Tja Willkommen außerhalb Deiner heilen Welt kann ich da nur sagen. Es gibt doch sehr viele Leute die es nicht so sicher haben wie Du. Irgendwann muss einem das ja mal auffallen. Mir fällt auf das Du fast nur von Dir schreibst. Wie geht es denn Deinem Freund? Das Aufwachsen und Leben mit solchen Dingen ist hart und, wenn er trotzdem gut drauf ist, muss er ein starker Charakter sein. Nimmst Du das für selbstverständlich oder achtest Du ihn dafür? Könntest Du das, was er innerlich leistet auch? Hast du den Wunsch ihm die Stütze zu sein, die er in der Familie nicht hatte?
Oder stehst du nur davor und tust dir selber leid, weil sowas unbequemes in dein Blickfeld geraten ist?
Beantworte dir diese fragen, dann weißt du ob ihr füreinander richtig seid. Er braucht jedenfalls ganz sicher keine weitere Baustelle sondern jemand der sein leben positiv bereichert, der hat es doch schwer genug.
Dem möchte ich mich anschließen und nochmal fragen, ob Du es zu schätzen weißt, daß er für seine Eltern eine Stütze ist. Dafür ist er liebenswert.
Auch er kann in die Situation geraten, Hilfe zu brauchen- dann wirst Du gefragt sein, mitsamt Deiner heilen Welt. Das sollte, nach meiner Auffassung, der Maßstab sein für die Kraft Deiner heilen Welt und diese heile Welt solltest Du auch nicht als selbstverständlich,
immer beständig nehmen. Auch darin kann was wanken, eher als Du denkst.
Ich kann mir beim besten Willen kein Leben ohne Probleme vorstellen, ich meine, daß man seine Probleme überwindet, ja das schon, ja klar.
Jeder hat doch
seine Probleme und die eigenen Probleme sind die schwersten. Aber, man kann doch seine eigenen Probleme, durch die Probleme anderer, erst mal gewichten.
Ich kann mich durch die Probleme anderer, daß ich die nicht habe, trösten. Das ist ja nicht schlimm oder verwerflich.
Ich kann insofern begreifen, daß Du eventuelle finanzielle Folgen nicht mit tragen willst? Oder meinst Du, daß Ihr keinen lustigen oder freundlichen Umgang haben könnt, daß immer Trauerstimmung ist, wenn Ihr mit den Eltern zusammen seid ?
Dann überlege Dir doch mal, mit Deinen Freund - man kann sich auch mal durchsetzen -, was ihr gemeinsam mit den Eltern machen könntet. Das sollte ja dann kein Muß sein, aber vorschlagen könntest Du das vielleicht.
Ostern, das bietet sich doch an. Zum Beispiel:
Ihr geht eine Strecke in einem Park oder Wald oder in den Garten,
Du hilfst danach mit beim Kaffeetisch oder beim Abräumen/Abwasch
Ihr macht ein Spiel: Romme, Canasta, Mensch ärgere dich nicht, odgl., dazu könntest Du , falls keine Karten/Spiel vorhanden ist, das Spiel mitbringen
wenn Kinder dabei, kann man ein Pfänderspiel machen, zum Besipiel Rätsel lösen, das kann doch so lustig sein - dazu könntest Du eine Liste mit Vorschlägen vorbereiten, die lustig sind zur Pfandauslöse
Jedenfalls würden Spiele über eine themenfreie Zeit oder über Streitzeit weghelfen.
Du müßtest Dir vorher ein paar Gedanken machen, was Du wie Deinem Partner vorschlagen kannst.
Mein Mann hat mit mir "gelernt", und dann auch meine Schwiegermutter mit uns, zu spielen, das regt die grauen Gehirnzellen an, mehr als immer über das gleiche (Traurige) oder Krankheiten zu reden! Ich selber bin auch bereit mit meinem Enkel zu spielen, der ist jetz 9 und bringt ja auch schon Spiele mit . . . . .
Also, sieh nicht alles so eng, als unveränderbar und nimm den Schwiegepapa mit seinen Stichleien
freundlich auf die Schippe, stell Dich nett, aber bestimmt und unverwundbar auf die Seite Deiner Schwiegermama, wenn Du was als ungerecht empfindest.
Schüttle dich, wenn er Dich treffen will. Gewöhnlich neckt der Schwiegerpapa die Schwiegertochter sanft oder er verhält sich ihr gegenüber ritterlich, darauf solltest Du eingehen.
Probleme solltest Du als Herausforderungen sehen. Das Leben stellt Herausforderungen - geh sie an, daran kann sich Deine gute Erziehung, Dein Charakter bewähren, daran kannst Du reifen.
Wenn Du versuchst etwas Freude und Lust in die Runde zu bringen, sie aber alle zu nichts zu bewegen sind, dann würde ich, nach dem Kaffee, evtl. nach dem Abwasch, gemeinsam mit meinem Partner diesen Besuch freundlich und zuversichtlich beenden.
vG Gelinda