Ich vermute der entscheidende Unterschied ist, ob man von einer Regierung, in der die AfD mitregiert, negativ betroffen wäre, bzw Menschen im Umfeld hat, die dies wären. Wenn man selbst eher privilegiert ist, hat man vermutlich erstmal wenig zu befürchten (zumindest kurzfristig, langfristig sehe ich auf alle Menschen große Probleme zukommen durch die Haltungen zu Klimaschutz und EU) und kann entspannt bleiben. Man muss es sich leisten können, keine Angst vor der AfD zu haben... Für manche Menschen geht es aber um sehr existenzielle Themen, Bleiberecht von sich selbst oder Freund*innen, Geschlechtsidentität, Räume, in denen sie sicher sind und eine Heimat gefunden haben (es kann davon ausgegangen werden, dass die AfD Projekten die Förderung entziehen würde, die als zu "woke" eingestuft werden und in diesen Räumen haben viele Menschen ihre Heimat gefunden, zB,:
https://www.mdr.de/nachrichten/deut...ativer-jugend-kulturprojekte-stoppen-100.html
Ja ich weiß, viele Menschen fühlen sich auch durch die Grünen eingeschränkt und bedroht. Für mich hinkt der Vergleich aber mächtig, denn es ist wissenschaftlicher Konsens, dass der Klimawandel eine große Bedrohung für uns Menschen darstellt (dafür gibt es zig Quellen, eine zusammenfassende Darstellung zB hier:
https://www.hr-inforadio.de/program...rm-klimawandel--v1,angst-klimawandel-100.html) und ein Wandel hin zu mehr Klimaschutz unumgänglich ist, die Frage ist natürlich das "wie?", aber nach allen Daten, die ich kenne, gibt es schlicht wenig Spielraum und Veränderungen müssen rasch angegangen werden.
Bei "grüner Politik" geht es gerade nicht darum, bestimmte Gruppen zu bevorzugen oder zu benachteiligen, sondern um eine Zukunftsperspektive für uns alle. Dass hier das Soziale stark mitgedacht werden muss und teilweise noch zu kurz kommt, sehe ich aber auch.
Ich finde sehr erschreckend, dass so große Teile der Bevölkerung diese Notwendigkeit nicht sehen und wichtige Entwicklungen wieder rückgängig machen wollen.