinge im Bauch wurde es in der Beziehung extrem toxisch und die Überforderung im Studium + Nebenjob nahm die Überhand. Ich wechselte den Studiengang und trennte mich nach 3 Jahren von dieser Beziehung. Ab da fühlte es sich so an als wäre ich stehen geblieben. Ich lebte in den Tag hinein, vernachlässigte alles und war gezwungen mich selber aus dem 2. Studiengang abzumelden, weil ich den Drittversuch nicht geschafft habe. Statt eine Ausbildung habe ich mich nochmal für einen anderen Studiengang beworben (den ich dieses Jahr abschließen werde). Die Pandemie kam und ich entdeckte die Selbstständigkeit für mich. Nach der Pandemie legte ich diese auf Eis, da ich zwei Nebenjobs gefunden habe die mir ein regelmäßiges Einkommen lieferten. 2022 kam eine Diagnose, dass ich eine chronische Krankheit habe und es schubste mich in ein so tiefes Loch, dass ich nach professioneller Hilfe suchen musste. Ich kam aus der Antriebslosigkeit nicht mehr raus. Ich gab der ganzen Sache ein Jahr Zeit. Es endete im Herbst letzten Jahres, da es zwischenmenschlich nie richtig gepasst hat und zeitlich war es auch schwierig einen Termin zu finden mit der Arbeit. Aktuell bin ich dabei wegen meiner Krankheit und der mentalen Geschichte eine Reha zu beantragen. Wurde von meiner Ärztin empfohlen.

Ich beneide andere die in ihren 20er Jahren viel gearbeitet haben und jetzt ihr Eigenheim bauen oder finanzieren können. Oft genug wünschte ich mir die Zeit zurückzudrehen... das Gefühl zu spät dran zu sein nagt sehr an mir. Ständiges dieses Gefühl die Zeit verschwendet zu haben.

30, Single (erhole mich immer moch von meiner letzten Beziehung von vor 5,5 Jahren) und Lebensfreude ist auf einem Minimum. Ziele und Pläne gibt es so gut wie nicht mehr... wozu auch wenn sie am Ende sowieso scheitern?

Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass ich eine liebevolle Familie und tolle Freunde an meiner Seite habe. Aber sie können nicht alles aufwiegen.

Ich bin einfach so müde... müde vom Leben 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast noch jede Menge Zeit. Erst gesund werden und dann überlegen, wie du beruflich durchstarten kannst. Die 30 war für mich keine Zäsur, die 40 auch nicht. Natürlich kann man viel mehr machen, als was man dann am Ende schafft. Weltreise? Ja, wäre ganz lustig gewesen usw.

Aber du hast jede Möglichkeit!
 
Das Ende jeden Glückes ist der Vergleich. Das spiegeln deine Beiträge der letzten Jahre auch gut wieder. Dieser Gedanke versagt zu haben, bereits zu alt zu sein, während andere zielstrebig ihre Leistung abliefern und Häuser bauen. Ich kenne das, manchmal nagt es auch an mir. Mach dir klar, dass die anderen auch nur mit Wasser kochen und mitnichten jeder perfekt ist. Schau doch mal von wo du gekommen bist: Der Hauptschule. Und nun bist du bald mit deinem Studium fertig. Lass dich nicht entmutigen, wenn du erstmal einen Job hast und integriert bist, verblasst dieser ständige Gedanke an Minderwertigkeit und verlorener Zeit.
 
Wer hat seine 20er Jahre schon hinter sich und wie denkt ihr über diese Zeit?

Bei mir war damals Familie dran und das dritte Kind schob ich Ende Zwanzig von einer Hüfte zur anderen, während ich alle bekochte, versorgte und zwischendrin alle möglichen Abenteuer durchmachte.

Ich könnte gern wieder von vorne beginnen, ich würds aber mehr auskosten bewusst, was alles da ist und war.

Liebes Tigerchen, wunderschöne folgende Zeiten wünsch ich dir.
 
Versuche, dich davon zu lösen, so sein zu müssen, wie andere. Du hast dein Leben nicht verschwendet, sondern hattest einfach einen steinigeren Weg als andere und musstest deshalb mehr Umwege gehen und dann darf dein Leben auch von den Normen und Erwartungen der Gesellschaft abweichen. Vielleicht waren die letzten 10 Jahre nicht so dolle, aber wer weiß, ob die nächsten 10 Jahre dafür nicht umso besser werden?

Ich werde nächstes Jahr übrigens schon 50 Jahre alt, aber für mich ist das nur eine unbedeutende Zahl. Von den Dingen, die man laut Gesellschaft im Leben schaffen sollte, habe ich im Grunde nur eine Sache geschafft; ich habe nämlich geheiratet (aber auch erst mit 48 Jahren). Ich habe keine Kinder, kein eigenes Haus, habe nie im Berufsleben fußfassen können und lebe von einer kleinen EM-Rente, die ich mit Grundsicherung aufstocke. Aber das macht nichts. Ich bin mittlerweile trotzdem glücklich und zufrieden. Ich muss nicht die Normen und Erwartungen der Gesellschaft erfüllen, um glücklich und zufrieden sein zu können. Und wenn jemand meint, mich verurteilen zu müssen, weil mein Leben und ich nicht den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen entsprechen, dann lache ich nur und sage ich ihm, dass ich nicht auf der Welt bin, um so zu sein, wie er mich gern hätte, sondern um so zu sein, wie ich nunmal bin.
 
Wer hat seine 20er Jahre schon hinter sich und wie denkt ihr über diese Zeit?

Hey Du,

bei mir ist dieser "Umbruch" auch noch nicht so lange her, ich bin 33. Ich erinnere mich noch gut, wie stark mich die "magische Zahl" vor meinem Geburtstag beschäftigt hat, einfach weil dieses Alter gesellschaftlich so stark aufgeladen ist.
Jetzt 3 Jahre später, ist zwar nicht alles komplett anders oder komplett entspannt, aber ich habe wieder deutlich mehr Abstand zu Alter und diesem Gefühl, die 30 sei etwas ganz besonderes.

Bei vielem was du schriebst konnte ich gut mitfühlen. Bei mir lief zwar einiges anders aber doch auch vieles ähnlich und ich kenne das Gefühl, immer mal wieder "stehen geblieben zu sein". So konkrete Ziele wie du hatte ich nie, trotzdem gibt es die Parallele, dass auch ich selten klare Ziele definieren, weil es mir dann doch so vorkommt, als sei das Scheitern vorprogrammiert. Allerdings war das schon immer so bei mir, weil meine ganze Lebensgeschichte sehr holprig und kompliziert verlief.

Was ich dir wünsche ist, dass du einerseits deine Bedürfnisse annehmen kannst (also dass du manchmal denkst, dass du gerne wo anderes wärst), du dich aber gleichzeitig auch von zu starken gesellschaftlichen Erwartungen lösen kannst. Es liest sich, als habest du gute Gründe, an manchen Stellen etwas anders abgebogen zu sein als andere und ganz ehrlich, es gibt sehr, sehr viele Menschen, deren Leben nicht allzu gradlinig verläuft. Du bist gut so wie du bist 🙂
 
Jetzt bin ich in den 30ern und fühle mich im Vergleich zu den 20ern extrem gealtert, und ich hasse es.

Woran machst du das fest?
Das Gefühl habe ich eigentlich nicht (bin ja gleich alt wie du), fühle mich ehrlich gesagt ziemlich ähnlich wie in den 20ern. Teilweise bin ich sogar etwas aktiver und lebensfroher als früher, aber das ist phasenabhängig. Als schlechter empfinde ich mein Leben nicht.
 
Das Leben ist ein Hamsterrad...

Ich war als ich 30 wurde auch voll fertig.
Kopf hoch, nur du kannst etwas ändern.

Leben im Hier und Jetzt.

Ich hasse so sehr Veränderungen:/ aber verändert man sich sich nicht..... Bleibt die Welt deshalb nicht stehen.

Schau das du dein Abschluß machst und der Rest wird sich finden.

Ich habe nie gewusst was ich im. Leben will...
So machte ich erst die eine Ausbildung, dann die nächste, dann schrieb ich 2 Bewerbungen, fand ein Betrieb blieb etwas über 17jahre dort
.....
Dann wurde der Betrieb zugemacht und fang jetzt wieder neu an:/
So ist es nun mal, es geht weiter.

Wenn du Kinder willst, ein Haus musst du was machen.
Ich hatte immer nur kurze Beziehungen.
Aber ich suchte weiter fand 2016 meine Frau.
Ich ließ mich treiben, Veränderungen kamen, und werden kommen.

Ich will nur meine Ruhe, kein Streß, ein antrieb habe ich nicht.
Ohne meine Frau, die ich für ihren Ehrgeizig bewundere wäre ich nicht da wo ich bin.
Wäre Vater, sitze im Haus und kann erstmal sorgenlos leben.

Du siehst "ein Schmetterling löst irgendwo ein Tornado aus"

hätte ich nicht die Ausbildungen gemacht, eine Frau gesucht und und.

Ich würde wie mit 25 in einer kleinen dreckigen Mietwohnung sitzen allein.

Es muss dir egal sein, was andere haben, du musst mit dir selber klar kommen und deinen Entscheidungen.
 
Ich verbinde "Alter" mit ständig neuen Wehwechen, viele Ärztebesuche, Tabletten schlucken, Haarausfall, abnehmende Kondition...
Ich dachte, das beginnt so mit 50, aber bei mir gehts jetzt schon mit Anfang 30 los... will gar nicht wissen, wie das dann in den 40ern, 50ern ist. Sowas wird ja eher noch schlechter als besser.

So ging es mir Anfang 20 schon, inzwischen mache ich mehr Sport, deswegen spüre ich da keine so dolle Verschlechterung. Nur optisch fühle ich mich älter, aber da ich eh nie mit mir zufrieden war, macht das auch keinen so großen Unterschied 🙈
 

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